Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 8 (22.2.1934)
- Date
- 1934-02-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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■Tf®m G.m.b.'H. Wuppertal - Wiehl. Bekannt leistungsfähige Hersteller von Jnßppeidecljen, Tapisserie (stami vorgezclchn. fertlgkonf. Schürzen. Sprachunterricht in Hebräisch. Englisch und Frauzösisch runden die Ausbildung vorteilhaft ab. Tie - enge ränmlick-e Verbindung mit dem Beate-Guttmann-Heim, einem modernen Altersheim für alleinstehende Frauen des verarmten Mittelstandes macht die Praktische Uebung des theoretisch Erlernten möglich. Die Schülerinnen servieren dort gruppenweise und übernehmen auch gruppenweise die Reinignng des Heimes. Häufig wird auch das Säuglingsheim des Jüdischen Frauenbundes in Breslau- Knetern besucht und dort Praltisä-er Unterricht auch auf dem Gebiet der Säuglings- und Kinder- . pslegs' gegeben. In der Paura.Ollendorsf.Haushaltungsschule gibt es Lehrgänge für Haushalts- Pflegerinnen und Wirtschafterinnen, für Kindergürtnerinnen, Hortnerinnen. -. Sozialbeamtiimen, Diätassistentinnen und Gewerbelehrerinnen. Erziehung zur Hausfrau und Mutter ist heute Grundlage und Ziel aller Ausbildung der jungen Mädchen.. Auch die jüdischen Mädchen sind zu der Erkenntnis, das; solche Ausbildung die Grundlage aller Frauenarbeit sein sollte, zurückgekehrt. Tie Paula-Ollendorff-Schule berücksichtigt die vereinfachten Oebensbedingungen; sie ist zeitgemäß einfach. Von den vier im Reiche bestehenden jüdischen Haushaltungsschulen ist sie die einzige im deutschen Osten, der sich in einer wirtschaftlich und sozial viel schlechteren Lage gegenüber dem Westen befindet. Als modern und mit Weitblick geleitete Anstalt hat sie deshalb besonderen Anspruch darauf, durch Besuch aus dem ganzen Reich gefördert zu werden. Karl Schwerin (Breslau). Vertrauen haben, dann haben wir auch keinen'Destand" schloß der Redner seine bedeutungsvollen Ausführungen. Montag, 12, Februar, sprach Landesverbandsshndikus Sa baß ly in der Synagoge in Suhl über das Thema: „Lebensraum und . Lebensgestaltung der deutschen Juden." Die Versammlung wurde von Daniel N u ß b a u m geleitet. V Infolge Unwrganisation innerhalb des Lande?"' verlnudeö Mitteldeutschland ist das Bezirkssyndikat des Eentralvercins in E r f u r t aufgelöst. Sämtliche Zuschriften in Ceutralvcrcins-Ange'legenheiten sind daher an die Adresse des Landes» Verbandes Mitteldeutschland, Leipzig C I, sliinig-Johami-Straste 17 I (Fernsprecher 12030) zu. richten. Zuschriften, die die Ortsgruppe Erfurt augeheu, sind an die Adresse des Ortsgruppenvvrsisteuden, Rechtsanwalt a.T. Tr. Ludwig Frcndcnthal, Erfurt, Wilhelmstrastc 23 (Fernsprecher 21700) .zu richten. Landesvecbcind Lslwesisalen Dr. Brun» Weil in Breslau Die Breslauer Leitung des C. A. hatte für den 15. Februar zu einem Gemeiudeabend eiugcladen, bei dem der Stellvertreter des Borsißendcn des C. V.. Rechtsanwalt Tr. Bruno Weil (Berlin), über das Thema: „Wir deutschen Juden im Wandel der Zeiten" sprach. Obwohl die Veranstaltung erst wenige Tage