Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 8 (22.2.1934)
- Date
- 1934-02-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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I j Iter ledig, kriir.i) SteU Stadt. i Ans. h wP(. hc. l’ri. li'Tlit! ir57lk I \ I 1 na ”t8? | l"nc .'M 9'^UU nw.lndan, Scbsrrel, tzoav 4t2i0 hrd:!3M £1 Wenn zu Mosis Zeit jeder Israelit verpflichtet wurde, zu seinem Teil am Stiftszelt, van mitzuwirken, so spricht sich darin eine Erienntnis von ewiger Gültigkeit aus: das; ein Musch sich erst da bewährt, wo er Gelegenheit hat, seiner Gemeinschaft durch seine Leistung zu dienen. Das mag den vielen bestimmender Grundsah sein, denen in diesen Wochen nach dem verlassen der Schule das Problem der Berufswähl sich auftut, das in dieser Zeit besonders schwierig liegt. Viele von uns leiden unter dem unglückseligen Erbe eines versunkenen Zeitalters, das Menschen einseitig nach ihrem Beruf zu beurteilen pflegte und den leicht abwcrtete, der sich außerhalb geistiger Berufe betätigte. Wobei man nicht selten über den Mangel beruflicher Eignung zugunsten einer angesehenen gesellschaftlichen Stellung hinwegsah. ryiii* uns kann es, aus dem Geiste des Judentums und im Hinblick auf die Gegebenheiten der neuen Zeit, diese Wertung nicht mehr geben. Tie Wahl eines „vornehmen" Äerufes ist kein Problem mehr für uns Heutige; ebensowenig, wie die Herkunft aus dem „gutbürgerlichen" Hause nicht mehr aus gesellschaftlichen Gründen zur Wahl von Berufen verpflichtet, für die eine Eignung nicht vorgewiesen werden kann. Man legitimiert sich nur durch seine eigene ehrbare Leistung vor der Mitwelt, durch seinen Anteil an der Förderung des Gemeinwohls. Eine andere Wertung gibt es nicht, welchen Berus man auch immer sich erwählt. Aber vor allem denke der junge Mensch an das alte Wort, wenn er jetzt vor seiner großen Entscheidung steht: wer seinen Beruf erfüllen will, muß sich innerlich zu ihm berufen fühlen. Kabbinvr Dr. Fritz Plotke. Zur AusbMW »er Rvmetter Wer einmal vor der Aufgabe gestanden hat, für einen jüdischen jungen Menschen eine geeignete, iMöwerrliche Lehrstelle zu beschaffen, wird wissen, wie schwierig dies ist. Auch unsere zuständigen Organisationen stehen diesem Problem mit einer mwifsen Ratlosigkeit gegenüber, da es tatsächlich, chnz unmöglich ist, so viele Lehrstellen zu beschaffen, wie es in den meisten Berufen erforderlich Me. Jeder Meister darf nur eine bestimmte Anzahl von Lehrlingen gleichzeitig ausbildeu, daher ist cs auch für den arischen Lehrling schwer, eine gute Lehrstelle zu finden. Ein großer Teil unsrer jungen Menschen will nicht mehr eine 2'/-- bis 3jährige Lehrzeit durchwachen, und kann es vor allem aus finanziellen Gründen nicht. Eie wollen als Volontäre oder Praktikanten eintreten, eine Tuche, die sich jeder Meister sehr überlegt. Er sagt sich — und dies nicht ganz mit Unrecht —, daß er von diesen jungen -Leuten nicht viel hat, da sic in dem Moment, in dem sie erst ettvas gelernt haben, seine Werkstatt verlassen, so daß er ernen Lohn für die Mühe der Anweisungen nicht erhält. Daher verlangen viele Meister von diesen gingen Leuten Zuzahlungen von 20 bis 60 RM monatlich, was wiederum für die meisten nicht tragbar ist. Wenn man jetzt noch bedenkt, daß für drc wirklich handwerkliche Erlernung eines Handwerkes, d. h. im Gegensatz zur maschinellen, d:c ganz großen und ganz kleinen Betriebe ausschalten und nur ein Mittelformat übrig bleibt, so sieht man, wie iveuige Betriebe wirklich übrig bleiben. . Es hat keinen Sinn, nur die Schwierigkeiten einer Sache atiszumalem Was unferc Jugend braucht, sind positive Wege, die ins Leben führen. Und die Antwort, die ich auf dieses Problem zil geben