Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 9 (1.3.1934)
- Date
- 1934-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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MMMMM ' geVahrk, lauk GeMchastSvertrag kelnerlsi De- >/winne verteilt werden dürfen, etwaige.Ueberschüsfe ' Don den etwa vierzigtausend deutschen Judm, die ihre Heimat verlassen haben und im Auslande den Aufbau einer neuen Existenz versuchen, ist nur ein verschwindender Bruchteil aus politischen Gründen von uns geaangen. Die überwältigende Mehrzahl der jüdischen Emigranten sind Menschen, die sich mit allgemeiner Politik überhaupt nicht oder nur sehr wenig beschäftigt und die das Vaterland verlosten haben, weil sie glaubten, in ihm eine wirtschaftliche Existenz für sich und thre Kinder nicht mehr Zu finden. Viele von ihnen hängen in unverbrüchlicher Treue an Deutschland; viele von ihnen sehnen sich trotz der ungünstigen Zeitumstände nach dem Lande zurück, in dem sie groß geworden sind. N-icht wenige von ihnen versuchen die Heimkehr. Die Zahl derer, die an den jüdischen Organisationen ihrer Heimat hängen, ist außerordentlich groß, und die in Deutschland erscheinenden jüdischen Blätter werden von ihnen mit Ungeduld erwartet und gelesen. Gerade der Ecntrolverein hat eine Fülle von Zeichen solcher Anhänglichkeit zu, verzeichnen. Um so unangenehmer muß es wirken, wenn eine Handvoll Menschen jüdischer Abstaminung, die zum Teil dem Judentum schon lange entfrembet gewesen sind, und die auch in dieser notvollen Zeit den Weg znm Judentum nicht znrückgefunden haben, vom Ausland aus eine gegen die jüdischen Organisationen gerichtete Mitik betreiben. Wir haben bisher zu diesen gingen geschwiegen, obwohl besonders der bentralnerein gerade zur Zielscheibe solcher Angriffe gemacht worden ist. Wir haben zeschmiegen, weil wir wisten. daß das Los jeder Emigration nicht beneidenswert ist, und weil wir Spannungen nicht vergrößern wollten. Aber allerlei Aiachrichten, die uns über die Agitation einer bestimmten Gruppe von Politikern jüdischer Abstammung zugehen,' zwingt uns. jetzt diese Reserve zu verlassen. Wir beschäftigen uns hier in keiner Weise mit der Frage der allgemeinen Politik und der Haltung der Emigranten zu dieser. Aber wir können es nicht dulden, daß die Stellung des deutschen Judentums, besten Schwierigkeit von den Abgewanderten taktvolle Zurück-. Haltung verlangt, durch vom sicheren Port ■ gerichtete Angriffe noch erhöht wird. Wir glauben, daß die Haltung des deutschen Judentums in dieser schwierigen Zeit würdig und den Umständen angepaßt gewesen ist. und wir können den Sinn nicht begreifen, der darin liegen soll, durch Angriffe auf die jüdischen Organisationen in Deutschland diese zu schwächen. Das Treiben dieser Gruppe von Personen machen wir heute an einem Beispiel besonders Ar: Herr Berchold Jacob hat schon während seiner Anwesenheit in Deutschland eine Politik getrieben, die vom Judentum und Wen nichts wisten wollte, und die der Mischen Gemeinschaft schweren Schaden zugefügt hat. Nach seiner Abwanderung nach Frankreich versucht er, in elsässischen Blättern , diese Taktik sortzusetzen. So schreibt er am 24. Januar in einer Polemik mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Centralvereins, Tr. Bruno Weil, das Folgende: „Ter jüdische Centralverern, den unser Karl von Ossietzky einmal sehr treffend den „Central- - verein deutscher Staatsjuden bürgerlichen Glaubens" genannt hat, ist gerade unter der Aegide Wells zu einer deutschen nationalistischen, Organisation geworden. Wir