Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 10 (8.3.1934)
- Date
- 1934-03-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Vorkröse traö Tazmrse» im tafcßlwein Sr. Ncuno Weil in Frankfurt a. M. Am 3. Mär.; sprach der Stellvertreter des Vorfitzenden des C. V„ Tr. Bruno W e.i l, Berlin, in einer überfüllten Versammlung des G. B. in Frankfurt a. M. über das Thema: „Wir deutschen Juden im Wandel der Zeiten." Der Redner bchandelte in seinem Referat, dessen Grundzüge unseren Lesern bekannt sind, diesmal besonders die Frage, ob die Emanzipation der Juden ein Fehler großen Ausmaßes gewesen sei. wie dies von Zionisicrendcn Elementen behauptet werde. Er ivandte sich energisch gegen diese Darstellung, die zunächst einen Mangel historischen Denkens entljalte. Wenn auch unsere Vorfahren einen euergischen Hampf um die bürgerliche Freiheit geführt - hatten, so sei sie ihnen doch nur gewährt worden, weil mächtige, unwiderstehliche Strömungen der Humanitären Epoche ihnen zu Hilfe gekommen wären. Die französische Revolution hätte ans gradlinigem logischen Denken oder. wie V'ordiNi es bezeichnet liabe. aus „Prinzipien- Seilerei" die Emanzipation gewährt, und sic Ijrittc sie auch gewähren müssen, wenn diese Forderung von einem Teil der Juden nicht so energisch ausgestellt worden märe. Tie Emanzipation der Juden habe eben nur einen Teil der Gesamtbefreinng gebildet. Es sei auch mit den geschichtlichen Tatsachen nicht in Einklang zu bringen. wenn nun von südischer ^eite das Ghetto idealisiert und als eine Art heroische Anstalt' geschildert ivcrde. Fünfhundert Jahre Ghetto bedeuteten natürlich nidjt fünfhundert Fahre täglicher Bedrohung und Bedrückung. aber dock; fünfhundert Fahre tiefer De. mütigung neben aufrichtigem Bekenntnis znm Judentum. Wenn also von der zweiten Hälfte des '.1*. Fahrhunderts an die Fudcn immer stärker ans dein Ghetto herausgedrängt hätten, so sei es ob» sonderlich, wenn übereifrige Zeitgenossen retrospektiv klarmachen wollten, unsere Vorfahren Hütten eigentlich unrecht gehabt; es-sei ihnen im Ghetto, ja gar nicht so schlecht gegangen. Schließlich aber sei es eine Undankbarkeit ohnegleichen, wenn man nicht anerkennen wolle, daß die 120 Fahre Emanzipation in Deutschland einen außerordentlichen Aufstieg in geistiger und materieller Beziehung für das Judentum gebracht und in der Möglichkeit der Anteilnahme an den Geschicken ihres Vaterlandes die Erfüllung tiefer Sehnsucht gegeben habe. Es entspreche auch durchaus nicht dein sich auf lange Zeiträume einstellenden südiscl)en Denken, nach den Erfahrungen eines einzigen Fahres in allzu starker Anpassung au neue Gedankengänge Umstürzen zu wollen, was über ein Jahrhundert lang als fortschrittlich und für die jüdische Gemeinschaft nutzbringend betrachtet worden sei. Schließ? lieh sei es nur eine ans der Unkenntnis der Vorhältnisse in anderen Ländern zu erklärende Behauptung. wenn man jüdischerseils sage, .der Emanzipationsgedanke sei durch die Ereignisse in Deutschland tödlich getroffen. Sicher seien diese Ereignisse nicht ohne Eindruck auch iu anderen Ländern geblieben. Aber es könnte keine Rede davon sein, das; in Italien und der Schweiz, in Frankreich oder in England, ebensowenig aber auch in Nordamerika, irgendwie verantwortliche Politiker oder auch nur größere Bolksteile eine Rückgängigmachung der Emanzipation forderten. Am Sonntag. 