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Central-Verein-Zeitung · 1934-01-18 · 3 (18.1.1934) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
3 (18.1.1934)
Date
1934-01-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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„Führung und Von Dr. Werner Cahmann-München Wenn man da? neue Buch (Insel-Verlag), da? Han? Carossa uns gegeben hat, zu lesen beginnt und sich der Führung und dem Geleit seiner Wortfügung anvertraut, wird man zuerst von einem seltsam beklommenen Gefühl überfallen: eS geht uns so wie dem Dichter selbst, als er. vom großen Krieg zurückkehrend, den grausamen Lärm der schlachten vermißte und das ruhige Dasein der eigenen Seele als beängstigende Stille empfand. Ist es uns, vom öffentlichen Geschehen bis über die Ohren in Anspruch genommen, erlaubt, uns solchen reinen Bezirken zu nähern? Indem wir dann weitcrlesen, immer geleitet von der seelenlnndigen Hand des Arztes und Dichters, geben wir selbst uns die bejahende Antwort. Und in einem besonderen Sinn werden dem deutschen Juden von heute die so klar wie traumhaft geschichteten Zeilen zu einem tröstlichen Schupbricf. weil sie das innige Verwobensein jüdischer Menschen in das deutscheste Geschehen absichtslos zur Anschauung bringen. Tie frühe Bekräftigung ans seinem Weg erfuhr Carossa durch den ihm persönlich gänzlich unbekannten Schriftsteller Ludwig Iacobowski aus dem Kreis von Michael Georg Conrads „Gesellschaft"; das gleiche Gedicht der Frühzeit, um das es damals ging, übergab der Literarhistoriker Alfred Richard Meyer viele Jahre später der Oeffentlichteit. Aus Stefan Zweigs „leichten freien Schriftzügen" „wehte" „ein Anhauch von großer Welt-und guter .Kameradschaft" in Carossas Passaner Cnge hinein, während er von Karl Wolsslehl eingesicht, „daß er, aus edle Weise beunruhigt, von ihni sortgegangen ist, daß er eine neue Art des Unterscheidens durch ihn kennengelernt und eine solche Sehnsucht nach den Urgründen unserer deutschen Sprache'mit auf den Weg genommen hat, wie man sie nach den Tiefen des Universums empfindet, wenn ein Astronom von Spiralnebeln und Lichtjahren erzählt". Wie beschwingt aber und im Feinsten bewegt wird die autobiographische Schilderung, als die Sprache auf den großen Zauberer Hugo von Hosmannsthal kommt!- Wieviel wegweisende Stärkung, wieviel nachhaltige Förderung, wieviel verstehendes Helsen muß von diesem Mann ausgegangen sein, den viele für einen zarten Literaten hielten, die niemals sein großes leidenschaftliches Herz in der Nähe des eigenen haben schlagen hören! Carossa versteht es besser: „Wenn mancher andere bedeutende Dichter in den Strophen eines Neuen vor allem sich selber sucht und entzückt ist, sobald er sich findet, hingegen enttäuscht, falls er seine Spuren vermißt, so kann das berechtigt sein; Hofmannsthal aber wußte von sich selber abzusehen, er erkundete den Boden, dem das Gewächs entstiegen war, und prüfte es von diesem her." Und wem gäbe, jedem fürfeinen Bereich, der goethisch gesagte Satz nicht zu denken, mit dem er sortsährt: „Soviel geistige Freiheit aber konnte nur ein Mann anfbrmgen, der die Gegenwart nicht überschätzte, der mit allen echten Werken der Vergangenheit vertraut war." Sind wir, die heute Lebenden, fähig und bereit, dem Gehalt eines solchen Satzes mit allen unseren Kräften nachzuleben? Neigt sich in Hosmannsthals gesormteur Wesen der jüdische Seelengrund dem deutschen geschwisterlich zu, so ruft in Mvmberts hymnischen Strophen das ferne Pathos der Bibel wie von hohen Gebirgen herkommend die Verworrenheit unserer Tage an. Das Chaos nicht allein des Orphikers, sondern vielmehr des ersten Schöpfungtztages spricht aus