Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 4 (25.1.1934)
- Date
- 1934-01-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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I Leopold Rund | I mechanische Taschenfuchweberei I Lauban i. SchEes. g Leo Satrf: Die Reihe der Zeilen „Tie ‘JtYifyc der Zeiten" war das Thema von 3?abbincr Tr. Bcicck nm 15. Januar in der Lehrcnftolt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Tr. Baeck 'prach über das Aus. /.munen und Bergehcn der grossen alten iicidjc und schilderte dann des weiteren die geistige Lage in der ausgehenden Antike. Tie Juden glaubten damals in Nom das ewige Neich Zu sehen, das nicht wie alle die anderen Böller und Kulturen umergeht: sie dachten sich dem menia. nischen Neiche nahe. Ter Vorstellung einer Neihenfolge der '.Nächte und der Zeiten entsprach auch die einer Neihensvlge der Götter. Jedes i^olf hatte seinen Gatt, der mit ihm zur Atacht kam und mit ihm untergiug. Tiefem Gedanken stellte sich der der „drei Zeiten" entgegen, der, an biblrche Worte anknüpiend, in die Ideenwelt des Christentums — Tertullian sprach vom tertium genus, dem dritten Ge'chlccht oder Neic!)e — und auch der neuesten Zeit eingegangen ist. Tie grosten Ideen der untergehenden Antike toaren Pazi'ismiis und Gewalt. die auch im religiösen Tcnken der Zeit einen Tualismns detoirkten. Leibst der Nastegedanke tauclite schoit aut. ..Ter A'lensch ist derselbe, aber es gibt doch eine Neihemolge der Zeiten, hinter allem Geschehen wohr.t ein Geistiges, das gleichsam o.uüteigt und absteigt. Und lvenit irgendwo der Geist erstirbt, ist eine Zeit beeitdet. die Zeit eines Volkes, eines Ttames. U".d ivenn irgendivo der Geist bleibt, blei» ben Mensche:.. bleibt ein Zoll. Weil im jüdischen lllolke der Geist lebt, bleibt dieses Bolt." Mit diesen Zätzen beschloß Tr. Bacck seine Worte. Ist Ar. Kmar Elbvgen: Sie Menschaft beS FMntumS Tie Wissenschaft des Judentums. über die Professor Tr. Elbogen in Berlin sprach, ist erst vor ungesähr 100 Jahren entstaudcn. Leopold Zunz, in der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, ihr Begründer, wollte der Wissew'chaft innerhalb des Judcnttuns dieselbe Stellung, einräumen, die vorher der Talmud gehabt hatte. Tie Arbeit der jüdischen Wissenschaftler dieser Zeit führte zur Cr> kenntnis des säkularen Juden. Es gab 'nicht mehr den alten Gegensatz zwischen „jüdischem" und „prosanem" Wissen. Unterricht und Erziehungswesen wurden maßgebend beeinflußt. Ties war die erste große Leistung der jüdischen Wissenschast. ihre zweite lag in der Tchasnmg ihrer Lrganisativnen. Zeitschriften wurden gegründet, und später folgten Lehrstätten wie das Jüdische-Theologische Teminar in Breslau und die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Tie Freiheit der wissenschaftlichen Forschung, die den Grundsätzen Humboldts entsprach, war die Nichtlinie dieser Anstalten. Tie Tnrchgeistignng war schließlich die dritte Leistung der jüdi'chen Wissenschast. Wohl blieb man vit in philologischen Einzelheiten stecken, ließ das Ziel außer Acht, aber zu Beginn de-s -0. Jahrhunderts wurde der jüdischen Wissens.chist durch die Begründung der „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Fuöentums" (11)0-) ein neuer Antrieb gegeben. Hier wirkte Hermann Cohen, der auch an der Berliner Lehranstalt las. — Tic Frage des Nachwuchses ist heute durch die geringe Anzahl der vorhandenen '.'Nittel besonders schwierig, und so har man den jungen Gelehrten in der von Franz Nosenzweig begründeten „Akademie für Wissen,selbst des Judentums" die Möglichstesten zu eigener Forschung gegeben. Albert Lrlvkewitz: Leben und Rrliglm Tvzent Dr. Albert L e w k o w i tz sprach in einem Eemeiirüeabend in der Neuen Synagoge in Breslau über „Leben und Neligion". In seinen eindringliciM. philosophisch