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Central-Verein-Zeitung · 1934-03-01 · 9 (1.3.1934) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
9 (1.3.1934)
Date
1934-03-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Leutschland cin<* außerordentlich segensreiche Tätig« keit entfaltet hat; daher sei es Pflicht jedes Juden, dem LV die Treue zu halten. Frallengmvvea Berlin An der Arbeitsgemeinschaft für jüdische GsfchLchst» der Groß-Berlincr Fraucngruppen, dre Margarete Fried leitet, nehmen etwa 60 Frauen teil. Der' Lhte Arbeitsabcnd der ersten Vortragsreihe findet am Mittwoch, dem 7. Mürz 1934. 20 Uhr 30 Min. statt mit dem Thema „Aus Mischna und Talmud". <*3 ist aus den Reihen der Tcllnehmerinnen der Wunsch laut geworden, eine zweite Vortragsreihe stattstuden zu lassen. Am Mittwoch, dem 21. Mürz, wrrd Margarete Fried den zweiten Kursus eröffnen, ll![ll:!!li!!!i!!lil CV-Kalcnder Landesverband Nordwcstdeutschland '4. März, 20 Uhr 30 Min.: Wilhelmahave». Gemeinde, ncrsnminlung. Dr. Werner Grunsfeid (Hamburg): Unsere Lage und unsere Ärbcit. IS. März: Cuxhaven. Gcnieindcversammlung. Dr. Wer. ncr Grunsfeld (Hamburg). Landesverband Hessen-Nassau und Hessen 3. März, 20 Uhr 30 Min.: Frankfurt a. M. Rechte«!,, wall Dr. Bruno Weil (Berlin): „Wir deutschen Iuden im Wandel der Zeilen". Vorher Ansprache von Iusiizrat Dr. Julius Brodnih (Berlin). Aula des Bhilanlhropins. ck. März, ,3 Uhr: Bezirksversammlunq Bad Wildnngrn. chrolsgaiig B. Matzdorsf (Frankfurt a. M.): „Wir denlscheu Fudc>,". Landesverband Rheinland-Westfalen 8. März: Duisburg. Dr. Plant. März: Oberhäuser:. De. Plaut. Landesverband Mitteldeutschland 8. März, 20 Uhr: Dresden. Versammlung der ambulnntc» Gewerbetreibenden. Nurt Cabatzky (Leipzig): „Was hat der CV fite die ambulanten Gewerbetrcibcndcit getan?" 3u bem?lnn,e!d„ngen schon seht entgegengenommen werden. Tiefer Kursus umfaßt im wesentlichen die (beschichte der Juden in Deutschland. Auch für dielen Kursus rvird eine Einschreibegebühr von ch AM erhoben. Tie^Vorträge finden im Büro des dB, 39 Ich C^ntfor Straße 42, statt. Telephonische und schriftliche Annleldltngen werden erbeten an daS Büro des Landesverbandes Groß-Berlin de- CV (Telephon: J 2 Oliva S14I—45). gerichtsrat Dr. Neumeyer (München) die enge Verbundenheit, mit dem Oberrat. zum Ausdruck-. brachte. Die sinnvolle Auszeichnung der um das jüdische Leben in Baden besonders verdienten Per. sönlichkeiten und eine ganz besondere Ehrung des langjährigen Vorsitzenden des Oberrates urrd bewährten Führers der badischen Juden, Professor Dr. Nathan Stein (Karlsruhe), der für alle guten Wünsche.mit.-dein-Gelöbnis treuer Pflichterfüllung danlte, bildete den Beschluß der erhebenden Feier, die in Gestaltung und Wirkung der historischen Bcdeutnng des Tages entsprach. Am Nachmittag versammelten sich die zahlreich erschienenen Rabbmer, Lehrer, Synodalabgeordneten und Vertreter der Gemeinden und Verbände zn einem Vortrag von Ministerialrat Dr. Hirsch. Er behandelte in aufschlußreicher und erschöpfender Weise die Arbeit sowie die Aufgaben und Ziele der Reichsvertretung, für deren Wichtigkeit und Not. Wendigkeit gerade in Baden nicht nur größtes Verständnis. sondern auch freudige Bercitscl)aft zu tätiger Mitarbeit besteht. Ter Abend vereinte die Festgäste und die Gemeinde Karlsrlrhe zu einer Feierstunde in der Synagoge, welche die große Zahl der Erschienenen kaum zu fassen vermochte. Stadt, und Konfcrenzrabbiner Tr. Schiff (Karlsruhe), der bereits in dem vortügigen sabbatlichen Gottesdienst das Werk und