Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 11 (15.3.1934)
- Date
- 1934-03-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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,G. V.- y Me!. «4210 |c I r.37 P?!. m t Z:':‘ ", *Bcr! :tilrln7~" ililrln, 11 bür- ^uye]1fet, dieser Zsii MvniagS. und Donnerstags, .11 LlS 18 Uhr, ollen Interessenten gern Zur Verfügung: Für dringende Fälle bleibt eine telephonische Verabredung außerhalb der Sprechstunden Vorbehalten. Jedoch wird mit Rücksicht aus die Allgemeinheit dringend gebeten, sich an dttz vorläufige Regelung genau zu halten. ' des C.¥. i t« @tee SSssaöe Lei Dr. 3nco6 3csoöfen gange, dunkle Gänge. Türen. Neue s^rridore. Türen. Gewinde von Stufen. Südlich ein Hinweis: „Gesamtarchiv der deutschen Juden zwei Treppen ^Mderdust schlägt dem Besucher entgegen. We Bücher schmücken als Tapetenersatz die Wände, vergilbte Wen, unersetzliche Dokuicn), Filhror. kiHui;- Dr Jacob Jacobson Fot.ArnoNikoUr mente, der Vernichtung entrissen. Stünde nicht eine moderne Schreibmaschine da, so fiinnfe man sich in Fausts Studierzimmer verseht glauben, „mit diesem Bücherhauf, den Minne nagen. Staub bedeckt. Ist auch nicht Urväter Hausrat drein gestopft — oder nur zum Leinen Teil — so führen doch von hier die oftmals schwer zugänglichen Wege zu den Urvätern. Und zu den Müttern. Es liegt viel Staub über all diesen Akten. Aber dem Staub entwachsen, unter behutsamer Pflege, die Stammbäum-e der jüdischen Familien in Deutschland. „Während früher", erzählt der verdienstvolle Leiter Dr. Jacob Jacobson, „das Gesamtarchiv der deutschen Juden mehr ein reines Forschungsinstitut war, wird es seit einigen Jahren in steigendem Maße zu sa- Mengeschichtlichen Anfragen benutzt. Im letzten Jahr, da nicht nur der Familiensinn sich bedeutend gestärkt hat, sondern auch rein praktische Interessen hinzukommen, wurde es fast ganz davon beherrscht. Tagtäglich kommen Besucher und briefliche Bitten um Nachforschung nach Vorfahren in ganz Deutschland. Wir bedauern nur, die Anfragen nicht schneller erledigen zu können, da wir nicht das Geld haben, die erforderlichen Hilfskräfte einznstellen, so daß, zu unserem großen Leidwesen, bei der Schwierigkeit mancher Recherchen mi tunter lange Verzögerungen ein treten. Aber selbst im Archiv vorhandene Register können infolgedessen nicht so schnell greifbar gemacht werden. Natürlich wird unsere Arbeit nicht gerade erleichtert, wenn naive Anfragen an uns gelangen, wie etwa diese:. „Mein Großvater hieß Cowiesohn und soll dort und dort, dann und dann geboren sein. Bitte um einen Stammbaum, der bis aus das Jahr 1600 zurückgeht/ „Besonders mühselig", meint Dr. Jacobson, „sind die Nachforschungen und Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Personen dar der Zeit der Annahme von Familiennamen, also vor dem Jahr 1812, namentlich da»», wem» die früher geführte« Personenstandsregrster, mit ihren schwer enträtselbaren Abkurzungen, mit den hebräischen Namen und den noch njcht endgültig festgelegten Familiennamen, nicht mehr vorhanden sind. Die Listen aus der Zeit der Namengebung bilden sozusagen die Grenzlinien. Vor 1812 kommt es vor, daß ein und dieselbe Familie