Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 49 (21.12.1933)
- Date
- 1933-12-21
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 49 L. BGüüago J ii ■yrprr^ >Hü © 3 @ dfGiu) Oly u’0'üjJu'i ' 1 . •' ©r 1>!J* GUHf ^er ReichsuurLschaftsiriinister hat irr einem 7-l,reiben an die Landesregierungen und die ^-ijNenverbände gebeten, alle Ataßnnhmen zu Smum! mn die ungestörte Abwicklung des '!H,bnachlsgesä,äfls sicherznsiellen. Das Heiden hat folgenden Wortlaut: Die ungestörte Ablvicklung des Weihnüä,Ggcsck,ästs wird vielfach örtlich durch ^g-imhmeu zugunsten einzelner Gruppen ll-inzelhaudels gefährdet. Sondcraktivuen eeiu'n dahin, die anderen Gruppen, iusbesondie Grommlernechmmgeii des Einzels'sindeN', die Aaren- und Kaufhäuser, Eiu- Iieit-preiö- und Filialgeschäste usw. sonne nicdiarische Eingllhaudelsgeschäfte von dem ‘Mcrfniti von Bllähuachtsartikeln und Ehrist- Gmnsäjnuick uuszu schließen und ihnen die weihnachtliche Ausschmückung ihrer Gcschästs- („■infcr, ihrer Schauseuster und Waren z. B. mit Lametta, Tannengrün usw. zu untersagen. Zugleich sehen sich diese Unternehmungen in der Benutzung der üblichen, ihren WertiHm'vbcru zugänglichen Werbemittel beschainlt und zudem der Tatsache gegenüber, deh die Bevölkerung durch Warnungen, chugblätter, Posten stehen, Berkehrskvntrvllen eder andere Belästigungen von einem Einlaus bei ihnen abgeschreckt wird. chü bitte dringend darum, Bestrebungen „ud Aiahnahmen dieser Art ohne Verzug wirlsaiu enigegeuzutreten und insbesondere die nilgestörte Verwendung weihnachtlichen ©iimuckes. eine ungehinderte Werbung in dem :>uii>!nen und in den Formen, wie sie für den Aeihnachtsverkaus hergebracht sind, ebenso sicherznstellen wie den freien Verkauf von Veihnachts- und Ehristbamnschmuck sowie vvu Weihnachtsgeschenken. Wo eine Abschreckung der Kundschaft u. a. durch Belästigungen irgendwelcher Art versucht wird, sind darauf zielende Maßnahmen schon ans dem (Runde als unzulässig zu bekämpfen, weil sie ersahrungsgemüß die Kanswilligkert und Kauflust allgemein Herabdrücken. Es ist auch dahin zu wirken/daß der Erfolg der einheitlichen Weihnachtswerbung, die vom Werberat der deutschen Wirtschaft ansgeht, nicht durch örtliche Sonderveranstaltungen beeinträchtigt wird. Dessen tlich-rechtliche Körperschaften wie Konununalbehörden, Handelskammern und andere Stellen, die einer Staatsaufsicht oder eurer staatlichen Einflußnahme mrterlicgen, bitte ich ausdrücklich anzuweisen, sich von Maßnahmen fernzuhalten, die hiernach der Wirtschaftspolitik der Ncichsregierung nicht entsprechen. Ich bitte, den Maßnahmen, die zrrr Sicherung einer ungestörten Abwicklung des Weihnachtsgeschäfts erforderlich sind, insbesondere ans folgendem Grunde besondere Aufmerksainkmt zu schenken und sie nachdrücklich zu Als es sich vor einigen Monaten darum handelte. Den EnrizeLhandeL zn veranlassen, durch eine vertrauensvolle Herausgabe belangreicher Arrsträge die Bestrebungen der ReichSregiernug zur Belebung Der Wirtschaft zu unterstützen, haben rnangebliche Vertreter Der NeichSrcgrerung, Der LänDerregier«ngen und Der Partei erklärt, Dag Störungen Der E-cschäsLStäLigleiL läuft ig unterbleiben würden. Wird gleichwohl jetzt das Weihnachtsgeschäft gestört, so hat daö eine VertraucnSstörnng und darüber hinaus eine empfindliche Störung des Wirtschaftsablanses zur notwendigen 'Folge. Ohne eine geordnete Abwicklung DcS WcrhuachtSgefchästcS lvcrden die betrofsenen Teile des Einzelhandels nicht imstande sein, ihren LUbnahmennd Iahluugsverpslkchtttngen nachznronrmen rrnd dcS lveitcrcn durch Erteilung neuer Aufträge neue ArbeitsmögLLchleitcn zu schaffen." Dieser neue Erlaß des Reichswirtschaftsministers bedeutet eine Fortsetzung der Regierungspolitik in Wirtschaftssragen, wie sie in der Beilage „Wirtschaftsrechb und Wirtschaftsleben" der „E. V.