Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 2 (11.1.1934)
- Date
- 1934-01-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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:. EtzNMÄ tastet z,r 50. Mederkehr seisss Todsswgss (5. Januar!S3<) »n der poMchm Matezeit des ersten „ „ach der R-ichSgründung. m der. da BiSmarck daS im Bunde mit den NÄällchcrakcn geschasfsne einheitliche kLland mit den jrecheWchen Gesetzen E-d-rnen GrotzslaalcS auSzustalten be- "*! Sat ©uttti) LaSkcr eine besondere Rolle <Clt ' fcättin« einer der ersten in den Ander..Rationalen Partei' lspäterRatio- -»ibbeiale Partei!, die sich , von der Fort- ,Ä tPartei trennte, weil diese den Kamps? n Bismarck noch >°r!sch!e. als schon deut- K wurde das! das von den Liberalen leiden- Äill ch erstrebte Ziel, das einheitlich- Teutsck). kn durch Bi-marck seine Derwirktichung ÜI-n würde. Während BiSmarck IS70 vom 5mKu bauptquarticr in BcrsaillcS aus die Z fita Mdcn Ziir Erreichung des großen Ä ,rü. hat Eduard LaSker durch Reisen b« ondcrS i» Süddeutschland. durch Ein-. „• 'tliraq a,i! seine liberalen Freunde und die lMeiitchcil Reglerunycn den Emheüs. i en wirkslmr unterstützt. Mit der Schaf. de? Deutschen Reiches bleibt sein Name verlmipst. Cchon dem siebenjährigen Knaben hatte ein Herl,hinter Rabbiner, der gelehrte Mbcr ßrr tum Posen, die künftige Größe vorhercie>aat Dem Zehnjährigen erklärte der Hauslehrer. seine Arbeit sei überflüssig, der Junge könne von ihm nichts lernen. Die hervorinnendcn Eigenschaften des Charakters und de? Eeistes hatte Lasker von feinen Eltern qeerbt, den Verstand von der klugen Mutter, den unbeugsamen Charakter, die uneigennnbige Gesinnung von dem idealistisch geftimmtcu Vater, der aus Grundsatz niemals einen Eid schwor (in einem Strafprozeß wurde er burdj Königliche Order davon dispensiert), und der von allen Vorschriften der Bibel leine so streng hielt wie die. die verlangt, daß man ein Zehntel seines Einkommens den Armen gebe. ’ Was Eduard Lasker den überragenden Einfluß in - seiner Partei, der Partei der Nchsgrnndnng - pnd des.Reichsausbaus, verschaffte, was -ihn über Partei- und Landesgrcnieu hinaus zu einer der am meisten ge-- achteten und geehrten Führerpersönlichkeiten des.politischen Lehens machte, war. die seltene, Vereinigung .von. drei Eigenschaften.,. Mit seinem 'scharfen.Verstand und einer Kombinäsionsgabe,- '.'die. sogleich die richtigen Wege zü dem als richtig erkannten Ziüe erspähte,.', verband: er einen unermüdlichen, eisernen Fleiß,-per jeden.-Stoff von..allen Seiten be-.. trachtete und durchdrang. Hinzu trat eine Selbstlosigkeit, eine Zurückstellung aller persönlichen Interessen, eine unbedingte Uneigennnhigkeit, die auch von keinem Gegner je in Eiweifel gezogen worden ist. Es war eine Atmosphäre kindlicher Lauterkeit um diesen Nann, der sich niemand zu entziehen verstand. Fehlte ihm vielleicht jene - Feinheit des Weltmannes, die seinen Freund Ludwig Bam» berger auszeichnete (von dem der Reichskanzler Bismarck einmal erklärte: „Er hat ein Buch über mich geschrieben, auf das ich stolz &inr), so hatte jeder seiner Reden, seiner Aeußerungen einen klassischen Zug. Der deutsche Klassizismus fand m ihm einen Nachsabr edelster, Art. Es war das Glück seines Lebens, daß ihm beschieden war. diesen selbstlosen Jdealisluus in der hervorragenden Mitarbeit an jenen grundlegenden Reichsgesetzen betätigen, durch die unter Bismarck das