Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 4 (25.1.1934)
- Date
- 1934-01-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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kleidet, als die gesuchte Quelle, aus der man Belehrung schöpft. Denn es gibt noch eine andere Haltung dem heiligen Buch gegenüber, die weder auf künstlerische, noch auf Wissenschaft, liche. noch auf gottesdienstliche oder im engeren Sinne religiöse Befriedigung ausgeht, bei der man die Bibel auch nicht so liest wie eine Neisebeschreibung, die von erotischen Völkern handelt, die sich auch nicht eigentlich mit dem Suchen nach sittlichen Werten deckt, sondern die alles zusammen und vielleicht noch mehr enthält. Wir erfahren das im Blick auf das biblische Ideal vvn: Menschen, worin sie uns wieder die genaue Entsprechung zwischen Gott und Mensch zeigt. Zu denjenigen göttlichen Eigenschaften, denen mancher Betrachter ratlos gegenübersteht, gehört sein leidenschaftlicher Eifer, seine Eifersucht, die ihn die Sünden der Väter noch an Kindern und Kindeskindern heimsnchen läßt. Welche Vorgeschichte diese Eigenschaft haben mag, ihre Auswirkung ist eins mit der Unbedingtheit der göttlichen Forderung. Der eifervolle Gott und der gesetzgebende gehören zusammen: und über die jausend Jahre, innerhalb deren das biblische Schrifttum entstanden ist. spannt dieser strenge, hoheitsvolle, befehlende Gott das Band der Einheit. In dieser Grundschicht ist der biblische urid wohl überhaupt der israelitisch-jüdische Mensch eingebettet. Sein Lebenselement ist weder das heiter-freudige Dasein, noch das düstere, erbarmungslose Müssen dunkler, schicksalgefügter Undurchdringlichkeit, sondern das herbe, aber llarc Sollen, dem sich der Mensch unterwirft oder an dem er zerbricht. Das majestätische Wesen Gottes ist die alles überragende, alles durchdringende Grnndanficht der biblischen Scljrc und jede* einzelnen biblischen Geschichte von der Schopfungserzählung an bis zu dem au» dem Wettersturm, dem Hiob sich Offenbarenden, von den Patriarchengeschichten bis zu den Propheten und Psalmen. Er ist gnädig wie eben die Majestät gnädig ist. Aber vor allem ist er er selbst. Und im Feuer dieses Selbst schmelzen alle fremden Götter, Damonen und wer sonst zu fürchten, oder von wem zu hoffen wäre, dahin. Der biblische Monotheismus, weit entfernt, Frucht theologischer Grübelei zu sein, wurzelt in dieser Leidenschaft majestätischen Alleinseins. Und aus einen solchen Gott ist der biblische Mensch hingekehrt. Von ihm allein empfängt er sein Lebensrecht. Von unedlen Leidenschaften, Roheit unb Niedertracht erzählt die Bibel eine Fülle. Nirgendwo ist sie Heiligengeschichte, auch nicht in dem Bilde, das sie von den Propheten entwirft, Gottes auserkorenen Sendboten. Ihre Atmosphäre ist die eines unbefangenen Realismus, dem nichts Menschliches fremd ist. Aber wenn sie von den Menschen erzählt, tvie sie es eben treiben, so verdämmert doch niemals das Ideal ihres Menschenbildes ins Wesenlose. Gewiß hat Gott seine Lieblinge, für die er rücksichtslos, bisweilen auch gegen offenkundiges Recht der anderen, Partei ergreift. Aber das liegt doch nicht so sehr an der Leidenschaftlichkeit unberechenbaren Liebcns und Hassens; sondern dieses Vorziehen und Zurücksetzen hebt sich von dem Horizont eines klaren Geschichtsplanes ab. dessen Vollzug aus anderem Wege nicht eben möglich erscheint. So wenigstens meinen die alten Erzähler. Den späteren, den