ihnen,- das wundersam genug sein muß. wenn aus ihm „Tichterworte von so gesammelter Kraft emporfunkeln, Verse, welche die Seele nicht nur erschüttern, sondern auch erleuchten und mit reinen Horizonten umgeben". Es ist der große thronende Gott, der — um mit unseren jüdischen Worten zu sprechen — „den Himmel gespannt und die Erde gegründet" hat, welcher durch Momberts Worte mitten im Kriegstumult den deutschen Dichter Carossa angeredet hat. Wenn man als deutscher Jude in München, dieser „einst so festlich schimmernden" Stadt zwischen „weißgespitzten Alpengipfeln" und dem .blauen oder grauen Fernering der oberbayerischen Hochebene" geboren ist, wird die innere Erschütterung, me von diesem leisen Buch ansgeht, groß und tief. Die gefährdete Heimat spricht uns dann nicht nur in einem geistigen, sondern auch in einem leiblichen Sinn an und will Wort und Gestalt werden. In aller Verworrenheit erreicht uns. Andersgeartete und doch Verbundene, ein Ton aus dem heimlichen Deutschland und es ist unsere Sache, daß wir uns in unserer eigenen Natur sammeln um das zu bleiben, was wir sind. Tie wunderbarste Leistung des Abends bot Friedl Münzer. Sind kecker Witz, weiblicher Reiz, sprudelnde Vitalität uns als Grundzüge ihrer Begabung bekannt, so erstaunt die Erfassung des innersten Wesens der Stella um so mehr. Eine Wandlungsfähigkeit, die aus den tiefsten -Quellen des Künstlertums schöpft. Tie liebliche Anmut, die harmonische Heiterkeit, der schmerzliche Seeleuadel dieser Gestalt — sie war dauut geschmückt. Ihr gelang das Wunder, ohne eine Spur von Stilisierung, nur durch die Einfühlung in die Stella — die Atmosphäre der Goethe-Zeit lebendig zu machen und zugleich zu sprechen, zu jubeln, zu leiden wie wir. Auch die kleineren Atollen dieser in seltener Weise durchgefühltcn Ausführung waren liebevoll besetzt: Ella Dt ü n ch Hausen gab eine couragierte, gar nicht klischeehaste Postmeistcriu, Julius R u t k o w s k y füllt seine Figuren mit Leben, so daß sie ein eigenes Fluidum ausstrahlcn. Postillion und Diener Wilhelm glückten ihm gleich gut. Fred Löhnen als Verwalter charakterisiert anzüglich den ehemaligen Helfer zu schlimmen Taten; Ruth Hirsch steht als Annchen erstaunlich sicher zum erstenmal aus der Bühne. Werner Hermann als dümmlicher Wirtsjunge zeichnet mit ein paar ^tricksen ein Ehodiwiecli-Bildchen. Tie Mitglieder des Kulturbundes Krefeld — fast vollzählig erschienen — dankten Schauspielern und Regisseur ergriffen und stürmisch für die hervorragende Bcrmittlung dieses Werkes des größten deutschen Dichters. )l. K. kMWuuhe Wie sehr die neucingeführte „Kinderstunde" des Kulturbundes einem Bedürfnis entspricht, zeigte das nun schon zum zweitenmal bei demselben Programm vollbesetzte Berliner Theater und die freudige Erregung der kleinen Hörerschaft, deren Ungeduld vor dem Beginn und deren Beifallsbezeugung am Schluß kaum zu zähmen war. Mau hat ein Dutzend hochmustkalischer Jungen und Mädel zusammengebracht, die mit einfachen Liedchen — deutsche und hebräische — ganz entzückend musizieren. In der ersten Programinnummer „Ich bin ein Mnsikcmte" führt jeder sein kleines Instrument ein. die Flöte, die Trompete, die Trvnnnel. das Glockenspiel. Xylophon und Becken, und dann werden Gcyang und Instrumente harmonisch in Wechsclwirkung gesetzt und in zehn Nummern reizvoll obgewandelt. - Rahe! E r m 0 l n » f o f f sang mit kunstvoller Einfachheit drei jüdisch Gesänge (hebrü. -sich und jiddisch), deren Ehrwürdigkeit und Schönheit, monumental und liedlzaft zugleich gewiß mir Von den bald erwachsenen Kindern gewürdigt werden kann Da8 kleine Lnstspicl ..Tie Hose' von Lucy Gelber, die für die Leitung des ganzen gellmgenen Nachmittags