Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 7 (15.2.1934)
- Date
- 1934-02-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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MillcldeuWlmid In der unter Leitung von Frau Gertrud Grümvald rührig arbeitenden Frauengruppe Erfurt des EB sprach am Donnerstag. & -Februar. Frau Herta Tab atz ky (Leipzig) vor etwa 05 Damen über ..Tie deutschjüdische Frau von heute". Sie zeigte vornehmlich die geistige Grundlegung der EB-Arbei-t und wies Richtungen sür Gemeinschaft ur.'a Aufbau. Der Nednerin wnirde für ihre wertvollen Ausführungen herzlichst gedankt: In Dessau fand am Donnerstag, 3. Februar, riui\ Gemeindeversammlung statt. Landesverbands- CV- Kalender Landesverband Grosi-Bcrlin 22. Februar, 20 Uhr 30 Min.: Ortsgruppe Ost. Mitolicdcrversaminlung. Syndikus Dr. Hans 3! e i ch in a n n , Norbert W o 11 y e i in. „Ttv CB ruft." Prachtsäle des Ostens, Frantsurter Allee -I». Landesverbaitd Hrsscn-Nassan und Hessen 18. Februar, 17 Uhr: Bingen: Berirls- und Gcincindevcrsannnluug. Nabbiner Dr. E s ch c l - b a ct, e r <Dtisscldorf>: ..Das Gebot unserer jildischen Zukunst. Dr. Wolsgang S. Matzd o r s f (Frankfurt a. M.): „Wir helfen den deutschen Juden." Gemcindcsaal. Februar, 20 Uhr 1b Min.: Frankfurt a. M.r Gemeinde. persanimlung. Nabbiner Dr. E s ch e l - b a ch c r : „Das dicbot unserer jüdischen Zukunft." Frantsurt-Logc. 25. Februar, 17 Uhr: Dieburg: Bezirtsvcrsainmlung. Dr. E. E h r m a n n (Frankfurt n. M.), Dr. Wolsgang E. M a h d o r s f: „Deutscher Jude st — roohii, gehärst du '/" ■ 25. Februar: König int Odenwald: Gemeindeversalninlung. Dr. 3. (£ I) r m n it n , Dr. Wolfgang 6. 3JI ahdorss : „Deutscher Jude — wohin gehörst du?" shndikns S a b a tz k y und der Landesoerbnndsvorsitzcude Nabbiner Tr. Goldmaun sprachen über „L eb end r a um u n d Lebe n sg e st a l t n n g da r deiit scheu Juden". Saöatzlu beleuchtete die prattische Arbeit des EentralvereinS bei der Beratung der Mitglieder und der Linderung wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Tr. Gold mann behandelte die Ideologie des Eentrnloereins und beleuchtete insbesondere die Vorwürfe, tvelche gegen Emanzipation und Assimilation ' gerichtet würden. Ter Stimmung der Selbstanklage und der weinseligen Schwächlichkeit gegenüber betonte der Redner, dag die Leistlingen der deutschen Iudenheit im neunzehnten Jahrhundert in Wirklichkeit größer gewesen sind als jedes anderen Teiles der Iudenheit. Taj; heute seelische Zerrissenheit überwunden ui'.d Festigkeit ans dem Boden der alten Synthese von Tcutschtnm und Judentum, verbunden mit rastloser .Kleinarbeit, enreckt werden müsse, sei Inhalt der EB-Arbeit. Tie Erwerbslosengrnppe des EB in Leipzig veranstaltete am Dienstag, 6. Februar, eilten Bortragsabend über das Thema „Ter jüdische An« gestellte im neuen Staat". Ter Vertrauensmann der Gruppe. Hans Blankenstein, leitete die Versammlung. Zunächst schilderte Landesverbandsshndikns Kurt'Sabatzky die EB-Arbeit für die jüdischen Arbeitnehmer. Als .Korreferent gab dann Arbcitsgerichtsrat i. N. Tr. Bruno Nt a n n e 8 einen Uebcrblick über das neue