Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 10 (8.3.1934)
- Date
- 1934-03-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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lspp-¥r©u-6. m. b.H. Wuppertal-Wiehl. HteSMBnt lotstang-arühlgre Hersteller Ton ÜSjppiÄEüsssi, Tapisserie M-«»» vorgezclchn. fcrtlgrkonf. Schürzen. gestapelten und in Räumen von hohem ästhetischem Reiz feinsinnig ausgestellten Schätze. Nur manchmal verläßt er Neustadt, um zu irgendeiner Sitzung oder Thcatcraufsührung zu fahren. Manchmal treibt ihn auch die Sehnsucht in die weite Welt, und er reist plötzlich, rasch entschlossen, durch ferne Erdteile, wie voriges Jahr, wo er der Feier seines 75. Geburtstages entgehen wollte. Nichtig wohl fühlt er sich aber nur bei seinen Büchern. Es ist beispiellos, wie der Leiter eines der grössten Iudustrieunternehnnmgen Teutschlands ..gewissermaßen nl-s Randbemerkung zu seinem eigentlichen Lebens- Werk" — so schrieb ihm ein Freund mit bedeuten« tvm Namen — das alles nebenbei schassen konnte. Wohl gibt es einige schlesische Bibliotheken, die größere und umfassendere Saunnlungen haben, die Staats- und Universitätsbibliothek Breslau, Stadt« bibliojhelen und die Bibliotheken des Fürsten von Pleß und des Grafen Schassgvtsch. Tie crsteren sind aber von öffentlicher Hand finanziert und dienen besonderen Zwecken, und an den letzteren arbeiteten lange Reihen von Geschlechtern. Keine ist wie die Schlesierbücherei das Werk eines Mannes, der cs in seinen Mußestunden «tu« Liebe zu seiner Heimat und aus Liebe zu ihrer Kultur ausbaute. Mar PinkuZ hat ein einzig« artiges Knlturwerk geschussen, das der Wissenschaft oft da helfen konnte, wo die anderen größeren' Institute versagten. Tenn cs steht iinmer gern denen offen, die es für ihre Arbeit brauchen, und der Besitzer leiht jedem Besucher seinen erfahrenen Rat. Weltweites Wirken und unergründlich tiefe Heimatliebe treffen sich in diesem großen schlesischen Inden, ans den die Worte. die ihn». Gerhart Haupttuann znm 70. Geburtstag widmete, iu voller Bedeutung zutresfen: „Nun, wir treten hin zu Einem, der im Raunte seiner Jahre viel geborgen, viel erfahren mtd im Boden, den er bunte, selber tief verwurzelt steht." HMgAW.ßW§r - Georg B a m. berg er., einer der besten Kenner Alt-Berlms, ist rm ■" Alter von 70 Jahren gestorben. Unzähligen ' war der ' große Mann mit . dem markanten Gesicht bekannt. Au jedem Sonn-. tag schritt er als Führer einer großen Eckpr interessiert lauschender Menschen durch die säst vergessenen Winkel und Gäßchen Berlins. Hörte er, daß irgendeine Erinnerungsstätte der Spitzhacke anheimfallen sollte, gab es ihn: einen Stich ins Herz. Mit fanatischer Liebe hing er. mt fernem Berlin,- wie -^8 früher war. Die Lieoe zur .Heimatstadt ^machte ihn zum begeisterten Herold für deren Schönheit und Eigenart. Man hätte diesen wandelnden Chronisten für viel älter halten können. Nicht nach seiner Erscheinung, sondern nach dem ungeheuren, Erinnerungsschatz aus dem Berlin von-,,Anno Tobak", wie eins seiner kleinen,, gemütvoll-lustigen Bücher heißt. Tie Kenntnis von alten Berliner Geschehnissen und Anekdoten hatte Bamberger -nicht aus Schriften oder alten Chroniken, sondern aus persönlichen Ueberlieferungen. Denn er gehörte einer der ersten, schon vor 200 Jahren in Berlin lebenden jüdischen Familien an, die sich kulturell und philanthropisch stets wirksam betätigte. Darum war auch bei den Führungen, die ihn weithin so