habe, ist die Forderung nach Schaffung von Lehrstellen durch Lehrwerkstätten. Ich weiß wohl, daß dieser Gedanke nicht ganz neu ist; ich weiß aber auch, daß er bisher nur wenig — abgesehen von cittiftcn sehr erfreulichen Ansätzen — in die Tat umgesetzt worden ist. Freilich ergeben sich hier eine ganze Anzahl von Schwierigkeiten, die aber, wie ich glaube, zu überwinden sind. Ich sehe den Vorteil solcher Lehrwerkstätten darin, daß hier in einem Schicksalskollekl i v in kürzerer Zeit als sonst eine gute und gründliche Ausbildung vermittelt werden kann. Wer einmal eine Einzellchre durchgemacht hat, weiß, mit welcher Scheu sich der Lernende an den Meister oder an einen der Gesellen wendet, um dieses oder jenes, was er nicht versteht, zu fragen. Ta heißt cs eben, alles absehcn mtd erlauschen, und das ist nicht immer sehr angenehm, besonders für etwas ältere Menschen. In einer Lehrwerkstatt jedoch, die ja nicht dazu da ist, daß dort viel produziert wird (Absqtzprodutte dürfen sowieso nicht hergestellt werden!). sondern daß viel gelehrt und gelernt wird, wird der Lernende immer wieder unterwiesen; er hat die Möglichkeit, sich schnell in seinen Fehlern berichtigen zu lassen. Daß unter diesen Umständen natürlich — Voraussetzung ist erstklassiges Lehrpersonat — in viel kürzerer Zeit als sonst die Ausbildung dieser Menschen möglich ist, leuchtet ohne weiteres ein. Gerade dieses Moment ist für die jungen Menschen, die heute beruflich umschichten, außerordentlich wichtig. Schließlich spricht für die Errichtung solcher Lehrwerkstätten noch die Tatsache, daß sich die Schwierigkeiten einer Bernfsttmschichtung ganz ' fraglos in einer Gemeinschaft von Menschen gleichen Schicksals leichter überwinden lasten als in einer Einzellehre. Es ist bei einer einsichtsvollen Leitung möglich, auf die individuellen Schwierigfeiten des einzelnen cinzugehen und dort nachzuhekfen, wo es am schwersten fällt. Tenn es ist noch nicht gesagt, daß derjenige weniger brauchbar' ist, der im Anfang größere Schwierigkeiten hat, als der andere. So glaube ich, daß eine ganze Anzahl sachlicher Momente für die Erlernung eines Handwerkes in Lehrtocrkstätten, wie ich sie nur vorstelle, sprechen. Julius Peyser, Tischlerei-Techniker. Berichtigung. Herr Dr. W. Nußbaum (Berlin) bittet um folgende Berichtigung zu dem Aufsatz „Eine Stunde bei Tr. W. Ntißbauin" in der vorigen Nllm> mer der „C. B.-Zettung" (Spalte 1,!!. Zeile von unten): „In Tcutfcliland allein über tausend: unter der jüdischen Bevölkerung habe ich bisher 800 Zwillingspaar,! In dev grStzlen MLschsü HakvshattvugssHvle des Douffchsn Ostens In einem der schönsten Stadtteile Breslaus hat die Breslauer Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes im Jahre 1030 einen Zweckbau errichtet, in welchem neben dein Beate-Gnttmmm-Heim die staatlich anerkannte Paula-Ollendorsf-Haushaltungsschule untergebracht ist. Ein flüchtiger Besuch der Anstalt schon zeigt ihre vorbildliche Einrichtung, und wenige Fragen genügen, um von den Schülerinnen einen Einblick in den Arbeitsgang und den Geist der Schule zu erhalten. Eine Interne plaudert: „Um Uhr stehen wir auf, dann rämncn wir unsere Zimmer aus und gewöhnlich erscheint dann bald eine gestrenge Lehrerin, um intensiv nach Staub zu suchen. Um Uhr wird gesrühstückt, und tun 6 llhr geht'8 loö: Rahrnngsmittellehre mit schrecklich schweren Berechnungen von Kalorien und Vitaminen, dann Kochen oder Pädagogik oder Flicken und Schneidern oder - Hebrüisch 1 oder Französisch, oder was sonst gerade ans dem Stundenplan steht. Wir verleben hier Tage voller Sorglosigkeit, wie wir sie seit der Kindheit kaum gekannt haben." Auch BcrussnlnschichtnngSkurse hat die Paula- Ollendorf-Schule