vor!)er bekanntgeinacht wurde, waren Hunderte von Menschen, darunter erfreulicherweise auch viele erwerbstätige Jugendliche, erschienen, die den großen Btvzart-Saal bis in den leßten Winkel hinein füllten. Tie ^rsainmlmig wurde von Rechtsanwalt Dr. Franz, Apt, dem Borsihenden des Landesperlendes Riederschlesien und der Ortsgruppe Breslau des C. B.. geleitet: er wies aus die mühevolle Arbeit des C. B. im vergangenen Jahre, die der ganzen jüdischen Gemeinschaft in Deutschland gegolten habe und viele Eristenzen stüßen und sichern konnte, hin. Sodann nahm Tr. Weil das Wort, um in fast zweistündigen Ausführungen nach einem geschichtlichen Ileberbtick die Gegenwartslage des dcntsckien Judentums zu schildern Breit au-cholend, behandelte er mit großem Weitblick sachlich, aber mit starker innerer Anteilnahme alte Probleme, die unsere Gemeinschaft beschäftigen. In vollem Bewußtsein der Verantwortung gegenüber dem gesamten deutschen Judentum, mit rückhaltloser Offenheit und umfassender Kenntnis der Materie bis in ihre kleinsten Einzelheiten nahm er zu jeder Frage, die uns interessiert, Stellung. So entstand ein Referat von solcher Größe und Geschlossenheit und von stärkster Ueberzeugnngslraft, daß die große Aufmerksamkeit der Zuhörer in keinem Augenblick nnchließ. Als der Vortragende mit dem Appell an den jüdischen Optimismus und mit dem Hinweis ans die unverbrüchliche Treue zu Teutschlaiw :e dem neuen Streben nach Gleichberechtigung zugrunde CV-Kalender Landesverband Nordwestdeutschland 25. Februar, 20 Uhr 50 Min.: Ortsgruppe Elmshorn. sieineindeversaniinlung. Dr. Werner Q> r u n s* seid, Hamburg: „Unsere Lage und unsere Arbeit." C^cmc inbcfaal. 26. Februar, 20 Uhr 30 Min.: Hamburg: föcmcinbcoctsammluug. Rcchwanwalt Dr. Bruno Weil (Berlin): „Des deutschen Luden Zukunftsweg". Curio-Haus, Weißer Eaal. Landesverband Nhcinland-LÜcstfalen 27. Februar: Wesel. Gemeindeversammlung. Dr. Ernst Plaut, Essen. liegen müßten, seine Ausführungen beendete, fehle spontaner Beifall ein, der den Abend wirkungsvoll abschloß. Scliw. MMelbeuMand Zum erstenmal seit längerer Zeit fand in Halberstadt am Sonntag, dem 18. Februar, nach>nittags, unter Leitung des Ortsgruppenvorsißenden Willy Harwiß eine sehr gut besuchte Versammlung der Ortsgruppe Hallierstadt statt, bei der der Lcmdcsverbandsvorsißende Tr. Felix Gold mann (Leipzig) über das Thema sprach: „Was bringt die Zukiinft dein bcutfd)cu Judentum?" Rach einer Ana- Ulfe des seelischen Zustandes der deutsche» Inden von hellte behandelte der Vortragende die umstrittenen Begriffe der Emanzipation uild der Assimilation und wies nach, daß in Ansehung des Sinnes jüdischer Geschichte die Verzweiflung »md Resignation, die weite Kreise ergriffen habe, nichts wie ein künstlich gezüchtetes Produkt von Parteien ' sei, die an einer Entwicklung des deutschen Judentums in diesem Sinne ein Interesse habe. Schon aus seelischen Gründen sei die Verwurzelung des jüdischen Menschen in Deutschtum und Judentum, notwendig. Für 450 000 Inden werde das Schicksal in Deutschland sich vollenden. Für sie arbeitet der C. B. in unendlicher