Arbeitsrecht. Mütt-Steüati und Men In Marburg a. d. Lahn versammelte der C. D. am Sonntag, dem 11. Februar, die Gemeinde und eine große Anzahl von Vertretern ans der Umgebung, um den Aussühruugeu von Tr. Hermann Gundersheimer (Frankfurt a. Nt.) und Landcsverbandsshndiklis Tr. Nt a tz d o r f f über das Thema: „Der Lebenswille der deutschen Juden" zu folgen. Dr. Gundersheimer betonte in seinem Referat die Notwendigkeit aus der Vergangenheit zu lernen; die deutschen Jliden müßten einen Gemeinschastswillen finden, welcher es ihnen auch unter den veränderten Verhältnissen ermöglicht, in Deutschland weiter zu leben. Dr. Matzdorss legte dar, daß die Rechtsschntzarbeit des C. V. nicht nur für eine bestimmte Gruppe erfolge, sondern Dienst an der Gesainthcit der deutsclzen Juden sei. Die Rechtsschutzarbeit stelle eine praktische Verwirklichung des Gemeinschaftsbcwußtsetns dcir; durch das Unterschiedslose Eintreten sür ieden delltsel)cn Juden hilft der E. B. der Gcmeinscl)ast und dient getreu einer 80jährigen Tradition dem Rechtsgedanken schlechthin. Tie Versammlung wurde von Dr. Reis umsichtig geleitet. Rabbiner Tr. Cohn (Marburg) stellte in packenden Morten eine Verbindung zwischen den Gedankengängen der .Hauptrcferenten und der Fürdernng des jüdischen Religionsgesetzes her. Zahlreiche Neuanmeldungen erfolgten. NicLerschlesien Am 18. Januar versammelte Landesverbandsshndikns Tr. Rudolf B r e i t b a r t h am Vormittag die Mitglieder des Centralvereins in Haynau und mn Nachmittag die in Bnnzlnu, um ihnen über den gegemvärtigen Stand der wirtschaftlichen Arbeit zu berichten. Am Abend des gleichen Tages fand in Görlitz eine Mitgliederversammlung statt, in welcher Tr. Breitbarth in einem Vortrag „Mir deutschen Juden" über die wirtschaftlichen Fragen, die weitere Arbeit des CV und seine Ideologie sprach. In Liegnitz fand am 1. Februar eine erweiterte Vorstaudssitumg in Anwesenheit von Tr. Breitbarth statt. Max Baum gart wurde zum ersten Bvrsit'.eudeu der Ortsgruppe eingesetzt. Tann gab Tr. Breitbarth auch hier einen .ausführlichen Bericht über die Lage. Auch in Hirschberg fand nach langer Panse am 6. Februar eme Mitgliedcrversammlang statt, zu der alle Gemeindenütglicder eingeladen waren. Ter Einlndting des rührigen Ortsgrnppenvvrsitzenden folgten allerdings verhältnismäßig wenige Gemeindemitglieder. Dr. Breitbarth gab daher ztl Beginn der Veranstaltung seiner Verwunderung über^die geringe Beteiligung Ausdruck. In allen Städten der Provinz ni'.d darüber hinaus überall im deutschen Vaterland bringen, so sagte er, die jüdischen Gemeindemitglieder mehr Verständnis und Bereitschast zur Mitarbeit sür die Arbeit des CB als in Hirschberg ans. Auch die kulturelle Arbeit wird in Hirschberg nicht besonders gepflegt. Der Vorstand der Shnagvgengeineinde in .Hirschberg und der verantivortliche Rabbiner sollten das jüdische Leben in geistiger und kultureller Beziehung noch mehr ausporeu, als bisher geschehen. In erfreulichem Gegensatz hierzu stand der Gemeindeabend, den die Ortsgruppe Glvgan des CB sür den 10. Februar mit Tr. Breitbarth (Breslau) als Redner veranstaltet hat. Vor übersülltem