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Central-Verein-Zeitung · 1934-01-04 · 1 (4.1.1934) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
1 (4.1.1934)
Date
1934-01-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Die letzte Arbeit von J 3 © §S W erschien unter dem Titel „Mari©, aus einem neuen Roman“ im Oktoberheft des MOfgSN. Wenige Hefte sind noch lieferbar. Preis i.— M. Philo Verlag und Buchhandlung G. m. b. H. Berlin W 15, Emser Strasse 42. jener Spiegelung des deutschen PartiknlarismuS im jüdischen Antlitz schlechthin im Widerspruch stehen. In Wirklichkeit prägt sich die deutsche Landschaft bei einer Reihe deutscher Dichter-- gestalten jüdischen Stammes ebenso deutlich aus wie die fränkische, schwäbische, berlinische Mundart der Seele des deutschen Juden ihre eigene Tönung geben. Es bedürfte einer gründlichen, stilkritischen Untersuchung, wenn mir hier Schritt für Schritt den partikulären trügen auch nur der bekanntesten, heute von der deutschen Tafel gestrichenen Geister deutsch-jüdischer Art nachgehen wollten. Können wir uns Jakob Wassermann, dessen Tod uns soeben erschütternd trifft, ohne die fränkische Landschaft denken k Gerade die ungebrochene Kraft seiner Ingendwerke schöpft aus der heimatlichen Erde nicht nur den Stoff, sondern die stärkste Kraft und Eigenart des künstlerischen Wurfes. In seinen im März lüstst erschienenen und deshalb nicht zu ihrer vollen Wirkung gelangten „Selbstbetrachtuugeu" (die unentbehrliche Ergänzung zu der denkwürdigen autobiographischen Arbeit aus dem Jahr ll»2l „Mein Weg als Deutscher und Jude") äußert sich Jakob Wassermann jnr Landschaft als „mithandelndem Element" der Dichtung. Er erzählt von seinen unermüdlichen Fußwanderungen durch Oesterreich, vom Böhmer Wald bis in den Karst und vom Marchseld bis in die Dolomiten. Er glaubt im allgemeinen nicht, „das; die Landschaft, in der er lebt, den gestaltenden Schriftsteller zur Formung auffordern und reizen soll, sie mit seinen Geschöpfen zu bevölkern, wenn er nicht gerade ein Jeremias Gotthelf, ein Stifter oder ein ■'önnijim, also nicht nur als Individuum, sondern im Weiterationsschictsal in ihr verwurzelt ist." „Als m i t h a n d e l n d e s Element und f o - Zusagen s r o i st e h e n d e s Bild habe ich die Landschaft n u r i tt m einen f r ü hestenErz ft hluuge n a usge n o tunt e n mit) wo sie mir, als Heimat-! i ch e E r d e, s e e l i s ch z u g e h ö r i g w a r." Rach dem fränkischen Boden hat die österreichische Landschaft den größten Einfluß auf Wassermann geübt. Dabei handelte es sich nach seiner Selbstaussage geradezu um ein int Widerspiel zu seiner ursprünglichen Anlage beruhigendes Element, um eilt „antichaotisches", zur Anschauung zwingendes Element. Selbst Josef Radler, der in seinergroßen „Literaturgeschichte der deutschen Stämme und Landschaften" sich jene Eharakteristik der mangelnden Bodenständigkeit und der einseitigen, rationalen, höchstens wehleidig-sentimentalen Züge beim jüdischen Literalen ztt eigen ntacht, bemerkt gelegentlich seiner unguten Erörterung der geistigen Eigenart von Berthvld Auerbach zu desfett ehemals so berühmten „Dorfgeschichten": „Sie vertreten