Kleinarbeit, bei der Steinchen zum StcinckM sich füge, um einen neuen Bau der Emanzipation anfznführen. Unerläßliche Grundlage neuer Zukunft sei seelische Stärke und Vertrauen auf die eigene Kraft. Tie Ortsgruppe Leipzig des Centralvereins veranstaltete eine Gemeindeversammlung, die' eine noch ' nie gesehene Besucherzahl answies. Bereits eine Viertelstunde vor Begum mußte der 500 Personen, fassende große Saal des Leipziger Künstlerhauses polizeilich geschlossen werden. Viele Hunderte von Gemcindeangchörigen mußten umkehren, da sie keinen Plast erhalten konnten. Die Versammlung wurde von dem Ortsgruppenvorsistenden, Stadtrat n. D. Julius K r a u s c, geleitet. Der Borsistende des Landesverbandes Mitteldeutichland, Rabbiner Tr. Felix Goldmann, sprach über das Thema „Wir Inden! Ein Ausruf zur Besinnung." In geradezu hinreißender Weise wußte der Vortragende die Hörer zu fesseln. Dr. Goldmann seßte sich mit der Frage auseinander, ob die Synthese Deutschtum und Judentum überholt sei, und verneinte diese Frage. Er betonte dre Wichtigkeit, im deutschen Judentum den Gemeinschaftsgedanken zu erwecken. Ohne Betonung des Deutschtums würden tvir auch als Inden haltlos sein. Mit dein Prophetenwort „Wenn wir nicht Der Landesverband veranstaltete in der lestten Woche eine Anzahl von Versammlungen, die sich mit der wirtschaftlichen Lage der deutschen Juden beschäftigten und zu sonstigen brennenden Gegenwartsfragen Stellung nahmen. Ueberatl — gleich, ob in Rinteln, B e ck u m , Bielefeld, B n r g st e i n f n r t oder R Heine — war der Besuch sehr gut. und fanden die Darlegungen von Dr. D a v i d s o h u (Herford) und Prediger Goldmann (Herford) eine sehr interessierte Zuhörerschaft. Ueberatl auch ergab sich eine lebhafte Aussprache. Rach jedem Bortrage fanden sich Mitglieder, die wichtige Wirtschaftssragen von persönlichem oder allgemeinem Interesse vorzntragen hatten, und es bot sich Gelegenheit^ ratend und Helsend einzngreifen. Ueberatl auch meldeten sich nach den Bersainmlnngen neue Mitglieder. Sellen - Nassau und Sellen Rabbiner Dr. E s ch e l b a ch e r (Düsseldorf) sprach in zwei Veranstaltungen des Eentralvereins iin Bezirk des Landesverbandes Hessen und Hcssen- Rnssau am Sonntag, 18. Februar, in Bingen, am Montag. 10. Februar, in Frankfurt am Main über „das Gebot unserer jüdischen Zukunft". Tio Arbeit für die Erhaltung des Judentums müsse unter dem Gesichtspunkt, die Znknnft zu gestalten, erfolgen. Verhängnisvoll sei der dauernde Rückgang des Rach- Wuchses unter den deutschen Inden: die jüdischen Altersheime würden mehr beansprucht als jüdische Kinderheime und cs sei falsch, zu glauben, daß die Lage der Inden durch Verringerung ihrer zahleu- mäßigen Bedeutung günstig beeinflußt ivürde. So sehr auch der Wille entscheidend sei. in Deutschland bleiben zu wollen, mit Rücksicht ans den beschränkten Lebensraum werden weite Kreise, insbesondere der Jugend, answandern müssen. Es sollen aber nur Menschen answaildern, die auch beruflich für das neue Land, in das sie gehen, vorbereitet sind. . Die gegenwärtige Generation Hube ans