seine Träger gewürdigt hatte gedachte anläßlich des Bolkstrauertages unserer gefallenen jüdischen Helden, die ihre Liebe zur deutschen Heimat mit dem Tode besiegelt haben; ihr Andenken wurde durch das non dem Vorsitzenden des R. I. F., Professor Adler, gesprochene Kaddischgcbet geehrt. Ansprachen von Rabbiner Tr. Bacck und Ministerialrat Tr. Hirsch sowie Bibellesung von Frail .Hannah Schiff und Orgelspiel beschlossen den Genreindeabend und damit den Erinnerurigstag, der einen Markstein in der Geschichte des badischen Judentuins bedeutet. Ter Ceiitralverein, den seit Jahrzehnten die engsten und angenehmsten Beziehllngen mit dem Badisct)en Lberrat verbinden, und der mit dem ansrichtigen Tank für die verständnisvolle Unterstützung und Förderung seiner Arbeit die herzlichsten Glückwünsche übermittelt hatte, )var bei den Veranstaltungen durch seinen Landesvorsitzenden, Rechtsainvalt Hugo S t e i r, (Karlsruhe) und durch den Vorsitzenden seiner Ortsgruppe, Dr. Paul Homburg c r (Karlsruhe) vertreten. 8t. 2er Gedenktag des Badische» Lberraks Ter Fe st alt. mit welchem der Badische Ober rat der Israeliten am vergangenen Sonntag die Feier seines 125jahrigcn Bestehens beging, gestaltete sich zu einer eurdrücksreict)im und wcil)cvollen Kundgebmrg^jüdischen Eemcinscl)aftswlUens. Tie segensreiche Tätigkeit der Badischen Landcssynagoge und die großen Verdienste ihrer früheren und heutige,: Führer,, die nur bereits in der letzten Nummer unserer Zeitung gewürdigt haben, fanden die freudige Anerkennung der zahlreichen Redner, welche nanrens der Synode, der Gemeiudell des Landes, ber Rabbiner und Lehrer soioic der jüdischen Organisationen ■ Tank und Glückwunsch entboten. Ten Mittelpunkt der von musikalischen Vorträgen umrahmten Feier bildete die 'Ansprache des Präsidenten der Reichsvertretung der deutschen Juden, Rabbiner Tr. Baeck (Berlin), der in der ihm eigenen Gedankentiefe die Bedeutung des Tages aufzeigte und ans der Betrachtung der Vergangenheit und dem Geschehen der Gegenwart den Weg in die jüdisch Zukunft wies. Tic Glückwünsche' der Reichsvertretung übetbradjto deren gcschäftssührender 'Vorsitzender, Ministerialrat a. T. Tr/Hirsch (Stuttgart) während für die Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen Landesverbände Oberst landes¬ Kundgebung der Frmkfurttt Emrinde für die NeWvertretung In einer überfüllten Berfanunlung, die die Leitung der israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. einbernsen hatte, gaben Ministerialrat a. D. Tr. Otto Hirsch, der geschästsführende Vorsitzende der Reichsvertretung. und ihr Frankfurter Mitglied. Gcmcinderabbiner Tr. Jacob Hvffrnami, einen umsafsenden Ueberblick über die 'Ausgaben und die Tätigkeit der Zentralorganisation der deutschen Inden. Tr. Hirsch begründete die Entstehung der Reichsvertretung aus der Notwendigkeit, der zentralen staatlichen Gewalt gegenüber auch eine zentrale jüdisch Organisation als für die gesamte Judenheit zuständige Stelle zu schassen, «ferner aus den sclpvieriaen Fragen der Berufs., Wirtschasts- und Sozialpolitik und der dazu nötigen Anfbringima von Mitteln. Ta die Erschütterung eine zentrale ist, ,nuß also auch die Sicherung eine zentrale sein. Dr. Hirsch schilderte daun im einzelnen das große Tätigkeitsgebiet der Reichsvertretung und des mit ihr eng zusiunenarbeitenden Zentralausschusses für Hilfe und Aufbau. 