Seite der Jugend
- Journal
- Seite der Jugend
- Volume
- 1934
- Issue
- 3 (18.1.1934)
- Date
- 1934-01-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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fecrni man bedenkt, daß sich noch vor wenigeil Wochen dieselben Gegner mit einem Ergebnis von 21:0 Toren für Triton trennten und heute die Ruderer, die einen etwas müden Eindruck hinterließen, nur dadurch zum Siege kamen, daß kurz nach Halbzeit, nls Grün-Weiß schon mit 3:1 Toren in Führung lag. die beiden besten Grim-Weiß-Stürmer (zu Recht) herausgestellt werden mußten. F. Boxsport Am 7. Januar veranstaltete die R. j. F.-Sporttzruppe in Köln ein Boxkampstrefsen der beiden einzige»! bisher kampsstarken Mannschaften, des jüdischen Bvxclubs Makkabi, Berlin, gegen den I. T. B. 02 Köln. Sportgruppe des R. j. F. Die Veranstaltung, der ungefähr 1200 begeisterte Sportfreunde beiwohnten, war ein uneingeschränkter Erfolg. Ter heute in jeder Beziehung anerkannte Boxsport kennt viele jüdische Rainen von Weltruf. Namen wie Max Baer, Rosenbloom, Kin Lcvinski, Benno Leonhard, Abe Feldmam» stehen in den ersten Reihen der Weltrangliste. Der Ruhm von Kid Kaplan, Ted Kid Lewis, Kid Berg zeugt heute noch von ihrer ehemaligen Klasse. In Deutschland haben es Weißkind, Buchbaum, Fuchs, Malz. Stein, Friedemaun, Selig im Amateur. oder Berufssport zu Meisterohren gebracht. Ter Bvxrlub Malkabi war jahrelang Brandenburgische'r Meister. Es erweist sich also, daß wir mit küuf. tigcn Leistungen auch im Borsport bereits eine Tradition zu halten haben. Tie Mannschaftswie auch die Rahmenkäinpfe haben bewiesen, daß der jüdische Borsport, vor allem in Köln, gleichwertigen Nachwuchs hat, und daß somit sein Bestand bereits für viele Jahre gesichert erscheint. Tie Kampfe waren Sport in seiner besten Bcdeutung, hart und mutig, voll Ritterlichkeit und Disziplin. Lediglich da8 Punktgericht hat versagt und die Kölner ungerechtfertigt benachteiligt, was aber das Interesse an den tatsächlichen Darbietungen nicht beeinträchtigen konnte. Der jüdische Boxsport hat mit dieser Veranstaltung durch sein mustergültiges Beispiel am besten für sich geworben. _ h. J. «Ae Stefan Mt IvgeO zm Gemdtioe*/SSmm In der überfüllten Synagoge Fafanenstraße zu Berlin fand am IO. Januar em Gemeindeabend statt, in dein die Stellung der jüdischen Jugend zur Gemeinde erörtert wurde Nach künstlerischen Vorträgen eröfsnete Moritz R o f e n t h a l vom Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde den Abend. Nun habe sich wirklich Jugend der Gemeindearbeit zur Verfügung gestellt; und dieser Jugend, die in Deutschland bleiben wolle, sei der Abend gewidmet. Schon lange habe die Gemeinde in ausgedehntem Maße für die Jugend gearbeitet. Ter Tätigkeit der Lcrufsberatungsstelle sei es zu danken, daß bereits seit vielen Jahren jüdische Jugend in handwerklicl-e Berufe gegangen sei. Rabbiner Tr Manfred S >v a r s e n s k i wies darauf hin. daß ein neues jüdisches GeschichtSbewnßtscin in der Jugend Ux»d)|'c. Tie Gemeinden würden sich in ihrem Wesen wie irr ihrer Größe -umbildcn. Die Zahl der deutschen Juden gehe durch das Sinken der Geburtenziffer wie durch Auswanderung ständig zurück. Tie künftigen jüdisclM Gemeinden müßten von einer viel breiteren jndiscltci» Masse getragen werden als bisher, junge Menschen in verantwortliche Stellen des (hcmeinde» lebens gelangen und sich vor allem um die Sozialarbeit kümmern. Entscheidend sei freilich die seelisch Umschichtung des jüdischen Menschen Das Ideal „Judentum" sei'die notwendige-Voraussetzung jedes neuen Gemeindelebens. Tie bisherigen