bekannt machten, die Wirkung auf sein Publikum so groß. Seine Erklärungen, da sie auf Wirklichkeit beruhten, waren echt, seine Bemerkungen witzig. Als „Rentier Neun« ooge" schrieb er 20 Jahre lang die Erlebnisse eine? Urberliners in der Zeitung. wo er die Ereignisse der Woche mit den persönlichen Erlebnissen des Budikers Neunooge verquickte. „Ta blieb keim Ooge. brocken" vor Lachen! Manchmal ließ er noch eene, kleene Dräne kullern — um det Jemietvollc nich zu kurz kommen zu lassen! — „Neunooge" kannte seine Berliner. DaZ Geruhsame, Naive, Gemütliche, das Regsame und doch nicht 1leberhastende der alten Zeit, der nachdenkliche und doch spontane Berliner Witz des klugen Schusterjungen galten ihm mehr als die geistreichen Satiren späterer Zeitgenossen. ,.H e i m a t l i e b e erwecken" und „I a ch e u m achc n" war ihm heiliges Ziel. * Der verdienstvolle Lehrer und Kantor der liberalen israelitischen Gemeinde in Gießen, Joseph M a r x, beacht am 15. März sein bOiahriges Ticnsljubiläum. Ter Jubilar ist langjähriges Mitglied des C. L. Schachaufgabe Nr. 2 von Paul Nosenblatt (Berlin) Matt in zwei Zügelt J< Ich war Mitglied des Deutschen Rehlameverbandes e. V,, dessen (Jeherführung in die nationalsozialistische Reichsfackschaft deutscher Werbefachleute im August 1933 beschlossen wurde. Es wurde die Liquidation des Deutschen Reklame- Verbandes angeordnet, mit der Massgabe, dass er am 31. Dezember 1933 aufgelöst werde. Der Verband kat von mir für das vierte Quartal 1933 noch den Beitrag verlangt. Bin ich zur Zahlung verpflichtet? Das Amtsgericht Berlin hat in einem Schieds« urteil vom 00. Januar 1934 (28 6 2097/33) die Klage ans Beitragszahlung abgewiesen und ansgeführt, daß die Nichtarier zwar formell noch bis zum 31. Dezember 1933 Mitglieder des in Liquidativn befindlichen Deutschen Rcklameverbandes geblieben seien; in Wirklichkeit stünden aber ihren Pflichten leine Rechte gegenüber. Tie Verbands« Zeitschrift ließe die unterschiedliche Behandlung der urischen und nichtarischen Mitglieder erkennen. Sie wende sich inhaltlich, an die arischen Mitglieder und trüge nur deren Belangen Rechnlmg. Es verstoße gegen Treu und erlauben und gegen die «rllgemein gültigen sittlichen Anschauungen, den nichtarischen Mitgliedern Pflichten anszuerlegen für eine Zeit, in der ihnen Rechte nicht mehr zuständen. Ich habe ein landwirtschaftliches Grundstück an einen Erwerber verkauft, in dessen Hand es Erbhof werden soll. Von dem Kaufpreis soll ein Teil gestundet und durch Eintragung einer Hypothek gesichert werden. Ist die Genehmigung des Anerbengerichts für die Eintragung der Hypothek erforderlich? Nach einer Entscheidung des Landgerichts in Glenvitz vom 19. Dezember 1933 (5 a - T 224/33; .Deutsche Justiz", Nr. 8 vom 23. Februar 1934 S. 261) ist eine Genehmigung des Anerbengerichts nicht erforderlich, wenn .ein Grundstück, das wegen mangelnder Bauernfähigteil des Beräußerers noch kein Erbhof ist, aber in der Hand des Eriverbers Erbhof wird, zugleich mit der Eigentumsnntschrei« bung mit einer Restkaufgeldhypothek belastet werden soll. Gegen diese Entscheidung wendet sich aber Amtsgorichtsrat Dr. Bohnen (Berlin) in einer „An« inerkung" zu dieser Entscheidung in der „Deutschen Justiz". Er führt u. a. folgendes aus: Möglicherweise habe bei dein Verlaus und der Bemessung des Kaufpreises noch die Auffassung mitgesprochcu. daß Grund und Boden eine Han« ■ delsware sei. Gelinge cs dein Veräußerer, den hier, durch