Seite der Jugend
- Journal
- Seite der Jugend
- Volume
- 1934
- Issue
- 1 (4.1.1934)
- Date
- 1934-01-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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lu u ge nt Nur nocfi eine cfeuTscKjüdt* sehe Jugend in Deutschland! Oberschlesier in kleidsamen grünen Hemden, Grenzmärker in Zivil, Sächsische 'Jungenschaft, Jungen und Mädel vom „King“, Bund deutschjüdischer Jugend, die ' Führer der verschiedenen Deutsch jüdischen Jugendgemeinschaften, die Vertreter des „Ili“ (Jüdisch-Liberaler Jugendverein), die Hamburger und, nicht zu vergessen, unsere oft recht „urwüchsigen“ Bayern, die so erst den richtigen Schwung in die Sache brachten! Alle waren ein Herz und eine Seele — beim Essen! Nachher ging das Diskutieren wieder los. Auch die grossen Organisationen hatten es sich nicht nehmen lassen, ihr Interesse an dem Geschehen durch die Anwesenheit ihrer Vertreter zu bekunden. Dr. Fleischer von der Berliner Jüdischen Gemeinde, Dr. Alfred Hirsch b e r g vom C. V„ Dr. Freund vom Rji\ sprachen den versammelten Jugendführeni die Glückwünsche zur Einigung aus und sagten ihre uneigennützige Hilfe zu, wann auch immer sie benötigt würde. Der Inhalt Nachdem der Bund einmal gegründet war, stand die übrige Zeit der Tagung unter dem Eindruck des erfreulichen Ergebnisses. ln dieser Gesinnung schritt man au die Besprechung der Einzelaufgaben. „B i 1 d u ii g u n d Bor u f“ standen im Mittelpunkt des Arbeitsprogramms. ln seinen Ausführungen über die„Bildu n gs au f gab e ii der deutschj ü d i s c h e n J u g e n d“ wies 11 e 1 c o darauf hin, dass die jüdische Erziehung der Jugendlichen in weit stärkerem Masse in den Vordergrund gestellt werden müsse, als dies bisher geschehen sei. Der jüdische junge Mensch müsse gerade in seiner Auseinandersetzung mit der Umwelt im Judentum und in der jüdischen Gemeinschaft "den Seefischen Halt finden, der ihm infolge der allgemeinen Entwicklung verloren zu gehen drohe. Deshalb sei auch vom deutschjüdischen Standpunkte aus und besonders von der Jugend die jüdische Schule zu bejahen und zu fördern. In Zukunft müsse darüber hinaus die Bildungsarbeit im deutschjüdischen Sinne betrieben werden; Lehrhäuser und Wanderkurse und Lehrer müssten, dafür sorgen, dass Bildung auch in die kleinste Gemeinde gelange. Die deulschjüdische Jugend müsse auch in den Gruppen selbst diese Arbeit betreiben. Die intensive Beschäftigung mit den Lehren und der Geschichte des Judentums sowie mit dem Hebräischen und dem Judentum der Gegenwart sei die Voraussetzung für eine innere Erstarkung des deutschen Judentums, ohne die eine bessere Zukunft in Deutschland undenkbar sei. Dann sprach Friedrich Georg L e n n h o f f über „Kenifsl'ragen des jungen deutschen Juden“. Er zeigte auf, welche Schwierigkeiten sich dem berul'suchenden Jugendlichen entgegenstellen und wies Wege zur Ueberwindung. Es sei eine vordringliche Aufgabe, die Berufsschichtung des deutschen Judentums zu normalisieren, damit in Zukunft eine ungesunde Berufsschirlituiig unter den Juden wie die augenblickliche vermieden werde. Ganz besonders warnte der Redner vor einer unsachgemassen zu kurzen Ausbildung, die nirgends, weder in Deutschland noch in Palästina, zu einem Erfolg im Beruf