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Central-Verein-Zeitung · 1934-03-15 · 11 (15.3.1934) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
11 (15.3.1934)
Date
1934-03-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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er Frei, u Ed Ich : Paula iö 111 c 3uIIu3 xgunflctt' i Lhar. i!b(d;ult J7. sdjlüicr« Scfano), : 23 c { I tll'bcn?» sllhrung «erabend Uriaa Rüz ipliehlt rat» rZ r_=~J >i hrtn'i. I Auf - LJ y &i i»i j mr* 1! Z. OoSI(30O VMGWLM Von RabLiKST GTrMWZMsNsr Volle drei Jahrtausende trennen das heute lebende Geschlecht der Juden von den Anfängen der israelitisch-biblrschen Geschichte; nahezu zwei von der Zerstörung national-politischer Eigenständigkeit auf eigenem Boden und dem Beginn der Zerstreuung in alle Lande. Innerhalb dieser zweiten Periode fallen kaum fünf Generationen in die Zeit der Emanzipation,! wenig mehr als ein Jahrhundert, das genügt zu haben schien, um die lebendige Erinnerung, mit der sich in der Fülle der! voraufgegangenen Jahre ein Geschlecht an das andere gel kettet fühlte, zu zerstören oder doch zu gänzlich blassem historischen Wissen zerstäuben zu lassen. Vielleicht ist aber der i - gegenwärtige Augenblick dazu geeignet, um uns die Wahrheit! ' einer sehr paradox anmutenden Erwägung vor die Seele zu! halten. Wir meinen nämlich, das; das Vergessen und die Ver-! . gchlichkeit unserer jüngsten Vergangenheit auch in uns Heutii ] gen lange nicht so tief wirkt, wie das die Fülle unseres Daseins s E zusammenhaltende Gedächtnis der Altvordern. Gerade die l l jüdische Geschichte scheint mit dem Schicksal unserer Erde als!- eine* Weltlörpers vergleichbar: eine sehr dünne Kruste erkalte-!; ter Oberfläche legt sich über ein flüssiges Innere, das den! ' weitaus größten Teil des Volumens dieses Planeten aus- I s wacht, und schon ein flacher Einstich in die Rinde kündet deut»! i lich diesen Zustand an. Was wären wir für Oberflächen-! , geschöpse. wenn wir von der Unvergeßlichkeit von vier oder i fünf, nicht aber von der wachen Erinnerungskraft der vorauf-! . gegangenen hundert Generationen lebten?! | Diese Betrachtung ist mehr als ein Gleichnis; sie soll der s ' Ausdruck gegebener Wirklichkeit sein, die wir an einem Aus-! - schnitt unseres religiösen und sittlichen Denkens ausweisen >,■ wollen. So stellen wir die Frage, ob wir heute noch einen Zuj : sammenhang mit den Idealen, welche die sinaitische Offen-! . barung aufrichtcte, die die Tradition aufnahm, über Talmud I und rabbmisches Zeitalter hintrug, und die das Geschlecht der entscheidenden Wendeln Beginn des vorigen Jahrhunderts als die Seinigen anerkannte, in uns empfinden. Die Ueberlieferung wollte die eine für immer geltende Offenbarung als den nicht zu zersetzenden Kern des göttlichen Willens durch die Zeiten retten. Es war die Wahrheit von dem gemäß dem \ Gottesgesetz einzurichtenden Dasein des Menschen, daß er sich i : unter das Joch der Gebote beugen und so erst eigentlich - „leben" sollte. Man muß dieses religiöse Wort „leben" sorgi - sam beachten. Was es verleiht, ist nicht das selbstverständliche, \ ' von der Natur und ihrem überreichen Schenken gewährte! ^ein, nicht das unbefangen fröhliche Fortsetzen dessen, was das; . Äinb von den Eltern her empfängt, sondern dieses Leben quillt > aus dem Bewußtsein der Gemeinschaft mit Gott, wie sie i menschlicher Sinn in steter Spannung auf den Willen des; \ Höchsten hin erfährt: zugleich hoch zu preisendes Geschenk wie j i nie