ME Reich feine. RechtSgnmdlane empfing.. Bamberger durch ReichSbank und Nerchswährung dem deutschen. Wirtschaftsleben eine dauerhafte Basis schuf,., o hat Eduard Lasker die Neichsjustizgesetze, die vielfach m der Welt Nacheiferung fanden, und damit das deutsche NechtSleben.tief beeinflußt. - Zum endgültigen Politiker im landläufisien Sinne fehlte ihm vielleicht etwas von jenem unedlen Metall, das man dem Golde hinzusügen muß, um es in Münze zu prägen und für den Umlauf hart genug zu machen. Dn: Mann, über dessen Lippen niemals, auch mcht im Scherz, ein unwahres Wort kam, : konnte es nicht begreifen und nicht verwinden, daß er belogen wurde. Es war Adel in seinem Wesen. Seine letzten Jahre waren durch Krankheit verdüstert. Von-Bismarck hatte er sich getrennt, als sich dieser vom Freihandel und von der freiheitlichen Ausgestaltung des neuen Peiches abwandte. Auch die eigene Partei, die nationalliberale, verließ er, als ihre Politik ihm nicht mehr die genügende Unabhängigkeit und Gradlinigkcit zu verbürgen schien. Eine letzte Reise, aus der er Erholung von , schwerem Leiden suchte, führte ihn nach Texas zu seinem jüngeren Bruder Moritz. Dieser war nach Amerika auSgewandert, wie ' in der Mitte des 19. Jahrhunderts viele der besten Deutschen, deren Arbeit an dem großartigen Aufbau der Nordamcrikanischen Re-' publik so hervorragenden Anteil gehabt hat. Moritz Lasker hatte sich in Galveston in Teras niedergelassen, war als kluger, vorausschauendcr Kaufmann zu großem Wohlstand gelangt, und noch zeugt dort manche Stiftung von seinem hochherzigen Sinn. Seine Söhne nehmen heute im. wirtschaftlichen und öffentlichen Leben der.Bereinigten Staaten eine hervorragende Stellung ein, und einer von ihnen, der hochangeschene Albert Lasker in Chicago, erzählte mir vor wenigen Jahren, wie aut er sich noch an den Besuch deS Onkels vor fünfzig Jahren, erinnert, an. die kleine Gestalt mit den leuchtenden Augen, in der hohen Halle des väterlichen Hauses. - In New-Port wurde dem großen Patrioten am 3. Januar IHM von Deutsch-Amerikanern ein - Bankett gegeben.. Bet der -Heimkehr von diesem Bankett churde. er - ans der Straße vom Tode überrascht.- Das amerikanische .. Repräsentantenhaus., sprach . damals dem' .Deutschen^.Reichstag, .sein. Beileide, aüs durch' .'Annahme.--nmrvNe^vlMoy:.--. Ochilt.ree, die von Lasker sagte, „dcch''seine feste und be- . harrliche.-Vertretung -freier- und liberaler Ideen die soziale, politische und wirtschaftliche Lage seines Volkes wesentlich,gefördert habe".. Unvergessen ist noch die Berliner Gedächtnisfeier, die am 28. Januar in der Singakademie stattfand und durch die Rede Ludwig Bambergers zu einer der großartigsten deutschen Totenehrungen wurde. - Dem Grab auf dem jüdischen .Friedhof, iy' der Schönhauser Allee, das die sterblichen Neste Eduard Laskers und Ludwig Bam-' bergers umschließt, gebührt ein Platz in der deutschen Geschichte. Die Grabinschrift ist von Paul Nathan verfaßt, der selbst durch Lasker in die deutsche Politik eingesührt worden war. Die Inschrift, die viele Gedanken und Empfindungen aufrührt, lautet: „Hier ruhen im Tode vereint, die im Leben . gemeinsames Streben für Deutschlands Einheit und Freiheit verband." Dr. E. F. - Henry NE§DsMMN ■ Von dein Ergebnis des großen Experiments des Präsidenten Noosevelt, das den Bauern. Arbeitern chd Angestellten in den Vereinigten Stauten um jepen Preis eine neue Lebensmögllchkeit geben soll, hängt viel, ja alles nicht nur für die regierende Partei ab. Mit Noosevelt steht und fällt sein intimftet Berater, Henry Morgenthau jr., der jetzt auch nach außen hin in die vorderste Front der Verantwortung tritt. Am 1. Januar wurde zusammen mit dem 10'Dtilliarden-Budget und dem ungeheuersten Defizit aller Zeiten, das um.der Arbeitsbeschaffung willen riskiert wird, seine Ernennting zum Bundesfinanzminister bekannt. '^3 gibt kaum ein schwierigeres Amt. Der es M.