verantwortlich zeichnete, handelt von em paar Berliner Kindern die keß mtd hilfsbereit füreinander eintreten und ihrem Spiel, kameraden für eine zerrissene Hose eine neue zu verschassen suchen. Sie spielen mit vorbildlicher Unbefangenheit — M't ollen Voraussetzungen für einen späteren Schauspieler ausgerüstet ist der bumorbegabte und unbeirrbar sichere Gerd Klein. — Tw großflächigen, farbigen Hintergründe (Alexanderplatz, Hinterhaus) und die witzigen, lebensgroß ausgeschnittenen Tiere, die während des Kinderkonzertes als Illustration einiger Lieder im Bühnen, rauin erscheinen, sind von Heinz Eondell mit Gefühl für kindliches Sehen geinacht. Wie erfreulich wäre cs, wenn die Kinderstunde zu einer ständigen Einrichtung des Kulturbundes werden könnte! l. B. Vertrüge im Vrrliim Kulturbund Wie groß Interesse Mid Freude au Beethovenscher Musik in jüdischen Kreisen sind, beivies der überrafchcud girte Besuch eines vom Kulturbund deutscher Juden veranstalteten Musikwissenschaftlichen Vortrags von Tr. Ludwig Dt i s ch über den „Unbekannten Beethoven". In Vergessenheit geratene Kanunermusik, selten äufgesührte oder nie gehörte Orchesterstüele, kleinere opcrnhafte Werke, Militär- und Vokalmusik wurden in ihrer« musikalischen Aufbau wie in ihrer oft merkrvürdigen historischen Entstehung dnrgestellt, teilweise am Instrument durch einige charakteristische Beispiele erläutert. Dr. Misch gab auf Grund besonders eingehender Kenntnisse der Materie ein Bild vvm reichen Schassen Beethovens und machte aus manche Verbindung und Parallele zwischen Bekanntem und Unbekanntem aufmerksam. Von der Existenz einer „Schlachtsynrphvnie" werden wohl die wenigsten Zuhörer etwas gewußt haben, ebensorvcnig von den Volksliedern, die Alice Hanne 8-Ca ssirer (Sopran) rrrit viel Verstärrduis vortrug. An dem guten Gelingen dieses wertvollen und lehrreichen Abends haben nicht zuletzt der Geiger Joseph S ch e ch t e r und der Cellist Leo R o st a I Anteil. -th- Jn einer Sonderveranstaltuug des Kulturbundes sprach Tr. Kurt Singer über das Operntheater. Erging von dem bekannten Wort Franz Dingelstedts aus, daß das Theater eine Irrenanstalt sei, die Oper aber die Abteilung für Unheilbare. Mit überaus witzigen, launigen Worten schilderte Singer den Betrieb in dieser ..Kleinlinderbewahranstalt", den Weg einer Oper von der Konzeption bis zur Uraufführung, das Jneinandergehen von, Wahrheit und Unwahrheit, von Wirtlichkeit und Scheinwelt, die kleinen Reibereien. Intrigen, die Aufregung und das Gcltnugsbedürsuis der Schauspieler. Hierin sei die Welt hinter den Kulissen denn Leben gleich. Es sei nicht gut für das Publikum, das alles gar zu deutlich zu sehen, sonst geht das Schönste und Beglückendste am Theater verloren, die Illusion am schönen Säseiu. Singer stellte dann den Eiat für ein Opernhaus zusammen, der die Gründe des ständigen Defizits der Opcrnbühnen aufzeigte. Tann sprach er von der Opernregie, die ihre Direktiven einzig und allein aus dem Partitnrbild zu holen habe. Unmöglich, die Gedankenfülle des Cingerschcn Vortrags im einzelnen wiederzugeben. Zu allen angeschnittenen Fragen nahm er originell, und selbständig Stellung, brachte seine Bilder in äußerst humorvoller Form zur Geltung. Die Glossen über die verschiedenen Sachwalter im Opernbetrieb trafen oft den Nagel ans den Kopf. Ter dritte Abend des Vortragszyklus von Anneliese Landau über das romantische Lied galt Johannes Brahms. Die Darstellung ging von den ligenartigen Beziehungen Brahms' zum Weimarer Liszt-Kreis aus, der damals als stärkster künstlerischer Gegensatz zum Brahmssehen Werk aufgefaßt wurde. Bel dem historischen Rüelblick. der uns hucke möglich ist, tritt dagegen das Gemeinsame