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Central-Verein-Zeitung · 1934-03-08 · 10 (8.3.1934) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
10 (8.3.1934)
Date
1934-03-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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„Oie OsMckZIi des Kindes" bedeutete Im Vorjahre tausenden jfldlsehen Familien xvlrklichc Festesfreude! Hat Ihr Junge, Ihr Mädel eie schon? 100 8. Elfenbeinkarton, Grossformat. Herrliche bewegliche Bilder, vorzüglicbo Uebersetzung, neue 5lusiknofxm- Preis ged. RM. 4.80. In jeder Buchhandlung oder direkt vom llcbr. Verlnj- „Menorali“, Rerlln A'W. S7, Kloi*8tocIc»tra»»e 31. aus historischen Gründen immer . . . derber abgewiesen . . . wurden wie die der übrigen Adelskasten, so hat sich das in ihm ausgebjldet, was ich die kleine Courage nennen möchte und was leichter zur Unverschämtheit im Hause als zur Tapferkeit auf der Straße führt ..." Auch den Hang zu talmuvistifch tüftelnder Dialektik führt Hebbel auf diesen Zwiespalt zurück. Mit wahrhaft hellsichtiger Tiefgründigkeit aber erfaßt der nachfolgende Tagebucheintrag vom April 1859 die besondere Eigenart des Judentums: „Im Juden liegt eine nicht zum zweitcnmal vorkommende, höchst eigentümliche Mischung von kaustischem Verstand und von fhinbulifch-aUegorifcher Phantasie. Gr mußte darum groß im Religionsstisten sein; denn sein Verstand gestattete ihm nicht, an dem Grundgeheiinnis der Welt mit zugedrückten Augen vorüberzugehen, und feine Phantasie war besser geeignet ivie die irgendeines anderen Volles, es visionär zu lösen." Tas ist die Krönung alles dessen, was Hebbel je über das Judentum gesagt hat. Niemals ist der gelegentliche Kritiker jüdischer schwächen zum Antisemiten geworden: nie hat er einer Bedrückung oder Verfolgung der Juden das Wort geredet. Im Gegenteil! Als es ib-fS im Gefolge der Revolution in Wien zu Ansäßen einer Indenhetze kam, warnt Hebbel nachdrücklich. Wohl hätten jüdische Journalisten ins politisch Crtreme sich verirrt: aber das hätten christliche nicht minder getan, und beide nicht als Juden oder Christen, sondern als kenntnislofe Menschen. „Auch der eraltierteste Jude verficht keine speziell jüdischen Interessen" . . . Alan hi'ite siel) daher, „eine ganze Nation für die Erzesse einzelner Individuen verantwortlich zu machen", wenn man nicht die dumpfe Masse zu maßlosen Brutalitäten verführen null. „Man soll das Mittelalter nicht nueder aufwecken, man soll nicht zwischen Christen und Juden unterscheiden." Tie Prager Iudenunruhen von 1 SO 1 führt er auf „Geldtiebe" und Brotneid zurück. Noch I8M, im Jahr seines Todes, nennt er mit Fug sich „sv weit vom Judenhaß entfernt, wie irgendein Sterblicher". Für Hebbel ist der Jude vor allem und genau so Mensch „uüe der Christ, der Türke und der Heide". Bor religiöser Unduldsamkeit bewahrt ihn feine völlig undogmatische Weltanschauung: Ter „Pantragismus" des Tramatilers hat mit keiner Konfession etwas zu schassen. Es gibt eine ganze Reihe von Punkten, in denen Hebbel der gegenwärtigen politischen Entwicklung in Deutschland stark sich nähert; in Agnes Scriunter z. B. proklamiert er die Totalität des Staates. Die Rassefrage freilich spielt für ihn keine Bolle. Als Emil Kuh sich um feiner Eheschließung willen mit der 1858 in Berlin verwirklichten Absicht eines llebertritts zur katholischen Kirche trug, rät ihm Hebbel, der „jedes Renegatentum lhaßtch öon Ker Taufe ab; er schreibt ihm Dezember 1856: „Ich denke viel zu groß vom Menschen, obwohl ich ihn wahrlich nicht