die ernste Wahrheit, daß ein geistiger Angleich der Juden zunächst nicht mit der Richtung aus ein allgemeines „Deutsches", sondern . . . nur durch das Mittel eines landschaftlich Besonderen möglich war." Und Radler setzt hinzu: „ R i ch t der a b g e z o - gone Begriff, sondern tt tt r d a s lebendig gegenständliche Blut v e r m a g a u ch Lebe tt z tt schaffe tt." Das ist mittlerweile die allein herrschende These bei mts geworden. Ihr gegenüber verfängt es wenig, wenn wir die Fälle aufzählen, in denen eilt tiefes Hcimatgcsnhl der Dichtung des dentschcn Itldert die besondere «Urafl gegeben Hut. Max Brods und Franz Werfels beste Werke können wir uns ohne beit dichterische Macht verleihenden Hintergrund der Stadt Prag tticht denl'eu. Töbliit tutd Georg Hermann haben ihre ureigene Alraft aus dem schlimmhetligeu Geist der Stadt Berlin gezogen, tvie Arthur Schttitzler oder Peter Altenberg aits Wien. Auch fernab der Dichtung tutb der Kunst wird das geistige Schassen des deutschen Juden tticht durch einen abstrakten, luftigen Rationalismus, sondern mit durch die Eigenart des Heimatbvdens bestimmt. Der deutsche Jurist, der deutsche Mediziner, der deutsche Gelehrte jüdischer Abstammung war und ist dttrch tutd dttrch, von dem Sichtragen unb von dem Tonfall seiner mundartlich gefärbten Sprache bis zu feinen Denkfvrmeu in jedem Ausdruck mit dem partikulären Landstrich verwachsen, atis dem er tmd seine Eltern ttttb Großeltern hervorgingeu. Von Hugo voit Hvfmamtsthal, dem grüßten modernen jüdisch-detttschcit Dichter, tvurde int Jahre .im Auditorium muximum der Universität München die klassische Rede gehalten: „Das Schrifttum als geistiger Raum der Ration". Nirgends soitst sind mit so hohem Ernst die Grundhaltungen näher beschriebet!, in denen die verschiedenen Nationen ihren Denkern und Dichtern, und Mar ihrem gesamten nationalen Schrifttum gegenüber sich verhalten. Es war einmal unser Traum, daß dazu auch in Deutschland für immer die Werke der deutsch-jüdischen Verfasser gehörten, die sichtbar ihre künstlerische Alraft und Macht des Wortes und gn der mmefieu Rümmer bcc „Tenlschen Inrislen-Zeitnim" i£cfl J vorn t. Januar UM) nimmt (5n'!ieimcv Just« trat Tv. (iteovrt _ 11 o - Ii c u (ücitnifl) mit licv.tIid}cn Tantesworten '.»Ibfdjicb mm Dein Innniölivinnt 'JJIitovbntcv dieser ^nduntfilivü:, dem I,erva> raaenden lanaiäbrigen Mittlrer der drutiaien immlttdiatt. Riannyeimer SU'djt&onnmlt Tr. H'div H a di c n b u r q. tfo l)i-ilit „In dieser Abteilung meldete sich tvährettd 1 der letzten fast L2 Jahre in jedem Hefte der „DIZ" '.Mar Hachenbncg zum Worte. Das ' wird lünstig nicht mehr geschehen. Die große Schar der Leser der „DI,'s" kauu ' ober; Hachenburg den gewohnten 'platz nicht ver-! lassen sehen, ohne ihm ein Wort herzlichen . Dankes und wärmster Amwkenittutg atiszn- : sprechen. Er bat der deutschen Iuristenwelt und der deutschen Rcthtswiüenschaft in seinen ' großen Werken gewisse bleibendere Werte geschenkt. Aber auch seine Arbeit für die „Juri-- * stische Rundschan" darf nicht miterschätzt wer- ' den... Wer Rundschatt halten tvitt. muß aus i hoher Warte stehen, die einen freien Blick in t weiteste Ferne