aufhörende Forderung. j : Diese Gemeinschaft mit Gott war für den israelitisch-bibl lischen Menschen innig.verknüpft mit der unter den Menschen \ bestehenden oder zwischen ihnen zu gründenden Gemeinschaft. [ Denn nicht an den einzelnen, an die Gesamtheit des Volkes!; wandte sich das Ofsenbarungswort; sie alle sollten sein ein Reich von Priestern und ein heiliges Volk. So ist hier das > , Soziale in der Urgestalt des Religiösen verankert; und selbst den vielen Geböten für rituelle und sakrale Daseinsführung, der Weihe und Heiligung, die doch in eigentlichster Bedeutung die Haltung des Geschöpfes gegenüber > dem geheimnisvollen Schöpfer regeln wollen, suchten Mische Erklärer aller Zeiten neben und über der sakramentalen Funktion einen für irdischsoziales Leben durchleuchtenden Sinn abzugewinnen. Ja, die Bibel' selber ckut.es schon in sehr aufschlußreichen Beispielen, .wenn sie denSabbath, „an dem Gott geruht hat", nachdem er in sechs Arbeitstagen das Werk der Weltschöpfung vollbracht, - zum Ruhetag'des schassenden Menschen, von Knecht und Magd, ja, von Ochs und Esel macht, oder wenn sie, eine heidnische Vorstellung' umschmelzend, die Feldecke dem Armen anheimgibt, da doch sicher einmal in kanaanitischer Vorzeit die Dümoneu des Ackers. Anspruch auf ein Stück des Ertrages erhoben. Aus das Gebot der Menschenliebe und seine Entfaltung in einem für alle Zeit gültigen Sitten- und Sozialgesetz wollen wir hier nicht von neuem eingehen, wo es uns nur darauf an- ' kommt, zu zeigen, wie sich dem biblischen Geist von Anfang an religiöse und sittliche Ordnung in einem Ganzen darstellt. Das aber ist, wie angesichts eines Uebcrschwanges mystisch-metaphysischer Stimmung betont -werden muß, nicht kalter „Rationalismus", auch.keine wohltätig wirkende Nützlichkeitsgesinnung; sondern, das Umgekehrte trifft zu: indem eine Regelung menschlichen .Gemeinschaftslebens^ welche die höchste Ehrfurcht vor den Anliegen jedes- Gottehgeschöpfes bekundet, im-' Fundament-hon .Glauben und Frömmigkeit eingefcnkt wird, verschwindet der Gedanke klüglicher Utilität, der bloßen Zweckmäßigkeit, unddie -Notwendigkeiten und praktischen Forderungen des Daseins empfangen gerade ihre Weihe aus dem Gerd Rothatein debütiert« erfolgreich ah Dirigent eines aus Mitgliedern de» Berliner Kulturbundorchesters gebildeten Orchestere Seelig-Basa, , dessen neue Suite für .Streichorchester von Generalmusikdirektor Josef• Rosenstock für die Konzerte des Berliner Kul- , turbundes einstudiert wird Fot. Herbert Sonnenfcid Ilse Nathans die Harfenistin des Berliner Kulturbundes, wirkte als Solistin im Konzert des Weinbaumschen Chors am 11. März mit, Fot. Herbert Suimenfrtd l!iillllllllillll!ll!IIII!lllllinill!lll!l|l!ll!l!ll!lilll!llil!!lll!!lll!ll!lllll!lilll!l!!llllilllllllll!llllllll!llllll allertiefsten Gedanken, der den Sterblichen an Gott bindet, aus d^m Gedanken nämlich, daß Gott den Menschen in seinem Bilde geschaffen. . Diese Achtung vor denO Menschlichen als dem keimhast Göttlichen schlägt aber durch alle israelitisch-jüdische Geschichte mit. handgreiflicher Deutlichkeit hindurch. Auf diesem Schauplatz ist der.religiöse Märtyrer geboren worden. Dem Sokrates, der erst durch das Martyrium seine Bedeutung für die Herzen der Menschheit gewann, gingen zeitlich ' der Prophet Jeremia und der leidende Gotteskuecht aus dem Buche Jesaja voran. Und diese, nicht der einsame Grieche, haben das Bild jeher verehrungswürdigcn Persönlichkeit geformt, in der die Hingebung für die Wahrheit wohl