überschätze, um nicht an dem Glauben sestzuhalten, daß er die kleinen Hindernisse, welche die Nasse ihm allenfalls in den Weg legen mag, durch die kleinste sittliche Anstrengung überwinden kann. Erwägen Sie diesen Gedanken in seiner ganzen Tiefe und söhnen Sie sich mit Ihrer Nation wieder aus." Der menschlich wertvolle Jude ist Hebbel immer wert gewesen. Ihn zieht er mit einer gewissen Vorliebe in seine Nähe. Das begann 1813 in Paris mit dem zweifellos sogar überschätzten Bamberg und setzt sich in Wien mit Sigmund Engländer fort. Dieser jüdische Journalist hatte 1845 nach Hebbels Ankunft in Wien zuerst öffentlich ans ihn verwiesen. „Er ist", schreibt Hebbel September 1847 über ihn an Bamberg, „hier mein einziger Umgang, und zwar im buchstäblichsten Sinne. Uebrigens ist er Jude, wie Sie es sind und wie ich es bin." Politischer Radikalismus, dem Engländer sich 1848 in die Arme warf und der ihn aus Wien nach Paris zu fliehen zwang, trennte die Freunde innerlich und äußerlich. Aber die Versühnung blieb nicht aus, und die Briese, die Hebbel in seinen letzten Lebensjahren an Engländer nach London richtete, gehören zu den wesentlichsten und für uns wichtigsten, die Hebbel je geschrieben. 1849 trat, einnndzwanzigjährig, der Wiener Emil Kuh Hebbel nahe.' Gütig, von vornehmster Gesinnung, hingebend bis zur Selbstaufopferung, so blieb Ruh in einer trotz des Alterunterschieds von fünfzehn Jahren unverbrüchlichen Freundschaft Hebbel ein Jahrzehnt verbunden. Wenn Ruh einer der feinsinnigsten und bedeutendsten literarischen Kritiker seiner Zeit wurde, den ihre Besten, Storni, Hehsc, Mörikc, Keller, Bischer geistigen Umgangs würdigten, so hatte er das Hebbel z'u danken. Ruh trifft denn auch, wie hier auf Grund noch nngedriickter Dokumente erstmals definitiv festgestellt fei, keinerlei Verschulden an dem schweren Bruch im Jahre 1860, der bekanntlich an Hebbels Sterbebette ausgeglichen wurde. Ruh nun hatte feine Freunde nach sich gezogen: seinen Bruder A n g e I o , den .Komponisten D e - b r o i s v a n B r n h ct, den Journalisten Julius Glaser, ein glänzendes Talent, nach der Taufe späterhin Instizminister im Ministerium Auersperg, und manche andere zweiten Ranges. Ihnen gesellt sich, bestimmt Ruh abznlösen, nicht zu ersetzen, der Musikschriftsteller Eduard ulke. Sein ganzer „Hofstaat", schreibt Hebbel Anfang 1860, bestehe ans Juden, getauften und ungetansten. In der Tat bildeten von etiva 1850 bis 1860 fast ausschließlich jüngere Juden den geselligen Verkehr im Hanse Hebbel. Darauf ist es wohl znrückznführen, daß gerade diesem Ur- Arier immer wieder das groteske Schicksal widerfuhr, als Jude oder getaufter Indo öffentlich bezeichnet zu werden. Das geschah z. B. 1851 in einer antisemitischen Broschüre, 1852 in Münchener Leitungen nach der verunglückten Uraufführung der „Agnes Bernauer" und besonders 1801 im Konflikt mit der tschechischen Presse. Hebbel ließ das völlig kalt. Au den Beschnittenen gerechnet zu werden, das, sagte er, würde er nur dann übclnehinen, wenn er ein Dukaten wäre. stolzen Grundton des Ganzen durchweg wahrende Regie beherzt aus dein Wege. Freilich: die Darstellung wußte feinen Absichten nicht überall gerecht zu werden. Leni Steinberg als Esther, eine zweifellos starke Begabung, wird in die Rolle vielleicht hineinwachscn, und sie wird sich dann vor allem die Kunst der leisen Ucbergänge, der feineren Schattierungen, der bedeutungsvollen Pausen zu eigen machen müssen; vorläufig gibt sie nur die Umrisse der herrlichen Gestalt, deren Naivität sie noch zu bewußt