'Auf wirtschaftspolitischem Gebiet betont die NB, daß die wirtschaftenden Jllden ein Teil der deutschen Wirtschaft sind und daß es keinen jüdischen Wirtschaftssektor gibt, der ans der deutschen Wirtscl)ast heransgonommen werden könnte. Neben diesen Aufgaben befaßt sich die Reichsvertretung vor allem mit knltnrellen, wie der Frage der Schul- und' Erlvachsenenbildung, der Wohlfahrt, d. fff. bei! .Erhaltung-und Unterstützung der bestehenden Jnsti» tuttonen, soweit sie sich nach sorgfältiger Prüfung als lebensberechtigt in dieser Zeit erwiesen haben, und der inneren Gemeindeverwaltung, insbesondere der Stütznng notleidender und kleinerer jüdischer Gemeinschaften. Für die Bewältigung dieser Aufgaben ist Solidarität erforderlich. Rabbiner Tr. . Hofsmann behandelte in erster Linie die kulturellen Arbeiten der RB, vor allem der Schnlfra^. Auch Tr. Hoffman,, betonte den Willen zur inneren Einhcist bei Ausrechterhaltung aller Forderungen der von ihm vertretenen Gemeindeorthodoxie. Alvr heute muß der einzelne für die Gemeinschaft cinstcheu und in seiner Haltung die Selbstachtung zeigen, die die Sclbsterhaltnng bedeutet. Ter Vorsitzende der Gemeinde, Justizrat Tr. Blau, schloß die Versammlung mit den Worten, cS gebe keinen besseren Dank «für die Redner, als daß die Genwinde sich mit ihrer ganzen .Kraft hinter die Reichsvertretung stelle. . 6. her WÄM>Ä» WWsn SrAZUte SeWAM Ter Reichsbuud gesetzestreuer jüdischer Gciueinden in Halberstadt, die Freie Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums in Frankfurt a. Bi. und die Landesorganisation der 'Agudas Israel in Tentschland haben eine gemeinsante „Vertretung der unabhängigen Orthodoxie Tcntschlands" geschaffen, die mit weitgehender Bollinallst ausgerüstet wurde. Mitglieder der Vertretung sind Rabbiner Tr. P. G v h n (Ansbach-Berlin), Rabbiner Tr. E. M u n k (Berlin), Rabbiner Tr. M. S eh l e - s i n g c r (Halberstadt), Tr. S. E h r m a n n (Frankfurt a. M.) und Jacob R o s e n h e i m (Frankfurt a. M.). Stellvertreter sind Rabbiner Dr. Bk. 'Auerbach (Berlin), Rechtsanwalt Dr. I. Breuer (Frankfurt a. M.). Wolf S. I a c v b s o n (Berlin), Rabbiner Dr. A. Klein (Nürnberg), Rabbiner Dr. I. Merzbach (Tannstadt). Der Reichsvertretung der deutschen Juden hat die Vertretung der unavhängigen Orthodoxie, Zusammenarbeit in der Bearbeitung und Vertretung aller mit der Rechtsstellung der deutschen Juden und ihren, moralischen Schutz, sonne mit deren wirtschaftlichen Interessen und ihren Einrichtungen im Zusammenhang stehenden Angelegenheiten vorgeschlagen. Ghrmrn eines jüdischen (belehrten. Ter derzeitige Leiter der gynäkologischen Ableitung om Israelitischen Krankenheiin in Berlin. Tr. 'Alfred Lveser, ivnrde in der Februar-Sitzung der französischen gynäkologischen Geseltschasl in' Paris in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeiten znm korrespondierenden Mitglied gewählt. Auf Einladung der gynäkologischen Gesell'chift wird Tr. Loeser, der bereits meyrfaeli Gaitoorträge in London und 'Paris gehalten I)at, im '.Rat wieder in Paris eine Vorlesung halte». Ihr hundertjähriges (HeschÜftSjubiläum begeht am 5. März 1934 die Firma für feine -Herrenbekleidung S. Stieb el iu Fulda. . /Begründetem Jahre 1834 von dem Schneidermeister S e l i g m a n n S t i e b e l, befindet sich die Firma nunmehr vier Generationen in dergleichen Familie. Tie Nachfolger des Gründers, Schneidertneisters Eduard Stic bol und der im Jahre 1931 verstorbene Josef Stiebe! waren als streng solide und reelle Geschäftsleute in unermüdlicher Wirksamkeit bemüht, die Tradition des Hauses und die Achtung vor dem §>mdwerk hoch- ^uhalten, wie es auch luciterhin das Bestreben des zctzigen Inhabers ist. „Das .Kunstwerk"» eine Äktion