Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 49 (21.12.1933)
- Date
- 1933-12-21
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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ZW §MWW LZB ii;,n' :)Javfri]ei|üi)n, der dieser-Tage in die imiinfcit abberusen wurde, war einer unserer bellen Freunde. Sein Rame steht unter dein Aufruf zur E-ründung unseres Centralvercino. -Wt Rollvendigkeit musste Meschelsohn bevisiert in unsere Reihen treten. Sein Leben huni liiit er, ein Rechtsanwalt vornehmsten 7jjj.> dem Rechtsgedanken gedient, nicht bloß in einer beruflichen Arbeit, sondern auch in der politischen Tätigkeit, die er vor Jahren aketter Demokrat in großem Umfange entwietell link Er war ein seiner Kenner des A'irlseliaststebcus und hat sich in früheren vtni)iT,t auch wissenschaftlich auf diesem Gebiete betätigt. V.'eschelsohn bot in feinem ganzen Leben imh Denken das Bild eines echten Huma-> innen. Ein Mann von bezwingender Lietienswürdigkert und weitgehender Bildung, chchnete sich sein Wesen burd) außerordentliche (bradlinigkcit im Denken und Handeln Mich Trat er. auch in unserer Zeit nicht hervor, so stand er uns doch jederzeit zur Ver- Ägmig, besonders au.ch in den letzten Jahren stets dann, wenn es sich um Wahrung des MstSgedcmkcns handelte. Seine vornehme, wir der Liebenswürdigkeit des wahrhaft Gehildeten, getragene Persönlichkeit wird in ehrenvollem Gedenken von uns bewahrt lverden. l. Dr. iv-mderudeu gehört, die sagten, daß sie nicht «ach Palästina gekommen. wären, wenn sie gewicht hätten, daß sie. in ein Land geraten würden, in dem die Gegensätze und Auseinandersetzungen zwischen zwei Gruppen wie den Arabern und den Juden derartig scharf W-, ,Uuö 'ch ui ächte von diesen Merrschen nicht behaupten, daß sie Feiglinge wären. Die ist gefährlich und sie muß gefährlich stm, wenn man bedenkt, das; rund zwanzig vorn Hundert Menschen mit einer vorwärtsdrängenden Entwicklung einer lieberrnacht von achtzig vom Hundert gegen-- uberstehen, die nicht zuletzt durch die vergangenen Kämpfe ihre Bereitschaft bewnhen haben, für ihr Land und für ihre -mtion zu kämpfen, und wenn es sein muß. auch zu sterben. Die Gefahr könnte natürlich abgewendet werden, wenn man es fertig Süchte in einer sehr kurzen Zeit eine die Mehrheitsvcrhältnisse stark verschiebende große Einwanderung zu bewerkstelligen. Aber dazu dürfte jede wirtschaftliche Voraussetzung un Augenblick noch fehlen. Von den rund 2,, 000 Menschen, die allein im Jahre 193JI in das Land strömten, sind wohl bestenfalls 10 000 von der Wirtschaft ausgenommen tour-- den, der Nest sitztin den Städten, beginnt dies lmd das, und beschäftigt sich mit Projekten. Schon^ in meinem Wirtschaftsbries habe ich ans chie Schwierigkeiten hingewicscn, ans die der speziell ans Deutschland einwaudernde Kaufmann in Palästina stößt. Gr findet nicht so recht den Start für seine Unternehmung: denn es fehlt ihm die Grundlage sotvvhl in der Kalkulation als auch für die Uebersicht de^ Bedarfes. Bon dem Mangel an Fachkräften und den Schwierigkeiten von der Este der Histadrnth her, die aus eine ebenso feste wie manchmal den Voraussetzungen eines Wirtschaftsausbaucs nicht ganz gerecht werdende Höhe des Lohnes besonderen Wert legt, soll in diesem Zusammenhang gar nicht die Rede fein. Fnr^ Fabrikationen in einem größeren Ansmaß als den kleingelverblichen Betrieben ist kaum Platz in Palästina. Es sei denn, daß man pt einem Zeitpunkt, wo man in der Wirtschaft nahezu aller Länder znm Schutze der eigenen Produktion hohe Zollschranken auflegt, sich trotzdem aus das Erobern