werden läßt und deren milde, besonnene Klugheit, die andere Seite Aires Wesens, die Figur — wie Wilhelm Scherer, der eigentliche Entdecker Grillparzers für Deutschland, meinte — dem Idealbild einer Iphigenie annäherl. Ter König des Friß W i st e n Halle Haltung und Gebärde deschercinsamten Despoten, der sich aus ungestillter Sehnsucht in Menschenhaß verzehrt; nur das Musische, das Lyrische, das Esther wie. mit einem Jauberstabe in ihm iveckt, kam in seinem spröden Naturell nicht recht zum Klingen. H crniii n u Heuser als Mardoehai gab dem liebevoll-bewegten Vater einen starken und echten Einpfindungston, wie er auch den stolzen, selbstbewußten Inden zu eindringlicher Wucht und Größe, ein inniger Prophet seines Glaubens, emporhob-, dagegen verkörperte der Hainau von Friß Lion lediglich den töricht sri)wachen Mann, als den ihn Esther sieht, ohne uns auch von feinen diplomatischen Talenten als erster Minister am Hofe des allmächtigen Perserkönigs zu überzeugen. Tie ZareS von G e r d a .st lein- M e i s m a n n: hart und nnbengsam in dem Opferwillen, mit dein sie für die verstoßene Königin Blut und Leben einznseüen bereit ist. Martin Brandt als Äightan und Fred Alexander als Theres vervollständigten mit gutem Gelingen das Ensemble. Tas Bühnenbild von Heinz Eondell, wie immer, äußerst geschmackvoll: in den mächtigen Ausmaßen, dem düster ragenden Palast, den aufstrebenden Säulen dem Stil attcissyrischer Architektonik würdig angepaßt. 0r. Hugo Lacbmanski. ... und der musikalische Rahmen Echte Festesfreude klang in der heiteren Musik auf, die Grillparzers Fragment umrahmte; die drei Dramenszenen selber waren mit Zwischenaktsmusik verbunden, durch technisch und musikalisch gemeistertes Harfenspiel und einen Streichqnartettsatz von Mendelssohn. Joses R o s e n st o ck dirigierte den Kaiserwalzer von Joh. Strauß, der diesmal noch schöner geriet, als neulich in der Philharmonie, weil die Wärme des schönen Theaterranmes und die Atmosphäre eines ansverkauften Hauses erst die rechte Stimmung schuf. Vorher brachte uns Rosenstock mit leichter Hand das Melodienpotpourri von Snppös Ouvertüre „Die schöne Galathee", bei der er die Lohengrin-Stimmung der Geigenstellen, die delikaten Walzerklänge, 'das Tschingdara des Schlagzeugs vorzüglich heransholte; an der Vervollkommnung der Bläser konnte man seine Freude haben. Dann ergriff Dr. .stnrt Singer den Dirigentenstab, 'um mit dem Orchester einen Osfenbnch-Walzer zu begleiten, den Fritzi Ivkl sang; dieKünstlerin schien etwa nervös. Wer so entzückend vorträgt und so schön singt, wie sie, hat dazu gar keine Veranlassung! Am Schluß hörten und sahen wir, auch von Tr. Singer dirigiert, Mozarts „Kleine Nachtmusik" als Pantomime, als „Tanzspiel" bearbeitet. Dieser Abschluß machte den Zuschauern große Freude, und angesichts des außerordentlichen Publikumsersolges wollen wir auch keine grundsätzlichen Untersuchungen darüber anstelle», inwieweit diese nicht für Tanzzwecke geschriebene Musik sich in „Handlung", in tänzerische Bewegung und einzelne Figuren übertragen und auflösen läßt, und ob Mozarts Nomanzenmusik für eine teilweise so drastische Ausdeutung (Amme und Nachtwächter!) nicht zu schade ist. Ten geschlossensten Eindruck machte bezeichnenderweise das Menuett, der einzige Teil, der schon von Mozart als Tanzsatz konzipiert ist. Mit der szenischen Leitung und Bearbeitung waren Irma Puma.nowL und Rolph Ratz betraut, deren ß Die Phrase vom zersetzenden Einfluß jüdischer Autoren in der Geschichte des deutschen. . Geistes sucht man bei