den eigenen körperlichen Untergang bringen, zugleich aber bcn Sieg des Gedankens und den Triumph des Gläubigen bewirken sollte. Das Ehristentum, gerade hier in Schicksal und Idee dem Judentum tief eingebettet, ist ohne solchen Tod seines Stifters undenkbar. Im leidersüllten Leben, im Sterben für eine Idee vollendet sich sichtbar die wache, ihres Sinnes und ihrer Aufgabe bewußte Persönlichkeit. Nirgendwo sonst ist das der göttlichen Seele Fremde, Eigenliebe, Eitelkeit. Genußsucht, ferner als da. wo das Sterben die Geburt, die Offenbarung gottgewollten Lebens ist. So ist das Martyrium, welches die ganze jüdische Geschichte begleitet, der höchste Ausdruck der Gläubigkeit, aber zugleich der Selbstachtung, die dem Menschen ebenso aufgegeben ist wie der Respekt vor der Würde und Ehre des anderen. Die Rabbiner des Talmud haben merkwürdig charakteristische Worte gefunden, um die Verwerflichkeit der Beschämung eines Menschen zu kennzeichnen. Wer sich der Sünde schuldig macht, das Antlitz des Nebenmenschen öffentlich „blaß zu -machen", der fährt ins Gehinnom, und ihm wäre es besser, in einen brennenden Kalkofen zu stürzen. Auch der offenbare Frevler genießt das Recht, daß man ihm seine Taten nicht öffentlich vor Augen halte; und um Vergebung der Sünden Tie Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin brachte eine Ausführung des „Elias", des letzten großen Werkes Mendelssohns, das zum überragenden Gipfel, zur Krönung feines reichen ^chöpferdaseins wurde. Renn Jahre hat der <tofs den -Komponisten beschäftigt, 1846, ein Jahr t'vr seinem Tode, wurde das Oratorium vollendet mid unter feiner Leitung auf dem Musiksest in Birmingham zum ersten Male aufgeführt. Wir dürfen einen tiefen, uns erhebenden Sinn darin erblicken, daß Mendelssohn, ein getaufter Jude, in dessen Melodien Jüdisches kaum noch durchklingt, in den Jahren, in denen sich sein Leben und seine ^>mst vollenden, zur Bibel, zum Urquell alles jüdischen Seins, greift: alle bürgerliche ratio hat das instinkthafte, unbewußte Gefühl der Verbundenheit mit den ewig fortwirkenden Ideen der Bibel nicht ausgelöscht. Stoffe ans dem Alten Testament sind in allen Epochen der Musikgeschichte gestaltet worden. Wer allein die Fugen über das „Amen", die Hallelujahs, die Psalmenvertonungen in der katholischen »nd evangelischen Kirchenmusik znsammenrcchncte. läme auf eine ungeheure Zahl. Tie deutsche romantische Musik hat ihr besonderes Verhältnis 5n den Bildern und Gestalten der Bibel gesimden, und Mendelssohn hat diesen Beziehungen die für seine Zeit gültige und künstlerisch hochstehendste Form gegeben. Der englische Prinz Albert hat damals schöne Worte dafür gefunden, die er in einer Widmung im Textbuch des „Elias" niederlegte: „Dem edlen Künstler, der, umgeben vom Baalsdienst einer falschen Kunst, durch Genius und Studium vermocht hat, den Dienst der wahren Kunst wie ein anderer Elias treu zu ^bewahren . . . zur dankbaren Erinnerung". Mendelssohns dem weichen, oft allzu weichen Allsdruck Zlineigeude Natur wächst an diesem Stoff zu einer charaktervollen Größe, die all das lviderlegt, was man als „Glätte" oft so gemeinhin.abtun will. Die bwlte Fülle des Geschehens, die Aerschiedenartigkeit der Stimmungen, die Menschlichkeit, in der Charakteristik der Personen, das alles mußte gerade einen Romantiker locken, das alles drängte nach der Gestaltwerdung im Oratorium, jener Form einer dramatisch durchpulsten Epik, die große Teile der Bibel am besten musikalisch Zll lassen vermag. Bei aller