eingerichtet. Eine Teilnehmerin erzählt mir: „Alls allen '-Berufen und Schichten sind wir in diesen Kurs gekommen; die Verkäuferin steht neben der Stenotypistin, die Bankbeamtin neben der Studentin, Neunzehn- bis Füufuuddreißigjährige arbeiten fröhlich nebeneinander. Nach Jahren voller Mühe in den verschiedensten Stellungen, nach Mounten, in denen uns die Zukunft verbaut schien. finden wir uns in einem Gemeinschaftsgeist. der uns die nötige Entspannung und Sammlung für den Kampf um neue Berufe gibt. Wir sind eine große Familie, und werden hier alle wieder jung. Noch haben mit prächtige Lehrerinnen, die mit uns mitgehen und unsere Nöte verstehen." „Ich bin aus Oldenburg hergekvmmen." sagt eine der Schülerinnen, „war zu Besuch in Breslau, da hat mir die Schule so gut gefallen, daß ich gleich da geblieben bin. Wir möchten am liebsten gleich ganz hier bleiben!" Es ist verständlich, daß es den Schülerinnen in der Panla-Ollendorff-Schule gefällt. Ter theoretisch und praktisch vielseitige Unterricht wird in Hellen, modern eingerichteten Räumen erteilt. Die Anstalt zählt augenblicklich t>4 Schülerinnen, davon zwölf Interne. Ihre schönen Zimmer, die Waschunb Duschränme entsprechen allen neuzeitlichen Anforderungen der Hygiene und Zweckmäßigkeit. Die Internen und NO Externe besuchen den Jahresknrs, 22 Externe den der Bernfsumschichtnng dienenden Halbjahresknrs der Schule. Die Ausbildung für die Praxis er stillt vielnrtige Ansprüche. Ten Voraussetzungen. die ein bescheidener Haushalt kleinsten Umfanges — sei es ein Stadthaushalt oder ein# Haushaltung in primitiveren ländlichen Verhält« nissen — stellt, ist ebenso Rechnung getragen, wie der Vorbereitung zur Leitung größerer Betriebe. Mau kocht auf dem einfachen Ofenherd, auf Eastmd elektrischctt Kochern und ans dem Primttskocher. Ebenso umfassend sind die Ansbildungsmöglichkeitrm im Waschen und Plätten, im Schneidern und der übrigen Hausarbeit, int Gartenbau, für bcu nebelt dem Hause ein größerer Garten ztir Verfügung steht. Ein ausgedehnter theoretischer Unterricht tiitö ■mMmm lll MM M Ü M i üüÄff Berlin Das Berliner Knltnrbuudvrchestcr ist für die Konzerte dieses Monats in die Synagoge in der Prinzregentenstraße übersiedelt, in einen : sehr schönen, aber akttstisch nicht durchweg günstigen Raum. Diese akustischen Mängel sind auf den Em- Poren weniger fühlbar als im Parkett und fallen in der Empore, die dem Altar gegenüberliegt, ganz wrt. Es >väre daher dringend ztr empfehlen, zunächst immer die Plätze für diese Empore auszngebett mtd sie bis ans den letzten Platz zu füllen (dicsinal stand sie teiltveise leer), auch wenn inan den Anblick eines weniger btdjt besetzten Parketts in Katts nehmen muß, was bei einem Rundbau durchaus annehmbar wirkt. Auf meinem Platz ur der Mitte des Parketts etwa entsteht durch die aller- ' geringste Enseinbleschwankung ein völlig verzerrtes Klangbild. Das war hauptsächlich tm ersten Sah von Vivaldis D-molI Concerto grosso (nicht E-moll) und bei Mozarts „Kleine Nachtmusik" m den chromatischen Gängen des Trio fühlbar: auch hatte man streckenweise die Empfindting, daß die Bässe nnchklappten, besonders in den Ecksätzen bei Mozart, nw es bestimmt nicht am Orchester lag, denn gerade dies Stück schien von Michael Taube mit besonderer Sorgfalt cinstndiert zu sein. Das Konzert enthielt ansschließlich Streichmusik; die Literatur des 19. Jahrhunderts für diese Orchesterbesetzung ist nicht groß, das Wenige ist dazu noch unbekannt, so kontmt nun allerlei Schönes zum Vorschein, wie neulich ■ die Tschaikowski-Screnade und diesmal Tvoräks E-dur»Screnabe. Charlotte Rosen brachte ein Violinkonzert von Haydn, eins der unbedeutenderen Werke des Meisters. Sie spielte mtt Mnnkalitäk