Hebbel vergebens. Er beurteilt Juden ivie Christen vorurteilslos nach ihrem Können. Für ihn ioar die R a h e l eine der „alleranßerordeutlichstcn Erscheinungen"; ein Glück für sie, daß sie als Jüdin geboren war; denn das gab dieser „nmndersam-frcniden Natur" sogleich die Abgesondertheit, deren sic bedurfte. B ö r n e stand ihm in den' Jahren seines Münchener Sturms und Dranges sehr nahe: schon als den begeisterten Apostel Jean Pauls liebte er ihn. Er nennt ihn einen hohen und freien Geist, einen Charakter von Mannhaftigkeit, Akut und Ausvpferungskraft, liebenswerter noch in seinen Fehlern' als andere in ihren Tugenden. In der Wertschätzung des schon damals heftig umstrittenen Heine kann nichts ihn beirren. Für diesen, „schwer zu beurteilenden, aber höchst bedeutenden Dichter" nimmt er 1854 die Krone der neuzeitlichen Lyrik in Anspruch, „und das unbedingt". Er hatte schon 1841 geschrieben: „Wer es nicht fühlt, daß Lieder, wie „Das Fischermädchen", „Die Wallfahrt nach Kevlaar", „Die Meerlilie" . . . und andere ganze Bände Lehrgedichte und Aehnliehes in die Lüste schnellen, dem wird es keiner begreiflich machen." Auch Heine seinerseits nennt Hebbel ösfenttich mit Ehren. Beide Dichter hatten einander 1848 in Paris kennengelcrnt. Heines Urteil über „Judith" hat Hebbel seiner Lebtage nicht vergessen; er schreibt ihm im Dezember 1855: „Sie haben mir in Paris über die Judith einmal in einer halben Stunde mehr Tiefes gesagt, als alle deutsche Kritiker zusammengenommen." Komperts „Ghettobilder" schätzte Hebbel hoch und vom befreundeten Ludwig August Frankl besonders den „Primator". Alles Altjüdische erschien ihm traumverwandt. Er hat überhaupt ein starkes Gefühl für die uralte religiöse Kultur der Inden, deren Ausdruck in ihren Bräuchen und Zeremonien ihn mit Ehrfurcht erfüllt. März 1852 weilte Hebbel mit Frankl beim Begräbnis von Mvsenthals junger Frau auf dem Wiener israelitischen Friedhof. Alan saug die bei Leichenbegängnissen üblichen ebräischen Gebete. Ergriffen hörte Hebbel zu. „Ich höre", sagte er zu Frankl, „heut zum erstenmal die Laute der Bibel und Propheten in der Ursprache. Es ist wunderbar, eine Sprache aus Jahrtausenden ans Ohr schlagen zu hören. Die Inden können noch reden, ivie Mose sprach. Weil sie an ihrer Sprache sesthalten. sind die Inden ewig. Kein Volk der Erde hat ein Dokument aufznweiscn, ivie es das Alte Testament ist . . . W a s sind d i e H y m - ix c u Pindartz gegen die Psalmen ■" Ein Volk, aus dem Dichter wie der Psalmist und die Propheten hervorgingen, habe ein Recht, sich zu rühmen; selbst den modernen Inden rotte, wenn auch verdünnt, etivas ivie ererbter Geistcspnrpnr in den Adern. Frankl erzählte, daß die Juden ihre Begräbnisstätten den „guten Ort" nennen. „Der gute Ort!", wiederholte Hebbel in mächtiger Erregung, „der gute Ort! Ja, das ist er. es gibt keinen besseren". Auch Knlke gegenüber bedauerte Hebbel, daß ihm die ebräische Sprache fremd und damit die Schätze des Judentums eiu Buch mit sieben Siegeln seien. Er interessierte sich für den Talmud und kannte gar manche Parabel und Legende aus Talmud „Sic allein sind es, dem ich meine glück. 