Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 2 (11.1.1934)
- Date
- 1934-01-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische ZÄmMwktzmdS Der Begründer der „Gesellschaft für jüdische Familienforschung-, Dr. Arthur Czell i tz e r, machte kürzlich in der „E. V.- Zeitung" unter „Jüdischer Adel" sehr beachtenswerte Ausführungen einerseits über das Bestehen, anderseits aber auch über den Mangel jüdischer Familientradition. Die Cohanrm und Leviten unter uns, aus die hinaewiefen wird, repräsentieren diese Tradition in geradezu staunenswertem Maße. Zwar kennen sie nicht die einzelnen Aszendenten bis in weit zurückliegende Zeiten, aber durch Jahrtausende hindurch pflanzt sich vom Vater auf den Lohn das Bewußtsein fort, ein Eohn. ein Levit zu sein. Keine Geineinschaft kann ältliches aufweisen. Das ist. bis in unsere Tage hineingetragen, antike „Ueberlicserung", die dereinst von ungeheurer Kraft war. die aber dem modernen Menschen ganz abhanden gekommen ist. Das ist Tradition! Etwas anderes ist Familien künde. Hierunter verstehen nur heute, neben etwa einer Familienchronik, die Aufzeichnung einer Stammtafel, die die Verzweigung einer Familie darstellt. Im allgemeinen ist die Pflege dieser Fa- . milienkunde leider nicht sehr gro§. Keineswegs aber steht das Judentum der christlichen Um* well in dieser Beziehung nach. Es gibt viele jüdische Familien, die derartige Auszeichnungen aufweisen tonnen. Diese samiliengeschichtlichen Arbeiten sind - bei jüdischen Famiueu meistens schwieriger als bei christlichen. Familiennamen bestehen erst seit Anfang vorigen Fahrhunderts, und dokumentarische Pcrsonalaufzeichnmlgen gab es vorher in den Gemeinden kaum. Dafür aber haben wir das große Material der „Iuden-Aklen" aus der langen Schutzjudenzeit. Aus ihnen ist sehr viel herauszuholcn. Diese ..Iuden-Aktcn" allerdings anfzufinden. sie zu erlangen und zu durchforschen, ist oft sehr schwierig, umständlich und zeitraubend. Durch den Mangel an Familiennamen und das Fehlen der Gemeindenratrikel kommt man meistens über die Mitte oder den Anfang des 18. Jahrhunderts nicht hinaus. Es gibt aber dennoch manche Familien. die ihren Ursprung bis ins 17.. 16.. ja lö. Jahrhundert znrückversolgen können. Daß wohl ein Mangel an Familientradition besteht, ist Tatsache. Ich sehe aber davon ab, den silbischen Familien oder dem Judentum deswegen einen Lorwurf zu machen. Wir sind eben alle Kinder unserer Zeit, und die Zeit des vorigen Jahrhunderts war in ihrer ungeheuren rationellen Entwicklung, die in ihrer Art ja auch etwas Großes ist. nicht dazu angetan, den einzelnen oder die Familien auf jene Tradition hinzuführen. Das völlige Fehlen der Seßhaftigkeit städtischer Famllien ist in der Hauptsache die Ursache, daß sich nur verhältnismäßig wenig Familien durch Schaffung von Stanrmtafeln ihres Zusammenhanges bewußt bleiben. Wie selten kommt es vor. daß eine städtische Familie durch drei Generationen auf derselben Scholle sitzt, oder ihr Gewerbe, sei es ein kaufmännisches oder handwerkliches, auf den Enkel vererbt. Alles zerstreut sich, alles zersplittert sich, alles strebt auseinander. Wir hören da