-nimmt. zählt erst 42 Jahre. In New-York am U- Viai 1891 geboren. Besitzer eines Mustergutes am amerikanischen Rhein, dem Hudson. Herausgeberführenden landwirtschaftlichen Zeitschrift. Ein studierter Mann. im Krieg als Marineoffizier beehrt. Noosevelt. sein Gutsnachbar, wird Gouverneur des Staates New-Pork und stellt den jungen ..Mntteman-Farmer" an die Spitze der landwirt-. s Fittichen Beratungskommission. die in dem größten > ^taaij. der Union eine außerordentliche Tätigkeit - ^lnltet. Bauernhilfe ist auch das. erste Wort der Legierung Noosevelts. der seinen New-Porker > 'cr "ach Washington mitnimmt zunächst als j ^lerstaatssekretär im LandwirtschastSmimsterium. ^ven der Wallstreet ist das Schatzamt das Zentrum r Obstruktion. Sie wird gebrochen. Morgenthau da8 Schatzamt, zunächst provisorisch als ,!c .rdes Ministers, der ln Urlaub geht, dann gültig mit dem Jahreswechsel als Schatzsekretär. -^ann' der dem Führer des größten Wirtlassen gegen den Mißbrauch des tar *> schmiedet, ist der Sohn eines Einwanaus Mannheim, der 1865 als Kind nach Arbeitnehmern gefordert bzw. die Einstellung solcher Arbeünehm.er unterbunden haben. , - •’ In anderen Fällen ist die.Entlaffung sämtlicher., jüdischen Angestellten vor der Entlassung irgendeines arischen Angestellten verlangt, rvvrden.. Betriebspertretungen haben außerdem versucht, ihren Forderungen durch Androhung körperlicher Angriffe . Nachdruck zu verleihen.. In allen diesen Fällen haben die Betrievsvertretungen gegen die wiederholten Verlautbarungen der Regierung verstoßen. Der Herr, Reichswirtschaftsminisier hat ' sich mit seinem Schreiben vom 8. September, an den Deutschen Industrie- und Handelstag gegen die Boykottierung nichtarischer Firmen gewendet. Hieraus kann ohne weiteres abgeleitet werden, daß auch den nichtarischen Angestellten und Arbeitern der Schutz der Negierung zusteht. Der Herr Neichsminister für Volksaufllärung und Propaganda hat sich in ähn^> lichem Sinne geäußert und ausdrücklich fest- §estellt, daß. ja bekanntlich auch für ors jUden keinerlei Ausnahmegesetze aus wrrt» schaftlichem Gebiete bestehen. Endlich verweise ich aus die Mitteilung vom 21. Oktober d. I.. die von dem Herrn Reichswirtschaftsminifter und mir im Ein^ vernehmen mit dem Herrn preußischen Minister des Innern erlassen worden ist, in der . nochmals ausdrücklich gegen Eingriffe von , unberufener Seite in die Verhältnisse der. einzelnen Betriebe Front gemacht wrrd. Die obenbezeichneten Fälle werden hier-- von betroffen. - - Im Einvernehmen mit dem Herrn Neichswirtschastsmurister ersuche rch die Herren Treuhänder der Arbeit, gegen Eingriffe der geschilderten Art seitens der Betriebsvertrctlingen und anderer Stellen vorzugehen und für unbedingte Aufrechterhaltung der Rlihe in den Betrieben auch weiterhin zu sorgen. gez. Franz Seldte. icü im cäuas MAEMMir und CtöMlaat Im Dezemberhest des „Ständischen LebenL' stellt Professor Andreae in einein Aufsatz „Nationalwirtschaft u>td Wirtschaststheorie", der Wiedergabe seiner Gießener Antrittsvorlesung, die Frage, aus welchen Gründen sich die Nationalökonomie als Wissenschaft gegerulber der nationalen Erhebung durchaus passiv verhalten habe. Verantwortlich hierfür sei die historisch bedingte falsche, da materialistische, Fragestellung der Vollswirtschastslehre. Eine Auswechslung der ökonomischen Wertbegriffe erscheint Professor Andreae notwendig, ein Ersatz der wirtschaftlichen durch völkische Wertung. Die Theorie habe ihr Primat an die Politik abzntreten. Das Kriterium einer so verstandenen Nationalökonomie liegt nicht in der Bestätigung von Preis- und Werttheorien, sondern in der optimalen Annäherung der Wirtschaft an daS völkische Ziel der Autarkie. Die ergänzende Hauptaufgabe der Nationalökonomie sei mit den Zielen der ständischen Gliederung verknüpft. Ständischen Fragen ist der Aufsatz von W. Heinrich gewidinet („Der Faschismus auf . dem. Weg. zum Ständischen Staat"). Ziel der stätldischen Wirtschaft ist die möglichst enge Vcrklaminerni'g der sozwlogischell Klassen bis zur subjektiven Anslöschnng ihres Gegensatzes. Das. den Klassenunterschied übcrbrückcnde Element bildet .der Stand. Heinrich wirst der italienischen Ständeordnung vor, daß sie Ncidimente der früheren organisatorischen Klassenschichtung in den/-getrennten Syndikaten der .Arbeiter .und Unternehmer - welterhin' dulde. ■ Auch den Ber-- . bindungsgliedern beider Organe, den . Kor- ' porationen, fehle es, da bürokratisiert und staat- , lich bevormundet, gegenwärtig noch an klassenüberbrückender Kraft. Immerhin verlagert sich das Schwergewicht der Ständeordnuncs zusehends in Richtung zu den ausgleichenden Korporationen, die der Staat immer mehr sich selbst überläßt und in deren Hände er die Wirtschaftspolitik zu legen beginnt. Der Wirtschaft werden damit legislative Befugnisse zuerkannt. Der autoritäre Smatbaut sich, wie Heinrich meint, zu ihren Gunsten selbst ab. Er wird schließlich zur Oberleitung über die autonome Wirtschaft; sobald es ihm gelungen ist, der soziologischen Klassenschichtung ihre psychologische Bedeutung zu entziehen.' In dieser Weise interpretiert Heinrich die politischeil Umbanpläne Mussolinis, denen bei der engen Verwandtschaft zwischen der italienischen und der deutschen Stantsform besondere i Beachtung znkomme. — Faschisiernng bedeutet nämlich, wie Heinrich betont, nichts anderes als Gleichschaltung, wenn auch, wie hinzngefügt werden müsse, ohne rasscnmäßiges Akzent. New-York kann AlS Anwalt und Präsident großer Untenehimmgen zu Reichtum gelangt, folgte Henry Morgenthau sen. dem Ruse seines Freundes Wilsons, der ihn 1913 als Botschafter nach Konstantinccpel sandte lieber seine türkischen Erlebnisse veröffentlichte er ein Buch unter dem Titel „Botschafter Morgenthaus Geschlchte". Als der Völkerbund 1923 eine Kommissron ernannte, um den auS der Türkei ausgesiedelten griechischen Flüchtlingen zu helfen, wurde Botschafter Morgenthau mit der Leitung betraut Den Dank des hellenischen Volkes brachte die Universität Athen durch seine Ernennung zum Ehrendoktor zum Aus- ÖrU?Lr neue Schatzsekretär der Vereinigten Staaten ist das dritte Kind aus der Ehe Henry Morgenthaus mit Josephine Sykes. Der MsarSeUsmInisler ReichSarbeitSminister Seldte hat sich In einem Erlaß an die Treuhänder der Arbeit vom 24. November ISS3 gegen gefetzwidriAe Eingriffe in die Wirtschaft gewandt. Der Erlaß