1 liche Veränderung des Zustandes m ® danken habe, dem ich ganz mich selbst schm, si dig bin; ohne Ihnen würde ich noch jetzo f. gleich so vielen meiner Mitbrüder gefesselt -< am Wagen der Vorurteile ein Leben süh. st ren, das einem jeden viehischen Leben nach. ' zu setzen ist; 'ich würde eine Seele ohne 1 Früchte haben, einen Verstand ohne Tätig. H feit, kurz, ohne Ihnen wäre ich dies, was V ich vor vier Jahren war, das ist. ich wäre II nichts." Wir zitieren diese Briefstelle nicht, um das l „ohne Ihnen" lächerlich zu machen; ein Fehler ist niemals lächerlich, und dann ist es noch fraglich, ob man diesen Dativ nach «. „ohne" hier überhaupt einen Fehler nennen >' darf, denn der Brief ist gut seine hundertfünfzig Jahre alt, und der Verfasser war ■' immerhin Immanuel K a n t s erster Interpret, überdies selbst ein angesehener wisse,,- -■ schaftlicher Schriftsteller. Er hieß Markus si Herz, und ivenn man alle seine Verdiente |-i um Kant Nachlesen will, so findet man sic ui jeder Kant-Biographie. ,j Kant hatte ihm. wenn man so etwas - überhaupt „in Rechnung stellen" will. nicht weniger zu danken, nur daß es seine Art nicht war. es so überschwänglich zu schreiben. Aber „auf Mendelssohn, Herrn Tetens und Die habe ich am meisten gerechnet", schrieb Kant an Herz, als die „Kritik der reinen Vernnnit" erschien, und die nächsten anderthalb Jahrhunderte bewiesen, daß Kant ans die Meni: delssohn und Herz immer rechnen tonnte; der 5 letzte (und gewiß nicht der letzte) dieser Art i war Hermann Cohen. f Also ist eS müßig zu fragen, ivie die st deutsche Geistesgeschichte „ohne ihnen" ausl gesehen hätte; die Interpreten sind so wenig i wegzndenken wie der große Lehrer. Und ' warum erwähnen wir es? Eben darum, nnd ' weil dieses „ohne Ihnen" einen so altvätei risch anheimelnden Klang, eine so leise rntzr renbe Sprach form für ein inneres Verhältim [: gibt, das heute in Frage steht. Das Verhältt. nis, das zwischen dein Königsberger Phile, st sophen und seinenr Berliner jüdischen Inter, j Preten zum erstenmal große Jahrhundert. I Wirkung hatte. r Ohne Ihnen ... i nnd -Midrasch. Dergleichen ließ er sich gern st von bekannten Inden erzählen. s . Nur dies noch: ohne ein Gefühl tiefer st geistig-seelischer Verbundenheit schafft mar st nicht jüdische Frauengestalten wie die einer Judith und die noch iveit großartigere ber letzten Makkabäerin Mariamne. Der Allgemeine Deutsche Sprachverein H eine Satzungsänderung vorgenommen, die dehn geht, daß „Atitglicd iverdcn kann, wer zur beut. % scheu Volks, und Sprachgemeinschaft gehört". Der st Eentral-Verein deutscher Staatsbürger jüdiscl)c» | Glaubens E. V. ist aus dem Spra6)verein ausge-! schieden. — An unserer Stellungnahme zu den vem t Sprachverein verfolgten Zielen ändert diese Cnl- " schließnng nichts. st Der Frankfurter Opernspiellcitcr Scr- ' mann Geiger ist für die Dauer der diesjährigen; italienischen Saison o(.-; Regisseur an das Deetra j: Colon nach Buenos Aires verpslichlet worden. i Regie einfallsreich in jedem Moment war. In der Ausführung bestach — neben der entzückenden Allsstattnlig von Heinz Eondell — das hohe technische Können, die Anmut und Geschicklichkeit jedes einzelnen Ballettmitgliedcs jene federnde Leichtigkeit, die die Materie vergessen macht nnd die Gesetze der Schwerkraft anfzuheben scheint. (Genannt seien Alax K o n s i n s k i, . Nachtwächter, Nnth Rose n, Amme, und die beiden „Tänzerinnen" Ruth A n s e l m und Nelly H i r t h.) Luihvig AHmnnn. Dem Gedächtnis Jakob Wassermanns galt eine besondere Beranstaltnug des Berliner Knltnrbnndes. die den Raum des Berliner Theaters dicht gefüllt hatte. Eine Totenfeier, gnmal für den repräsentativsten dentschjüdischen Dichter, hätte vielleicht ans einen toeihevolleren Toi, gestimmt sein können, und dem verstorbenen Meister des Worts, der mtf der immer etwas archaisierenden Sprache wie auf einem schönen, alten^Instrument spielte, wäre ans solchem Anlaß die