führen könne. ln einem allgemeinen Referat zur Lage, dem sich eine, ausgiebige Lachdiskussion anschloss, stellte Erwin Segall (Stettin) dann Richtlinien für die zukünftige Arbeit auf, die von allen Teilnehmern gutgeheissen wurden. Die versammelten Führer der deutschjüdisclien Jugend bekannten sich erneut zu den Aufgaben, die ihnen im Deutschtum und Judentum gestellt sind. Sie forderten im Sinlie der Ausfüllungen Bcgalls 'die Erziehung der jüdischen Jugend im Geiste der sozialem, ethischen und kulturellen Werte des Judentums und erneuerten ihr Bekenntnis zur deutschen Kultur. Im Sinne der deutschjüdischen Idee forderten sie die Gestaltung der jüdischen Schule im deutschjüdische' Aoskläng Noch einmal versammelten sich die Teilnehmer der Tagung zu einem letzten Appell vor dem Auseimmdergehen. Norbert Wollheim, der die gesamte Veranstaltung organisiert und geleitet halte, erinnerte an die Aufgaben, cfie sich der neue Bund gesetzt hat, und ermahnte zu kraftvollem Zusammenstehen. Dann sprachen die Vertreter der Gemeinde und der Organisationen. Und es war überaus bezeichnend, dass ein Jugendlicher aus dem Heidi den Grossorganisationen zurief, alle Gegensätzlichkeiten hintanzustellen und mit\ler Jugend, wie diese geeint, am Neubau des deutschen Judentums mitz»wirken. Keiner, der an diesen Tagen in Lehnitz teilnehmen durfte, wird sie sobald vergessen. |)iG deutschjüdische Jugend lvat sich gefunden. Möge es ihr vergönnt sein, an einer glücklichen deutschjüdischen Zukunft mit.wirken zu können! Jbdco. Uebersicht über die Organisation!. Bundesführung llundcsfiihror: Martin Sobotker, Berlin NO!)!), Winsstrasse Bl. Stellv. Bnmleslfiihrer: Dr. Max Plaut, Hamburg 37, Iiochallee 103. Geschäftsführer: Norbert Wollheim, Berlin 0 27, Raupaohstrasse 3. II. Spartenführung Religiöse und Bikluugsarbeit.: Heinz Kellermann, Berlin-Cliarlottenburg 1, Königiu- Luise-Strasse 3. Werktätige .lugend: Fritz S c h ä f e r Berlin NO Df», Künsche Sir. 1. Hündischest: Gunter F r i e d 1 ä n der, Berlin- ' Charlotten bürg 4, Clausewilzstrasse ö. III. Regionale Gliederung (vorläufig) Gau Gross-Berlin: Sitz Berlin. Gau Ostpreussen: Silz Königsberg. Gnu Pommern: Sitz Stettin. Gau Oborsehlesion: Sitz Gleiwitz. Gau Niedcrsclilesien: Sitz Breslau. Gau Grenzmark: Sitz Sclineidemiihl. Gau Saelisen-Mittekleutsrliiand: Sitz Dresden. Gau Nordmark (1 [amburg-ilaimover): Sitz Hamburg. Gau Rheinland-Wesll'alen: Sitz Essen. Gau Hessen-Nassau und Hessen: Sitz Frankfurt Gau Bayern: Sitz Nürnberg-Fürth. Gau Württemberg: Sitz Stuttgart. Gau Baden: Silz Karlsruhe. Bundesanordnung An alle Gau- und Ortsgruppeufiihrer! Wir bitten bis zum lö. Januar t!>31 uni genaue Znhlenangaben über die Stärke aller Gruppen, und zwar getrennt nach .tun ge ns und Mädels bis zu 14 Jahren, bis zu 21 Jahren und über 21 Jahre. gez. M a r l i n S o b o t k e r. Presseamt Berichte für die „Seite der Jugend“ sind zu senden an die Sehriftlciluivg der „G. V.