gestattet. Er muß scharfe ' Augen haben, damit ihm nichts entgeht, und - scharfe Ohren, um leiseste Geräusche schon zu vernehmen. Auch eine seine Rase muß erhaben, um rechtzeitig etwaigen Brandgeruch! oder Moderduft zu spüren. Kurz, er must die ' Eigenschasteu eines guten Wächters besitzen . . l Hachenburg hat sich als guter Wächter für i; das deutsche Rechts leben erwiesen ... '.Mit welx eher Pflichttreue er sein Wächteramt versah, - ergibt die erstaunliche Tatsache, daß int laugen , Lause der Jahre es nichts gab, was ihn hiuc dem konnte, stets pünktlich mit seinen Be- , richte zur Stelle zu sein. Seinem durch umsas- , seudes Wissen und reiche Erfahrung geschärsl* teu Wächter bl ick entging nichts, was zum deutschen Rechtsleben irgend in Verbindung t stand oder dafür von Bedeutung werden :t konnte.... Weit über fein Svndergebict des - Mhjschs AnVölke nSKt Mlgllrder drs ° DSÄWM ÄMMllvMllls Der deutsche Anwalt-Bereiu mit 15 000 Atitgtiederu ist in Hamburg in einer Vollversammlung der 'Mitglieder nach entsprechender u Satzungsänderung aufgelöst worden. Die >p Mitglieder sind einzeln in den Ratioualsozia- ■ß listischeu Iuristeubuud anfgenontmeu tcnd in die Reichsfachgruppe Rechtsanwälte eingeglien dert worden. Die früheren nichtarischeu '.Mitgtieder — nach den letzten Angaben etwa :HH)U n' uichtarische Amvälte — sind nicht nbernommen worden. E:li neues Fsl'Muti Die Durchführnng des Bcrufsbeamten- " gesctzes und die neuen Bestiminungen für das u Beamtentum, die auch den Nachweis der arid scheu Abstammung enthalten, haben Berander Stofferfind'ung ans ihrer Landschaft nahmen, und wir hoffen auch heute noch, das; sie wieder am nationalen Besitz teilhabcn und in die Repräsentanz und Tradition der Nation nütinbegriffen sein werden. Di*. Ludwig Feuchtwunger (München). Handelsrechts hinaus überwachte er das gesatnte bürgerliche Recht und das ■Strnjvedjt mit bcu zugehörigen Prozeßrechten, bno Staats-, Verwaltungs-, Stetter- sowie das Völkerrecht — ja selbst über das Gebiet des Rechts hinaus die Vorgänge auf dem wirtschaftlichen und politischen Leben des In- und Atlslaudcs, alles wurde beobachtet und geprüft auf seine etwaige Rückwirkung ans das deutsche Rechtsleben ... Seine Berichte über das Wahrgenommene enthielten nicht etwa einfache Aufräl'lnngen der Tatsachen, sondern nahmen zugleich in knappen, aber inhallreichen Sätzett Hachettbttrgtscher Schreibweise irgendwie Stellung zu dem. was gemeldet wurde. Die O-Achte zeugen dttrchweg von der Sicherheit und Aogeklärtheit feines Urteils und von seiner völligen Unabbänaigteit ... unabhängig von detu Herausgeber Otto Bebmann, was beide Männer in gleicher Meise ehrt unabhängig auch von jeder Parteipolitischen Anschautmg. In den Stürmen des Weltkrieges, des schmachvollen Umsturzes, dev schweren NachkriegszeU tmd Inflation und ebenso bei der erlösenden nationalen Evhebnng der jüngsten Beit, stets empfand dev Leser wohltuend das kerngesunde vaterländische Empfinden und die Herzenswärme, mit der Hachenburg für die Rechte Dcntsct,- lands und das deutsche Recht einirat. Sicher werde ich aus dem Herzen der großen -zahl alter und auch jüngerer Leser der „DIZ" sprechen, wenn