von Epportmärkten einstelleu wird. Das wird aber auch für den optimistischsten Wirtschaftler inuner schtverer, je mehr er in den Nacttz barländern, von denen nur Syrien und Aegypten genannt werden sollen, beobachtet, daß auch diese einen industriellen Fortschritt an streben. Die von den Juden in Palästina geschaffene Landwirtschaft ist mustergültig, und sie wird sich ebenso behaupten können, wie sich Siedlungen oder die Landwirtschaft der übrigen Länder durchsetzen. Sie wird auch krisenfest sein, wenn der Standpunkt von der Allst- Wendigkeit der Gemischtwirtschast sich weiterhin in dem Ausmaße durchsetzt, wie wir es drüben beobachten konnten. Der neu Einwandernde soll sich von Allsang an zur Gemischtinirtschast bekennen und sich nicht zu stark ans die Orangen und Grape srnitS verlassen, da beide sowohl voll der amerikanischen als auch von der spanischen Konkurrenz, also von dem Weltmarkt abhängig sind. Und noch ein Allgemeines sei gesagt: das Land weist alle Schönheiten und Eigenartigkeiten der orientalischen Landschaft ans. Wir haben Menschen getroffen, die bei jedem Berg und bei jedem Stein voller Begeisterung waren. Wir haben aber auch Alcnscheu gesprochen, die das unendlich Weite und unruhig Wuchtige der Landschaft psychisch mein . vertragen konnten. Ein gleiches ist auch von der Teulperatur zu berichten, die ja ebenso lvie die Landschaft auf die verschiedenen Menschen verschieden Wirkt. Diese Ausführungen sind kritisch. Sie sollen aber nicht die Leistmlg Palästinas herablvürdigen, sondern den Menschen, die nach Palästina gehen lvollcn, klar und nüchtern vor Augen halten, daß sie drüben nicht ein Land und nicht Verhältnisse erwarten dürfen, die ihnen vertrant sind oder mit denen sie sich iit einer relativ kurzen Zeit nrtraut machen tonnen. Anders ist es schon mit der Jugend, die sich in frühen Jahren und mit der ihr eigenen Assimilationsfähigkcit schnell in die neue Art und in die neue Umwelt hineinleden kann. Wer als alter Zionist nach Grez Israel kommt, den bindet die Idee, und die verpftichict. Wer aber als Richtzionist nach Palästmar geht und nicht die gewisse geistige Vorbereitung witvringt ntib fern von jugendlichem'. Enthusiasmus die Tinge ans sich einwicken läßt, lvie er sie sich: und lvie er sie erlebt, den konunt auch nicht als Rativnaljnde naä> Hanse. Das Judentum braucht eine Heimstätte für die, denen ihre seelische Verbundenheit mir Erez Israel Bestandteil ihres Lebens i*‘i; und es braucht eine Heimslätle für die, welche den Kampf mn ihre wirtschaftliche und politisckfa Eristenz in der Welt ilicht führen wollen oder nicht führen können. Palästina lvird aber nie d a s Land eines siidischen Volkes sein und werden können. Alan muß es als Jude lieben und die hohe Leistung anerkennen, auch dann, loenn man tief und innerlich erlebt, daß nnsere Heimat Deutschland ist. ^ch§N NNö ANdSN Aon Raübmec Dr. ILMener, Hamburg sin der Schristvvrlesnng int jüdischen Gotteshanse hörten wir von dem Schicksal des Josef. Josef ist ein Familienmensch. In der . ganzen Bibel findet sich lein zlveiter Abschnitt, der die innige Verbundenheit eines Menschen mit seiner Familie so eindrucksvoll schildert lvie die Josessgeschichte. Es ist freilich ein langer Weg, den Josef gehen mnß. bis er von der äußeren Verbundenheit durch die Gemeinschaft des Bluts zur inneren Verbundenheit mit seiner Familie gelangt, zur Gemeinschaft der Seelen. Die Worte im Anfang der Erzählung „Meine Brüder suche ich" - erscheinen wie ein Symbol für cilien großen Teil von Josefs Leben. Es ist eine Zeit des Snchens. Erst müssen