Saal sprach Dr. Breitbarth in anderthalbständigen Ausführungen über das deutsche jüdische Schicksal. Ter Vorsitzende der Ortsgruppe, Rechtsmnvalt Tr. Iacvbsohn, forderte in seinem Schlußwort die ganze Gemeinde zu weiterer Mitarbeit in Einigkeit und Eintracht ans. KrediWse für den Mittelstand Tie Forderung „Hilfe und Ausbau" erhält wohl atis keinem Gebiet der weiten jüdischen Sozialarbeit einen so praktischen Ansdruck wie im jüdischen Darlchnskassenwesen. Jüdische T a r l e h n S k a s s e n gibt es in einem gewissen Umfange schon seit Jahren. Erst in jüngster Zeit haben sie, den Anforderungen deS Tage« Rechnung tragend, einen Ausbau erfahren, der der jüdischen Oeffentlichleit kaum bekannt ist. Viele Existenzen des jüdischen Mittelstandes konnten mit Hilfe von Darlehen Misch er Darlehnskassen erhalten, manche neu ansgebaut werden. Es ist deshalb besonders begrüßenswert, daß die „Informationsblätter" des ZentralauSschiisseS der deutschen Juden sür Hilfe und Ansbau in ihrer Nummer 1 vom 12. Januar einen Uebcrblick über die Ausgestaltung des jüdischen Darlehnskassenwesens in Deutschland geben. „Mäh- ' rend früher", so heißt eS, „die Darlehnskassen mehr oder minder zur Entlastung der Wohlfahrtspflege beitragen und die Wirtschaftliche Altwiernng der Unterstützten bezwecken sollten, steht jetzt ihr Charakter als Institute für Kleinkrcdite aus Wirtschaftlicher Grundlage im Bordergriind . . . Sv ist es durch die Tarlehuskassen möglich. Kredite luS zum Betrage von 1000 RNt gegen entsprechende Sicherheilen kurzfristig ausznleiheu . . . Durch die besonderen Notstände dieses Jahres sind die jüdischen Tarlehuskassen in Deutschland als Träger der Kredithilse in den Mittelpunkt der produktiven Wirtschaftshilfe gerückt... Tie Zentralstelle für jüdische Tarlehuskassen (Berlin-Eharlottenbnrg 2, Kantstraße 150) hat als Spitzenorggnisatiou der im Reich bestehenden Kassen im Jahre 10:10 mit allem Nachdruck an diesem Auf- und Aushau gearbeitet.. Sv konnte nach drei Richtungen eine wesentliche Förderung der Tarlehuskassen erfolgen: durch die Erhöhung des Kapitals bestehender Tarlehuslasseu, durch Gründung neuer örtlicher Tarlehuskassen und durch die ' Schaffung von Bezirksdarlehuskassen." Zu den bestehenden 20 Tarlehuskassen konnten durch die Zentralstelle im Jahre 1030 -10 Kassen neu hinzugeschassen werden. In folgenden Gebieten haben Bezirksdarlehnskassen ihre Tätigkeit ansgeuvmmeu oder unmittelbar in Aussicht gestellt: Baden (Karlsruhe), Bayern (Ansbach. Augsburg. Bamberg. Bayreulh, Fürth,. Kiss'ingen, Kihinacn, Rcumarkt, Pfalz, Regensburg. Schweinsurt, Würzburg), Brandenburg (Berlin), Grenzmark Pvsen-Mcstvrcußen (SchneidenuihI), Hessen-Nassau (Frankfurt a. Al.), Niederschlesien (Breslau). Lberschlesien (Beutben), Lstsrieslaud (Emden), Ostpreußen (Allensteiu), Pommern (Stettin), Rheinland (Köln), Sachsen-Anhalts (Blagdeburg). Schleswig-Hvlstein und Hansestädte (Hamburg), Thüringen (Erfurt), Mestsalen (Bieleseld) und Mürttemberg (Stullgart). In diesem Zusammenhang ist daraus hurzuweisen, das; diese jüdischen Kleinkreditinstitute nicht identisch sind mit den der Zentralwvhlsahrtsstelle