dein Gebiet der Bernfsumschichtiing eine Pionierarbeit . zu leisten, und erst die kommende Generation werbe voraussichtlich in der Lage sein, besonders im Ijnub-- - werblichen Berns, auch Vollgültiges zu leisten. Bei der Erziehung unserer Menschen dürfe nicht über- ■ sehen werden, daß eine Anseinandersestuny mit allen geistigen Strömungen unserer Zeit, seien sie . uns günstig oder nicht, erfolgen müsse. Wir wer- ■ " den nur daun uns behaupten können, wenn die uns auserlegte Gesamtbürgschast in ein starkes Ge- . memschaftsbewnßtsein nmgeinünzt wird. In diesem Zusammenhang sei der Beschluß der Reiehsvertretnng zu begrüßen, nach welchem die deutschen Inden, die sich außerhalb der Gemeinschaft stellen, der " Oeffentlichkeit bekcmntgegebcn werden. Das jüdische Gemeinschaftsleben müsse von Würde und Zurück- Haltung gegenüber Kreisen der Umwelt, welche uns nicht zugänglich sind, getragen werden. Die ewige Onelle der jüdischen Substanz sei der Glaube an Einsendungen und Lösungen an die SchristleituW der „C. B.-Zvitung", Berlin W 15, Emser Straße 42, Schachaufgabe Nr. 1 von Paul Nosenblatt (Berlin). Matt in zwei Zügen Die Schacherte der „C. V.-Zeitung" erscheint dm, beute an vorläufig vierzebntägig. Die Ramen der Einsender richtiger Lösungen werden in Nr. 10 der „E. V.-Zeitung" zugleich mil der neuen Ausgabe belanntgegeben. _ Dr. SLegbert Tacrasch ist gestorben In München starb im 72. Lebensjahre der deutsche En vßschach meister Dr. S Egbert Tarrasch. Er stammt ans Breslau, studierte Medizin und praktizierte die größte Zeit seines Lebens iu Nürnberg. Er war — neben dem damaligen Schach. Weltmeister Tr. Emanciel Laster — seit Ende der achtziger Jahre bis in die Kriegszeit hinein der glänzendste Vertreter des deutschen Schachs iu der internationalen Sichicharona. Er beteiligte sich an einer großen Anzahl von Sehachturniereu. stets als Preisträger, allein in sieben internationalen Sehaehturnieren geivann er den ersten Preis. Auch schachschriststellerisch ist er hervoragend ans. getreten. _ 1\ K. Antworten auf die Fragen: Wer, wie, wo, was, wann! Unter dem Pseudonym Theodor Ehauber schrick' der deutsch -jüdische Dichter Bert hold Auerbach eine Geschichte Friedrichs des Großen. Tio Stadt Marseille, in der sich kurz nach Be- .gründung des Frankenreiches durch Chlodwig zahlreiche Inden ansiedelten, tvnrde aus diesem Grunde die „hebräische Stadt" genannt. Die berühmte Moses-Statue von Michelangelo, die, den Mittelpunkt des Grabes des Papstes Julius II. bildet, befindet sich in der Basilika 8. Pietro in vineoli in Rom. Eine Ahnenprobe, die zu den Kompetenzen des Synhedrivns gehörte, war erforderlich für die Zulassung der Leviten zum Tempeldienst. Auch für die Tätigkeit als Bvllstreckimgsheninter war unter Ilmständen eine Probe bis in den vierten Ahuen- ’ grad erforderlich. Das erste schriftliche Ahne»- zeuguis steht in der Bibel (Deuter. 