erzielten Kaufpreis auch noch dinglich zu sichern, so wäre geradezu ein Anreiz zu einem solchen Handelsgeschäft gegeben. Das müßte zu einer ganz unerwünschten Wertsteigerung für erbhosfreie Grundstücke führen und im Ergebnis deren ttebersühruug in gesicherten Bauernbesitz erschweren. Tiefe Gefahren würden zum wenigsten gemindert, wenn „um es bei dein Geuehmigungs« erforderuis belasse. Ist der Polizeipräsident befugt, einen Bescheid, in dem er den Einspruch des wegen staatsfeindlicher Gesinnung entlassenen Arbeitnehmers zurückweist, wieder aufzuheben? , Das Amtsgericht in Berlin hat diese Frage per« neint und dazu ausgeführt: Tie Entscheidung des Polizeipräsidenten sei ein Berwaltungsakt. Die Aushebung dieses Aktes sei nicht mehr zulässig, wenn die Entscheidung in einem förmlichen Verfahren ergangen sei oder durch die frühere Entscheidung bereits privatrcchtliche Rechte Dritter entstanden seien. Oderverv/MunZLZLricM Hamburg bestätigt die Ariergesetzgebung Tie Klage eines Hamburger Rechtsanwalts, der die Entziehung seiner Berufszulassung als gegendie Reichsversassnng verstoßend angefochten ljattcv ist vom Hamburgischen Oberverwaltungsgericht Endgültig nbgewiesen worden. Tie Klage des früheren Anwaltes stützte sich ' im einzelnen auf die Behauptung, daß das ent-' sprechende Hainburgische Gesetz vom 23. Juni 1933, dng die Zuständigkeit des Berwaltungsgerichtes'' cinengte, gegen die Artikel 105 und 107 der Weimar.er Verfassung verstoße. Das Gericht stellte ineinem umfassend begründeten Urteil fest, daß eine zwingende Staatsnotwendigkeit vorliegen könne,' nach der gewisse Personen ihrem zuständigen Richter entzogen iverden konnten. Eine Unterlassung dieser Möglichkeit könnte sogar der Allgemeinheit zum Schaden gereichen. Auch in der Verwaltung finde eine ständige Weiterentwicklung statt, die ente Neugestaltung der Dinge erforderlich mache. Mau könne nicht annehmen, daß Reich Lösung der Ausgabe Nr. 1: 1. Lo7—bl (drohend SeS—e7f), ... 2. SXb4 matt; , . . Te.4, 2. liOXci matt; . . . 2. Dd'j matt; . . . Bst. 2. SXfi matt; . . . Tpt’ 2, Df5 matt; . . . TXM, 2. o2—o-l matt; . . . Ta*-*/ 2. Tel—er» matt; . . . 8X8. 2. DX<'t? matt. Der Läufer muß nach b4; aus andere Läusech',^ onlwortct Schwarz: Teil—ul! Richtige Lösungen sandten c t u : Tirol! or A Daronowili (Berlin 8H')> Julius Cabn (Aenwied), Ad. Cohn (Hamburg). Karl Gutmann (Crefllingen), Arthur Jakob (Königs!,ofen). Tierarzt .tivsch miiiski «Laud-herg a. d Warllie). Georg Lange U6i': lin 8W), Gustav Lew! (Ctzarlollcnbmgy Tr. .Lerinaim Lob, praküschec Arzt (Bochum), Tr. Gust-'v Löwenttei» (Stuttgart). Ericti Rubcusvliu (HildoLgeim). ^cuo Stern cRegeushncg), Tr. Stubenvoll cBav ReiMeuIialb, Kammergeridstsrat i. Ut. L. Wvlis (Charlotlenburg)', Susanne Caspary (Berlirr-Erunewald), Hermann Lvuv! tvlvitz (Konstadt, O.-S.). Mehrere Schachfrenude sandten: 1. c2—ol ah Lösung ein; sie übersahen daß nach BdtXel da Weiße König im Schach steht. Eiuseudungen und Lösungen an die Sclniftlchmig der „C. B.-Zeitung", Berlin IV15, Einser Straße 1?, und Länder gehindert sein sollten, iin Wege der Gesetzgebung, das Notwendige beizeiten zu tun. Was die Frage anbelaugt, ob die Reichsversassnng noch gelte, so tonne sie im vorliegenden Falle offen bleiben. Auf der einen Seite liegen kerne Gründe vor, die ihre weitere Geltung schlechthin unmöglich erscheinen lassen, nuf der anderen Seite könne die . Gültigkeit nicht unterstellt werden. ObSr!