der deutschen Juden unterstellten Provinzial- Verb ä n den f ü r jüdische Wohls a h r t s - pflege, die Wirtschaftsbeihilsen in Form ungesicherter Kredite gewähren. Hierbei kann es sich nur um kleinste Unterstützungsbctrüge handeln. Die Darlehen der (gemeindlichen) Tarlehuskassen sind dagegen als reguläre Kredite für produktive Zwecke anzu'feheu. Dieser ergänzende Hinweis erscheint' um so notwendiger, als zuweilen der Sitz von Bezirküdarlehnslassen mit dem von Provinzialverbänden sür jüdische Wohlfahrtspflege zusammenfäll't und sich die Arbeitsbereiche beider Fnsittution«, decken. Die Organisation der jüdischen Darlehnskassen ist jedoch von den Provinzialverbänden scharf zu trennen. ■ Am 4. Februar waren Vertreter der unter dem Rainen „Jwria" bestehenden privaten jüdischen K r e d i t g e n o s s e n s ch a f t s b a n k e n zu einer Aussprache iu Berlin versammelt. Die älteste dieser Banken hat ihren Sitz in Berlin; in neuester Zeit sind ähnliche Institute in Chemnitz, Breslau. Leip. zig und Stettin geschaffen worden. Weitere Grünbilligen sollen demnächst aiich in Franksiirt a. M. iiiid Beuchen erfolgen. Das Bestreben, diese vvin Gedanken der Selbsthilfe getragenen Banken auf eine, innerjüdisch gesehen, möglichst breite Plattform zu stellen, um sie zu völlig nnparteiischeu Einrichtnngen zii gestalten, wurde deutlich zmu Ausdriick gebracht. _ -tli- (fine bemerkenswerte Verhandlung fand vor wenigen Tagen in Glciwih vor der Großen Strafkammer dc3 Landgerichts, unter den; Vorsitz des Landgerichtsdirektors Heiiize statt. Angeklagt ivareu der Vorsitzende der ehemaligeit Ortskranlenkasseii „Hansa" Rtalezli lind der ge. schästssühreiide Leiter Paiil Stein. Stein verivaltz'te sein Amt beinahe -10 Jahre, bis zu seiner jüngst erfolgten Pensionierung. Im Jahre begründete er einen Fonds ans privaten Mitteln, mit unbemittelten Patienten, über die pslichlgemäßen Leistungen der Kasse hinaus. Knranienthalt und sonstige nollvendige Hilssmittet zu verschaffen. Dieser Fonds arbeitet nligemein segensreich; mehr als die Hälfte des vereilinahinteu Br. träges wurde den Patienten zugeivieseu. Zu einem Teil setzte sich der Fonds alis S-itznngsgelderu z„. sammen. ans die die wohlhabenderen Bvrstandsinitglieder verzichteten. Bei einer Revision im Frühjahr des Jahres 1933 ergab es sich, daß ein Teil des Fonds zu sogenaunten Repräsenlatioinsnufwendungen iu Anspruch genvunneu wurde. Darin erblickte man die strafbare Handlung der Untreue. Tie Verhandlung endete nicht nur mit eiuenl Freispruch, sondern mit folgender Begründüng des Urteils. „Die Eilirichtung des Fonds hat sich überaus segeiisreich bewährt. Tie Repräsentationsanfwendlingen hielten sich in bescheidenen Grenzen'. Svivohl der Vorsitzende ivie ancl; der Geschästsleiter gehen mit absolut lveißer Meste aus dieser Angelegenheit hervor. Sie iverden deshalb nicht nur sreigesprochen und die Kosten der Staatskasse auferlegt, sondern erhalten auch Entschädigung für die Kosten ihrer Verteidiger -- eine Tatsache, die nicht oft zu verzeichnen ist-" Mir registrieren diese Rehabilitierung mit um sv lebhafterer Genugtuung, als Herr