jenes Zeitsuls mehr in den Vordergrund. Nachrvmantik wird als jene Lebensunstellung gekennzeichnet, die wohl an der Schönheit der Welt teilhaben möchte, sich aber als „Ungeliebtes Kind" ausgesloßeu fühlt und dem Pessimismus zuueigt. Dieser wird bei Brahms Zum Verzicht auf Lebensfreude, zur resignierenden Gutsaguug auf dic von ihm geliebte- Clara Schumann. Als Charakteristika seiner Liedkompvsition sicht die Vortragende Verwendung von Eriuneruugsmotiven, Strophenform, rhythmische Dehnung, häufige Synlvpiernng an. Merkmale, die allerdings ausnahmslos auch im früheren romantischen Lied nachweisbar sind. Für den Nachweis einer - besonderen Bedeutung kontrapunktiscl-cn Satzes bei Brahms werden sich ausreichende Belege schwer finden lassen; hierin dürste das Instrumental- und dos Chorwerk ergiebiger sein, als die Lieder. Ten Liedproben war Susanne Stein einemeisterhafte Interpretin. Mit selten schönem Ansatz und toniicher Kultur sang sie die zarten, schnsüchligen Liedpoesien Willi Aron begleitete ausdrucksvoll und anschmiegsam. I.. A. Kvrimte im MliM KöliurSM Tie Kulturbuudkouzerte bringen in diesem Mouat zum erstenmal auch jüdische silRusik. Tie ersten Abende bestreitet der Spottsehe Chor, der eben von einer größeren Auslaudstournee zurückgekehrt ist. Souveräne Beherrschung aller chortechuischen Probleme ist hier zur Selbstverständlichkeit gewvrden, mag es um rhythmische Präzision und reine Intonation oder um deutliche Aussprache und realistische Wiedergabe drastischer Effekte gehen. Darüber hinaus packt eine Besessenheit und musikalische Inbrunst, die in solcher Intensität nur sehr . selten gespürt wird. So wird jede llebermüdung vermieden, was bei einem Männerchorkvnzert von fast zwei Stunden Tauer viel heißen will. Dem vorzüglichen Dirigenten Beujamm Spott steht ein prächtiges Stimmenmaleria! zu Geboie. kräftige, leuchtende Tenöre (glich Fistelstimmen), voluminöse. weiche, volle Bässe. Gelegentliche Unrein, heilen fallen demgegenüber nur wenig ins Gewicht. Das Programm enthält syuagvgale Gesänge lind einen Bolksliedteil. Abende mit jüdischer Musik erweisen immer wieder von neuem, daß em jüdisches Spezifikum lediglich im ostiüdischen Lied spürbar ist, das aus der Abgeschlossenheit des Ghetto kommt. Tie Syuagogeumusit eines Birnbäum Mid Lewandvwski erliegt den Einslüssen des romantischen ZeitstilS, was natürlich noch nicht von vornherein gegen ihren Wert spricht. So ist die Bearbeitung des „Adnunoj Adannvj", die Lobpreisung der göttlichen Barmherzigkeit und Lairgmut, sehr gelimgen; Wirklingsvoll ist Nabels „Bulbe", die ostjüdische Version des deutsehen „Kartoffelsupp, Kartosfelsupp" und Kopfs harmonisch und rhythmisch apartes „Gainnli", die Vision eines Kamelrittes durch die Wüste. Genau wie bei den Donkosaken, denen der Spottsehc Chor auch qualitativ nahesieht, lösen sich ans den; Chvrganzen oft Solostimmen; hier fielen der Tenorist H a r t e n b e r g . der ein guter Chasan sein muß, und der Bassist Rohr stock aus. Bedauerlich war nur, daß keine Serie und Ucbersetzungen ausgegeben wurden; zumindest wenige erklärende Worte wären — wie man verschiedentlich hörte — dem Publikum sehr willkommen gewesen. Lotte Leonard gab im Kulturbund einen Liederabend mit großenteils unbekannten Stücken; eine Wohltat, ciunml nicht das übliche Programm- Potpourri zu hören. Frau Leonard hat das Stilgefühl für eine Programmgestaltung, die bei einer Liedfolge ans der Barockzeit ansängt und bei Hugo Wolf endet. Als Charakteristikum ihrer Kunst erscheint mir die Fähigkeit, seelische Vielgestaltigkeit Klang werden zu lassen, ohne den Fluß der breiten melodischen Linie zu zerstören. In dieser Hinsicht war die Gestaltung eines einfachen