jüdischer .uünst, lerbilfc. I», Einvernehuien mit den, Kulturbund deutscher Juden und unter RlHivirkuna bedeutender Lrganisattvnen hat Tr. Herbert Lvewenstein (Berlin) /< / \ Alexander Kipnis wirkte im Synagogenkonzert und im Hautkonsert zugunsten der Berliner Künstlerhilfe mit Fntodiciust Arno vor einiger Zeit unter der Bezeichnuua Tas Kiuutwerk ein llnternehineu gegeilndet, das aleichzeiti» eine Aktion jüdischer Künstterhitse darslelten toll. Ta-Z llnternehineu will eine riieihe charatteristischer Kam'rpvstlarten herauLbriuuen. BUt der Reproduktion eineder berühmten Gemälde Professor tRax Liedermaiunt wurde Vegvnnen. Ut M!Ä aMe als §'!!' etichrr zum KulturlWZ »teffcit Iu einer Besprechung, die der Vorsitzende de» Preußischen Theaterausschusscs, Staatslonumssar Hinkel, mit dein Vorsitzenden der Berliner Kultitr blindes, Tr. Singer, gehabt hat, wurde die Erlaut>. nis erteilt, daß arische Eheparti,er von V(itchjeder>i des Kulturbundes zu den Veranstaltungen des Kltlturbundcs zugelassen werden dürfen. Tie Anmeldungen können im Mitgliederbüra. sowie iu sämtlichen Zahlstellen erfolgen, wobei nt Revers unterschrieben werden muß, des Inhalts, daß der oder die Betreffende mit einem Mitglied des Kulturbundes Deutscher Jtldcn verheiratet ist. Auf diesen neu auszustcllcnden Mitgliedskarten sell neben dem Bild des Inhabers anü) noch das Bildes Ehepartners angebracht sein. In der gleichen Besprechung wurde die Vera» staltung von Schüler-Aufführungen genehmigt. Kindergärtnerinnen, -schtnng! Tas Inn dcojligendamt und Jugendamt Hamburg teilte dm jüdiscljen Kindergärtnerinnen (Besitzerinnen von -üim dcrgärten usiv.) mit, daß ihnen nach den bestehendm Vorschriften, lvonach die Erziehung und Pflegt arischer Kinder nur durch Arier geschehen darf, die Erziehung und Pflege arischer Kinder nntersaP wird. Bis zun. Ml. März 19o4 müssen die arischm Kinder aus diesen Kindergärten ausgcschieden fein. Aber Kirrt Katsch ist auch der Künstler, solch' tiefgehellde Bewegung zu erzeugen und von ihr sortgerissen zu lverden. Tenn hinter dem großen jüdischen Schauspieler steht der dlutvolle jüdische Rtensch, dessen Können aus der Fülle einer reichen und vielfältigen Natur hervorsprudelt. Immer gibt er sich selbst, aber immer nur einen Teil seines Selbst. Im .Nathan" den klllgcn, mit Gott verknüpften, aber auch die Welt nicht verachtenden Menschen, der die Schmerzen des Daseins mit gütigem Hinnvr vergoldete. Im .„Othello" den tatkräftigen, heldischen Mann, aber auch die nngezäljinte Natur der Leidenschaft, mit deren Wildlzeit wiederum eine tindliche Vertrauensseligkeit versöhnte. Und endlich im „Sonkin" den Ostjllden, der aus tiefer Armut nach Reichtum strebt, aber diesen .Besitz zugleich iu Liebe zu seiner F-airülie, zu jedem leidenden Menschen verschleudern möchte. llnd wer jemals mit Katsch zusammensaß, lvenn er von seinem Leben erzählte, der vernahm dann mit «tauneu. daß er all die Gefühle, die er auf der Bühne darstcllte, am eigenen Leibe erfahren hatte: die bittere Armut des Ghettosungen, das tiefe Glück der Liebe, die kindliche Vertrauensseligkeit, die sich an der Zlälte und Kleinheit der Aienschen wuudstieß. „Herr Katsch, Sie müssen Ihr Leben ansschreiben", sagten mir zu ihm, wenn er so nt seiner frischen, bildhaften Weise die Vergangenheit ailfleben ließ. Und nun schreibt Kurt Katsch die Schicksale seines ungestümen Lebens nieder. Wenn dieses Buch' dereinst viele Tausende lesen werden, so werden sie mit ihm lachen und weinen, wie sie im Theater mit ihm gelacht und geweint haben. Wenn wir jetzt von Kurt Katsch Abschied nehmen, so rufen wir ihm von ganzem. Herzen zu: „Komm wieder, komm wieder!"