-Zeitnng" kürzlich eindringlich anfgczeigt wurde. Wir hoffen, daß der Erlaß, der aus dem akuten Anlaß des Weihnachtsgeschäfts ergangen ist, sich auch nach Weihnachten in der Praxis zugunsten weiterer Beruhigung der Wirtschaft, und als Folge davon in stetiger Hebung deS Gefchäfts- und Wirtschaftslebens auswirken möge. 1934 kems pn'satsn arischen Adreßbücher nrchr Ter Reichsstand der Deutschen Industrie, Iw Neichsverband der Adreßbuch-Verleger, der Deutsche Industrie- und Haudclstag, der AKtzsstaud des Deutschen Handwerls, der lünttalverband des Deutschen Bank- 'und ^auliergewerbes und der Reichsverband der 'Aivatvcrsicheruug haben folgenden Beschluß Matzt: Ais zum 1. Januar 1935 werden von den Mitgliedern der angegebenen Reichsstände und Spitzenverbände zur Wirtschaftswerbung für sogenannte nationale oder arische Adreßbücher, Bczugsqnellenverzeichnisse, Firmenüsten, Handbücher und ähnliche Nacbschlagelverkc Eintragungsanfträge und Inserate nicht mehr erteilt, sofern sie von privatwirtschafllichen Berlagsunternehmnngen heraus- Ageben werden. Diese Maßnahme hat sich nll' unumgänglich notwendig erwiesen, da nachweislich in einer Unzahl von Fällen iRschästemacher und sogar Schwindler mit beit Iielen und Ergebnissen der nationaljvzinlistischen Erhebung, oft unter Mißbrauch des Partcinamens und der Partei-Symbole, Privatgeschäfte machen. Im übrigen besteht Einigkeit darüber, das; wirklich zuverlässige, dem gedachten Fiele dienende Kontrolle und Unterscheidung durch den privaten Apparat und eine Unterscheidung durch den privaten Apparat jedes einzelnen Verlagsunternehmens mangels scder autoritären Voraussetzung unmöglich sind. WÜTO M SAE lsM . .,Die Reichsvertretung der deutschen Juden uilt mit: Unmittelbar nach Ausschluß der jüdischen Arbeitnehmer aus den Angestelltenvcrbänden laben die großen jüdischen Organisationen — Uvltral-Verein deutscher Staatsbürger jüdi- Glaubens, Reichsbnnd jüdischer Frontl?loaten und Zionistische Vereinigung für ^ntschland — gemeinsam mit der Wirt- 'MMstelle der Berliner Jüdischen Gemeinde der Reichsvertretung der deut- Juden einen Ausschuß gebildet, um Iffir Möglichkeiten zur Bildung einer jüdischen ^^"iehmerorganisation gemeinsam zu ver- Jn der ersten Sitzung des im: einige Emzelpersönlichkerteii erweiterten Ausschusses wurde die Lage der jüdischen Arbeituehmer aiissührlich erörtert. Es bestand Ilebcreinstlmmuiig darüber, daß im Augenblick die Gründung einer besonderen Arbeitn c h ui c r o rganisatio n ii i ch t i n Betracht gezogen w e r d e ii k a n n , daß vielmehr die weitere Entwicklung der Deutschen Arbeitsfront zunächst abgewartet werden muß. Diese abwartende Haltniig in der Organisationsfrage schließt aber keineswegs aus, daß alle Ataßnahmcn getroffen werden, die geeignet sind, die Lage der jüdischen Arbeitnehincr zil verbessern. Die Tätigkeit des Arbeitsnachweises fand bei der Besprechung besonderes Interesse. Es wurde beschlossen, die nächste Znsainmenkunft ausschließlich der Frage der Arbeitsvermittlung und Arbeitsbeschaffimg zu widmen. In den größeren jüdischen Gemeinden mit erheblicher Ärbeitnehmerzahl sollen ähnliche Ausschüsse unter Atitwirkung der Neichsvertretung gebildet werden. Zirr Unterrichtung der jüdischen Arbeitnehmerschaft, insbesondere auch der Erivcrbsloscn, sollen zu Beginn des nächsten Jahres Zirsammenkünste mit einem größeren älreis von Arbeitnehmern stattsinden. ______ §Äl Tr SP kV W i beut pommerschen Städtchen Treptmv (an tega) wurde anläßlich deZ Anfang Dezember enden WeihnachlsgcschästeZ von den nichtsen Einzelhändlern de3 OrteZ eine Wnrfag in allen Haushaltungen der Stadt und der gendcn Ortschaften verteilt. Etwa 26 nicht- P Geschäftsleute forderten darin zirm Boykott oicr jüdischen Emzelhädrdlcr u. a. mit >den Worten ans: )er Kamps gegen daZ Judentmn geht uncntweiter. Unsere jetzige Regierung hat für diese?weglilcker" im neuen Reich keinen Raum, t du dennoch dein sauer verdientes Geld zum i hin. so verleugnest du-, damit nicht allein dein'eigenes Deutschtmn. sondern trittst soils öffentlicher Feind der heutigen deutschen ruua aus .