ich dem Scheidenden den allerwärmsiei: Dank für seine treuen Wächterdiensle dav-- bringe. Er selbst hat in seinem letzten Berichte, den er erstattete, nichts von seinein Fortgange erwähnt. Aber er hat den letzten Bericht geschlossen mit einem feierlichen Bekeuntnisse zur Notwendigkeit weiser Gescße und zur Pflicht eines guten Bürgers, dem Gesetze mehr zn glauben als seinem eigenen Gefühle. '.Möge die dentsche Iuristenwelt dieses Bekenntnis als seinen Abschiedsgrnß gelten lassen und es beherzigen!" lassimg zur Einführung eines neuen Faum blattes „Abstammungsnachweis" gegeben. Das neue Formblatt enthält alte-Fragen und Erklärungen, die für den Rachweis der aüsehen Abstammung vorgeschrieben sind. ($■? wird Anfang Januar bei der Reichsdnickerei für den Gebrauch bei Behörden vorliegen. Krim jüÄn Festtage mehr int nii gemeine» Kalender Ter Reichsinnenminister hat alte Behörden gebeten, zu veranlassen, daß in den deutschen Kalendern, insbesondere den Behördcitfalcnbcrn, die jüdischen Fest- und Feierlagcnicht mehr aufgeführt werden. Berichtigung. In dem Bunten 'llhimf’' um 20. Dezember in Berlin, über den in der lel'.ie» vtummer deridNet tmcrde, wirkte blli B n n ci v, niri;t Cvlli Barnas. mit. K«« Mb AM« Dütseldvr! Am 17. Tczewber veranstaltete der Bildiingsaciöschutz der Stinagoaengciueinde Düsseldorf sein drittes Witttk'ckon.zert im aciLvertanften Ibach-Laal. Ecu erlesenes Programm hatte die zahlreichen Hörer herbeigelockt. Tie einheimischen Pianistinnen Alice Lift m a n n und Gertrud R e u m mm» Brünn spielten Werke für zwei Klaviere (Konzert D.äuivon I. L. Bach, Fantasie für Orgelwalze und Duettino concertanto nach Mozart von Bnsoni, Suite in I)_nioIl von Aachmaninofsj. Technische lleberlegenheit, gepaart mit geistiger Durchdringung der gestellten Ausgaben, zeigte» das solide .Können der beiden .Künstlerinnen. Selbst denc geübten Ohre >var es kaum möglich, zci unterscheide», tvclcbe der Künstlerinnen im WKderspiel von Frage nud Antwort de» Flügel meisterte. Die Iutzörerschuft dankte für die Leistungen mit stärtstem Beifall. Die Düsscldorferiuneu Meta Fried m a tt n (Alt) und Lilp At a r k» s - P o l l i » g e r (Sopran) trugen Lieder von Beethoven. Schumann und '.Mendelssohn mit viel Geschmack vor: auch sie belohnte herzlicher Dank. Der Leiter der inusilalischen Beranstaltuugen des Düsseldorfer Bildungsausschusses. Erwin P a l m. wirkte, tvie immer, als Begleiter. Das gleiche Konzert hatte am Abend vorher in der Synagoge in M. -Gladbach stattgesuudcn. äBalfenftfcctft Die Gemeinde Wattenscheid veranstaltete am 36. Dezember in der Spnagoge eine Feierstunde. Sie wurde eingeleitet durch ein Präludium nach Motiven des „Ledotvid boruch". Rach einer kurzen Ansprache des Predigers S. OppeiM)eim folgten Gesänge von Else Koppel (cvpran) und Kantor Erich Mendel (Bariton), beide aus Bochum. Else Koppel sang vorzüglich Lieder von Kurschmann und Wolf sotvic Arien accs Oratorien von '.Mendelssohn cind Händel. Kantor Rteudel brachte liturgische Gesänge von Lewandowsli. Kaufmann und Birnbaum und das „Hallelcijah" von Hummel mit tief empfundener Religiosität zu Gehör. Organist Max N o s e n t h n l (Bochum), begleitete. H. (). Seme f. W. Ter Vorstand der Gemeinde Herne veranstaltete einen Andachtsabend in der Synagoge. Rabbiner Tr. David (Bochum) ivies auf die Unzerstörbarkeit des Alten Testaments hin. über dessen Ewigkeitswert noch jüngst ein hoher katholischer Kirchensürst treffliche Worte gefunden habe. Umrahmt wurde der Vortrag occrch Gesänge von Lberkantvr K ober (Dortmund), dessen schöne Baritvnstiinme in oollkominener Weise zum Ausdruck kam. Frankfurt a. M. Mit einem abivechslnngsreichen Programm bewiesen Trude Auerbach. Rany Evuley. Aenne G r ü n tu a l d , Erna Hessekiel. Ruth L e v y (Stuttgart). F-ini Maier- G r a d e l und Trude S t r a u ß den Zusammenhang von „Kunst" und „Können"; denn was sie dem bis accs den letzten Platz gefüllten Saal boten, ließ neben echter, anmutiger 'Begabung auf eine gewissenhafte Schulung schließen. Trude Auerbach zeigte akrobatisches Geschick, Rany Eonley und Erna Hessekiel hatten mit ihrer originellen „Streichholz-Wacht- Parade" viel Erfolg. Tie Tänze Aenne Grüntvaldtz tvaren elegant und apart, ein Gemisch von Feierlichkeit und Lansbüberei. Besonders gut durchgearbeitet >var die Leistung Ruth Levys. Fini ' Maier-Gradel wirkte stark, besonders in ihren erotischen Tanzen. loährcmd Trude Straus: in lächelnder Grazie und Schalkhaftigkeit erschien. Die sachmäunische Begleitung von Helene Lor sch- Rlv r g e u st e r u und Akar F i r n b e r g erhöhten Genuß und Wirkung des Gesamtbildes. Ter Gesellschaft für jüdische Volksbildung gebührt Tank lmb Anerkennung. --xt—- Von seinen pädagogischen Pflichten in Anspruch genommen, hat Levnid Kreutzer (Berlin) im Reich jahrelang verhältnismäßig tvenig konzertiert. Infolgedessen yt er dem großen Pcibllkum nicht so vertraut, tvie mancher Pianist, der ihm an Können weit unterlegen ist. Die kleine Hörersä-tift im Reuen Theater spürte aber sehr bald, daß sie einen Spieler der Meisterklasse vor sich habe. Mit einem solchen vollendeten Anschlagskultns, mit einer geistig so ausgereiften, seelisch geläuterten Gestaltcingstraft Schumann cind besonders Ehopin interpretiert zn hören, ist ein seltenes, noch lange uachllingendes Erlebnis. In den Etüden, Maznrten und dein Scherzo Cismoll feierte Kreutzer, die Atmosphäre dieser Musik bewundernswert erspürend, leine grössten Triumphe. H. Königsberg i. Br. Tie erste Veranstaltung des snugst gegründeten Indischen Kulturbundes Ostpreußen fand am 14. Dezember in der Aula der Rlädchengetverbeschule statt. In» seiner Begrüßungsansprache setzte Geweinderabbiner Dr. Letviic den Kulturbund in Gedanken in lebendige Beziehung zu Ehannttäh. Ergab der jüdischen Kulüirsehnsucht beredten Ausdruck. Kammersänger Hermann S chey, Berlin, nahm bereits bei den einleitenden Takten von RlendelssohnS „Gott sei mir gnädig" dccrch die Wärme seines Organs und den schlichten innigen Bortrag für sich ein. Rät Werken von Händel. Schubert, Bloch. Dvorak und Wolf bewies der Sänger den Reichtum seiner künstlerischen Gestalinngstraft. Schuberts ..Wanderer an den Rtond" ergriff besonders. Schey erinnerte mit ihm in taktvoller Betonung an indisches Schicksal. Ernst Eohn erfreute als Begleiter durch saubere Technik und glückliche