immer von den alten Patrizierfamilien früherer Zeiten. Wie war es denn mit diesen? Genau so, wie es heute mit angesehenen Familien auch noch ist. Sie sind etwa in drei Generationen ansgestiegen, haben hundert Jahre gegolten und sind dann wieder abgestiegcn nnd in der Allgemeinheit verschwunden. Patriziers a m i 11 c u im alten Sinne gibt es heute nicht mcbr. Heute kennen wir wohl Prominente, fei es der Wirtschaft. Politik,^ der Wissenschaft oder der Knust. Kein Mensch aber kümmert sich um deren Kinder oder gar Enkel. In der Stadt bleibt nichts von Bestand. Aber dennoch ist es nicht völlig zutreffend, wenn da immct gesagt wird, nur da- Landvolk regeneriert das Volk, die städtischen Familien sterben ans. Sie sterben nicht m e h r aus als die ländlichen Familien, aber sie zerstreuen sich, sie gehen in alle vier Winde, die Zweige der Familie kennen sich nicht mehr, nnd daher kennt die Umwelt sie nicht. All das ist die Folge des Fehlens der Seßhaftigkeit. Da ist nichts zu tadeln. Tie Verhältnisse bedingen das. Nur eine sorgfältig ansgeführte Stammtafel kann die Grundlage dafür sein, das; der Zusammenhang städtischer Familien ans Generationen hinaus erhalten bleibt. Nun kommt aber ein Faktor in Betracht, der sehr zu beachten ist. Es findet sich also ein Familienmitglied, das eine solche Tafel, oft in jahrelanger Arbeit, schasst, oder diele wird auftragsgemäß von einem Bernfswnealvgcn ansgearbeitet. Alle Familienmitglieder erfreuen sich der Arbeit und achten sie. Aber dann-, und wie ich die Erfahrung gemacht habe, kann ich sagen, ohne Ausnahme, fehlt nun der zweite oder gar dritte, um nun diese Tafel später weiter zu führen. Sic bleibt liegen, -wan.zig, dreißig oder gar mehr Jahre gehen schnell dahin, junge Generationen wachsen heran, sie sind nicht ausgezeichnet, der Konnex ist verloren. Mir liegt eine der grüßten jüdischen Stammtafeln vor. die vor etwa zwanzig Jahren abgeschlossen ist. Sie umfaßt viele hundert Familien. Der Versuch, die Tafel bis heute zu ergänzen, ist bei der Unzahl der Familien ausgegeben. Eine andere Tafel geht bis 1847. Für damalige Zeiten eine ganz seltene Arbeit. Sie war damals schon umfangreich. Mein Vorhaben, sie bis heute zu ergänzen, wird, wenn dies gelingt, eine jahrelange Arbeit erfordern. Es fehlt eben für die einmal geschaffenen Stammtafeln eine konstante Zentralstelle, die in der Lage ist, die Aufzeichnungen dauernd auf dem lausenden zu halten, sie ständig zu ergänzen. Hierfür wäre nun die „Gesellschaft für jüdische Familienforschung" die gegebene Stelle. Sie kann eine Zcntralleitung zur Wetterführung und Aufrechterhaltung aller bisher geschaffenen Staunntafeln und aller, die noch geschaffen werden, werden. All meine bisherigen Bemühungen in dieser Beziehung sind allerdings ergebnislos geblieben. Nun aber sind wir durch die neuesten Ereignisse ansgcrüttelt. Wir besinnen uns auf uns selber. Da wollen wir hoffen, daß zum.. mindestens das, was bisher geschaffen ist. nicht vernachlässigt und vergessen wird, daß auch Neues geschaffen wird und von Bestand bleibt. Etwas sehr Belangvolles hat uns nun die neue Zeit gebracht. Die Wissenschaft hat sich