Propheten, die über solche Ucbcrücfcruugcn nachdachten, ging Gottes alles umfangende Gerechtigkeit vor; und sie begründeten ausnahmslos den Sinn solchen Borzugsranges in dem „Bund", den Gott mit den Scinigen stiftet, in dem er die Fülle der Gebote ihnen auferlegt. In diese Kraft deZ Bundes wixd rückschauend alle Geschichte des Menschen — und das ist Geschichte zwischen Mensch und Gott — hineingesenkt. Mit aller Menschheit hat Gott durch den Urvater Adam und dann durch Noah, den Ahn des erneuerten Menschengeschlechtes, einen Bund geschlossen, nicht bloß mit ben Stammvätern des biblischen Volkes und mit Mose, dem Ueberbringer des göttlichen Gesetzes, an: Sinai. Damit ist ein für allemal, unzerbrechlich der Nahmen gefügt, in dem menschliches Wesen nach biblisch-jüdischer Auffassung allein sich bewegen kann: es bleibt immer der fordernde Gott, zu dern hin unser Wille sich anspannen soll. Gott kann dein Schwachen, dem Wankenden vergeben; aber vvn seinem Gebot kann er nichts Nachlassen. Denn es gehört ebenso zum Eharakter Gottes, daß er gebietet, wie zu dem des Menschen. daß er um die Erfüllung sich müht. Wenn dieser Gedanke, gläubig und gehorsam ausgenommen, sich in der Diese mit dem Lebensgefühl verwvb, so mußte ein Menschentum voll herber Kraft erwachsen, das zähe und entschlossen ohne Rücksicht aus die Einflüsterungen Vvn Feigheit und Beqnemlichkeit seinen Weg schritt. In der Tat reicht ja die Bibel in ihren späten Teilen, :n gewissen Prophetenschristen, in manchen Psalmen, im Buche Daniel bereits in Zeiten hinein, da Israel, längst iu der ursprünglichen nationalen Kraft geschwächt, den furchtbaren Kampf um seine Selbstbehauptung zu führen hatte. Es Hut aus allen Niederlagen, die es von der Uebermacht erlitten, sein Selbst immer ungebrochen errettet. Es ist um dessentwillen auch iu jenen alten Zeiten schon zum Märtyrer geworden. Und es hat sich damals lvie später durch die Kraft der Persönlichkeit erhalten, die ihm durch seinen Glauben, durch das Leben gemäß dem göttlichen Bunde erwachsen tvar. Die Zeitschrift bildet sich nun schnell zu der Form und dem Niveau heraus, die ihrem Ziel entsprechen, seit sie einem größeren Leserkreis genügen will. Notgedrungen wurde das vorliegende Heft gewissermaßen eine Gedenkschrist für zwei große Tote: Jakob Wassermann und Earl Melchior. Es scheint zur Vollendung der Tragik unserer Situation in der Tat 51t gehören, daß auch noch unsere Führer jetzt von im« genommen werden. Dabei ist es gleichgültig, ob sich dieses Führer» tum nach außen offenbarte und direkte Wirtnug zeigte oder nicht. Diese beiden waren Vorbilder, die ihr Deutschtum bejahten, neben dein, daß sie bewußte Juden waren. — Neben einer Glosse von Wassermann selbst, „Der Jude als Orientale", enthält diese Nummer eine knappe Würdigung des Dichters durch Paul Wiegier, die einen zu literarischen Ton hat, als daß sie ganz dem entspräche, was wir als Nachruf auf den großen Dichter erwarten konnten. Sie ist in diesem Augenblick nicht synthetisch genug, obwohl ihre Erkenntnisse an sich richtig sein mögen. Hier wäre eine wahrhafte Denkrede am Platze gewesen; und aus mehr als einem Grunde taucht uns die nie zu erreichende Rede Börnes auf den toten Jean Paul auf. Auch über die Worte des verstorbenen Dichters selbst, die als Beispiel abgedruckt iyorden sind, wäre manches zu sagen: doch zn'mt cs wohl niefjt, hier und heute ihn zu kritisieren, wo er als Ganzes gesehen werden und