«n6SseASrich- Karlsruhe erkennt di© Nichtigkeit einer Mischehe an Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat iu einem Urteil vom 2. März 1934 (Aktenzeichen 2 Zbr 208.33) die Anfechtung einer arisch-jüdisch.',, Mischehe wegen Irrtums über die Bedeutung^ Rasseprinzips und der Rasseverschiedenheit p. gelassen. Das Oberlandesgericht hat zwar sch - gestellt, daß die Ariergesetzgebung des Jahres 193-) keine Anhaltspunkte für die zur Entscheidung stehende Frage biete. Es hat jedoch in einer ou-isührlichen Begründung Mischehen zwischen Ariern unb Nichtariern „nicht nur als nicht wüuschens« wert,-sondern verderblich, unnatürlich und widernatürlich" bezeichnet. Das Gericht ist dann zu der Entscheidung gekommen, daß der Kläger bei Kemünis der wahren Sachlage die Ehe nicht geschlossen hätte und daß deshalb hier der 8 133.3 (Irrtum über wesentliche persönliche Eigenschaften des Ehegatten) - anzuwenden sei. — Wie wir hören, wird das Urteil noch das Reichsgericht beschäftigen. sein dürfte. Es wäre in mancher Hinsicht schade, wenn sich Thmont hier selber im Wege stände. Wir haben' eine Reform unserer shnngogalen Musik sehr nötig, unb Thmvnts Partitur euthätt sehr viel Schönes. Ta er seine Liturgie dein Gottesdienst einsügen will (anders als Bach, der seine großen Passionen nicht für ben Gottesdienst schrieb), io würde gelegentliche Vereinfachung und Kürzung die praktische Verwendbarkeit erhöhen, ohne den künstlerischen Wert im geringsten zu beeinträchtigen. Um die erste Wiedergabe dieses intcressauteu, selbstän« digcri Werkes haben sich Kantor A hl deck und der verstärkte Synagogcnchor unter Leitung von Kurt Burchard sehr hohe Bcrdteuste erworben. L. A. Für Mc SBintcrMIfc der Berliner jüdischen Gemeinde ' Tie Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde, Abteilung Winterhilfe, m der Synagoge Linvenstraße bewies wieder, daß mit diesen Kouzertabcnden ztvei« fellos der rechte Weg gefunden worden ist, da8 Mische Gemeinschaftsleben zu verstärken tmd au vertresen. Ter gute Besuch zeigte das nicht so sehr wie die freudige Anteilnahme, mit der gerade das Laieupublikuin den Darbietunbeu folgte. Einige Formfehler könnten noch bereinigt werden, so wären vielleicht statt der üblichen Ansprache einmal künstlerisch einleitende Worte angebracht^ die an den Anfang zn setzeit wären und zum Beispiel verhindern könnten, daß ein Teil des Publikums den Badischen Orgelklängen kein Interesse cntgegenbringt. Punktlicher Beginn und Fortgang müßten selbstverständlich fein, "ba3 Tanl-Anfttchen nach jedem einzelnen Lied zerreißt mehr die Stimmung als es sich rechtfertigen läßt, und die Gefahr des Zuviel darf nicht überschett werden. Formfehler, tote gesagt, deren Beseitigung die Abcitde mir noch erfreulicher gestalten könnte. Denn dieser Abend war sehr erfreulich. Ten Höhepunkt bildete die Wiedergabe des E-moIi-Kla« pier-Trios von Mendelssohn durch den ausgezeichneten Simon Gold borg. Professor Grandau und Haust G r a u d a n ° Fr e u d b e r g Tank der Führung der hervorragenden Ptctmstin kam die heiter-berträtunte Stimmung dieses vielleicht besten Rteudelssohnscheu Kanuuerlitusilu'erks ohne jche Sentimentalität Z»m Ausdruck, und besonders im reizeud-vrickelndcu Scherzo, das der „Spinnwebenmnsik" der Sommernachts-Ouvertüre gleicht, bannte Hansi Freudberg ihre Partner und dadurch attch die Zuhörer iu den Zauber der deutschen Romantik. Am Eingang und Ausgang spielte Ludwig A I t - mann das Kleine Präludium und die