entsinnen uns noch sehr genau jener Versammlung. die der Centralverem im Januar oder im Februar 1623 in den Festsälen am Berliner Zoo einberufen hatte, um gegen die französische Ruhrbesetzung zu protestieren. Wir haben dieser Protestkundgebung aus beruflichen Gründen beiwohnen und darüber : berichten müsten. Dr. Bruno Weil war der Hauptredner, und sein „flammender Protest" halle aus völkischem Munde nicht eindrucksvoller hervorbrechen können." Es ist uns unverständlich,, was, diese Ausführungen sollen, wenn sie nicht eine Denunziation der deutschen Juden und des Centralvereins gegenüber der Öffentlichkeit bezwecken. Man wird zunächst erstaunt fragen, worin eigentlich der V o r w u r f liegt. Alle Deutschen - gleichgültig welcher Richtung - - haben gegen die Ruhrbesetzung protestiert Der Protest hat sich nicht auf Deutschland beschränkt, ein großer Teil der Welt hat sich ihm angeschlossen. Man muß also schon an eme völlige Deformation des natürlichsten nationalen Empfindens glauben, wenn man in der > Veranstaltung einer Protestkundgebung gegen dre Ruhrbesetzung eine tadelnswerte Handlung . ßt<dten will. Infolge dieses, prinzipiellen Standpunktes hätte die von Jacob behauptete De^ammlung sicher stattfinden können; denn sie hätte in der Richtung der vom Centralberein und ferner Zeitung vertretenen Politik gelegen, ^berund das ist das Amüsante, aber auch das Beschämende für diese Art Berichterstattung < nn der Sache: Die Versammlung, von der Herr Jacob behauptet, daß er über sie berichtet hätte, hat niemals stattgefunden; sie existiert fe*UCT Phantasie. Eine Versammlung rm Marmorsaal des Zoo hat am 25. Novemder 1923, also lange nach Abschluß der Ruhrbesetzung, stattgefunden. Es ist richtig, daß in ihr neben dern Vorsitzenden des Centralvereins, Justizrat Brodnitz, und neben Geheimrat Eugen Fuchs, Dr. Bruno Weil gesprochen hat. Sein Referat, das in der „C. V.-Zeitung (Nr. 47 von 1923) abgedruckt ist, beschäftigt sich nicht mit einem einzigen Wort weder mrt der Ruhrbesetzung noch mit Frankreich noch mit internationaler Politik überhaupt. ' Die Versammlung war, wie die Protestresolutton, die in ihr gefaßt wurde, beweist, gerichtet gegen „alle Angriffe, die geeignet sind, den nach Jahrhunderten müseliger Arbeit beendeten Emanzipationskampf in Deutschland wieder aufleben zu lasten". Offenbar glaubt Herr Jacob für seine, gegen den, Centralverein gerichteten Ausführungen ein besonders günstiges Echo im Elsaß finden zu können, und er hat sich damit auch nicht verrechnet. Denn schon drei Tage nach seiner Veröffentlichung meldet sich in dem nattonalistischen „Journal d'Alsace et de Lorraine" ein Leser zum Wort, der vom elsässischen Standpunkt aus die Arbeit des Centralvereins herabzuwürdigen versucht. Es heißt dort: „Zu Beginn des Jahres 1914 kam Herr Bruno ■ Weil nach Colmar, um eine Propagandaversamm- ' lung zugunsten des Centralvereins abzuhälten. Tie Israeliten entsprachen tit ziemlich großer Zahl der Einladung. Aber als Bruno Werl, Organisator und -Hauptredner, das hyperpatriotische und p a n g e r m a n i st i s ch e Ziel des Centralvereins auseinandergesetzt hatte, mußte er erkennen, daß man ihm nicht folgte. Einer der Anwesenden, Dr. Elias aus. Mülhausen, nahm das Wort und gab ganz klär. zu erkennen, daß das verfolgte Ziel parallel lief mit dem. das in den elsässischen katholischen'' Kreisen das deutsche Zentrum vergeblich zu er- ' reichen 'versuchte. Er erklärte energisch,'-daß die ■ oberelsässischen Juden niemals aus chren Partikularismus verzichten würden, tun sich ins Schlepptau einer hyperpatriotischen ‘ deittschen Bewegung zu begeben. Der Mißerfolg des Herrn Bruno Weil ergab sich aus dem Erfolg, den Herr Dr. Elias davoutrug, und als Weil Cobnar verließ, konnte er an den Fingern die Zahl der Anhänger des Centralvereins auszählen." Dazu ist zu sagen: 1. In der in Colmar veranstalteten Versammlung ist Dr. Bruno Weil überhaupt nicht zugegen gewesen. 