wo man daran denken muß, daß ein Mensch nicht an seinen schlechtesten Taten und ein Dichter nicht an seinen schwächeren Werken gemessen werden muß, will man ihm gerecht werden, sondern an seinen besten. Man kann sich sehr wohl vorstellen, daß etwas anderes aus seinen Werken für wert befunden worden wäre,. gezeigt zu werden, als die gleichfalls etwas zu — literarische Glosse „Der Jude als Orientale". Man wird ihm in dieser Zeit eher gerecht, wenn man das Echo, das fein Tod in der nichtjüdischen Presse gefunden hat, hört. Voll diesen nun bringt der „Morgen" hier eine Reihe von Auszügen, und da lassen gerade auch die negativen Aeußernngen die allgemeine Wirkung des Dichters erkennen, so ungern auch oft sein Name erwähnt wird. Würdig muß der Nachruf auf Earl Melchior genannt werden. Im Grunde genügte cs hier, aufzuzeichnen, was dieser Mann seinem Vaterland in den schweren Nachkriegsjahren geleistet hat, es genügt die schlichte Anführung der historischen Konferenzen, an denen er als Finanzberater und somit als wichtigster Verhandlungsgehilfe der deutschen Delegationen beteiligt war, der Konferenzen, die schließlich fast stets eine Etappe der Erleichtermm der finanziellen Ketten von Versailles zur Folge hatten. Und daß er sich dabei zu seinem Judentum bekannte, gleicherweise also für die andere Gemeinschaft, der er sich verbunden fühlte, sich nicht minder cinsetzte, dürfen nur gerade an dieser Stelle als eine Bestätigung unserer Eristenz nehmen. Diese Tatsachen sprechen so sehr für sich selbst, daß sie an sich schon ein Denkmal sind. Das haben die Verfasser der Gedenüvorte gewiß auch gefühlt, indem sie, zurückhaltend, ohne Superlative, allein die Leistungen sprechen ließen. Die vier Artikel, die mit dem einleitenden Zinssatz „Restauration oder Renaissance" gleichsam den Rahmen des Heftes bilden, sind vorzüglich auseinander abgestimmt: „Ter jüdische Sinn des deutschen Judentums" von Ignaz Maybanm, „Autorität" von Max Grünewald, „Vom Kurfürstcudanun nach En Eharod" von Erich Nott und „Schmelztiegel Palästina" von Friedrich Brodnitz deuten die schweren Fragen unserer schicksalsbeladenen Zeit in klarsehenden, verantwortnngsbcwußten Untersuchungen. Ein Satz wie der von Maybanm: „Dem deutschen Westjudentnm allein ist es gelungen, als Westjudentum jüdisch zu bleiben", ist so wahr in seiner Einfachheit, daß man kaum begreift, daß er nicht längst zum Leitsatz unseres deutsch-jüdischen Seins erhoben wurde. Die Redaktion tat recht daran, ihn als einzigen im Text zu sperren. Man sollte ihn in seinem ganzen Gewicht von allen Seiten her immer wieder durchdenken. Schließlich bringt das Heft den Schluß der bekenntnishaften Tägebuchnovelle Leo Sternbergs „Vom Hohenpriesterstamm"', in einem edlen Deutsch geschrieben, inhaltlich wertvoll und psychologisch aufschlußreich. Auch diese Erzählung ordnet sich ganz in den Problemkreis des Heftes ein, das in seiner Lebendigkeit und Lesbarkeit die beherrschende Rolle der Zeitschrift innerhalb des jüdischen Lebens unserer Zeit aufs neue dartut. Dr. J. P. Siotfllngfmuftn Die Jüdische Künstler!) ilfe Essen veranstaltete im Rahmen des Jüdischen Literatnrvereins Recklinghansen einen reizvollen Kleinlunstabend. Viktor H c r z f e l d, Riri Stein und Käte Frohsinn sangen. Latte Heine und Earlo E all mann tanzten, Fritz Sattler rezitierte und Werner Schüler tat sich auf dem Klavier hervor. Der begabte Uhährige Hans Kaufmann hatte mit seinem Geigenspiel