Fuge N-ckur und eins der köstlichen Konzerte nach Bivaldi von Bach, und es war erstaunlich, wie er beides aus der Orgel, die nicht gerade zu den besten Instrumenten der Berliner Shnagogeu gehört, durch gute Manual« und Pedaltechnik und phantasievolles Registricrert zu gestalten vermock)te. Für die Kaniilenen Handels und Scarlattis setzte Rolf R i l b e rs sehr hübsch und geschmackvoll einen tveichen Tenor ein, der für die immer schwerblütige Lyrik von Brahms aber ,ncht ausreichte. Agnes Le tt bnrfj saug Schubert, die Stimme der einst gefeierten Sängerin hat in der Höhe noch prachtvollen Klang, die Atittellage aber erscheint manchmal unausgeglichen und verbildet, dennoch brachte sie die Lieder durch feine Schattierungen 3u sehr guter Wirkung. Tas musikalische Spreeheu von Johanna Meyer und das dramatische Rezitieren von Mar Koninsky fügten sich gut in den Rahmen ein. ' KsMtte im Reich Köln TaZ Programm eines Lieder« und LUavicr« abends, veranstaltet vom „Jüdischeit Kulturbund Rhein-Ruhr", war so vorzüglich gnvählt, daß es allen Ansprüchen gerecht wurde. Die erste Hälfte brachte neuzeitliche Musik; außer Ravel wurden nur Werke von jüdischen Komponisten: Aiahler.Milhaud, Geiger-Kullmaun, Tvch und Kreiu atisgesührt. Im zweiten Teil hörte man Beethoven und Schubert. Tie kultivierte Pianistin Alice Krieger-Jsaac (Köln) gab in Beethovens bl8.dur.Tvnnto op. 31 Nr. 3 den Beweis ihres großer, mnsilalischert und technischen Könnens und entzückte durch die graziöse und spritzige Wicdergal>e einiger Stücke vvrt Ravel, Toch und Kreiu; sie verfügt über eine Anschlags« fünft von seltenem Reiz. Ruth K i s ch«A r n d t (Köln) ist eine Sängerin großen Formats. Ihre vollkliugeude Altstimme hat einen restlos mtsgcglichenen Umfang bis zn den hohen Register,t eines Mezzosoprans, wobei die Schönheit ihrer zarten Kopftöno besonders auffallend ist. Mit unfehlbarer Musikalität und stärkster Ausdnlcksfähig« feit vermittelte sic die „Zioushymnc" von Milhaud, Lieder vor, Mahler und Rost Geiger-Kullmann und eine Reihe selten gehörter Schubert-Lieder. Iu Willi L ö w e n st e i n (Köln) hatte sie einen kon« genialen Begleiter, der in vollendetem Spiel jeder Gesühlvregung nachgab und ,nitgestaltete. Die Künstlerinnen wurden von dem begeisterten Hörer« weis nicht ohne mehrere Zugaben entlassen. 11a.. Mpyerlal Im Hause Hermann Wistinetzki legten Professor Mickxtel "Wittels (Klavier) und Siegfried Urias (Bariton) Proben ihrer hohen Kunst ab. Tas Niveau des Abends hätte jedem öffentlichen Konzert Ehre gemacht. Wittels trug Bachs^ v-llur« Pirtita mit der strengen Sauberkeit vor, die dieses Werk erfordert, ohne jede Birtuoseu-Eigonwillig. feit, die manche Bach-Interpretationen so unleidlich stört. Vielleicht die schönste Leistung Wittels' an diesem Abend war der letzte Satz, der in wunder« voller Transparenz aufleuchtete. Im zweiten Teil gab Wittels Chopin, ein Impromptu, eine Berceuse, eine Nocturne und schließlich die O-moll-Ballade Er zeigte sich als cinsühlender und leidensä)ast« lick-er Chopin-Spieler, der der perlenden Leichtttzkett und der dramatisckren Wucht dieses für den Piautften ergiebigsten Tonschöpfers in gleicher Weise gerecht wurde. Ilrias ist ein Heldenbariton. wie er sich in Deutschland sicherlich selten findet. Eine Stimme, deren überraschend mächtiges Volumen mit höchster Kultur der Technik und des Vortrages gemeistert tvird. Loewes Vallade vom Archibald Douglas wurde in der Wiedergabe dieses