-Zoitung“ (Jugendbeilage), Berlin W 15, Einser Strasse 42, IV, alle anderen Mitteilungen an die Bundesgeschäftsstelle, Berlin 0 27, Raupaehstrasse 3. r schon vo« ie«cbfentfep5o h5°S'hvctertoeheln-°berlOo ^'richtet k!s(fUlen A“fegnfr‘ Lf rfl*o>d) ed.fQL, ' 0,0bvf«d,e; n „ KF°hr^/tndu._ii K'*dilb„e. AMTL-REISEBt/RC DER $(HIVEIZ*BUNDES BAHNEN* BERLIN •1/NTERdenLINDEN,57 .ji IUrss ZksZ BesM J .] LV.15, JoachlmsehaSeg’ SSr. 13 Täglich (ausser Freitag) 8:!0 Uhr abds. W8S8sf Prager konferiert Albert Illamlo, Klau» Brill, Else Dublon, Hartl Haas, Martin Kellner, Knrja McImpJro, Heinz Sckönfolrt und Üentrlco Am Flügel; Erich Ronls Wnfr‘mltlr* Kapelle; Jack Polischuk Donnerstag, 11. Januar u. folgende Donnerstage, nachm. 4a0 Uhr MaMsS’EPaeaGm ° MastaiiQaag Tflnzer, Sänger, Artisten, gymnastische, kosmetische uml KochvorrUhriingcu. — Freier Eintritt. — Medcck 0.05 Mb. Sonnabend und Sonntag 4y0 Uhr: Tanxfee. Vorverkauf tägl. 11-1 Uhr au der Kasse u. Abendkasse (J 1 Bismarck 6979) Arbeitsgemeinschaft jüdischer IVassersportvereine ziisannnengoschlossonon Rudervereino nelniien Mitglieder vom 15. Lebensjahr an auf. Ausbildung unter fachmännischer Leit«iik — im Winter im Rudcrbassiu. Jeder melde sieh sofort bei einem der untenstehenden Vereine: J". It. €. „Ivrln**, Berlin-Fricdrichshageti, Hahns Mühle 16, Fritz Enget, Be.rlin C. MolkenmarUt Kastnnrudern: Jeden 2. und 4. Uionstu.fr, abends 9—111 Uhr, Sand, Bahnhof Tiergarten. II. It. «1. „l'ndlne“ e. V., Berlin-Grilnau, Uahmestr. 15. Alfred Riess, Berlin U. 2, Klosterslr. 69. Kaslenrudem: Jeden Mittwoch, abends 9—1Ü Uhr, Sand, Bahnhof Tiergarten. .tisud SOTEifag, 7. lau.! 1 i\ Eintritt j S7 frei 7AC32 Iin Progranim : F.rna F.lsucr •>l«x Kuttner llanw >Icy<?r | o:fo Eintr. | iu) RM l — | kleine Preise Taw1»' Fritz. Lachs und seine Ca Sil I OilZ i Jazzinclodistcn ...Im gtessen Saal des Ca!£ Leon Vorverk.im Burod. Cafe Leon (Hochmeist.6110). Kurfurstendamm 155 ._ -.reimratmE.... L—3 RJURFUnvfEKCAMMJl Direktion: Flatow Flow. ELOW konferiert ein tolIesJanuar-Programml Bas müssen Sie qesehm haben l Eintritt M. 1.— Kleine Preise Hausfrauen - Nachmittage © Kanne Kaffee und Kuchen Mark 1.— © Eintritt frei! B. It. C. „Triton“ e. V., Berlin-Niederschöneweide, Sedanstr. 49. Herbert Gcdalius, Schöneberg, Beiziger Str. 13. Kastermidern: Jeden Donnerstag, abends Iß—1U Uhr, Sand, Bahnhof Tiergarten. Hainen.Ktuderclub 1923, Berlin-Köpenick, Wendenschloss-Strasse. Frau J. Freund, SW. 61, Johamiiterstr. 9. Kastenrudern: Jeden 2. u. 4. Sonntag d. M., vorm. 12-1 Uhr, Mörners Blumengarten, Oberschöneweidc, Ostendstr.l2|13. Allo anderen Wassersportler wenden sich an: Dr. Martin Ilennlg, Berlin W. 15, Jonchimsthalerstr. 11. F. Bootsunlerkünfto stell, genügend Rllume z. Verfilgun- ’ illlll!llll[||||||||||||l!lltlII!l!l!ll!lllllll!l!!lllll!ll!!l!lll!ll!II!|[III!!l!!IHII!llill . L'lKlgESS-miFIl Kurfurstendamm 214, am U-Bahnhof Uhlandstr. x GrossoTosseWlenor-KaiHfoo 37Pfa.-Stammessen 70 Pfg. In den oberen Räumen Zm niiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüniiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Franto-Cfebarett Ceselfschaftshaus um Zo<* Hardonbergstrasse 17. Sonnabend, 6. 1. — Sonntag. 7. I. nachmittags und abends das u e u o Progrn in in Enzio FreSoni, Cilly Severus, Alfred Jansen u. a. Voranzeige: Ab Dienstag, 9. t. jeden Dienstag und Donnerstag Tanzabend der Frank« - Syni|>honfher m. Ka bn ro tt• E 1 u I ageii. Eintritt M. O.üO — Getränke ab M. 0.50. Tisch best ell u ngon 0 1 3155. 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