StrvPhenliedeS, wie Schuberts „Das Rosenbaud" eine Meisterleistuug. Tie Künstlerin wurde durch ihren vortrefflichen Begleiter Wolsgang Nos 6 ausS wirkungsvollste unterstützt. L. AHinaun. Frankfurt n. M. Drei Künstler vo'n grundverschiedenem Temperament und seelischem Habitus. Dennoch gibt ihr gemeinsames Musizieren einen guten Klang, dem Intellekt und drio des Pianisten H. W. Sternb e r g. der geneigt ist, jedes schnelle Tempo bis an die Grenze des Erreichbaren zu beschleunigen, gesellt sich die differenzierte, mnsikaukische Gestaltungsweise des Geigers Stephan Frenkel ausgleicheud hinzu, ergänzt durch die besinnliche Art detz Cellisten Ewcl . Stegma n. Da sich alle Partner aus der Lime reifer Kuustauffassung und souveräner Technik treffen, sv geht der Hörer stets freudig mit. Zwischen Beethovens „Geistertrio" op. 70 ck-ckur. das gerade nach der däuwnischen Seite ausgeschöpft war, und Memdelssvhns Trio op. 49 ci-moll, das in scharfer Profilierung sehr wirksam erstand, befand sich als Novität Alexander Tausmaus Serenade. Eine gehaltvolle Arbeit, in der sich rhythmische Elemente slawischer Musik mit der verfeinerten Harmonik der französischen Impressionisten Vvm Typus Debussys und Navels verbinden. Eine sprühende Wiedergabe beleuchtete hell die Borzüge des Werkes. Reicher Beifall lohnte die Interpreten nach allen Nummern. Ko. Mrnfitn In einem von der Israelitischen Knlturgemeindo veranstalteten Konzert Münchener jüdischer Künstler » traten auch einige junge Kräfte — wohl zum ersten Male — vor dic Oefseuilichleit. Die Pianistin Life. Ivtt Weiß evüffncte den Abend mit Beethovens Waldstein-Sonate (C-dur, op. 53) und zeigte achtunggebietendes Können; namentlich fiel ihr elastischer, modulatorischev Anschlag auf. Wenn sich auch hin und ivieder eine begreifliche Befangenheit bemerkbar machte, so steigerte sich die Leistung der jungen Künstlerin erheblich in der kraftvollen Gestaltung des Klavierparts im. Trio 6-ckur op. 97 von Beethoven In die Interpretation dieses Werkes teilte sie sich mit Ernst Blum (Violine) und Dr. Benno F lehr n g e r (Violoncello). Der Geiger besitzt schvrr einen bemerkenswert süßen Ton und mich sonst ausgezeichnete Qualitäten. Dr. Flehinger . beherrscht sein Instrument in Ton und Technik hervorragend; ihm gebührt insofern besondere Anerkennung, alS er trotz Verletzung eines rechten Fingers den Bogen souverän zu führen wußte. Eine Auswahl herrlicher Gesäuge von Hugo Wolf bot Trudl Fuchs: ein ansprechender Sopran von sym- Soeben erschient von Dr. Rudolf Callraann, Rechtsanwalt am Landgericht in Köln (dessen Wettbewerbs-Kommentar im vorigen Jahr in 2. Auflage ausgegeben wurde). P Seit 0 latircn der erste grofle Kom- | mentar zum deutschen Kartellrecht, | der die neuen Kartsügcsctze der P neichsreglerung vom 15. lull 1933, p die gesamte bisherige Rechtj£ surechung und das Schrifttum bis 1 1. Moder 1S33 berücksichtigt. Umfang 720 Seiten / Preis in Leinen RM. 24." Philo-Verlag o. Eaclaiiii 11 Berlin W 15 Pariser Straße 44 pathsicher Klangfarl>e. der sich infolge einer iveblgebildeten Ntittellage auch in der Höhe noch festigen wird. Nicht mehr unbekannt ist Ernst Mvs. b a ch e r. der fünf Brahms-Lieder sang. Es ist eine Leistung für sich, daß er seinen für ganz andere Ansgaben desiiinnüen, in allen Registern fundierten Tenor — sein Wirkungsfeld ist die Bühne — in den Dienst reiner Lyrik zu zwingen verstand. Die Liedbegkcituug besorgte Kapellmeister Erich Erck mit echt mnsikalisehem Verständnis. Ter Museumssaal war überfüllt, der Beifall außerordentlich start. M. Berichtigung. In dem Bericht in Nr. 2 der ..C. 93.» Zeitung" vom 11. d. M. über das zweite Konzert dck neuen Streichynarletts, Berlin, war