?role88or Franz Landsberger. Die Purinttusfichrnngcn des Berliner ^KidturZ Bundes werden mn N. und 17. März olc Sonbertcvc,njtaltunücu wiederholt. MtsrlNWnaSM im BerliM KMucküNh Johanna Rt eye r bemühte sich nn einem Abend, ein ungefähres Bild vom literarischen Schaffen der jüdischen Frau zu geben. Natürlich kann das Bild innerhalb einer kurzen Veranstaltung nur ein angedeutetes bleiben, die Auswahl nur beschränkt, aber man hörte vielsagende Proben aus einer großen Fülle der verschiedenartigsten Begabungen. Margarete Sn ß mann, berühmt durch ihre sensitiven, auf tiefer Kenntnis beruhenden Nach schrffungen der Wesenheit bedeutender romantischer Frauen, lernte inan als Lyrikerin kennen, schwer im Gefühl, groß in der Empfindung. Es waren Proben aus ihrem Gedichtband ..Lieder von Tod und Erlösung". Rtargarete L i e b m a n n setzt Hauptsächlich das starke Erlebnis ihrer Kindheit in der kleinen Stadt iu besinnliche, stimmungserfüllte Gedichte um. — Frieda Al chlor, im Sozialen ver. wurzelt, zieht l^jahcnd und kräftig die Gesetz. Mäßigkeit des Lebens, weitherzig im Gefühl von Riiittcrliebe und benmßtem Judentum, in ihren Versen heran. Bei Emnü Wolfs erfreut man sich eines echten Nalurgefühls und schöner Beherrschung der Form. Thekla Slorra reißt uns in Stiinmungen des Sabbath, gibt blühende Bilder. Tie Dramatik vertrat E l s a T v r a W o l f f; aus ihrem Schauspiel in Versen „Tie Jungfrau von Ludomir" entstand durch die Kürze des Gebotenen leider nur ein undeutlicher Eindruck. Eigenwillige, feste Gestaltuugskraft und ein wohltuendes Bekenntnis zu Gott, geboren nicht aus Not und Anlehnungsbedürfniü, sondern aus lebensbejahender Tankbarkeit. Tcr Kulturbund plant die Aufführung des Dramas. — Unsere größte Dichterin ist Else L a s k e r - S ch i, l e r. Daß man gerade von ihr. der Lyrikerin. Prosa hört, war wohl bedacht. Tie aus kindlicher Freude am Leben ihrer Großeltern und sehr wissender Menschenliebe heraus gestaltoten Szenen des Romans ihrer in Westfalen ansässigen Fannlie (Arthur Arouynnis) faszinierten. — Ten heiteren Teil des Abends lvstritt ganz allein Lessi" Sachs. Ihre aus Hilflosigkeit und lieberlegenheit zugleich entstandenen kleinen Geschichten, Gespräche, Gedichte sind wirksame Harmlosigkeiten, die in ihrer Spottlust und ihrer Freude, hinter die Zusammenhänge zu leuchten, auch einen Teil jüdischen Wesens vertreten. Johanna Meyer ist die ideale Interpretin^ Mid ihrem einfachen,, kunstlosen Lesen stellt sic sich bescheiden hinter ihre Schützlinge und holt alles Wichtige in klarer Phrasierung heraus. Unter dein Gebotenen war nichts, das nicht der Aufmerksamkeit des interessierten Publikums wert gewesen >väro. L. B. Kleinlunslaben» für WMfahrtSMSe Im Nahmen einer Wohltätigkeitsveranstaltnng zugunsten des jüdischen Wvhlsahrtö- und Jugend, nmtes Charlottenburg 2 halten namhafte Künstler des Kabaretts zu einem Kleiükunstabend in, Hause von Tr. S. L o u d o n geladen. Ter Abend stand, wie sein ausgezeichneter (Kmfäreneier Egon Jacobsohn ansagte, unter dem Motto: cs gibt viele und yiite Nummern. Ntit sehr viel Geschmack und Humor zeigten die Künstler eine» Querschnitt durch das KaRnett der letzten 2C> Jahre. In fünf Abteilungcn sahen wir die Entwicklung des Kabaretts vom Tingeltangel zu vollwertiger Kunst. Aufs glück, lichsie geführt von ihrem Eonf,;re„eier Jacobsohn waren die Künstler mit großer Begeisterung bei ihrer Aufgabe und leisteten Vortreffliches. Allen voran