^ MH zu dieser Verunglimpfung war der Umdaß ein einziger jüdischer Kaufmann m fünf Einzelfälleu Kunden, die schon innerhalb! Gcschäftslokales noch immer Furcht vor dem zcigteu, die Abschrift der im „Parlamentsdcr Tclegrapheuuuiou" verbreiteten Erklädes Herrn Reichswirtschaftsministers zeigte, er Ccntral-Dereiu erreichte, daß der Polizei- »r des Ortes sämtliche Unterzeichner der sendung vorlud mrd sie ans das Unzulässige Handlungsweise hinwieS, In den letzten Wochen wurden in einzelnen Teilen des Reiches, besonders in Hessen, jüdische Kauslente und Geivcrbctreibende mit der Begründung, daß jüdische Einleger ihre Guthaben abgezogen Hütten, seitens einiger Sparkassen und anderer Kreditinstitute aufgesordert, bis zu eiuem sehr kurz bemessenen Datum einen beträchtlichen Teil ihrer Schulden bei der Bank abzudeckcn; wenn nicht, würden die als Kreditunterlage gegebenen Sicherheiten verwertet werden. Bei näherer Nachprüfung der Abhebungen jüdischer Kundschaft hat sich heransgestellt, daß nur in ganz geringen Beträgen das Geld wirklich zurückgezogen wurde; es handelte sich zumeist darum, daß auf längere Zeit gebundene Beträge von jüdischen Geschäftsleuten in kürzere Fälligkeiten umgewandelt ivorden waren, teils ans Gründen der allgemeinen Konjunkturbelebung, die auch in den Bilanzen der Großbanken zu einer teilwcisen Auflösung der in der 'Krise augesammelten Gilthaben aus Handel und Industrie geführt hat, teils deswegen, weil bei dem stellenweise verzeichneten Umsatzrückgang jüdischer Geschäfte vielleicht in den nächsten Monaten die Reserven in das Unternehmen hercingezogcn werden müssen, um L den Fortbestand zu sichern. Nur in wenigen Fällen wurden bei Abwanderung in die Städte oder bei Auswanderung Kapitalien wirklich abgerusen. aber lange incht in dem. Umfang, in dem Gelder gekündigt wurden. Die betrvsscncn Kauslente werden durch derartige Kündigungen in keine geringe Verlegenheit gebracht. Wenn auch durch den VvllstreckungSschntz landwirtschastliche und städtische Grundstücke, die als Kreditnnlerlage verpfändet ivnrden, nicht ohne weileres zur Zwangsversteigerung kommen werden und auch die Ausivcrtungshypotheken nicht exekutiert iverden können/ ist es für einen ehrbaren Kansmann peinlich, den Kredit entzogen Zil bekommen, ohne irgendwie schnldbar gehandelt zu haben. Tie Tatsache des Judeseins kann doch nicht Plötzlich für .Leute, die seit vielen Jahrzehnten gute Kunden der betreffenden Institute gewesen sind, ja die zur Entwicklung dieser Institute m besonderem Maße bcigcirageu haben, die Ursache verringerter Kreditwürdigkeit sein. Hart betroffen siind aber, wenn die Kündigung mit allem Ernst durchgesührt wird, diejenigen, die offene Kredite allein auf ihre Person hin ohne Unterlage erhalten haben. Man hat den Persvnalkredit. obwohl er nicht durch Sicherheiten gedeckt ist, immer als den vom Standpunkt des Kreditgebers ans besten Kredit bezeichnet, denn er wurde nur dann Z] urud w® yürudesi Sa© ZcM? Die juristisch - wirtschaftlichen Beratungsstellen des Central-Vereins Berlin Büro der Hauptgeschäftsstelle des C. -V. Büro des Landesverbandes Gross-Berlin Büro des Landesverbandes Brandenburg W 15, Emser Str. 42, IV. Tel.: J 2 Oliva 6654-57. Montag—Freitag. 12 bis 14 Uhr Königsberg Büro des Landesverbandes Ostpreussen Junkerstr. 18, II.Tel.: 32922. Tel. Anmeidg. erwünscht Stettin Büro des Landesverbandes Pommern- Grenzmark Hohenzollernstr. 10. Tel.: 36288. Montag—Freitag 9—13 Uhr; vorherige Anmeldung empfohlen Beuthen (C.«S.) Büro desLandesverbandes Oberschlesien Kalidestr. 5. Tel.: 3527. Tel. oder briefliche Anmeldung Breslau Büro des Landesverbandes Niederschlesien Junkernstr. 16, II. Tel.» 50322. Montag—Freitag 9—11 Uhr, sonst nach tel. 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