20). Die ersten jüdischen Münzen mit hebräischer Aufschrift wurden als Zeichen der Selbständigkeit unter der Regierungszeit des Fürsten und Hohenpriesters Simon Thassi', des leßten Heldensvhnes des Matthatias, um das Jahr 108 v. Ehr. geprägt. Richtige Lösungen sandten ein: Narl Bechhöfer, Nürnberg, Schüler Herbert Chane, Frankfurt a. O., Robert Dresel, Berlin-Echöneberg, Max Goldschmidt, Berlin 0 27. die jüdische Zukunst und die Grundlagen des Indem tums bleibe Sch'ma Jisroel. In Bingen sprach nach dem Bortrage von Rabbiner Tr. Eschelbacher der Landesverbandssyndikus Tr. Wvlfgnug Ri a tz d o r f. deutscher Meister von zeitgenössischen Musikern bearbeitete jüdische Weisen reizvoll gegenüberstellte. Israel B r a n d in a n n hat unter Bemihung palästinensischer Hirtcnlieder in kunstvollem, aber nnverkünsteltem Laß Klanggebilde geschaffen, in deren elegische oder fröhliche Melodie und sensitive Harmonik die Atmosphäre des heiligen Landes eingesangen erscheint. Mit feinem Ohr für den ERsühlsgehnIt vstjüdischer Bollsweisen hat Herbert Fromm einen dreistimmigen Franenchor mit charattervoller Klavierbegleitung an der Ausformung einiger „Rigunien" beteiligt. Ter aus guten Klangfonds gestüßte .Kammerchor brachte alle Werke, denen sich noch einige Ehöre a cappella von Mendelssohn zugesellten, unter der beschwingten und disziplinierten Führung Tr. Ehrenreichs zu beifallswürdigster Darstellung. Theo Rainer trat mit gepflegtem Ton und gediegener Auslassung in Gemeinschaft mit der gewandt und temperamentvoll assistiernden Pianistin Alice R o s e n b a u m für äußerlich esfektuose Bratschenstücke von Alerander Weprik ein. Ianko K a u s f m a n n s imposanter Baß und Herbert Fromms anschmiegsame Klavierbegleitung rundeten das ausgezeichnete Gesamtbild dieser Veranstaltung der „Gesellschaft für jüdische Volksbildung" günstig ab. A. H—e. Pirmasens Der Bildnngsansschnß der israelitischen Kulturgemeinde lvitt die kulturellen Bedürfnisse der Geineinde durch Beranstaltimg von Vorträgen und Konzerten befriedigen. Bezirksrabbiner Tr. Rell» h a n s führt den Borsiß. Tie erste Veranstaltung brachte ein Jnstrumentalvorspiel. ausgesührt von Kapellmeister L i n z h c i m e r (Rlanuheim), ferner synagogalc Gesänge in der Komposition von Dlnbel und Kirschner und zwei von Oberlantor Julius kraemer (Heidelberg) komponierte religiöse Lieder. Tr. Rellhans hielt eine Gedenkrede aus Jakob Wassermann. Ein besonders starkes Erlebins war der Rezitationstll'end mit Edith Herrnstadt-Oettingen. Tie Künstlerin sprach Terte aus Jesajah und aus bester zeitgenössischer, jüdischer Tichtnng. Ten Höhepunkt ihrer dramatisierenden Sprechkunst bildete der Vortrag von Teilen aus Roths Roman „Hiob" Am 4 Februar veranstaltete die Gemeinde se eine Feier)tunde für die Jugend und die erwachsenen Mitglieder, ^m Btittelpunlt standen die gehaltvollen Auslührungen des Rabbiner Tr. L cnile (Mannheim) über Mische Probleme und Ausgaben der Gegenwart, Gistr Land, eine einheimische Künstlerin, brachte ernste und zeitgemäße Tichtnng jüdischen Inhalts überaus ansprechend zu Gehör. Jugendliche bildeten einen Sprechchvr und sangen hebräische Lieder. Karlsruhe Ter Verein für jüdische Geschichte und Literatur veranstaltete am 28. Januar in der Hauptsynagoge ein Konzert. Die Jnstrumentalgemeinschaft