viel Verfall. Eine Neise durch aller Herren Länder vermittelte exotische und bekannte Musik. Richard G 0 I d e ck konferierte. Regisseur Frohsinn sollte mehr jüdische Darbietungen bevorzugen. G. B. Willi Kruszynski, dessen hilfsbereit hingebender Arbeit die Rvtgemeinschast jüdischer Künstler, ein Oessentlichfeitspodinm verdankt, las bei einem Vortragsabend im Eabriel-Riesjer-Saal am 10. Januar ein Programm, das künstlerische Besessenheit zwar ciion« zu weit ausdehute. aber den Künstler und seinen Glauben an Zuhörerbereitschaft gleicherweise ehrte. Er begann mit Arthur Schnitzlers Novelle „Der blinde Geronimo und sein Bruder" und las sic ans seelischer Verbundenheit mit den: Schicksal des Gezeichneten und hingebender Liebe ß'1-n Tichter. Einige Heincsche Gedichte (nicht durchaus am richtigen Platz) verbrauchten Zeit und Aufmerksamkeit, die Ichuda ben Halevi gebührten: „Siehe Menschensohn", „Es blieben die Wunder", ans der Bibel: „Die Sintflut", „Durchzug durchs Rom Meer", mit zweimal erhärtetem Beweise, daß die Bibel immer außerhalb jeder noch so starken rezitatvrischen Nachbarschaft bleiben uüisse. Nichts ihrer Macht. Kraft und Schönheit Gleiches ist auszudenten. und alles wird von der Größe dieser einigen Lebendigkeit tief in den Schatten der Nebensächlichkeit gedrückt. Krnszynskis Reich ist die Szene, die Gestaltung durch da8 reichhaltige Medium der Darstellung, durch aufklärcnden Gestus m'.d Maske und durch die uumittelbar mitreißende Gewalt des Spiels. Darum ist es ihm gegeben, Rapsodc und Prediger zugleich zu sein, durch das Wort die Tat erkennen zu lassen und durch das Patbos das Erleiden und Erleben über den Hörer zu stürzen. ag. Bor einem stattlichen Auditorium boten im Hause von Tr. Röthlcr Edith Lasker und Elise S z e p h a s h (Violine). M i r j a m L e w i n (Eello), Erich Schaffer (Klavier) und Trude Vehr (Sopran) reizvolle Kunst aus zwei Jahrhunderten. Sie spielten zunächst das Klavierquartett G-chir des 1786 als Jüngling gestorbenen Italieners Pergolese mit voller Hingabe, die das köstliche Werk yarmonisch und klanglich vollendet erstehen ließ. Tie Wiedergabe der Concertante für zwei Violinen uud Klavier von Mozart uud des Klaviertrios (t-ckur op. 87 von Brahms stand auf gleicher Höhe; die Künstler musizieren liebevoll ltnb wohl ausgewogen und geben eine feinsinnige Interpretation. Trude Behr sang altitalienische Arien Vvn Provenzale und Bononcini. Tie Künstlerin hat ein woblgeschnltes, sehr gepflegtes Organ, das durch seine Biegsamkeit und Fülle sympathisch zur Geltung kommt. Schw. Der Küustlerabend „Wort und Ton", den Hans Baron am 14. Januar im Lessing-Logensaal veranstaltete, stand auf einem besonders erfreulichen Niveau. Rost Alb ach und Siegfried Bruck mit Liedern uud humoristischen Vorträgen, Lotte Lange als temperamentvolle Tänzerin und Hans Rubi n st e r n mit eigenen Schlagerkvmpositionen errangen viel Beifall. Alfred Salz, mann erwies sich erneut als Künstler von Format, der ernste und heitere Sachen gleich wirkungsvoll bringt und dessen akrobatische Leistungen hellsten Jubel hervorriefen. Günther Pulvermacher begleitete gut; Hans Baron konferierte mit Geschick. Nur hätten die vielen jüdischen Anekdoten zum Teil eine bessere Auswahl ersordert. Lelnv. Hausse in jüdischen Kabaretts in Berlin. Man ist überall bestrebt, solche Unterhaltungsstätten zu schaffen: aber vielfach fehlen die künstlerischen Kräfte. Eine Rettung wird auf die Dauer