Stein stetsein hochangesehenes Mitglied der Gleiwitzer jüdischen Gemeinde war. HDer HDie schrieb unter dem Pseudonym Theodor Chauber eine Geschichte Friedrichs des Grossen? / ( wurde die Hafenstadt Marseille in dem von Chlodwig L—J / gegründeten fränkischen Reich genannt? j ^UDo steht der berühmte Moses von Michelangelo? CWaS bezweckte die altjüdische Ahnenprobe? HSDann wurden die ersten jüdischen Münzen mit hebräischer Aufschrift geprägt? Wer beantwortet diese Fragen? Die Namen der Einsender richtiger Lösungen und die richtigen Antworten werden in der nächsten Nummer der Zeitung veröffentlicht und die Sopranistin Fritzi I o k l. Eingangs wurde Haydns Londoner 1)-ckur-Sinsonie gespielt, die mir schon im Dezember hörten. Tie Wiedergabe hat sich inzivischen erfreulich vervollkommnet, das Beschivcrte, Kompakte, das der ersten Anfführnng stellenweise noch anhastete, ist geschwnnden, die ganze Interpretation hat an Feinheit nnd Präzision geivonnen. So traten diesmal die Züge der tindseligen Naivität stärker hervor, mit denen uns Haydn im Andante so nninittelbar anspricht. Konzertmeister Willi Frey geigte die beiden Violinromanzcn von Beethoven, technisch eimnandsrei und sauber im Ton, aber erst in der zweiten Romanze mit der Intensität des Rtnsizierens, die wir bei ihm gmvohnt sind. Im z;veilen Teil gab es Acnsik von Johann Strauß: damit wird erstmalig ausgesprochen heitere Ware ins Kultiirbundprogramm ausgenommen. Tas geschieht hier mit Recht, denn Johann Strauß ist schon beinahe zn.m „Klassiker" geworden, seine Musik wächst über das bloß Unterhaltende weit hinaus. Wir hörten das „Uarpetuum mobile", das ein Höchstmaß an Virtuosität, Tempobeschlennigung, federnder Leichtigkeit gerade bei den Bläsern erfordert; das kann einem so jungen Klangkörper, wie dem Kultnrbnndorchester, heute noch nicht erreichbar sein. Aber das Publikum verlangte den „musikalischen Scherz" da capo, ebenso wie den abschließenden Kaiscrwalzer; bet aller Betonung des llangoollen Sentiments hielt Rosenstock doch eine rhythmisch gestraffte Linie durch. Tazn'ischen brachte Fritzi Jo kl mit großer Leichtigkeit die Triller, hohen, Töne, Kvlvratnren und Staecati deü Frühlingsstimmenivalzers an; ihr Charme bezwang selbst die Nüchternheit des Riesensaales, der für derlei Plöcen eigentlich ganz ungeeignet ist. A. L. Am 25. Januar waren Dr. Anneliese L o n» b a vi und Max Kuttnor. Berlin, beim Kultur, bund der Inden zu Gast. Tas Thema „Offenbuch und die Operette" hatte außerordentlich zugkräftig gewirkt. Ter große Saal des Tanziger Hose-"' ivar last bis auf den letzten Platz gelullt. Tie Hörer ließen sich in die Zeit und das Werk Offenbachs, gleichsam im Spiel einführen. Dieser Bortrag svar eine Unterhaltung von hohen; Riveaii nnd wirrde durch die eingeftreuten Arien aus Ossenbachs 29erkeil i» der meisterhaften Interpri'tativn vvli Blar Knttner (nm Flügel Kapellmeister Otto Selb erg. Danzig) wirksam ergänzt. Dieser Abend war der hübscheste in der bisherigen Tätigkeit des Tanziger Kulturbundes. Eine Woche vorher sprach Iustizrat Dr. Sein t n s ft), Danzig, über „Die Portugiesischen Emigranten iu Amsterdam