Anpassung. Dankbar verliest die Hörerschaft den Saal. Der Abend war ein voller Erfolg. M. A. Stettin Die Synagogengemeinde Stettin veranstaltete kürzlich einen musikalischen Abend, der von Rlitgliedern der Gemeinde bestritten wurde. Ter Geiger Hi uze l mann hatte mit Werten von Tprtini. Beethoven und Mozart. Raff und Rtonti viel Erfolg: großen Anteilmt diesem Applaus hatte Lneie B r a u n, die eine ausgezeichnete Befjleifcrin war. Lola G r n n w a l d gab. begleitet von Tr. H a uff. den Hörern durch 'Mendelssohn- >md Loetve-Lieder die heiter-freudige Stimuuing, die die gesuchte Entspanunug bringt. Sie entfaltete ihr reifes Können besotiders in dem Aüklccs Lieder eines fahrenden Gesellen" von Gustav Mahler. .. r, l :, :“u,ulu vnauv um vi-uirn wen 'V1 nflc,t ergreifend die Verse Silk Oleit* -.Indenlied". begeisternd Rl'üuchhaus “I" r,1cfcl!.b'ie" t>ic -»-»>'» "us etijai -tzchs „Petersburg und accs Roths „Hiob". J In jv einem Zyklus sprachen Tr. ÄP s e n b e über „Emfuhrmtg in die jüdische Geschichte" - Frau Dr. W e l t in a u n über ..Das Alte Te ment m der bildenden Ztunst". Shcmnit! Der Kultnrausschuß der Gemeinde veranstalleic bisher in der Synagoge ein weltliches Konzert des Trios Gold in a n n — W i t t e n b e r g - I ü - m c lt f c I b gemeinsam mit der Altistin Agnes L c»- bach, sowie einen Vortrag von Professor Mvtiu B n b e r über das Thema-. '..Sind wir noch das R'Ii der Bibel V' Buber bejahte die Frage, wenn die Bcdi»,- gung erfüllt würde, daß die Iudenheit nicht blnli theoretisch im Glauben, sonder;: >'••-;;) duvM pniltisch es Tun Vorarbeiter des Gott es re ich cs fei. Darbietungen wurden mit großem Beifall eufckuommen. Leivzio Professor Martin Buber sprach im Aahmut emes Gemeindoabends vor einer großem andachtig lauschenden Hörerschaft über das Tliema „Sind wir noch das Volk der Bibel!" Untere Geschichte erzähle nicht von heroischen Großtat«'», sondern von dem. was das Volk der Bibel erlitte» hat. Bei Abfall von Gott ist ein Riedevga»ü vorhanden: in Stunden der Rot und Verla!,«'»' hect sucht das Volk wieder die Verbniideulleit »us Gott, es erfolgt ein Ausstieg. Im Aiigeubl» tterfter Rot bekundet sich das Volk der Bibel E-emeinstyast, es sucht den Bruder: das ^ozi'Us zeichnet ihn ans. Als Beispiel brachte Buber Zwei Midrasch-Abschnitte: „Vision Abmhas»-- als Gott ihn in der Rächt heranssührte mtd.'» die Sterne ansehen heischt" und „Jakobs Bstio«. Ivo die Engel auf der Leiteram Himmel an, medersteigen". Die Gestaltung des hängt davon ab. ob wir selbst aus den Weg ec sstukehr verwiesen werden; das zu wißetz. jicdischer Glaube. Als Brüder müssen alle A' sammenhalten, gleichviel, ob er hier bleibt «w. iortgeht nach Erez Israel. Wenn wir das -u der- Bibel sind, muß das Eintreten für den Buidcn das heißt für Gott, vorhanden sein. H- Mitteilungen des KutturbunScö Berlin Tie lvmischc Oper „Tie u e u,1 i ^- stst ,)- r a n e n" von Ernesto Wols-Ferrarc tvcrd > 11. Januar im Berliner Theater z»m erttemm ansführeu. Musikalische Leitung: Generalmu" direttor Joseph R ose n ft o cf; Regie: Kurt B» ' mann; Bühnenbilder und Kostüme: HemZ ^L bell.

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