tx.'guadeten Sängers ein kleines, aber im besten Sinne aufwühlendes Rlusikdrama, und der schlechthin vollkommen dargebotene Prolog aus dem „Bajazzo" und das erschütternde Credo aus Verdis „Otello" wurden ebenso hinreißend lebendig wie die zugegebene Älrie aus Puccinis „Atantel, — hn. Frankfurt a. N. Die von Artur Holde gegründete Kammer« Streichvereinigung der Musikfremtde, die sich zur Aufgabe gesetzt hat, „gut durchgebildeteu Musik« freunden, geführt und geleitet von Musikern, Gc« legenheit Zur künstlerischen Betätigung etwa mt Sinne des alten Collegium nuisicum zu geben", trat zum ersten Male au die Oessentlichkeit. Vtan lernte eine Spielgemcinschaft kennen, die keineswegs als „Liebhaberorchester" im geläufigen Sinne, ge« wertet werden darf, vielmehr den Anspruch erheben kann, durchaus mit künstlerischem Maßstab gemessen zu werden. Bereits jetzt sind gute Präzision des . Zusammcnspiels und tvnliche Ausgeglichenheit er« reicht, Gewissenhafte Ausscilung des Details und stilistische Schulung traten als weitere positiv Bterlmale der Leistung hervor. Was an Klangfülle und dynamischer Tifsereuzicrung noch fehlt, hisst sich bei intensivem älleiterstitdunn -sicherlich erarbeiten. Unter der sorgsam und klar sührenden. sachlich dem Werke dienenden Leitung Holdes gft laugte ein feinsinnig gelvähltes Programin kostbarer alter Musik des 17. und 18. -Jahrhunderts zur Ausführung. Den besten Namen altitalienischcr Orcl-estertuiist: Locatetli (SinJfouUi) unb Cord'!) (Concerto grosso) reihten sich die deutschen Rieisttt Pad>llbel (Partie für Streicher und Geueralbißt, Dittersdorf (Klavierkonzert X-ciue) und Stouiip (Orckjestertrio E-dur) an. Das kleine, ganz besonders entzückende Klavierkonzert von Dittersdorf »vurde von Lilly Schwa rz-Mayerh oser mit lebendiger Spielfreudigkeit „nd zuverlässige Technik wiedergegeben. Ernst Wolfs, ein jungtt Bariton mit ungemein bewcglickze* Stimme u>w kultivierter Vortragsart, ergänzte das Prvgrain»! durch Gesänge von Turante, Lotti, Carissimi und Händel. Ter ausgesprochene Erfolg der vmi der Gesellschaft für jüdisäse Volksbildung gebotenen Veranstaltung wird das Orchester ohne Zweifel zu eifriger Weiterarbeit anspornen. b'. E- Mannheim Ter „Cicbcrfronj" [jnlte für fein stark besticht Chorkonzert als Solistin Paula Lindber,) (Berlin) gewonnen, die mit Arien von Händel und Mendelssohn-Bartholdh begann und vor allen, um Alvzarts „Halleluja" Stünne des Beifalls erntete. Hier offenbarte sich neben ihrer sanglichen Kullst^ und ihrer technischen Virtuosität die ganze tstsifc threr Küustlersckpft: so mozartisch stilvoll war m- Vortrag.^ so reich an seelischer Nuance. Wenm Gestalterin sie ist« bewies Schuberts „Ter Ted uuo das Atädchen". Ausgezeichnetes bot auch der gemischte Chor des „Liedertrauz" unter der stwl' fcu Führung von Kapellmeister Sinzhetnbr mft Chören aus HändelS. „Samson". Tem Kouzer folgte ein harmonisches Zusammensein nn ctgeiwi Heim des ..Liederkranz"; Paula Lindberg fnl,ß.[]L uocl) eigen retzvolle jüdische Volkslieder. Wte faM vorher im Konzert, wirkte auch hier Kapechm'im Sinzheimer als ebenso diskreter wir stlwvu^ Begleiter. do. vunoes („Eimer", „Kleine NachmuiM uyi., da die Vorstellung am 17. März ausveckauil '28. März wiederholt. u0d Psrli“ ]Jpt-cn-lRr: Sfi5t*3art ßOp5«f5,r-! Hans! J \ *töncltei»2SV Hussbaums»? ■ DlnsloKon Bihnbtraste Dr, We- Susan Jcfllfl-Wür G'o-’ftlcr Prtlti schlaues K6E- | Knn Die. I t i l Vj 11;i! is sc sa F! R /I /! I l N