und guter Technik, namentlich die sttlvolle Kadenz von Flesch. Im Concerto grosso von Bivaldi wurden die Solostellen. vor allem die des lattgsamen Satzes, tonschön von den Herren F r e Y, Schechter (Violine) und Weil (Cello) Spracht. Der musikalische Abend im Hause von Dr. Meyer, Kurfürsiendamm 216. gab Deatrice W a g - Halter erneut Gelegenhett. fixe Vortragskunst Charme volkstümliche Gesänge vor. Sie fand daher schnell die Gmtst der Zuhörer und mußte sich, da die Gäste tticht genug von den reizenden Chansons hören, konnten, zu Zugaben bereit finden. Tr. Werner Liebenthal sorgte wieder für die Begleitung und betätigte sich auch in einigen stilisierten Tatizstücken als Solist am Flügel. (Für das Menuett mts Mozarts lls-ckur-Sinfonie wäre eine Klavierkomposition doch ratsamer geweseit.) Tie Künstler wurden durch herzlichen Beifall belohnt. E. H. Im „Verein für jWische Geschichte und Literatur" sprach Lotte R v s e n b a n m - S ch w a r z aus den Werken von Stefan Zweig. Thetnatisch hätte sie nichts wählen können, das uriserer jetzigen Situation gemäßer wäre als die Legende „Rahel rechtet mit Gott" und die Schlußszene ans dem „Jeremias". In beiden Dichtungen erschüttert die Klage „Warum prüfet uns Gott?", tröstet die Erkenntnis: „Leiden ist Prüfung", und erhebt der Glaube „Alan kann ein Volk bezwingen, doch nie seinen Geist". Atis Lotte Nvsenbaum-Schwarz bricht das Pathos, von echtem Gefühl getrageit, elementar heraus. Sie baut aus Geist und Form eine Dichtung ans'und stellt ihre geschulte, tragende Stimme weise in des Dichters Dienst. Ihr Bortrag hinterließ tiefen Eitldruck. L. B. Tie Künstlerhilse der Jüdischen Gemeinde hatte in ihrem Museum zu einem Tee-Nachmittag geladen. Meta C o h n - H e n d e l eröffitete in einem ausführlichen Vortrag Einblicke in die Besonderheit ihrer Arbeitsweise. Ihre Bilder, von denen fie' einen großen Teil int Lichtbild zeigte, etttstehen aus einer rührettden Begeisterttng für die Natur und ans Hingabe an rnnsikaltsche Eindrücke. So schreibt sie Noten einer geliebten Melodie, die ihr beim Arbeiten vorschwcbt — etwa aus einer Atozartschen Pagenarie „Schmerzgefühl imb Lust" — m ihre naturalistischen Bilder hinein. Attf ihren besonderen Wttnsch spielte das Rosen-Zeelander- - Jarecki-Trio einen Latz von Tschaikowski, sang Hede Türk Lieder von Ntozart und Schubert. Kom- Positionen, die den Arbeiten der Malerin Antrieb waren. — Bon größerem Nutzen für die Hörer alsder Hinweis auf diese doch ästhetisch ziemlich anfechtbarcn Versuche der Verbindung musikalischer Empfindungen mit realistischer Malerei waren sachkundig gegebene Erläuterungen zu verschiebeuartigen Techniken. Besonders interessierte dte Entstehung deS FarbettholzschnitLeS. dessen sich Meta Cohn-Hendel in ihren lteücnüwllrdigen Blättern gern bedient. Tie gtitbesnchte und sehr beifällig nufgenommene Veranstaltung fand zur Unterstützung der Abteilung für bildende Künstler statt. L. 8. »Waden Ein reiches jüdisches Leben findet in mannigfachen Veranstaltungen deutlichen Attsdruck. Rabbiner Tr. Lazarus gab im „Jüdischen Lehrhatts" in vier Vorträgen eilte Einführung ins Judentum. „Nnssaulvge" und „Jüdisches Lehrhaus" veranstalteten, in letzter Zeit gemeinsatn folgende' „Ktilttirabende": ein vortrefflich gelungenes Konzertdes Frankfurter Kammerchors unter Leitung von Tr. E h r e n r e i ch (ältere und moderne synagogale.. Ntttsik) und eitten Rezitationsabend des seinsinnigen Vortragskünstlers Alfred A u e r b a ch. Ferner fand, ein Konzert unter Mitwirkung von Frau S teige r - B e tz a k (Frmtkfttrt a. M.) (Violitte) tind Adelheid H e ß (Köln) (Gesang), statt. Frau Steiger- Betzak erfreute durch den vollendetet! Vortrag von Werken Handels