zur Zeit Spinozas". Der Bortrag zeichnete sesseliid die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Amsterdamer Juden jener Epoche. L — n. Mcshclm Eine wahre Feierstunde ivar der Konzertabend, der voin Boris-Kroyt-Quartett, der Herren K r o y t, R n h m a n n , Weiden nnd Bernst e i n , ausgesührt wurde. Mozarts Streichg u a r t e 11 D - m o 11, ein Werk von edlem und maßvollem Gehalt, wurde iu vollendetem Zusammenspie! vocgetragen. Im Streichquartett G-moll von Tebnssy kam das Andantino besonders in der ganzen wirkungsvollen Kraft dieser malerischen, aus einer Angcnblicksstimmung geschaffenen Musik zum Ausdruck. Am Schluß das Haydn-Quartett 0-dur, wahrlich ein erheiternder Ausklang. Die Wahl des Programms und die meisterhafte Bogensührung der Künstler beweist die musikalische Höhe dieses Streichquartetts. K. m. Dreien Rkarga Roesberg , Paul Blumen selb nnd Walter Goldmann boten ein geschnmckvvlles Programm; Tänze wechselten mit Komposttionen sür Cello und Klavier. Blnmenfeld nnd Goldmaun, die sich schon im Kulturbund als Kammermusiker einen Namen gemacht haben, spielten eine formschöne altitalienische Cellosvnate von Marcello in bl-moU. eine heiter beschwingte frühe Beethovcnsonate in F-dur und zwer hebräische «tücke von Stutschewsky und Zeitlin. Blnmensolds süßer voller Celloton und überlegene Technik kamen besonders in den beiden Solostücken zur Geltung. Marga Roesberg, die sich in Dresden eine Schule für Vewegungskultuv mit einem persönlichen Stil geschaffen hat. ist eine Tänzerin von großem tech. nischen Können und starker Rtusikalität. Sie deutete Stücke von Corclli und Bach in einer .graziösen Tanzsvite aus. Starken Eindnick hinterließen zwei jüdische Tänze von Stutschewsky. In ihren „Russi. fcfjcn Impressionen" gefiel besonders „Danse Russe" nach Tsclxiikowsly, eine Leistung, die schon früher in Dresden gewürdigt ivvrdcn ist. In Tauzrhythmen, nur von Schlagzeug begleitet, und einem mitreißenden „Spanischen Rhythmus" von Albeuiz zeigte Marga Rocsbcrg Phantasie, Temperament und Sinn sür groteske Wirkungen. . G. Me Der Hermann - Schey - Abend wurde für die vielen, die gekommen waren, zu einem Erlebnis. Der Künstler verfügt über einen alle Tonlagen gleich beherrschenden, wundervollen Bariton, der eine imponierende Rtachtfülle mit rührender Weichheit nnd seelenvvller Wärme des Tones glücklich verbindet. Dazu kommt eine stets treffende feinsinnige Gestaltung des dichterischen Gehalts des Werkes mit vorbildlicher Aussprache. Künstlerischer Höhepunkt ivar die Arie aus dem Oratorium „Rlessias": „Das Volk, das im Dunkeln wandelt, es sieht ein großes Licht". Die gemütvolle Einfachheit, mit der er Schubert-Lieder vortrug, rührte aus Herz. Erschütternd, aber auch aufrichtend wirkten „Arrosa" von Händel und der Psalm 22 von Bloch. Vier biblische Gesänge von Dvorak waren besonders am Platze. Am Flügel begleitete, feinsinnig und anschmiegsam, Kapellmeister Leo S ch ö n b a ch. Dieser Abend in der Syagoge wurde Zu einem rechten Festabend. Dj». F.