der Fanülicnsorschung bemächtigt. Zu dieser ist die Erbforschung in biologischer, anthropologischer und eugenischer Beziehung gekommen. Die „Gesellschaft für jüdische Familienforschung" wird nicht ermangeln, ihre Tätigkeit die bisher mehr auf fglnilicngeschichtlicheur Gebiet lag, in jene wissenschaftlichen Komplexe hinüberzuleiten. Es steht zu hoffen, daß sie mit diesem erweiterten Arbeitsgebiet neue Mitarbeiter und neue Freunde gewinnt.. Otto Xcumann. Berlin: 12. Januar: CB Ortsgruppe NO und Neuer Simagogen» verein Rpkcslrahe. Nach dem Gottesdienst (Beginn 16 wir 50 Min.) Frcitagabcndscicr für die Jugend. Ansprache Nabbinatskaiididat Z i in e t. 13. Januar» 20 Uhr 30 Min.: CV Ortsgruppe NO und Steuer Cynagogenrerein Rifteslraftc. ‘ Rabbiner T*r. Manfred Ewarscnskn: „Wir wandern durch die Jahrtausende." Eintritt frei. 14. Januar, 11 Uhr 30 Min.: Kulturbund. Dr. Kurt Sitiflet spricht über: „Das Operntheater." Der. liner Theater. 14. Januar, 18 Uhr 30 Min.: Kulturbund. „Bunte Kinderstube." Lucie Gelber. Berliner Theater. 13. Januar, 20 Uhr: Lehranstalt filr die Wisscuschaft des Judentums. Rabbiner Dr. Leo B o c d : „Die Reihe der Zeiten." Artillericstras;c 14, Aula. 20. Januar: Jüdischer Turn- und Sportklub 1003 lJTSL 03). Winterfest. Logenhaus. Kleiststraße 10. Der Reingewinn ist für die Errichtung eines Jugendheims bestimntt. 21. Januar, 11 Uhr 30 Min.: Jüdische Gemeinde. Matinee zugunsten des WirUerlstlfswerls des deutschen Volles. Orchester des Kulturbundes unter Leitung von Ge. neralinusildircktor Josef R o s c n ft o ck. Philharmonie. <5. m. b. H. Wuppertal »Wird»!. Bekannt leistungsfähige Hersteller won KlippsMES&eti, laplsssrle lA,««,, vorgexeichn« fertigkonf. Schürzen. d« 3)1«: 14. Januar. 15 Uhrr GastlpleU des Kulturbundes bctufdjc« Kuben, Berlin. „Nathan der Weise." Neues Theater. 15. ßanuar. 20 Uhrr Gastspiel des Kulturbundes. „Othello." Neues Theater Breslau: , 13. Januar. 20 Uh- 15 Dttv.r Grmeindeabend, Dr. Lew. t o w i h : „Leben und Religion." Neue isgnagoge. 14. Januar, 20 Uhrr „Wort und Ton", Kabarrllabend jüdischer Künstler. Lessing-Loge. Ellen: 12. Januar: Kulturbund. „Stella", Kolpinghaus. 20. Januar: Kulturbund. Kantorenkonzert. Gynagoge, Gelsen kirchen: 14. Januar: Kulturbund. „Stella." Logensaal. Bahn, lwsstrage. Gemeinsame Veranstaltung mit Bochum. Köln: " ' * „Stella." Rheinland-Loge. ' Rcichshalleil-Theater. 15. Januar: Kulturbund. „ — 10. Januar: Kulturbund. „Stella." Wuppertal: 15. Januar: Kulturbund. Wuppertal-Elberfeld. 20. Januar: Kulturbund. „Stella." Gesellschaft „Bereich', Duisburg: 16. Januar: Kulturbund. Krefeld: 18. Januar: Kulturbund. Kantorenkonzert. Synagoge Kantorenkonzert., Synagoge. Kantorenkonzert. Cynagoge. Unter dem Namen „Jüdische C h o r ti e r e i n i a n >! n o" wurde in granksurt a. M. ein größerer gemischter Chor inö Leben gcrtiscn, der bereits mehr als 7t! aktive Mitglieder zählt. Musikalischer Leiter ist Tr. N. E h r e n r c i ch. Tie Proben haben begonnen. Meldungen erbeten an Tr. Ehrenreich. Frankfurt a. M., Lternstraste -10 (_ui 52WXJ). Zm Rahmen des Kulturbundes dnrtscher Juden, Berlin, findet^ im I a n u a r