Vielfalt der Bilder steht das Werk wie aus einem Guß vor uns: die Gefahr eines Auseinanderfallens in einem aneinandergereihten Szenenablnuf ist durch Mendelssohns untrüglichen Sinn für formalen Ailfbäu vermieden worden. - Die Aufführung unter Leo Kopf ließ die Szenen am Schluß weg, die von der Rückkehr und der Himmelfahrt des Propheten erzählen. Tadurch wurden nicht nur die Einheit des Ganzen und die Proportionen der beiden großen Teile gefährdet, sondern wir kamen auch um so herrliche Stücke, wie den gewaltigen Chorsah: „Und der Prophet Elias brach hervor wie ein Feuer", und das schöne Baßarivso des Elias: „Ja, es sollen wohl Berge weichen". Die Zeitersparnis von vielleicht zehn Minuten war zu teuer erkauft! Eher hätte man den Chor: „Wer bis an das Ende beharrt" weglassen können, der, künstlerisch gesehen, nur einen verwässerten Choralsatz bringt und inhaltlich das wiederholt, was in der vorauf- .gehenden Altarie schon ausgedrückt ist.. , Dieser Einwand soll die Tat Kopfs nicht der, kleinern, der für die Ausführung einen Chor und ein Orchester — die „Jüdische Ehorvereinigung" und ' die „Jüdische Orchestervereinigung" — von 200 Mitwirkenden-aufaeboten hatte, die er mit Umsicht befehligte. 'Wir haben' dem Dirigenten für ein paar Stunden zu danken/in denen wirinnerlich gepackt worden sind; es war als Ganzes eine große Leistung, und das festzustellen ist wich, tiger, als für jede Einzelheit eine Zensur zu erteilen. Chor und Orchester waren fast ausnahmslos von Laien gestellt; mit ihnen eine „Elias"- Aufführung zustande zu bringen erfordert ein ungewöhnliches Matz an Ausdauer, Geduld und Kleinarbeit. Schön klang durchweg, der Chor, ein wohlgeschultes Instrument, das den auf Nuancen bedachten Intentionen des Dirigenten sinngemäß folgte, was beim Orchester naturgemäß nicht überall in gleicher Weise möglich sein konnte. Von den Solisten sei vornan . der. stimmgewaltige -Alexander Kipnis genannt, ein Elias großen Formats, der für einige Versager in der Höhe reichlich durch die innerlich gehobene und darum erhebende Weihe entschädigte) mit der er namentlich seine Arien gestaltete. Die ausgeglichenste Leistung bot die Altistm Pgula Linbberg. deren ausdrucksvolle Wärme m. Stimme und Vortrag die Hörer besonders unmittelbar aiisprach. Tie übrigen DNtwirkenden:/ Max M q n s f e l d. der Träger der Tenorpartien. d,e er mit weichem Timbre vortrug, Alice Geisenberg. die das Höre Israel" im ganzen tonschön und ansprechend. brachte, ivährend. die - Sopranistin,. die im ersten Teil sang, noch-nicht ausreichte. Auf der Orgelbank saß Erwin Jospe, mit Solos in den Ensembles waren Mariguita Seckeniind Else Loewen betraut. Die nahezu 3000 Rteilschen, die die Synagoge in der Oranienburger Straße, das größte Gotteshaus der Berliner Jüdischen Gemeinde, füllten, ehrten Leo Kops und seine Helfer durch schweigcndes Erheben von den Plätzen. Altmann. AMU M in §M MfS! Ein Abend im Bechsteinsaal, der unter dem Protektorat der Künsilerhilfe der Jüdischen Gemeinde staiid, begaiin mit Orlando di Lasso, endete, mit Brahms und brachte im Aiittelteil Leo Lewy. sicherlich eine etwas geinischte Bortragsfolge. Tie N eue Madrigalv er«i n i gu ng (Leitung Dr.