—m. .Die jüdische K i'i n stl er g rn p p e. die sich Zeiten der Rot znsammmgefuirden hat, trat n ihrem dritten Programm an die Oessentlichkeit. T Beifall steigerte sich zum Schluß zu stürmischen Kur gedungen. Eine geschickte .Zusammenstellung v Zigenner-Liederu nnd Tänzen ans bekannten Opr und Operetten wurde mit Lust und Liebe nnd best derer Bravour vorgetragen. Bc'schästigt waren i Tomen Klein, F r vh s i n n und Heine svu die Herren Schüler, Herzfeld. Golde Gal lman n, B och a n ow nnd Eckstein. £ -Veiten Teil gab es ein fröhliches Kleinkur Programm, lustige Vorträge und Tänze in reicl Abwechslung. Zum ersten Male hörte man K 0^'vhsinn in drastischen Vorträgen, die ihr besvndc gut liegen. Die kleine Gruppe hat cs verstand sich vorteilhaft dnrchzuscheii. Dr, h, Millen 'lm 4. Februar veranstaltete die Synagogengemeinde wiederum ein Konzert in ihrer stinmnmgs. vollen Synagoge. Mitwirkende' waren neben dom Synagogenchor Else Koppel (Bochum), Lotte Sv in in e r (Witten) . Kantor Erich Ät ende! (Bochum) und die Organisten Tan erlaub (Witten und R o s e n t h a l (Bochum). Das Programm bot u. a. Chöre von Leivandowsky. Lieder von Atendelssohn nnd zahlreiche liturgische Einzelgesänge (W'schomru, Kiddusch, .Haschiwerm u. a.) Alle Rtitwirkenden leisteten Hervorragendes. enjlrov-Raukel Kürzlich fand in der Synagoge eine Feierstunde statt. Ter Abend wurde durch einen Prolog, ge« sprochen von Edith Klezewski eingeleitet. /Prediger Wilhelm Ullmann betonte in schlichten Worten, daß der hohe sittliche Geist des Judentums auch diese schweren Zeiten überdauern wird. Aenne Eich Wald (Castrop-Rauxel) rezitierte mit starker Wirkung Werke Jakob Löwenbergs. Else Koppel nnd Erich Bt e n d e l brachten hebräische und deutsclie Gesänge in vollendeter Weise zu Gehör. Werner Schüler (Essen) spielte mit künstlerischem Ernst Werke von Brahms, Chopin nnd Mozart und wirkte als Begleiter. Solche Veranstaltungen dienen dem Gemeindeleben außerordentlich. Augsburg Im Saale des Börsengebäudes veranstaltete die Kultusgemeinde am 24. Januar ein Konzert jüdischer Künstler. Liselott Weiß (München) spielte in glänzender Disposition Beethovens Variationen F-dur op. 34, Liszts Valse im* ^romptu nnd Chopins Scherzo ü-moll op. 31. Sie verriet außerordentliches Können; verstmw namentlich Chopin mit starker Kraft und tiefer Innerlichkeit zu erfüllen. Edith Bnxbaum (Augsburg) erfreute durch ihren ansprechenden Sopran mit Liedern von Brahms und Arien mE „Lohengrin" und „Madame Butterfly"., Ern H Mvsbacher (Nt ft n ch e n) sang mit seiner großen, wvhllultioierten Tenorstimme Arien nus „Josef in Aegypten", „Fidclio", „Die Afrikanerin. „Die Jüdin" und „Toska". Kapellmeister Eri») E r ck (M ü n ch e n) begleitete die Künstler mit hervorragendem Femgesühl. Tor Beifall ivar anlierordenttich stark. Londnu <SSfnl3> , ,. In der Synagoge fand am 27. Januar ein Ariennnd Opernabend des Quartetts Frankfurter Iuo>M Künstler statt. In Hans Mayer (Baß) und Ml Sander (Tenor) fanden wir würdige Berlrele ihres Faches, denen sich Else Hofmann lsoprm nnd Anneliese Bender (Alt) ebenbürtig zur «enc stellten. Tie musikalische Leitung hatte Tr. ~ Salo m v n. Reicher, wohlverdienter Beifall loyn die Künstler sür den llwhlgelnngenen Abend, delr.