aus Mannheim (35 Rtnsiker) bot, geleitet von Kapellmeister Atax S i n z h e i m e r, in ausgezeichneter Wiedergabe Werke alter Meister für Streich- Orchester und Orgel, nach einer Ouvertüre von Fischer (1650 bis 1746), zwei Säße ans einer Trauermusik von Purcell (1658 bis 1605) und je ein Ccmccrto prosso von Eorelli und von Händel. Fräulein E i s sang mit schöner Stimme Arien von Hiller und Mendelssohn. Mit großem Ton trug Max L i e p m a u n (ÄRannhcim) eine Arie aus Elias von Niendelssohn und einen rauschenden Hymnus von Fuchs vor. Die Begleitung besorgte Organist M u n z mit gewohnter Sicherheit. Am 10. Februar brachte in einem Kammermusikabend das R o st a l - Quartett (Berlin) das große lüs-ckur-Qnartett von Beethoven on. 127 in vollendeter Weise zu Gehör. R o st a l selbst und Rudolf Schwarz spielten mit Schwung und Feuer die Kreußer-Sonate. Ten Schluß bildete das 0-mvll-Klavierguartett von Brahms. Das Intermezzo mit den gedämpften Streichern war in echt Brahmsches Helldunkel gehüllt. Die zündende Zigeunerlimsik des Finale riß die Zuhörer zu nicht endemvotleudem Beifall hin. ■ Am 15. Februar bot Paul L i n d b e r g (Ber. Iin) mit reifer und grvsier Gesnngslnnst und mit einer schönen, mvdnlatlvnsreichcn. pastosen Altstimme Arien von Mozart und Nlcndelssohn und eine Anzahl von Liedern deutscher Meister des 17. und 18. Jahrhunderts. Es folgte eine A»8lvahl der herrlichsten Schubert-Lieder und zum Schluß hebräische und jüdische Lieder. Die Degleitnng lag bei Martha Leyser in bewährten .Händen. Freldurg I.B. Der vom Freiburger Lehrhaus kürzlich voran, staltcte Gesangs- und Rezitationsabend war ein voller Erfolg. Tie Konzertsäugerin Ine Marx (Karlsruhe) verfügt über einen prächtigen. Sopran, der mit reicher Stimmkultur ebensosehr das dramatische wie das lyrische Fach beherrscht. Strahlend im körte» weich und voll Wärme im piano. Ob sie nun Arien von Bruch und Verdi, oder biblische Gesänge, Dvorak und Lieder von Schubert und Brahms sang, immer wußte die Künstlerin ihren Vortrag innig und beseelt zu gestalten. Tie Begleitung hatte Fanny Rath a n s o n (Freiburg) übernommen, die sich ihrer Aufgabe einfühlend und dezent entledigte, und auch in der P-moU-Fantasie von Alvzart schönes, eigenes Können Zeigte. Alfred A n e r b a ch (Frankfurt a. M.) las seine Legende „Vom eivigen Juden und der Rot", eine Erzählung von Goldschmiedt „Tie Erbschaft", ans dein ungedruckten Roman „Ben Zion" von Berthold Auerbach: er brachte ferner einige Kapitel aus seinem neuen Roman „Wanderer wohin?" und eine kleine Erzählung „Tie beiden Antipoden". Rinn erkennt mit Freude einen künstlerischen Sprecher mit eigener Rote, mit eigenem Schaukreis. Rtan spürte, daß hier ein Meister des Wortes am Werke war. Konstanz Der Synagogenchor veranstaltete vor einigen Wochen ein Konzert zugunsten der jüdischen Fürsorge. Das Hanptvcrdicust um das Konzert gebührt Kantor A r a v m a u n, der Orgcmistin Else Haymann und dem Borstand des Chors. Oskar Picard. Die vorzüglich einstudiertcn hebräischen Chöre gefielen besonders.gut. Dank und Anerkennung verdienen