unter nicht weniger als drei bis vier verschiedenen Namen auftaucht, die vom Beruf, von der Landschaft, vom Aufenthaltsort abgeleitet und zum Teil auch reine Phantasienamen Die Hilfsmittel, die für diese Forschungen zur Verfügung sichen? Nun, außer den Annalen der Familiennamen und den Personenstandsregistern, die über Geburt, Trauung und Tod Auskunft geben, sind es Beschneidungsbücher, Memmvrbücher, Amtsblätter und Urkunden ähnlicher Art, von denen Photogramme angefertigt werden, wenn wir die Originale selbst nicht bekommen können. Besonders reichhaltig ist unser Archivmaterjal aus Gemeinden der Grenzmark Posen-West-- preußen; aber auch aus anderen Teilen Deutschlands, etwa aus Westdeutschland, aus Mitteldeutschland, insbesondere aus Thüringen, haben wir interessantes Menmaterial. Wir suchen und sammeln aber nicht nur Akten, die im allgemeinen aus dem Geschäftsverkehr der Gemeinden ausgeschieden werden, und Material auS sich verkleinernden Gemeinden, wir wollen nach Möglichkeit und Mitteln auch Kultgerät erfassen, wie Thoravorhänge, Wimpel usw.. um daraus für die historische Forschung Anhaltspunkte zu gewinnen. Das Rückgrat der Sammlung ist das Archiv der Berliner Jüdischen Gemeinde, das laufend aufgefüllt wird. Zur Beantwortung der Anfragen muß oft das auf Juden bezügliche Material in fremden Archiven heran- - gezogen werden, es sind Erkundigungen notwendig bei Gerichten und bei Pfarrämtern, von denen man annimmt oder weiß, daß sie Listen von Juden in früheren Zeiten geführt haben." Wie eine lebendige Illustration zu den Ausführungen Dr. Jacobsons wirkt ein Blick in das Magazin des Archivs. ' Hier erst sieht man, aus wieviel (vergilbten) Blättern und Blättchen sich so ein Stammbaum zusammensetzt. Da liegen, in langen Reihen eiserner Regale, die zahllosen Register und Familienpapiere, Brressammlungen und literarische Nachlässe, die als Leihgabe ausbewahrt werden, Akten und Protokolle der großen jüdischen Verbände und Vereine, Gemeindebücher und Friedhofsverzeichnisse. Auch Kuriosa ' verschiedenster Art sind hier aufgespeichert. So umfaßt der Nachlaß Moritz Veits, der, neben Nießer, als erster Jude preußisches Landtagsmitglied wurde, nicht weniger als sechs eisenbcschlagene Koffer und Truhen, die. wie in einem Museum, zwischen den nüchternen Regalen aufgestellt sind. Gehobene und zum großen Teil noch ungehobene Schätze aus der politischen, Kultur- und Familiengeschichte der deutschen Juden. Engen Tannenbaura. Das Gesamtarchiv der deutschen Jrrdeir, Berlin ft 24, Oranienburger Straße 29, teilt mit: lim die Fülle ' der Vorliegenden familiengeschichtlichen Anfragen bearbeiten zu können, sieht sich das Gesamtarchiv genötigt, für die Zeit biß zum 3. Mai eine Rin» schränkung der Sprechstundenzeit eintretcn zu lassen. Der Leiter dcL Gesamtarchivö, Dr. I. Jacobson, steht WsseWss sks VsWÄser Die Gesellschaft für jüdische Fami« liensorschung (Berlin IV9. Tirpitz-Ufer 12), die sich unter Leitung ihres Gründers. Dr. C 3 e l» litzer, seit nunmehr zehn Jahren mit den Problemen der jüdischen Familienforschung besaßt, veranstaltete am 7. März ihre Generalversammlung. Dr. W. Nutzbaum sprach über die Frage „Gibt eS Rassenunterschiede