nur möglich sein, wenn man sich bemüht, sich nicht aus Altes und an anderen Stellen Bewährtes zu beschränken, sondern Neuem die Tür zu öffnen. Das Neueste ist das Wochenend-Kabarett im ..König von Portugal". Das Hotel, in der Burgstraße mit seinen: von Schinkel erbauten Festsaale, in dein sich das .Brettl in: Zentrum" anfgetan hat, ist eine historische Stätte. Hier hat Lcssiug seine „Minna von Barnhelm" beendet. Hauffs Novelle „Tie Sängerin" ist hier entstanden. Die Eastrüume haben häufig E. Th. A. Hofsmann und seine Tafelrunde beherbergt. Das Haus konnte vor kurzem ans 230 Jahre seines Bestehens zurückblicken. Die Scherze. Witze. Anekdoten nipp Pointen (warum auch noch Zoten?), die im Sauft' des Abend von dem Eonserencier Artur Zander und dein Humoristen Heinz G a n t h e r zwischen Kaffe mit Kuchen und Bier nett serviert wurden, wäre,: nicht ganz so alt. Aber ein dankbares, anspruchsloses Pnblikun: fühlte sich offenbar in der „historischen" Atmosphäre so heimisch, daß es bei den Antiquitäten in alter und neuer Fassung nicht nur die Fassung bewahrte, sondern sie mit stürunschcm Beifall auswog. Zn den reichlich viele,: musikalischen Noten, die die Pausen füllten, brachte Hilde Marx. Trägerin des Jean-Paul-Preises. init nachdenklichen Beobachtungen ans dein Leben eine literarische Note in datz Programm. Als zehn Miun-tt'n vor Mitternacht der Ansager die Aukuuft Willy Rosens aus dein Westen verlündete, uud die neuesten Schlager („Text und Musik von mir") in dem Schinkelschen Festsaal knallend einschlugen, hatte die von den: neuen Kabarett ansgegebene Parole „Ihr Wunsch ist erfüllt" ihre Berechtigung erfahren. Ob .LHre" Wünsche auch u u s c r c Wünsche 'sind, on§ freilich bleibt bei fast alleni eindmtig verneint. E. Ta. «»VU0D/U m weis wäs&i’fiwaiif Die Jüdische Gemeinde zu Berlin arbeitet meuisam mit dem Wiuterhilsswerk des Deuts Volkes an der Linderung der Not ihrer 9 pliebcr. Sie veranstaltet zugunsten des Win Hilfswerks an: Dienstag, dem 6. Fcbru abends WA Uhr, in der Pliilharmm Vernburger Strastc 22/23, ein Festkom Es sprelt das Orchester des Kultnrbnndes D scher Juden unter Leituiig des Gencralnn dlrektvrs I. Rvsenstock. Als Solisten wirken , Will: ürtcl) (Violine) und Fritzi Jo kl (Sopr „ Festprogramm hat eine besonders kn dusche Gestaltung erfahren. Karten zitln P: von 1.- bis 4,- RM sind erhältlich im 3 waltungsgebände der Jüdischen Gemeinde. Ro straße 2—4. Zimmer 23. Telephon: Dl No: 67H Hausapparat 50; Buchhandlung Ked Eharlottenburg. Dahlinannstraße 8. und B Handlung Lachuuuili, Bayerischer Platz 11 und wert vorhanden, an der Abendkasse. Da nut einer starken Nachfrage zu rechnen enipsiehlt eZ sich, die Karten rechtzeitig zu besor> Die unter dem Motto „A be n d l a n d und Morgenland" zilsammengefaßten vier Aussätze bildete den Kern des von Tr. J.P. in großen Zügen de. reits skizzierten Heftes. Sie bemühen sich, die erstmalig in großem Umfang einsetzende Niederlassung deutscher Inden in Palästina in einem devtsch.jndischm Sinn zu deuten. In besonders beachtlicher Weise tut das Ignaz May bau m in seinem bereits oben zitierten Aufsatz „Der jüdische Sinn des deutschen Judentums". Max Grüne- Wald, der in einem Aufsatz „Autorität" die notwendige Neuordnung jüdischer Neligionsgesetze erörtert, sucht die Ausstrahlungen einer jüdischen Siedlung in Palästina ans das Weltjndentnm llarzulegen. Eharakteristisch für Friedrich Brodnitz ist die außerordentlich lebendige