2. Diese Versammlung wurde von Rechts-, anwalt H o ch s ch i l d geleitet. Den Bericht erstattete Dr. H o l l ä n d e r. 3. Die Zahl der Mitglieder der Ortsgruppe Colmar stieg an biefeiit Abend auf 110 (vgl. im „Deutsches Reichs 1914, S. 265). 4. Die Liste dieser Mitglieder, liegt heute noch vor. Sie beweist, daß die Mitglieder fast durchweg Altelsäster gewesen sind. Nur wenige Altdeutsche sind ttt ihr zu finden. Wir verstehen, daß im Elsaß viele Menschen, nachdem das Land jetzt schon im 16. Jahr wieder französisch geworden ist, entweder die Ereignisse zu deutscher Zeit vergessen haben oder möchten, daß andere sie vergessen. Wir unsererseits aber stellen fest, daß der Centralverein im Elsaß über eine stark gewordene Organisation verfügte, an deren Spitze fast ausschließlich Altelsässer gestanden haben. So wenig wir uns für. erachten. Stel-. lung zu dem gegenwärtigen nationalen Bekenntnis der elsaß-lothringischen Bevölkerung zu nehmen, ebensowenig werden wir es aber, erlauben, daß die Arbeit des Centralvereins und seine Ziele durch Personen herabgewürdigt werden, die durch Fälschung des historischen Ablaufs sich in die Gunst der gegenwärtigen Machthaber Frankreichs einschmeicheln möchten. sind. uni-. vielmehr gemeinnützigen Zwecken zuznsühren si Den AussichtSrat bilden: als Vorsitzender Mi stevialrat a. D. Dr. Otto Hirsch, geschästsführendes Vorstandsmitglied der Reichsvertretung der deutschen. Juden; ferner Justizrat Dr. Julius Brodüitz, Vorsitzender des Central-Vereiny - deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens; Dr. Leo Loew e n st e i n, Vorsitzender des- ReichsbMdes jüdischer Frontsoldaten; Dr. Siegfried Mose 8, Vorsitzender der Zionistischen Dereinlgüng von Deutschland; Dir. Heinrich Stahl. Vorsitzender des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. - . Dem Vorstand gehören an: Dir. Friedrich B o tchardt. Generalsekretär des Zentralausschustes ' deutscher Juden für Hilfe und Ausbau; und Dr, -Ernst Lehmann, Hypothekeubankdtrektor. Das Gründmtgskapital ist der Gesellschaft durch eine Anzahl von Banken zur Verfügung gestellt worden, die dem Unternehmen beratend zur Seite stehen. nm dJm TLcsMqcsümrüfi M» bse IEZR «MM ' In der Zeitschrift „Die deutsche Volkswirtschaft". 2., Februar-Heft 1934, beschäftigt sich Dr. DeiterS mit dem „Neubau der Deutschen Arbeitsfront". Er führt u. a. folgendes aus: „Der Neubau der Deut- Icljcn Arbeitsfront ist durch eine Anordnung vom 25. Januar 1934 in seinen Grundzügen festgelegt worden. Danach werden die Bcrbänoe in Betriebs- 'gemeinfchastcn und in BetriebSgruppen umgebildet. Die unterste Einheit der Neuordnung ist der Betrieb, der aus einer NL-Betriebüzellc und aus der NS-Ge- 'meiuschaft besteht. Alle Betriebsgemeinschaften eines Wirtschaftszweiges werden weiterhin in 19 Reichsbetriebsgruppen zusammengefaßt, die sich den praktischen Erfordernissen entsprechend in Orts-, Kreis- und Gaubetriebsgruppen unterteilen können. Ten Betriebsgruppen liegt die berufliche Fortbildung und soziale Betreuung' der Mitglieder der Deutschen .Arbeitsfront ob. Sofern es notwendig ist, können , sich die BetriebSgruppen