Aimeinarie Hanfe, deren Kunst tvahre Lacl>. und Beifallsstürme des äußerst dankbaren Publik,uns heraussordertc. gleich ausgezeichnet als derbe Berliner Jargonspreetierin, als Vorstadtsvubrette und gefühlvolle Moritatensängerin. Ausgezeichnet auch Gerda Koeppler in ihren Borträgen in Berliner ')N,u,dart und ihren Kopien bekannter Schiuspielerinuen. Edgar Lißner gefiel sehr, sowohl als parodistischer Sänger wie als Schauspieler iu de,n lustige,, Sketsch „Tintenfisch", den er mit Alfred P e l z besonders nett zu Gehör brachte. Alfred Pelz parodierte am Klavier als „Radiofachmann" sehr geschickt Schauspieler und Sänger. Die Opernsängerin Elsa K o ch brachte ernste und heitere Gesänge zu Gehör. Monika Herrn selb erfreute durch ihre araziösen Tau.zvorführungen. Eßvas außerhalb des eigentlichen Käbarettsabends standen die Darbietungen des Sängers Simon Berkvlvitz, der alvr. besonders in jüdischen Gesängen, sehr gefiel. Nicht zu Vergessen sei Leo Tan bmann, der als Begleiter am Klavier sich allen Vortragenden ausgezeichnet an- Wßte. vs. ' Sauökonrcrl der Berliner Klinltlechilfe Ein Soudorkonzert der Künstlerhilfe der Jüdijcheu Gemeinde in einem Berliner Privathaufe erhielt durch die Riitwirknug von Alexander K ipn >'- eine besondere küustlerisctje Bedeutung. Es zeigte sich wieder einmal, daß große Künstler mit ipnrsamsteu, vornehmsten Mitteln lvirkcu. Was Kip>ü4 durch einen einzigen Akzent auSdriickt, dnrct, die Veto», mg und Färbung eines einzelnen Vvkals, d>rk ist lueisterhaft. Er sang diesinal so schön und verinnerlicht, daß Kritik im Sinne wertender Beurteilung vcrstnimnt und einzig und allein Tank für einen Rüttler wahrer Kunst sein kann. Ein Kainmerorchester, das aus Mitgliedern des Kulturbundvrchesters zufauunengesteUt ist, spielte unter Leiluuil von Gerd R o t h st e i n . einem Dirigenten, der >»>! einfachen, schlichten Gesten seine Riusiker führt. wurde Tichaikvwskhs Streicherserenade gespielt: rs ist gut und aucl, „vtivendig. schon früher gebruclne Werte wieder cimual zu üben und anszuführen. Ltzs Orchester kann nicht nur im,„er neue Stücke e>"' studieren, ein Repertoire nmß bereitstehen. Am A"' sang Härten wir Bachs ü. Brandenburgisches Kvnzett. Rokhstein ließ die zwei Adagio-Takte lveg. die d!c beiden schnellen Sätze miteinander verbinden: mag es bei Tßchntowsky immerhin noch annehu,b,r k'iu, daß Takle fortgelassen ,verden — ,oas diesmal geschah — so muß Bachs Wille »nbedingl bis l»» Letzte respektiert werden! Das Konzert klang tu'? der geringen Zahl der Spieler in diesen RKline groß, majestätisch und wuchtig: dagegen kaim'ii d leisen Stellen fast durchgehend zu grob. Aüühuu brachte als Uraujfühnmg eine Suite für ^tnm^ orchester von Seelig-Biß: für dieses tatbereite Ist treten für moderne Musik nwtlen wir dem FU ' geuteu dankbar sein. Tie S>lite schwankt zivlim romantischer Pathetik und gemäßigter '.ntoderne Stile Prokoffiews. Sie ist melodisch ennallsr -u und rhythmisch lebendig gearbeitet Nach du! Stück zu urteilen, neigt der Komponist doch >> * den, Illustrativen, der Oper zu, als der atyo. Rtusik. hX‘ Mendelssohns „GliaS". Die K'ünMr' Hilfe der Berliner Indischen Gemeinde ver anstaltet am 0. Riärz in der Neuen Lynagvg, Oranienburger Straße, abends Uhr, Aufführung des Oratvrimus „Elias" von ch Mendelssohn-Barthvldy Tie Aufführung wird m der Jüdischen Chor- und Orchestervereiiiigung mn Leitung von Leo Kopf ansgosührt. ^ostl Alexander Kipnis, Paula Liudberg, Mar -tunl»- jeld. An der Orgel: Erwin Jospe.

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