Tatsacheuschildc. rung. die sein „S ch m e l z t i e g e l P a l ä st i n a" enthält. Klar legt er die drei Schichten jüdischer Palästinawanderer dar. die dem Lande sein Gesicht gaben, und deren wechselseitige Durchdringung ihm stets noch neue Züge einprägen. Eine Reportage von Erich Nott „V 011: K n r f ü r st e n d a m ni n a ch E n E h a r 0 d" rundet das so entstandene Bild nach der feuilletonistischen Seite ab. Ta Nott den ernstesten Problemen noch eine heitere Seite abgewinnt, gelingt es ihm vielleicht am deutlichsten, uns die Problematik und die Zukunftsmöglichkeitcn des Jordanlandes menschlich nahezubringen. 0 * -Der Morgen" ist durch Philo Verlag und Buhandlung G. m. b. Berlin W 15, Pariser Straße 44, zu beziehen . Zn der „Bücherei de8 Schockenverlags" haben wir so etwas lvie eine jüdische Jnselbücherei. Die ersten fünf Bändchen liegen vor. Sie umspannen die Zeit jüdischen Schrifttums vvn der Bibel bis zum nwdernen hebräischen Tichter und sprechen nlia das jüdische ^Wort in verschiedenem Grad und lvechselnder Stimmung. Jesajas trostreiche Verkündigung und Verheißung für Israel ertönt in der mitreißenden Gewißtheit ihrer Rede. Die Josefsgeschiehte, lvie sie das mittelalterliche Voltsbuch m breiter Paraphrase erzählt, legt die Alzeute des lnblischei: Ntürchens noch rveiter und idylliiPer auseinander. Jehllda Halevis Zioilslieder singen in schmerzvoller^ ln,d hvfslinngsreichcr Sehnsncbt. Agnoiis Erzählungen „In der Gemeinnliast der Frommen" geben sich in der Nachfolge gleichnic-- reicher Aggada. Und eine Auswahl der von A/arlin Buber nacherzühlten Chassidischen' Gcschichtchen. von denen ilianche den Agnonschen Erzählungen in der Snminlliig verwandt sind, vermitteln die'FrvlMiiigkeit und Weisheit der großen Glanbensbeu'eguug des vstjüdischeil Indentimcs im 18. Jahrhimdrrt. . Ja fünf Bändchen läßt sich die Bielfältigleit eiiier mehrtallsendjährigen Literatnr nicht ans-- schöpfen, und wir wissen nicht, was die folgenden — denn in jedeiii Nkonat soll eines erscheinen — önngeit werden. Wenn aber die eingescblagenen Wege weiter gegangen werden, wenn also die vermen>tliche Arbeit geleistet wird, in angenelnner r\mn die verschlossenen Schätze der miltelaller- Iichew Volksbücher niifziischließen. und wen» znden, auch der Ziigang zu Bereichen eröffnet wird. a»s denen in den erschienenen Bändchen noch niclüs geholt ist, darin ivird die Bücherei des Scboctenverlags an einer großen Aufgabe entscheidend mit'?.lPn. kvinleii. Es gibt so viel bezietmngsreiche Historie und so iiianches besinnliche Wort von treserer Aktualität, auch ans dem gescholtenen U Jahrhundert. Der deutsche Jude muß davor bewahrt inerden, vor: dein jüdischen Schrifttum nur k assischen Höhepunkte imb den wöchentlichen politischen Leitartikel zii kennen. Hier hilft die Itteraryche Zeitschrift, hilft auch eine Serie, wie sie die ^chvckenbücherei iverden lvill. Versteht sie es auch noch, zniveilen einen neuen Namen zwilchen die alten einzuschieben und in der imverbiiidliclieren Form der flctnen Buchs einer Sammlung das Werk eine* Jungen zu empfehlen, der mit dem Risiko des großen^ Biichstarts noch nicht belastet werden darf, pann sind alle unsere Wülische erfüllt. . Den Wünschen, die ivir in bezug ans geschnmckvolle Ausstattmig und typographische Sauberkeit jnr das jüdische Blich haben ist der Verlag nnk der Sclbstverstäiidliclikeit. die wir hier an i()in ÜOwohnt sind, nachgekoimnen. Dr. Fritz Bamberger.