klaren Ausführungen wies der Nedner nach, daß in der jüdischen Geschichte die Neligion immer das Leben der jüdischen Gemeinschaft beherrscht habe. Bon den deutschen Gelehrten hat zuerst Herder in seinem 'Werl „Bom Geist der hebräischen Poesie" das jüdische Bott m seiner geschichtlichen Individualität ersaßt. Leopold Zuuz hat in seiner „Lynagogalen Poesie" Herder, der die jüdische Poesie mit der Bibel abschlicßt, ergänzt. Auch für Zunz ist Neligion nicht etwas Togmatisches. sondern ans dein Herzen stammendes. Nach einem Jahrhiindert. in welchem die Juden vielfach die innere Beziehung ,;u ihrer Neligion verloren haben, müssen mir wieder zu ihr znrüeksindcn uiid unser gcsaintes Leben ans eine neue religiöse Grwidlagc stelleii. Tas bedeutet keine Trennung von der Umwelt, wir wollen aber liieht nur alä '.'Nenschen. sondern als Jilden an der deutschen Builtnr teilnehmen. Berlin: 28. Kanuar. 20 Uhr: Konzert zugunsten der Jüdischen Altershilse Berlin E. B. Hermann Scheu (d',e. saug). Stefan Frenkel (Bioline), Michael Taube ftlavier). Ltogeuhaus, ftleiststraste 1». 28. Januar: Lieder- und slrienabeub bei Dr. Meyer, W iö, ftnrfiirstendamm 2Ui. Dr. Fritz Liebcck (Scssug), Dr. Werner Licbenthal (Klavier). 29. Januar, 17 Uhr: Francn-Bcrcin der Berliner Logen U. O. B. B. Generalversammlung. Referate: Dr. Stefan Steinhartcr, Margarete Fried. 2. Februar, 20 Uhr 00 Min.: Neues Strcichguartett Willy Frey, Hans Prager, Rudolf Meyer, Hermann Weil. Chnrlotteuburg, Sophicuslrasjc 12. Frankfurt a. M.: 4. Februar: Drchestcrgciiieinlchaft jüdischer Bcrufsmusikcr. „Ton und Wort." Saalban. Händler, SchaosteHer o. Mitgüsder haben sich zur Vertretung ihrer wirtschaftlich-juristischen Interessen in der Fachgruppe der ambulanten Gewerbetreibenden im Central-Verein zusammengeschlossen. Mitgliederanineldiingcn: für die ambulanten Gewerbetreibenden: Philipp Hecker, NO 55, Greifswalder Strasse HD; für die Lustbarkeitsgewerbe: Gustav Walldorf, NO 55, Greifswalder Strasse 128. Gelscrikirchcii: 27. ganuar, 20 Uhr 00 Min.: Kulturbund. Bortrag Ninlky: „Goethe und der junge Mendclsjoh»» Logcnsaal, Lahuhofstratzc. (5sscn: 27. Januar, 20 Uhr 30 Min.: Kulturbund. Bortraq Professor S a l o in o u : „Die rcllgwnsgcschichuche $)C< dcutung der Prophetie." Synagoge. Wuppertal: 28. Januar, 20 Uhr 00 Min.: Kulturbund. Bortrag ft i it f t n : „Goethe und der junge Mendelssohn? ftastiio, ft'önigstraßc. Köln: 29. Januar, 20 Uhr 00 Min.: Kulturbund. Bartrag Pro. fessor S a l o m o n : „Die religionsgeschichiü^c Pc. dotituug der Prophetie." Logeusaal. Bonn: 1. Februar, 20 Uhr 30 Min.: Kulturbund. Portrag Pro. seffor Salomo» : „Die rcligionsgcschichtiiche Pcdcutung der Prophetie." Loge. Ltettin: 30. Januar, 20 Uhr 00 Min.: Synagogc>,geiitei„de Stetliu: Bunter Abend. Leitung Annemarie Hase (Berlin). Gesellschaftsbaus. Garantiert 12 Gänseschmalz- Pfd.M.1-60! in Lio.-t-n .i 5 u. h1;-Pfd. Reine GänSelleSen(Flomen)a ,1.50 j Gänsehaut (dick u. kernig) w . 1.20 | Gänsegrieben, grosse » „2.40 I sowie sSmtl. Geflügel in la Qualität versendet gegen Nachnahme UilfieSsn Papelbaum Berlin N 54, Rosenthater Str. 36 H Tel.: D 2 Weidendamm 9280 [1 lllllllllllljllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Die erste, grdiöte, lippische, ko.-chere Schlachterei und Wurstfabrik hat ihren Betrieb der Zeit entsprechend umgeetcllt und liefert weiter zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Rindfleisch m. K. .. Pfd. 0.55 Kalbfleisch... * 0.65 Rauchbrust o. KL . .. „ 1.20 Rindsroulade(Nagelh.) „ 1.20 Pökelfleisch ö. KL ... „ 0,95 Kalbsleberwurst. „ 0,80 Sülze (SfliwariemaR.) „ 0.80 Lungen-BratwUrstchen „ 0,35 Würstchen. „ 0.90 Gänsewurst. „ 1.40 Zervelatwurst. „ 1.20 Krakauer Wurst.. 1.20 Mettwurst. „ 1.— Plockwurst. „ 1 .— ff. 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