zehn Konzerte st.stt, in denen der ecvotticlb: LLntagogcnchor, der Lpernchnr des .Kulturbundes, der Rvskinsche Ehvr und Loste Leonard mitivirken. Der Komponist Dr. Jakob «chönderg. der sich durch sein Wert „Tie traditionellen Gesänge des israelitischen Gottesdienstes in Tenstchland" einen Namen ge» unuiil hat. hat ein jüdisches Volkslied ..Lied von unsere: Vergangenheit" komponiert. Tas Lied ist znm Preise von 1.30 RN! in allen Buchhandlungen oder direkt durch Tr. I. Lchönberg, Berlin NW. 21, Lchließtach 30, zu beziehen. _ Die Kanroren in der Reichsmusikkammer Tie Xnflitiig des Allgemeinen denk, s ch e rt ,ll n n t o r e n v e r b n n d e s (Vereinigung j ü bischer ilontorc n) fand am -25. und L*t). Dezember in Leipzig statt. Von besonderem Interesse war der Bericht über die Verhandlungen über den Beitritt der Kontoren zur Reichsmnstllammcr, der jeder im öffentlichen Musikleben Slljaffende am zu gehören hat. Grundsätzlich wurde einstimmig beschlossen. nach Klärung bestimmter Vorfragen bei den zuständigen Stellen, den Beitritt zur Reichsmusitlammer in corpore zu vollziehen. Nach einer inhaltsreichen Tagung wurden gewählt zunr I. Vorsitzenden K o r n i tz e r (Hamburgs, zum Kassenführer Kaiser (Berlin) und "zum 1. Lchriftsiihrer Alt (Aachen). 8. A. I T> } : ij4o i5 Süd chsM V/.15, JocchfmsthalerStr. 13 lägli h (ausser Freitag) 8 fl.-M Uhr abends 'ÄlilaLV konfferlerS \Ibert rvinmlo, Simon ftorkoirUz, Klsc Dublnn. Ik« «II Haas, Jnrllii fiettner, Karja .Srliaplro. Heinz Srliünfeld u. fleatrlce Am Flügel: Erich Ronls Kapelle: 3ack Polischuk Jonnerslag, den 18, Januar und folgende Donnerstage, 4:|,JUhr HaMsffpaaan -> KoeCatiiiS^Qa iltnx<>r, SHnger, Artisten, gytnnnsllschn, kosim-llsrlio uu»i lioi-hvorftlhrtinge«. — Ausstellun fllr «Ile Iluusfruu. Freier Eintritt. — tie«leek O.flfV Slk. Sonnabend und Sonntag 43,J Uhr: Tonstee. Von'ei'kauf tat-l. II t Uhr an der Ka.s><» u. Aiiondka^sc (J 1 Bismarck 0070) Hardenbergstrasse 17 .A’unniehr rrgoltuüssig : Sonnabend/Sonntag 81/« Uhr: Eintritt M. 1.-. Sonntag nachmittag Kintrttt frei / Gedeck M. 1.25 Dlcnstag/Donncrstag, H'U Uhr: gilt IIabareit Eintritt M. 0.60. Wttehcntllel» Frogrninnnveelisel. AI» SouiintHMid, na. I. eonferiert Kurt Rode »lack nnil Wlille .Karton K«»egrl Slf'gfrle«! Rltluinmi Tlsrlibostollungrnt V 1 »1,15, AlCaffee ICorfürstendamm _v K pfürsSendamm 76, Ecke Wtlmcrsdorfer Strasse I>n* Slnu?« «1er guten <i«‘solIscbnft — Erstklassige Küche Tftgllcti Konzert — Billard- und Spielsäle TÄGI.NACHM. IliiiM l__.„ J UND AB END CURFÜStMBNBAMMai Dircktloa: Flntow Elow. ELOW konferiert ein tolles Januar-Programm 1 Bas müssen Sie gesehen haben! Eintritt K. Kleine Preise Hausfrauen Nachmittage (A Könne Iiaflee und Kuchen Kork 1.— © Eintritt frei J ooomad.Sozmlag, 14. i.—? ooo 4, Eintritt frei I 2 Die Sfimmungsmelodisten u. d. Leitung v. rrlt* lach* OHO Eintritt kJ i.- j Caf6Kausprolji ^KMREIf Ü.TEC3Z Gerda Kosppler-?. der .Katakombe" RITA ATlASZ •« ELSA POSEN © HEINZ GANTHER Conferencai Heinz Ganther i. groß.Saal cf. Cafe Leon! Sichern Sie »ich Plätze Im Voriss verkauf Im Büro d. 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