unb Beethovens und die Wiedergabe zweier Stücke atts „Baal Scheut" von Ernest Bloch. Alice G o l d s ch tu i d t - M e tz e r begleitete in bewährter Weise. Adelheid Heß verfügt über eine wohlansgebildete, tveittragendo Altstimme. Sie wtißte besonders bnrcf) Mendelssohn-Lieder die Zuhörer ztl begeistern. Die ,?Nassauloge" hatte kürzlich zttsammeit mit der „Vereinigung jüdischer Frauen" die Glaubensgenossen ans den umliegenden Landkreisen zu einer „Feierstunde" eingeladen, die stark besticht war. Ansprachen und künstlerische Darbietungen brachten bas Gefühl der Verbundenheit stark zuin Ausdruck. Llaitsj Der im Herbst 1903 gegründete jüdische Frauenchor verattstaltete vor kttrzcm sein erstes Konzert. Was Herbert Fromm (früher Theaterknpellmeister in Wür^bnrg) in wenigen Monaten zielbewußter choristtscher Arbeit gelungen. ist. verdient hohe Anerkennting. Wenn attch der Chor noch nicht letzte Ansprüche befriedigt, so zeigt er doch flute Ansätze; das war in den vier Schumann- Chören und den drei uraufgeführten Frauenchören von Fromm festzttstellen. Besonderes Interesse erweckten dessen entzückende Bearbeittingen fremder Volkslieder, die durch Bettina Feitler, Frankfurt a. M., eine sytttpathische Wiedergabe fanden. Das Eoloquartett der^ Damen Ehren-, st c i n . B u ch d n h l. Lion und L e v i. das sich bestetis eingeführt hat. brachte u. a. SchtrbertS 23. Psalm tonlich einwandfrei und beseelt zum Vortrag. Bettina Feitler erfrettte noch durch Nlendelssohn-Lieder unb Schuberts „Hirt auf dem Felsen" mit Klarinetten- und Klavierbegleitmig. Am Flügel wirkte unevinüblidj Herbert Fro m m; der Klarinettist Heinrich Z i m ttt c r ttt a n n. Wiesbaden. erwies sich attch svlistisch als feiner Kenner seines Jnstrtiments. Ter Abend hatte einen beachtlichen Erfolg. nt—1. gEonffuctn.il (Sitten beglückenden Abend spendete die l-oprauiftiu Lotte Leon a r d mit ihrem Lied-Prograumt den Frankfurter Musikfretmdeu. Ob vorbachische Kleinmeister wie Ahle, Schop, Löhner, ob die Lyrik Schuberts, Schttmamts oder die Moderne erklang: immer wieder wurde dem Hörer die Tiefe des Gefühls und die Weite des Ausdrttcksvermögetis zum Bewußtsein gebracht, die dieser Sängerin wie mir wenigen ihres Fachs ztt Gebote stehen. Ter naiv-srom-lne Tott der alten Liedttmst ist cbenio echt nnd ins Herz dringend gestaltet, wie die differenzierte seelische Palette eines Wolf oder Mahler in ihrem Nuancenreichttun erschöpft wird. Ihrer erlesenen stimmlichen Alittel ist die Künstlerin dank einer vollendeten Technik noch so sicher wie nur je. Willi Salomon führte die Begleitüng gcschmackssichcr und elastisch ans. Tic Hörerschaft stand voll im Banne großer harmonischer .Künstlerschoft. An einem bunten Abend, für den der Dirigent Mar Neu mann veranttvortlich zeichnete, wurde durch Gesang, Tanz unb Instrumentalmusik dem 'Unterhaltungsbedürsms weiter Kreise mit unterschiedlichen künstlerischen Äiitteln Rechttnng getragen. Ans der Fülle der musikalischen Darbietungen seien als gute solistische Leistungen voll Hans Assenheim ausdrucksvoll gesungeue Opernarien, von Theo Rainer brillant vorgctragene Biolinstücke nnd von Alice Rosenbaum mit gleicher Virtuosität dein beisallsfreudigen Publikum ztl Tank gespielte Klavierstücke hcrvorgehoben. Ten zweiten Teil bestritten vorzugsweise Szenen beliebter Frankfurter Tänzerinnen (Trude .Strauß, Trttde A u e r b a ch) svlistisch utrd in Gemeinschaft mit Schülerinnen. Ein von Max Neumann geführtes Jnstrumentalensemble trug zur Ausgestaltung des Abends bei. Der aus etwa 2V Ätitgliedcrn bestehmde, von Dr. Nathatt E h r e n r e i ch geleitete Jüdische Kainmerchor wartete mit einem Progrannn auf. das Madrigalen alter slänüscher. italienischer und