- Ludwig Ai i s ch) hat sich schon zil einem aiisgezeichnet zusaniuienklingetlden A-eappoUa-Chvr herangebildet und konnte z.B. den großartig einfachen 137. Psalni des niederländischen „Fürsteii der Musik" schön imb rein wieder geben. Wie der stürmische Beifall für die Uraufsührnngcn bewies, wäre es verdienstvoll, ein solches Programm in zwei Abenden ausziigestalten, also ungefähr Lasso, Palestrina und den folgenden Schiilen einen, den lebenden jüdischen Koniponisten einen anderen Abend zu widmen. Fritz Kaufmann sang Schildert und Ntendelssohn; die .etivas brüchige, ' aber machtvolle Stimme, der für die Lyrik der Reiz des schönen Klaiigs fehlt, gestaltete, die Dramatik ' des EliaS oder der „Griippe aus dem Tartarus" außerordentlich wirksam. Der Chor sang äiis dem Manuskript von Leo Lewy Löns- Lieder, die unmittelbar-durch stimmmigskoloristische Uebergänge eines Streichquartetts (Helene Crv - n e r) zusammengehalten werden; ihr BolkSliedtvn ist reizvoll getroffen. Das dem Volkslied nachgearbeitete Thema von „Amca Marianna". hatte der Komponist für Streichquartett variiery 'die - Urau.fführung - zeigte - eine sauber durchgeführte Arbeit, die, um. so mehr erstaunen ließ, als der .Komponist' sich größtenteils antodidaktisch gebildet hat. , Bei den Liedvorträgen des Abends begleitete am Flügel Gerhard G o l d s ch l a g, der sich bei einer Beranftaltimg im Hanse von Frau Rosa Sacl>e als Llederkonipoiiist vorstellte. Agnes Lenbach war hier die Interpretin; ihre Stinime offenbarte in dem kleinen Raum feinen Makel und vorhalf bcn etwas monoton pathetischen Liedern znni Erfolg. Das Trio W,i t t o n b e r g — G o l d m a n n -- B l u m e n fe l d scheiterte bei Haydn an technischen Mäiigeln oder Befangenheit, ivährend gerade das schivierigere Ntozart-Trio g-dui' sehr hübsch wiedergegeben wurde und schönes Einfühlungsvermögen zeigte. Kai. Ein Hauskvnzert bei Weil bot ein buntes Programnl: Lieder, Arien, Klaviermllsik. Zivei Arien von Tschaikowski und Pnccini gaben dem Tenoristen Josef S. Lengyel Gelegenheit, feine reichen Stimmittel wirkungsvoll zii entfalten; ausgezeichnet waren seine Mimik und sein Bortrag bei eiNigeii chassidischen Liedern. Schnbert-Lieder niid Arien von Meyerbeer und Halevy sang Frida G r ü n - b a n m. Beide Sänger wnrdcii von Beate G ii m p e r tz - G o l d st e i >i begleitet, die auch solrstisch mit Stüelen von Bach und Chopin hervortrat. Die jimge Pinnisliii verfügt über eine tüe!,- tige technische Borbildnng und eine differenzierte Alischlagsknnst; die Fähigkeit. Farben anfzutragen und richtig zu verteilen, kam uamentlich ihrem Chopin-Spiel zugute. . A. Ein vielseitiges imb wertvolles Programm bot der A-oappeUa-Chor von Alexander W e i n b a n in, alte italienische, englische, deutsche Niadrigale von Scandello, Lasso. Jsaac, Atorley. Schein, dentsask romantische Musik von Brahms und Hugo Hermann; auch Othegravens Bolksliedsütze gehören unbedingt in diesen Kreis; denn vom Stand- und Zeitpnntt der Originale ans betrachtet, müssen diese romantisieren, den „Bearbeitungen" als Verfälschungen angesehen werden. Wir hörten fast anssehließlicl) heitere Lieder; das ivar das Grundthema, das die Vielfalt der Namen und Stile einte. Selten ist bei einem Chordirigenten eine so lmgervöhnlickie Beherrschung des Dirigiertichnischen mit soviel anfenerndem Ausdrucks, willen gepaart wie bei Weinbanm; der Chor, der in dieser Znsammensetznng erst kurze Zeit besteht, ist!schon heute imstande, die subtilsten melodischen Linien 'bis ins Letzte getreu nachznzeichne^i, was bei der hohen Lage einiger Lieder, ivie bei Schein, nicht einfach war. Sehr starker Beifall erzivang Wiederhol,mgen und Zugaben. Klangliche-Abwechslung brachten das .vorzügliche Harfenspiel von Ilse Nathan und

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