die Solisten Maria Bloch, Dr. H a g e l b e r g und W. P i c a r d. Habe rer, Frau Klara Simon. Dr. Erich LÄraK Tie Arbeitsgemeinschaft jüdischer Musiker, Frei, bürg, veranstaltete in der Synagoge ein Konzert. Tr. K a ß erläuterte in einem Vortrag die einzelnen zum Vortrag gelangenden Werke. Freya Wolfsdruck sang mit herrlicher Stimme Arien und Lieder von GaürieUi. Lotti Mahler und Atendelssvhn. Gaby Groß zeigte ihre hohe Kunst in Stücken von Rossi, Kulman und Ravel. Besonders gefielen Mendelssohns „Variations conccrlantes", von Tr. (Sb elfte t n mit ergreifendem Ecllospiel vorgetragcn. Erfurt Dic I,icr beTjcimntcte Dpmi[önflrati Sxmrui Brand vom Berliner Kulturbund brachte voll Innerlichkeit Schubert, Brahms, Verdi und Weber zu Gehör und hinterließ starken Eindruck. Kautor Hermann Schacher (Bariton) zeigte durch Wievergäbe von .Werken von Engel/ Haydn, Wolf, Schumann und Henschel sein stimmlich und technisch starkes Können. Manfred Rt a l s ä) erwies sich als vortrefflicher Begleiter und hatte mit Sotvstücken von Atvzart und Rachiuauiiiviv stmtsie Teilnahme. k. Pr- Kelberg Bei einem Kultnrabond, der von der deutschjüdischen Jugend veranstaltet umrde, sprach Prediger L e w i n über jüdische Dichtung und rezitierte mit tiefem Verständnis und großer Wirkung Novellen von Perez, Schalom Asch n. a. Oberlantor Werblowski sang mit wohldnrchgebildeter Stimme und schöner Atemtechnik pcl'rniidH' Ecsänge, das Orioso von Händel und das Halleluja von Hummel. Prediger Lewin erfreut noch durch Aivlinvorträge. L-!»- MeAau Im Hanse von Frau Paula O l l e n d o r s s veranstalteten Rosl Alb ach (Gesang) und Lvtke S ch o e p s - R o g o s i n s k y (Klavier) einen Wiener Abend, der eine Fülle reizvoller Rtnsik von Halwii bis zur neuesten Zeit bot. Daß Rosl Albach. die beliebte Operettendiva und Rundfunlsäiigerin in den Couplets und Walzern von Lanner und Strauß und in den Wiener Liedern von Benaßly, Stolz n. etwas Besonderes bot, war zu erwarten: »v schwelgte geradezu in Stimmung und GebesreudiR feit. Jedes Lied wurde für sich zu einem llim! - werk, das sie in sprühender Lebendigkeit zum Eiuzücken der vielen Zuhörer vvrlrug. Eine lleveiraschung bot Rosl Albach jedoch mit Atozart. eer nicht gerade in ihr Gebiet fällt. Sie sang vie Rtozart-Lieder mit reizvollem Einsühlen rind von Wärme des Ausdrucks. Latte ^choeps-Rogosmllm als Begleiterin fast unerreichbar, war in ^olodarbietimgen bei aller an ihr ^'lamu Technik diesmal nicht so temperamentvoll und sareng, wie wir sie schon gehört haben. „. , Am 125. Geburtstag Felix At ende l s I o h ' B a r t h o l d y 8 fand in der Tvynbeehalle e Sozialen Gruppe ein Konzert statt bei ivelchn Gertrude Stein in ausgezeichneter Weise -/u und Wirken des Meisters darstetlte. Sehr gluckt 1 war die Idee, mit den biographischen AnsfiihruiM jeweils den Bortrag einiger in dem Leben sab schm entstandenen Werke zu verbinden. Es wirkten Ka Fischer, Lotte Glaser, Günther S t e r n -Herr Bruck (Gesaiig), Dr. Tintner (Bloimcünd Hans Cohn (Cello) mit. Selina W o t)' S o b e r s l y hatte den Klavierpart überiwmmcii,