lautet: -v»r RcickisarbeitSminister föerlin NW 40, ' M b Nr.I». tÄÄ An die Herren Treuhänder der , Arbeit. ' Bctr. Vorgehen gegen nlchtartsche Arbeit, nehmer. ' Aus verschiedenen Teilen deS'ReIHS und auch von Treuhänderseile sind mir zähl. ' reiche Mlle bekanntgewvrden. in denen Betriebsvertretungen die Entfernung von jsidi. In einem polemischen Beitrag zu seiner Zeitschrift „Volk im Werden" (4. Heft, 1933) wendet sich Professor E r n st K r i e ck gegeri den Mißbrauch des Begriffs■ „Politisch". Krieck erblickt die nächstlicfenoe Erziehungsaufgabe darin, die deutsche Wirkichkeit und Not aus dem Wege politischen Handeli^s. ' zu meistern und zu gestalten. Entleert inan aber die Politik von der Wirklichkeit, so fehlt ihr der Sirnr, die Substanz, der Boden unter den Füßen. Deshalb warnt Krieck vor einer Jugend, die meint, mit Ueberfliegen des Berufes und der anderen natio-' nalen Lebensnvtwendigkeiten von der Politik und für die Politik leben zu können: der Irrtum würde sich am bittersten an ihr selbst rächen. T<lher soll die nationalpolitische Erziehung den Jugendlichen die Augen , für das Wirküche in. seinen Weiten und Zusammenhängen auftlln, sie an den Beruf E)inführen, sie dessen nationale Verpflichtungen lehren uno ihr eine Wissenschaft vermitteln, bereu Erkenntnis deS Wirklichen Willenshaltcmg und Entscheidung ' vorbereitet. Erkenntnis der wirklichen geschichtsbildeuden ' Ausgabe als Leitbild an die Jugend zu vermitteln, ist - wie Krieck abschließend bemerkt — der Sinn einer politischen Erziehung, die „wirkungsvoller . wäre als fragwürdige professorale Orakel über das Politische schlechthin". ‘ftfcüillSÖ •' ' In einem Aufsatz „Nevoliüion des Geistes" („Europäische Revue", 9. Jahrg., Heft 12), teilt ' .Staatskommissar Hans Hinkel die Grundsätze' ' der nationalsozialistischen Kulturpolitik mit. Nach- ■ dem in den Schlachten bcS Weltkrieges die Welt des libcralistischen 19. Jahrhunderts zusammenacbrocheu war, bildeten die Sehnsucht nach dem Zieiche, die „zlrgleich Wirklichkeitswille und Weltf weite Gottverbundonheit" ist, sowie die Sehnsucht '. nach der Volkswerdung die Triebfedern des neuen; deutschen' Külturäufbaues. Die aus dem Geist der Revolution erwachsene Kultur wird total.sein, denn. die nationale und soziale Revolution ist mehr als' Politik, mehr als Wirtschaft, sie ist eine innere Um-' formung, die nicht eher beendet sein, wird, als bis der letzte deutsche Mensch von ihr erfaßt wird, „ Wen sich.eine neue.dontsche Kultur entwickeln soll, so ist das nur — wie Hinkel mit Nachdruck be-' tont — im Schatten der Macht möglich. Diehr nvchals bei anderen Völkern sind bei den Deutschen Macht und Kultur wechselseitig voneinauder abhängig. N« LitMimMensKast In dem Aufsatz „Tie^ deutsclM Stämme und Landschaften im geistigen Schaffen der deutsäzen. Inden" („E. V.-Zeitung", 13. Jahrg. Nr. 1) hat sich Ludwig Feuchtwanger vom jüdisä-cn Standpunkt mit der literarhistorischen Theorie Josef Nadlers, des zurzeit führenden deutMn Literarhistorikers, auseiuandergesetzt. Daher dürfen wir an einem wichtigen Aussatz NadlerS „Wv steht die deutsche Literaturwissenschaft" („Völkische Kultur", Dezember 1933), der eine arundsätzliche Neuorientierung der deutschen Lueraturwisseuschast bcnündet, nicht achtlos vorübergehen. Die Wissenschaft — so fordert Nadler — muß sich nbweuden von dem ausschließlich Geistigen und Gestaltlichen. Sie nniß den Mut haben, an Stella des rein ästhetischen den nationalen Wertbegriff zu setzen. Sie muß sich um Wesensfindung auf organisch-lebendiger Grundlage bemühen. Sw muß das Fruchtbare. und Lebenerwccleiwe in den Vordergrund stellen. Sie gehört als Deutschkunde in den Mittelpunkt der deutschen Schule und Hochschule.