auch in Sparten und Fachschäften organisieren. Künftig wird wahrscheinlich auch noch eme berufliche und horizontale Gliederung, für einzelne Berufe geschaffen werden müssen, denn manche Berufe sind ja nicht an die fachliche Betriebs, gruppen gebunden, sondern durchziehen alle oder cin-oti großen Teil der Ncichöbetriebsgruppen. Die erste Anordnung trägt zum Teil mid) diesen Notwendigkeiten bereits Rechnung. Die Eigenart der Angestelltenberuse bringt es mit sich, daß gerade hier neben einer vertikal-fachlichen Gliederung eine horizontal - berufliche Gliederung im besonderen Maße Platz greifen muß. Aus diesem Grunde ist die Neuordnung der bisher bestehenden neun selbständigen Angestelltenverbände mit besonderer Sorgfalt von dem Führer der deutschen Angestellten, Staatsrat Albert F o r - stör, vorbereitet worden. An die Stelle der bis-' herigen Verbände tritt die Deutsche Angestelltenschaff die alle deutschen Angestellten umfaßt. Tie berufliche Aus, und Weiterbildung wird gewührleistet durch neu zu gründende Berufsgemeinschaften. In diesem Zusammenhang ergibt sich die Frage, wie es um die Berufsschulung der Führer der Betriebe steht.. Ein großer Teil der Unternehmer war in dem ' nunmehr aufgelösten Gesamtverband des Handels und Gewerbes zusammengefaßt worden. Aus diesem Gesamtverband sind im Zuge der Neu- ' Organisation drei R-eichsbetriebsgruppen für Handel, Handwerk und. Gewerbe entstanden. Wieweit die Führer der Industrie eine-besondere Schulung er-' fahren, ist bisher noch nicht bckanntgegeben worden. Wahrscheinlich wird künftig der Aufstieg ans dem großen Reservoir tüchtiger Arbeiter und Angestellten zu Führern dos Betriebes erleichtert werden, denn in einer nationalsozialistischen Wirtschaft darf ja für den besonderen Borzug der Unternchmerstellung nicht mehr Protektion oder Geldbesitz entscheidend sein. Die Schulung innerhalb der deutschen Angestelltenschaft wird mithin zu einem guten Teil auch Schulungsarbeit für die kommende Unternehmergeneration leisten." M EM tzsr frelsn SMf&MI In einem glänzenden Aufsatz „Wandlungen der Wirtschaft" („Die Hilfe". 40. Jahrgang, Nr. 4) setzt sich der frühere preußische Staatsministcr Dr. Hermann H ö p k e r A s ch o s f mit den wirtschaftlichen Umwälzungen unserer Zeit ausein- . ander. Das privatkapitalistische Wirtschtffssystem ist. wie er ausführt, der Ausdruck des Liberalismus im Raume der Wirtschaft. Das Aufkommen dieses . Wirtschaftssystems, in Deutschland umfaßt einen Zeitraum Don etwa sieben Jahrzehnten, die Zeit von 1807 bis 1878. Das Jahr 4878 bedeutet die große Wendung. In der Folgezeit werden die Bahnen -der „freien Wirtschaft" allmählich verlassen. Die soziale Gesetzgebung, von Bismarck begönnen und ohne Unterbrechungen weiter ausgebaut, schränkt die Ausnützung der menschlichen Arbeitskraft ein und zwingt die Unternehmer zu sozialen Leistungen an die Arbeiter. Durch das kürzlich verkündete Gesetz zur Ordnung der nativnalen Arbeit bewacht der Staat die soziale Gestaltung des Arbeitsvertrages. Die Bertragssreiheit in ihretn allgemeinen Srnn-besteht nicht mehr. Innerhalb der Landwirtschaft ist eine freie Marktwirtschaft nicht mehr vorhanden. Die Siedlung wird aus nationalpolitischen Gründen seit Jahrzehnten von Staats wegen gefördert. Das Erbhofgesetz entzieht das bäuerliche Gut -dein freien ■ Marktverkehr. der für die Landwirtschaft wichtige Absatz von Branntwein ist monopolisiert. Eine Art von Planwirtschaft ergreift auch den Mittel- Q2 ßfr-d: In der Bevölkerung ist stellenweise Deruhigung entstanden, weil