irrlümlichcrweile als ziveiter Geiger -<öeu Steuer angegeben. Richtig mnb es heißen: Hans P r a g e r. Aas der wissenschaftlichen Welt Professor Artur Cohen, München, 70Jahre Nlt. Am 22. Januar 193-1 vollendet der hervorragende Münchener Nationalökonom Professor Dr. Artur Cohen das 70. Lebensjahr. Aus einer allangesehenen Nlüuehener Familie stammend, übte er voll 1Ö06 bis zum Sommer 1933 die Lehrtätigkeit er der Technischen Hochschule in München aus; insolg! des politischen Uiitsturzes mußte er aus seiner Steilung scheiden. Bon seinen zahlreichen Wissenschaftliehen Schriften mögen hier folgende größere genannt werden: „Die Verschuldung des bäuerlichen Grundbeuße? in Bayern 1598—1715" (Leipzig 1906), ein Werk, das in Fachkreisen als glänzende Leistung gilt. „Finanz- Wissenschaft" in „Wirtschast und Recht der Gegenwart". Bd. I 1912. „Besteuerung und Geldentwertung" (Schriften des Vereins für Sozialpolitik, 168. Bd.), 1921. „Geschichte der Handwerkskammer Atünchen". 1926. Auch jüdischen Interessen hat Professor Coheil vielfach seine Arbeit gewidmet. Er war Aiilbegrüuder und viele Jahre hindurch Leiter des „Vereins für Statistik der Juden" in München und Mitarbeiter am „Jüdischen Lerikon". Erwähnung verdienen sein „Tie Judcnsragc, ein soziologisches Problem in „Schmollers Jahrbuch". Bd. 12 (19181 und „Tie Münchener Judeuschnst 1750—1861" in der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" 1931. Wer Professor Dr. Cohens ungebrochene Schaffenskraft kennt, wird ihm noch eine langjährige Tätigkeit zum Nutzen der Wisseusägaft wünschen. Professor Dr. Arthur Nuszbaum, Mitglied des Hauptvvrstandes des C.B., der bis zum teilten Svmmersemestcr iit der juristischen Fakultät der Universität Berlin gelehrt hatte und auf Grund des Berussbeamtengesetzcs in den Ruhestand versetzt worden ist. hat von der Columbia-Universität in New-chork die Einladung erhallen, dort als juristischer Gastprofessor zu wirken. Professor Dr. Ferdinand Gutheim (Freibürg), ist. wie wir bereits in der vorigen Nummer der „EB.-Zeitung" meldeten, nach langem Leiden gestorben. Nlit ihm verliert der Centralverein cim'" treuen, tätigen Freund, der durch fast zivanziginh^ rige Mitarbeit seiner Freiburger Ortsgruppe, aber auch durch seine ganze vvrbildliche Lebensarbeit dem Gedanken des Centralvereins nnt allen Kräften diente. Ter Verstorbene war ein Lehrer nicht inn von Beruf, sondern von Berusuug. Wo er mtd) wirkte, in der Schule oder in dem von ihm mit C'- sonderor Hingabe betreuten Arbeiterbildmigsvercm, immer war es die ganze Persönlichkeit des Beriiv'st denen, die seinen belehrenden Worten den Nachdnia der lleberzeugnngslrast verlieh. Es tvar ihm vecgöimt. in der Anerketutnng seiner Uuuvelt den zu finden, der seinem Lebensweg die innere r!-! stütigung verlieh: für seine Kriegsleistungen erbicch er die RPte-Krenz-Atedaille und das Eiserne Kreuz. Auch der Zähringer Löwcnvrden wurde ihn' v"- liehen. Mehrere Jahre gehörte der Berßvrbeiie dem Freiburger Bürgerausschtiß au, in dessen Thealeu und Bollsbibliothekskmumission er ein mige|e[)eit‘ Berater war. , An seiner Bahre wurden Kränze ms Freiburger Rottcck-Oberrmlschule. au der er vw zu seiner 1931 erfolgten Pensionierung tätig nm. des Arbeiterbildutigsvereins und des Roten Kreuz^ niedergelegt. Auch in unseren Reihen wird oc-o Verstorbenen stets in Ehren gedacht werden. Als Nachfolger des verstorbenen Sanitatsrab - Hans Herz wurde NniversitatSprosessvr Tr. pmr chäsfer (Breslau) zum Primärarzt der Inner Icilung dcZ Israelitischen Krankenhauses vahlt Er ist-durch zahlreiche Rrbeiteir aus dem u t der Herz- und Gesäsckrauthellen bekanntgeworve».

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