unter uns Juden?" Statt eines ■ Berichtes über diesen Vortrag vcröffcntliclien wir nachstehend einen kleinen Aussatz über die Bedeutung der Erbforschung wie sie Dr. Nußbaum treibt, aus der Feder von Tr. Nutzbaum selbst. Seit dem Jahre 1875 .fand keine eingehende anthro. pölogische Untersuchung der deutschen Juden statt, es sei denn, daß Fishberg, Weißenberg, Boas die Auswanderer auS Deutschland in ihrem Untersuchungömaterial mit aufnahmen. Als Bevölkerungsgruppe in sich wurden sie nicht in größerem Umfang erfaßt. Zwangsläufig finden Gedanken, die vor einigen Jahren noch Zurückgewiesen wurden und aus einen engsten Kreis beschränkt blieben, jetzt in der jüdischer: Oefsentlichkeit Interesse, die Gedanken, die sich auf die Herkunft und Beschaffenheit des jüdischen Menschen beziehen. Boll Begeisterung für Forschung und Förderung der Wissenschaft haben sich Psychologen, Anthropologen. Aerzte und Pädagogen zu gemeinsamer wissenschaftlicher 'Arbeit zusammen- ' geschlossen. Unsere Arbeitsgemeinschaft stellt sich folgende Ausgabe: durch die Fortschritte der Erblehre angeregt, untersucht sie drei Gruppen, Ost-, Westurrd sephardische Juden nach den verschiedensten Gesichtspunkten, sowohl körperlich und seelisch als auch konstitutionell. In ihrer individuellen Entwicklung und in ihrem gegenseitigen Vergleich liegen bereits Berechnungen und Kurven vor. die schon jetzt ein vorläufiges Ergebnis zulasscn. Zunächst gelingt es. die Individuen nach Typen Zusammenzufassen und sie in das heutige anthropologische System eiuzuordnen. Die Historie ebenso wie die Kulturgeschichte geben dabei ergänzende Hinweise. Viele anthropologische Typen wären gar nicht zu verstehen, ohne Kenntnis der Wanderungen und andererseits der Abgeschlossenheit, die eine mehr oder weniger gleiche Umwelt bedeutete. Bei den anthropologischen Untersuchungen bleibt dauernd die Fragestellung nach der Beziehung zmisck)en Erbe und Umwelt gewahrt. Sicher ist dabei Dr. Kurt Singer dirigiert die ,,Kleine Nachtmusik14 im Berliner Kulturhaus m\ 1 ' IE Ü Um die enge Verbindung zwischen §§ D dem GV und seinen Mitgliedern und D Ü Freunden im Bezirke Hannover aufrecht- W §1 zuerhalten, hat der Landesverband Nord- D H Westdeutschland des CV eine juristisch- 5 H wirtschaftliche Beratungsstelle in Hannoj§ H ver eingerichtet. Die erste Sprechstunde EE H wird von Dr. Werner Grunsfeld, s Hamburg, am 21. März, von 11 bis D §E 13 und 14 bis 16 Uhr, im Büro des D =§ CV, Hannover, Georgstrasse 15, I, abj= H gehalten werden. Die weiteren Sprech- D H stunden werden jeweils in der „CV- W ji Zeitung“ und im „Gemeindeblatt der || H jüdischen Gemeinde Hannover“ bekanntf| §§ gegeben. §j ^ll!!lll!llll!!l!llll!!lllll!ll!lliillllllilllll!illlll!!ll!lllllllll!li!llll!ill!lF sollen. Hierbei wird die Aufstellung einer Sippschaftsstaffel unter erbbiologischen Gesichtspunkten nützlich sein, unabhängig von der Problematik individualistischen Schaffens. Schließlich dient unsere Arbeit der Zwillingsforschung. die mit bestimmten Methoden, wie sie daS In- und Ausland ausgearbeitet haben, Erbanlagen festzustellen vermag. Gerade in diesen Fällen gelingt cs. die Eintvirkung der Umwelt im engsten und weitesten Sinne qualitativ und quantitativ zu fassen. Mühevoll ist die Arbeit, aber jede einzelne Untersuchung erweitert und vertieft die Forschung und hat somit praktische Bedeutung. Anthropologische, cugenische, erbbiologisäje Probleme werden theoretische und praktisch in Angriff gcnominen. Ihre Ergebnisse fördern unsere Bevölkcrungsgruppe und bereicl)ern die Wissenschaft. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß vor kurzem nn Jüdischen Krankenhaus in Berlm eine Beratungsstelle für jüdische Erbforschung eröffnet wurde, die mit modernen Mitteln die Ratsuchenden betreut, sei cS den Schulentlassenen, wenn er einen Beruf ergreift. sei es denjenigen, der gezwungen ist, sich einer Berusöumschichtung zu unterziehen. Ten Ehcschließenden wird Aufklärung zuteil; denn gerade bei dem Geburtenrückgang ist doppelte Verantwortung gegenüber unserer Nachkommenschaft notwendig. Schließlich erfolgt die Zusammenarbeit mit den anderen Polikliniken. Je mehr eine Bevölkcrungsgrllppe auf ihre Erhaltung bedacht ist. um so mehr liegt es dem einzelnen ob. sich der Ergebnisse moderner Forschung zu bedienen und sie selbst zu fordern. ' I>r. IV. Nussbauin, Berlin. Fot. ChdleaU'Anse-Ssymanski l!llinilllll!!l!!lll!!lll!ll!ll[ll!!!il!III!!l!!l!lll!in!!!!ll!!ll!IIIll!l!!!ll!lll!!lt! die ärztlich hygienische Seite von grundlegender Dedeutung, die Belastung unserer Bevölkerungsgruppe mit körperlichen Gebrechen, erblichen Psychosen usw., da diese Perspektive Ehe urrd Familienaufbau berücksichtigt. Dem Berufsuchenden und sich Umschichtenden werden wichtige Gesichtspunkte eröffnet, da bei allen wirtschaftlichen Erwägungen seine Anlagen mitbestimmend bei feinen Entscheidungen sein NmelUchrn Frsoenvmins Zamsm Neiin Jahrzehnte Frauenverein! Das bedeutet rastlose Licbestätlgkeit jüdischer Frauen in drei Generationen, Betreuung aller Hilfsbedürftigen der Gemeinde, ein Meer der Liebe" und Güte, das sich auch in den schwersten Zeiten! nicht erschöpfte, seinen Segen über Männer, Frauen irnd Kinder ergießend, bis über den Strand des Lebens hinaus, bis zur letzten Ruhestätte der Dahiilgegangenen . . . Aur Jubeltage veranstaltete, der Frauenverein einen würdigen Festakt im Logcntempel. Feierlickjes „Hallelujah"" — vvn Werner Kaufmann mit warmer Empfindung gesungen — leitete die Feier ein. Dann begrüßte die langjährige- Vorsitzende Hete Jacobson die Gäste und Delegierten, und die Vertreter der verschiedenen Vereine und Wohlsahrtsstellen erhielten das Wort. Es sprachen: die beiden Rabbiner für ihre Amts- und die Zentralwohlfahrtsstelle. das Simonsche Waisenhaus und die Jugendorganisation, die Vorstände des Repräsen- ' tcmten-Kollegiums, des ostjüdischeu Vereins, der Logen und des Kraukenhalises und die Vertreterinnen deä Schwesternlmndes der sxilüstinensischon Frauen. deS KinderbekleidungövcreillS und dos *4210; , s n :; E7L 307J2UJW -kurff Erst wenn SS® w fA o d i c u wissen SS©/ woSctao WoMtof dSos© für Ihre Fös5© sind« //MedlScus" rnejcht Sfonon dsss ©cSt®» tum Vergnüg©«/ d©nn ©r v©r bol gosundori/ wirkt lindernd ibc§ Socak»/ KnlcKv SproSs- und BaSScnfSsson- #/Wio d 1 §©§"-§© olosasait/ wlo Slo’s Bkron* SshwSi vorSan^on/ ssssd tyotsdoR* )j/r