Schwesterlnnst der Musik gewiß eine würdige Partnerin gewesen. Glücklicherweise hatte Dr. Arthur E l o e s f e r , der als einer der Bernfensten die Gedenkrede hielt, seine sonst etivas kühle und scheinbar leidenschaftslose Verständig, keit zu einer angenehm teinperierten Wärme gesteigert, als wollte er die Vlahnnng ans dem letzten großen Roman des Dichters Wassermann beherzigen: „Laß Tein Geredetes nicht über Tein Enipsundenes Herr werden." So entwarf er in schlichten, völlig unpathetischen, cindrnelsstarlen Ansführnngon. die ans einem vertranten Umgang mit dem Dahingeschiedenen ihre individuelle, ihre rncnschliche Note empfingen, ein anschauliches, liebevolles Bild der großen Dichterpersönlichleit, ihres unendlich mühsamen Ausstiegs ans einer trüben, entbehrungsreichen Jugend bis znm ständig wachsenden Rilhm des un In. und Ausland geschätzten Romanciers. Ohne seine Darlegungen mit einer besonderen Analyse der einzelnen Werke Wassermanns zu beschwereri, -ivußtc er das tiefste Wesensprvblem dieses stets riihelosen unablässig rutaenden, aus duukelen Wuuschträumen in die Helle des Lebens emporstrcbenden Phantasten zu cnthiilleu. dessoi, ursprünglich zigeuuernde A'at»r . sict, erst allmählich in Raum und'Zeit, den beiden 7 lenkenden und bestimmenden Mächten seines sie- |r: lischeu Daseins, znrechtgefnnden, nnd der Nnm t.1 die Zeit als bewußter Jude, den Rain» als den!' V, scher Dichter der fränkischen Landschaft lies inner« st; lu'h erlebt habe. Diese enge Verbundenlieit oen £j Deutschtum und Judentum dichterisch »nd reslel« stj tierend, gestaltend nnd in immer iviederholte», r; eindringlichen Erörterungen nach außen hin sicht- £) bar werden zu lasseu — darin sah der Diclüc'.' ber „Juden vou Zirndorf" und des ..Chrinicn Wal)nsrl>rfse". aber auch der ^wrfasser der bete»»!- ßi nisreichen Schrift „Atem Weg als Deutscher mib j. Jude" eine Art höhere Alission, etivas Messianist, sches, das ihm von der tiefsten Idee des Iiide»« s, tums. der Gerechtigkeit, eingegeben war. \\ Das srühzeitiyc Ableben dieses dichterische» rst und zugleich kämpferischen Geistes erklärte bec Vortragende ans einer tiefen Entinntignng »l,? jL; Erschöpfung, der das unruhig flackernde -vcrz st; schließlich nicht mehr gewachsen war. II-L. f i Ludwig 5ardl in öamburg , Der jndischckiberale Gemeindevereiit hatle sin' seinen dritten Gemeindcabenü Ludwig Hardt sl«'' Wonnen. Die Wort- und Ansdrnckskunst dieses Künstlers ist zu bekannt und anerkannt, als dal! es darüber noch vieler Worte bedürfte. Asic immer io jeder überrascht und fesselt diese!»» zauberhafte Wandlnngssähigleit der Siiwiue iw des Ausdrucks, der bis in die letzte Atöglici)te>. auSgcschöpfte und ansgedentete Wort-Sinn »>>s Spracht lang. In schöner Bewegtheit, vhne dvas die epische Linie zu übersteigern, las der Küniust ans Thomas Manns Iaalvb-R'vman das ldyststst von Iaakobs erster Begegnung mit Ratzel. sonders stark war auch der Eindruck des Kapitel-' ans der Bibel „Iaakvbs Kinder" in der Buben Rosenztveigschen ttebersctznng. Matitzias Claudm'- Heine und Novalis füllten weiter den ersten des Programms. Sein Bestes und Eigenstes gab aber der KimstlH tm zweiten Teil, der ganz Peter Altenberg; r widmet war. Mit unnachahinlicher VirtuoM. mrt gewinnendem Humor und spitzer Ironie deuten er die geistreichen und oft bitterbösen Skizze» ust Aphorismen dieses Wiener Dichters, der ein ttc!c, Beobachter des Lebens gewesen ist. Tie Z»tzo s spendeten begeisterten Beifall und erzwantt manche Zugabe,

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