innerjüdischen Frontstellungen seien überholt. Das Deutschtum besitzen »vir, das Judentum muffen wir uns erwerben. Die Forderung an die Jugend sei Einordnung in der Gemeinde, die für die Jugend »vicder der zentrale Ort jüdische,» Lebens werden »nüsse. Heinz Keller- »n a n n erklärte, die Jugend sei der' Gemeinde entfrenldet worden. Zwar seien durch Schulm und Waisenhäuser auch junge McnsclM in dc»S Gemcindc-- lcl>en einbezogen, aber nur passiv; Jugend »volle aber aktiv sein. Tie bisherigen Reformer des deutschen Judentums hätten — bei aller Anerkennung ihrer Leistung — für ihre Generation die notwendigen Einrichtungei» getrossen, aber der Jugend den ihr zukommendcn Platz im jüdischen Leben nicht zu schaffen vermocht. Deshalb habe die Jugend die Ge. »neinde immer mehr als Organisation von der inan Zuschüsse »ir»d Jugendheime zu fordern habe, aufgesaßt. Znsainmenarbeit auf sozialem Gebiet, wie sie zwischcn Jugend m»d Gemeinde schon gab. sei noch keine Gemeinschaft. Zn fordern sei. z», der Bildnngsarbeit der Jligcnd noch die Gemeinde hernnzuzichen, die Jugend »vieder der Religion zurückzngewinncn, Aemter zur Schulung von Führern einznrichtcn. die gesamte Nichtorganisierte Jugend in die Gemeinde znrnclznfnhren und der Jugend' immer stärker begreifbar zu machen, daß die Gemeinde, ihren» Sinne nach Religionsgemeinde, die Lebensinteressen der deutschen Juden znsannnenfasse und in diesem Si»»ne auch politische Geineinde sei. II. W—r. * Ter Vvrsipende des Fuhrerrats des Neicksausschlisses der jüdischen Juaendverbändc, Tr. Friedrich Brodnitz, war als Redner bei dein Gemeiudeabend mitangckündiat. Er hat jedoch ans innerjüdischen Gründen seine Zusage rückgängig gemacht LÖopoteTßundj] mechanische Taschenfuchweberei f Lauban i. Scfotes. und nicht gesprochen. Die Gründe dafür gib» den Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbändr innachz sichender Kundgebung bekannt: „Die Absage des Vorsitzenden des Führerrats Dr. Friedrich Brodnitz, ans der Veranstaltung der Berliner Jüdischen ©emeinbe am Mittwoch, den 10 Januar, über „Die Stellung der Jugend zur Geineinde" zu sprecl)en. erfolgte aus Grund ein, gehender Beratung m, Führerrat. Die Bitte, seine Zusage znrückznzichen. wurds an Herrn Dr. Brodnitz von säintlichen Mitgliedern des Führerrats mit Ausnahme des an de» Be», anstaltnng selbst beteiligten Herr»» Kellermann gerichtet. Den AnSschlag gab die Bekanntgabe eines Schreibens der Veranstalter, worin § sie die Bitte der zionistischen Jngendbünde, einen von ifincu benannten Vertreter als Redner zuzulassen, adlehnten. Gleichzeitig hat der RelehSansschnß der jüdischen Jugendverbände beschlossen, in kurzer Zeit mir einer Kundgebung gleichen Themas mit Rednern säug, liehe»? »vichtrgen Richtungen der jüdischen Jugendbewegung vor die Oesfentlichleit 311 treten." Der Jüdische Tum- und Sportklub 11)05 5? (JTSC 05), Berlin, veranstaltet am * Sonnabend, 20. Januar, 20 Uhr R) Min., fl im Logenhaus, Kleiststrasse 10, sein |. Winterfest. Der Reingewinn wird | zur Errichtung eines gemeinsamen | deutsch-jüdischen Jugendheims verrwandt. | pmävpiiini/ä 0 GS S'Ä. uQG!B ibMihlM o!?sk(»)H'isjfß KBMQ jüdische Zeitschrift od. Zeitung kann von sich sagen, dass sie jeder jüdischen Familie eines Ortes zugestellt wird oder jeden jüdischen Leser einer Stadt erreicht Jeder muss aber wissen, dass die C.V.-Zeitung die grösste Auflage von allen jüdischen Zeitungen und Zeitschriften Deutschlands hat Deshalb gehören Familien- Anzeigen, Geschäftsanzeigen und Kleine Anzeigen vor allem in die C. V.-Zeitung. 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