eine Mitielndskasie die zukünstiM BeMütimg aus chnungen gewisser indischer Aerzie (Nicht, intkäuchfer) durch Aushang und Briese ^nuÄs^M ^haben die'beireffenden Kassen bst diese Handhabung korrigiert und lthentisch nuigetctit, daß dl- M>schrn :aii!on tn jedem Falle jeden Arzt ihr-S »rtrauens aussuchrn dürfen. Es werden ne^ Ä in Aukullst anstandslos die zu. h-nd-n SS!;e auf die Krajnungen Mer bischen Aerzkc - unabhängig von der Tat-, che ob sie Kriegsteilnehmer, waren - ge- Etwaige widersprechende Bescheide haben damit ihre Gültigkeit verloren.; MÄWDstsDTLSMWZ - - Die schwierige Wirtschaftslage in kr sich ein erk^blick-'r Teil jüdischer Gewerbetreibender befindet, läßt in zunehmender Anzahl Unternchunmgen entstehen, -die sich zur Jntecesffmvahrnehmung zur Versüamtg stellen, ohne Gewähr für emwanösreie und sachkundige Geschäftsgebarung zu bieten und ohne einer wirksamen Kontrolle zu unterstehen. ‘ Im Einverständnis mit den fübretrden Orgrmisationen der deutschen Judendeit Hat sich d^halb ium Zwecks der Beratung auf bSqcnt fcaSJsfc und zur Förderung der wirtschaftlichst JnLer-esffn deut- - sch^r Juden eme Gesellschaft gebrldet.' deren Eintragung in das Hmtdelsregtster bereits beawragt ist. ■ rein privatwirtschastllcyer Grundlage rsi der /gemeinnützige Charakter dieses Unternehmens das unter-fachmännischer Leitung gestellt wird,-dadurch gedanke etwas mit Haß zu tun habe. Nur aus heißer Liebe zum delltschcn Volk und Volkstum sowie zrir eigenen Rasse sei der Rassi?ngedanlc erwachsen. Aus jener Liebe und aus dein Glauben an die gesunde eigene Volkskraft wolle der Rassengedanke sowohl das Krankhafte als mich das Fremdrassige sernhaltm. Das Fremdblnt, bcsoitders das jüdische Blut, sei im letzten Iahrhiindert in den Volkskörper eingedrlmgen, so daß man Vtühc habeit werde, damit fertig zu werden. Wer gesund ist — fährt Tr. Gercke fort —, soll heiraten, ltub wer doch nicht heiratet und keine Naäsiommeilschaft haben null, der ist wie ein Spritzer aus dem Strom der Rasse, der am User versickert und schnell verdimstet. In gesuiiden Verhältnissen auf dem Laude, im Bauerntum, ist es selbstverständlich. Kinder zu haben. Jeder muß sich einen Partner ffichen und einen Menschen finden, der ihm artgemäß ist, der auch geslmd ist, und der ebenso gern Kinder haben will. Eindringlich warnt Dr. Gercke davor, einen Fremdrassigen zu heiraten: „Wer einen Juden heiratet, muß all seinen gesunden Artinstinlt in sich totschlagen. Wie will' er jemals Nachkommen haben, die das Hatzen, was bei itzin sehlt: das Arttzeivußtsein. Fremdrassig zu heiraten, Ist etwas Kranlliaftes. Aus etwas Krantein kann nur Krankes entstehen." AuHWsS «$ E«W Im Februarhest der „Deutschen Rundschau"' nimmt Edgar I. Jung, der bekannte Staats- Philosoph und Verfasser des Buches „Tie Herrschaft der Minderwertigen", in einem Leitanfsatz zu .dem Thema „Deutschland ohne Europa" Stellung. Der europäische Geist, sagt Jung, wird vom liberalen Westen nur insoweit verkörpert, als echte Humanität lind der Drang nach einer gerechten Ordntmg in den westlichen Ländern noch letzeitdig sind. Soweit er aber bei einem inhaltslos gewordenen Liberalisrnus verharrt, verliert er seine Anwartschaft aus Führung in eine neue europäisct)e Zukunft. Der zwischeneilropäische Völkergürtel, der uns im Osten begrenzt, ist zu schwach, zu uneinheitlich und zu ungeordnet, um mehr als einen Vorposten gegen den Einbruch Asiens darzustellen^ Seine Verwestlichung hemmt überdies die Urkräfte seiner Volkstümer. Seine Armut an staatlicher Formerkrast macht ihn