4. März 1934, sprach Landesixwbandssyndikiis Tr. Wolsgang S. Matzdorsf in Bad Wildungen in der Synagoge über das Tl)cma: ..Wir deutschen Juden". Tie Bersamm- Inng, welche von vielen auswärtigen Freunden be. sucht war. hatte Gelegenheit, einen ausführlichen Bericht über die Arbeit des Ecntralvcreins zu hören und folgte mit Aufmerksamkeit den Ausführungen. des Redners. srerdwesibeulschlanb . Tie Vortrags, und Werbetätigkeit des Central. Vereins im Landesverband Rordwestdeutschland wurde durch eine Veranstaltung in Wilhelmshaven fortgesetzt. Dem Ruse des langjährigen und ver. dienstvollen'Vorsitzenden der Ortsgruppe, M. Kariel. waren die Mitglieder der Gemeinde in Wilhelmshaven . Rüstringen und der Nachbar» gemeinden in großer Zahl gefolgt. Das überfüllte Versammlungslokal konnte kaum die Menge der Erschienenen, darunter auch viele Jugendliche, fassen. Tr. Werner G r u n s f'e l d gab zunächst einen Rückblick über die bewegte Geschichte der deutschen Juden, und behandelte anschließend in längeren 1'lnsführimgcn die außerordentlich wertvolle Ansbantätigkeit des (>,. B. Tic glänzend organisierte Veranstaltung fand mit einer ernsten Mahnung des Ortsgruppenvorsitzenden an die Erschienen zur Einigkeit einen harmonischen Abschluß. Berlin Am 22. Februar veranstaltete die Ortsgruppe Osten einen aut besuchten Vortragsabend, an dem Rorbert Wollhcim als Vertreter der Jugend und Syndikus Tr. Hans Reich mann über ..Arbeit und Idee - des Gentralvereins" sprachen. Elisabeth Tellevie gab der Veranstaltung den künstlerischen Rahmen. Tie Versanimlnng wählte Rabbiner Tr. Plvtke zum Vorsitzenden, der sich durch seine großen Bcinühungeil um die Arbeit des Gentralvereins im Bezirk Osten schon bisher große Verdienste erworben hat. CÄlesien In einer gut besuchten Mitgliederversammlung in Glatz referierte Landesvcrbaudssyndikus Tr Rudolf Breit bar th über das Thema: „Wir deutschen Juden". Am 11. Februar sprach Syndikus Dr. Hans R e i ch m a n n (Berlin) tu einer sehr gut besucht«« Versammlung des Landesverbandes OberschKsien in Beutheir (Oberschleisen). 1 R iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiinininiiiiiiiiüiiiiiiiiiiiii CV-Kalender Landesverband Nordwestdeutschland 8. März, 20 Uhr 30 Miu.r Frauengruppe Altona. Fräulein (Ö. Bardo und Dr. Weriior Srunsfeld (Hamburg): „Fortbildung und Um. bildung." Turlo-Haus. 10. Mörz, 20 Uhr 30 Min.: Äuxhavea. Gemeindeversamm. lung. Dr. Werner Dcunsseld (Hamburg). 11. März. 1ü Uhr: Acgcsack-Blumenthal. GeniVindever. sammlung. Dr. Werner G r u n ü s e l d (Hambural 11. März, 20 Uhr 30 Min.: Vegesack. Gcmeindeorrsomm.' l»ng. Dr. Werner 0) r u n >., f c l d (Hamburg). 1«. März, 20 Uhr IS Min.: Güstrow i. M. Gemeinde. Versammlung. Dr. Werner G r u n o s e l d (HmndiiriN 14. März. 20 Ubr 30 Min.: Uelzen. Gemeindeversammi lung. Dr. Werner Ärunafcld (Hamburg). Landesverband Lstwestfalcn und Nachbar, gebiete 18. März: Herford i. W. Dr. Lrnst Plant (<«ssen). 19. März: Minden i. W. Dr. Ci-vitft ‘A [ n u t uiijrii). 20. März: Bielefeld. Dr. Ernst Plant (Essen). Pnrimfeicr am Mittwoch, den 14. März 19:',4. abends 8 llhr, il, den „Prachtsälen au, Märchenbrnnnen". Berlins Am Friedrichshain 29—32. Begrüßung: Tr. H-ws Rcichmanli, Syndikus. Ansprache Rabbiner'Dr. Elvarsensky. Rlitwirkende u. a. Alice Geiseubcr^ Hedi Haas. Oberkantor ^arl Nenmauu, Obec^ kantor Magnus Davidsohn. Einlaßkarten 5ü Big einschließlich .stasfee und Huchen sind im E.DH B ü r o . E in s e r Straße 42 (Landesverband Groß-Berlin), nlid in folgenden Geschäften zu haben: Solinger, Reue Honigsiraße 74, Weiler. Raabestraße 2. Artur O e l s n e r \ Iablonslistraße 30, H anfh a u s Kieme. Prenz! lauer Allee 54. B u ch h a ll d l u n g Poppel, a il e r , Rene Friedrichstraße 59.! | , . .. rv_(>, 6 . -.. )1('r> * ' ’.'-V.'' V.:r.,' V' "". -’t.,. ■vry)!-4Zt'y-.l. '.>;■! vr ‘•rv.1*1)): :■ .,v.. s.r,niny,aovi»4.<-: Ehe Sie Ihren Umzug vergeben, (ordern Sie mein tlä*' w"~ Berlin N 31 Anklamer Str. 51 D 4 Humboldt 7005 Südafrika, Palästina, Frankreich, Holland und allen Ländern der Welt. Erledigung sämtlicher Umiugipaplsre. Nehme Möbel in Zahlung. r, IS’cu Obernomnien o ftampfwli»clier«'t .tiiger, IVeukOlln Inh. Kreulzherger & Rotenberg, Thiiringersl.r. 16. 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