- Sie sollzu einem System der nationalen Ethik, führen und all das herausholen, was als Wesens-' art und Lebensziel des deutschen Atenschen in seiner germanischen Artvcrwprzelung gelten darf.. .Sieäsi mis denchaubscl)aftlicheu, rassischen und stammlichen .' Bedingungen auf Wesenscrkenntnis des' gesamtdeutschen Volkes gerichtet und will mit dieser Weseuserkenntnis den Ausgaben.dienen, die das deutsche Volk in der Welt zu erfüllen fytt. Sie sucht aus den Schriftwerken bündige Aufschlüße über. Arrsbau und Artung des deutschen Volkes und be-: müht sich, aus den natirrhaften Grundlagen der ■ verschiedenen deutschen Lebensgemeinschaften das gedankliche und gestaltliche Wesen, der Krmstwe-rkc zu begreifen. AMlf DsrKattt :: Gelegentlich einer Besprechung' von Siegfried von der Treucks Umdichtung der „Göttlichen Komödie" richien die „Nationalsozialistischen Monats» ’ . hefte" (4. Jahrgang. Heft 44) einen scharfen Angriff gegen Rudolf Borchardts Dante-ttebersetzung: „Rudolf Vorchardt gab eimnal eine Dante-Ucbersetzuug heraus, die cr „Taute deutsch" naunte. Diese Uebertraguug war eine der bösesten Erzeugnisse deutscher Geistcsentartnng, die uns die Herren. ' ' November-Pveten beschert haben. Was Herr Borchardt von seinem Machwerk sich zu behaupten er» . dreistete, nämlich er habe uns den deutschen Dante gegeben, ist sicherlich im großen und ganzen Siegfried von der Trenck wirklich gelungen." Diese herbe Verurteilung wird denjenigen über--, rasck-cn der sich erinnert, daß der bedeutendste Dante-Forscher. und Romanist, Professor Karl Vvßler, Borchardts Tante für eines der großartigsten Uebersetzungswerke der deutschen Literatur erklärt hat („Neue deutsche Beiträge" 1923). Auch der bedeutende Literaturhistoriter Josef Nadler- Hat Borchardts Taute eine „beispiellose sprachliche Schöpfung" genannt („Nene Schweizer Rundschau", Mixx^ 1927). Hm jener Tcrute-Hebertragung willen empfing Mussolini Borchardt und ehrte ihn, indern er aus seiner Hand die sllachdichtung entgegennahm. Wer im übrigen Borchardts Eeisteshaltuug in seinen politischen Schriften „Der. Krieg und die deutsche Berantivortung" und „Führung^ — sowie in der Streitschrift. „Deutsche Literatur im Kampf um ihr Recht" — kennt, dürfte darüber nicht inr Zweifel sein, daß Rudolf Borchardt ebenso wie etwa Spengler oder Edgar I. Jung im allexschärssten Gegensatz zum Novcmbersystem gestanden hat und steht. Ihn den^ November-Poeten zuzurechnen,' ist also wirklich nicht angängig. . ' CVerl Ueberweht ungemahnt Eure Mitgliedsbeiträge Verlag: Centralverein dcutlcher Staatsbürger titdtfchrn Glaubens e. B.. Berlin W 15, Gmier Straße 42. Tcl.-Ädr.; „Centralglauder' Berlin," Fernsprecher: J2 Oiioa 68r>4—57« Postscheck: Berlin 804 72. LmttptschrisllüÜer: Dr. Altrod Sirschberg. Stell» . Vertreter: Dr>. Margarete Cbrlhet m. Beide in Berlin \V 15. Unverlangte Manuskripte werden nur zurUckgesandt. wenn Freiumschlag beiliegt. Leitung der Anzeigen'Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: F r i e d r i ch 3! a t h a ».Berlin« "Druck der Buch, und Tiefdruck-Sesellschaft mbH. 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