Zlir Kerntruppe untauglich. Diese Kerntruppe sind und bleiben die Deutschen, Neberwinden die Deutschen — fährt Jung fort — die Demokratie, die Masse und alle Niedrigkeiten des Lebens, bereinigen sie die Kompliziertheit des zivilisatorischen Seins, so werden sie Europa allmählich nicht nur geistig, sondern auch politisch in ihren Bann. zwingen. Das bedingt aber, daß der Mythos des totalen, kollektivierenden. allmächtigen Staates, der als falsch verstandenes Prettßentum eine getvissc Macht entfaltet, ergänzt und hinübergcleitet wird in den 'Mythos des Dritten Reiches. Das Reich ist die übervöllisck)e europäische Orduungsforin; die deutschc Revolution stellt dieser Stiftung die Urkunde n»S. Tie Deutschen müssen in dein Augenblick, in dem sie sich als'Deutsche geftmden haben, die besten Europäer sein, ja, nicht nur die besten, sonderir vielleicht die einzigen Europäer. Damit erfüllt sich ' auch der Sinn der deutschen Revolution, die als Gegenrevolution gegen 17W) übervölkisch, reichisch und damit europäisch. sein wird. . zügellosen "Weitbcwerü eutzuschränb Bei dem internationalen Güteraustausch streben alle Staaten, nicht nur Deutschland, danach, sich von ausländischer Einfuhr unabhängig zu machen;, niemand will von dem Nachbar nrehr kaufen, als er ihm verkaufen kann. Auch auf dem Geld- und Kapitalmarkt greisen staatliche Anordnungen in die freie Marktwirtschaft ein. Der Staat leitet die Kapitalverteilung durch Zinszuschüsie und Uebernahme von Bürgschaften. . Im „Arbeitertum" (9. Jahrgang. Folge 24). der Zeitschrift der Deutschen Arbeitsfront, veröffentlicht der Sc^verständige für Rassesorschung im Reichs- -.Ministerium de3 . Innern, Dr. A ch i m Gercke, einett Aufsatz „Die Erziehung zum rassischen Denken"- der die Ansichten dev Rcgiemng maßgeblich erläuterte Dr. Gercke erklärt, e8 fei ein bösartiges Miß- / Verständnis, wenn man annehme, daß der Raffen- ' Das Februarheft der ..Neuen Rundschau" enthält die letzte Arbeit Jakob Wassermanns: „Humanität und das Problem des Glaubens"; einen Bortrag, den der Dichter vor seinem Tode in Holland gehalten hat. Er stellt das weltanschauliche Schlußwort des großen Romanciers dar. Der in tödliches Fieber geratene Geist unserer Zeit — sagt Wassermann — sieht keinen anderen Weg zur Gesundung, als in der Beruhigung im Ueberfinnlichen. Daher die vielen theosophischen. okkulten und halbokkulten Lehren und Sekten. Das zerstückende Wissen verlangt nach Ausgleich im sammelnden Glauben; die Unrast im allseitig Bedingten strebt nach Erfüllung im einfach Unbedingten. Und darüber hinaus stehen wir in einem epochalen Kampf zwischen dem Ich und dem Nicht-Jch, zwischen inneren Welt und äußeren Welt, zwischen Idee ttnd Wirklichkeit, zwisck)eit Rtythus und Ratio, zwischen Seele und Gott. Im gleichen Heft widmet der jetzige Heraus« geber der „Neuen Rundschau", Peter Suhr» kamp. dem Dichter einen warmen Nachruf. Das Weltbild des NomandichterS Wassermann, sagt Suhrkamp, hebt sich ab durch den Willen zur Fülle, zur Gründigkeit. zum Eigenleben und zum Sittlichen. Die Romane kehren vielleicht einmal ins Dunkel ihrer Zeit zurück, aus dem sie gehobelt wurden, aber was sie tns Leben rief, kehrt dahin nicht zurück. x*"111,11,1.. Hanptschriftloiter Dr. Alfred Hlrschberg; Stellvertreter Dr. Margarete Edelheim. Beide ln Berlin. Für -Rücksendung unverlangter Manuskripte Ist Breiumschlag beizufügen. Leiter der Ancclgen'Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan, Berlin. DA. IV. VJ. 55000. 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