lange Jahre innerer und äußerer Kämpfe vergehen, bis Joses sich sagen darf, daß er die Brüder, die Seele seiner Brüder gesunden habe. Solange Joses im Elternhause weilte, ist er den Seinen nur äußerlich nahe, sin Wirtlichteit ist der verwöhnte, eitle, träumerische Knabe ihnen so fern, daß die Bibel Worte nicderschreilst, daß man nur mit Widerstreben liest: dreimal in wenigen Zeilen die Bemerkung, daß die Brüder ihn haßten, haßten wegen seiner eitlen Reden, wegen seiner Träume, wegen des „bunten Rockes", hm der Vater ihm geschenkt hatte. Erst mußte Josef die Wärme des Elternhauses entbehren, um zu lernen, was es heißt, in der Familie zu leben, des FamlienglückeS teilhaftig zu sein. Einen seltsam krausen Weg muß er gehen, so kraus, daß er manchmal in Gefahr ist, sich selber zu verlieren, zu glauben, das tiefste und echteste Empfinden seines Herzens, das Familiengesühl, entbehren zu Cömtcu. Es ist eine merkwürdige Stelle in der Heiligen Schrift, die uns das erzählt. Als Joses, ans der verachteten Rolle eines Sklaven zu hohen Ehren am ägyptischen Hofe cmporgestiegen, eine angesehene Aegypterin als Frau heimfuhren darf, da spricht er im Glücke seiner jungen Ehe, in der Freude über die Geburt seinerältesten Sohnes Worte, die so befremdlich klingen, daß man sich fragt, ob sie von einem Josef stammen. „Gott hat mich all mein Elend und das ganze Haus meines Vaters vergessen lassen. Josef ist ein Aegyptcr geworden. Er null nichts anderes sein, er nnii vergessen: die Kinderiahre, die Heimat, die Seinen, .das ganze Hans seines Vaters", Und doch, cs ist ein Wort, das nur sein Mund spricht, uimmermeyr sein Herz. Wie es in Josefs Herzen anssieht, das erkennen wir tveuige Jahre später, da die Rot kommt, die sieben mageren Jahre, und da, von dieser 'Rot getrieben, seine Brüder ans Kanaan nach Aegypten kommen und vor ihm stehen, jeder einzelne in Haltung, im Ausdruck, in Gebärde ein Stück der Heimat, ein Stück seiner eigenen Jugend an sich tragend. Ta erwach: in seinem Herzen die Stimme des Blnts, erwachen die allen Träume, erwach'' die alte Sehnsucht, und mit dein Rute: ,.Jüdin Joses, lebt mein Vater nochM findet er endlich nach langen, schweren Jahren, um. was er so heiß gclämpst. was er solange vergebens gesucht: sein Eigenstes, die seelische Gemeinschaft mit den Seinen, die Familie als.Ciu'lie seiner Kraft. -- — Josefs Weg erscheint uns ats ein Gleichnis für den Weg des deutschen Jude ü der leinen Generationen. Hier auch ein' Suchen und Finden. Der Außenstehende rühmte zwar immer wieder die Solidarität der Inden, hielt uns für eine große Familie, deren Glieder mit beispielloser Zähigkeit zu- ’lm ohlonc Spsz.: lisferung für ZeiMieizyop &i>ul KohlongrosshandIung Berlin W15, Kur?ürstcndcamm 56 — Telefon: J 1 Bismarck 7212,13. - - Onn: aroiierat Zahl von Musikern im R'yeiulaude onc L'ctätigungÄnöglichkeit gegeben. Durch eine Veronffaituui\ des (stmtrabVcrems. die am gleichen -ltcud flaljt'iinb, war der große Saal der Rlnlllland^ chr Inder nicht so gut besucht, wie es die vorzüglichen Dawictmigen verdient hatten. Tasür stellte sich ober ivglkich ein solcher Kontatt ztoisch-en den Ausübenden »nd Um pudiilmu et», dag der Bcisall de» Künstlern .'üi' c (i i; iKüwierl. Ernst 2) nt cf er und Dora V w' b ibMoiiiKj sowie Zda O p p c u h e i m e r khiiiiti'), reiche Entselpdignag bot. Das Prograinm ü't außer Poet Duo-Sonatcu und cim'nr Slreicl.-. lnzclt blovicw- und Violiu-Soll. Ilse Saß, die mach Pz Lcgteiter'm zu erwäyueu ist. geigte in virtuosen miitlni non Mendelssohn und Moskonstth gute 'chlmeiitm. sichere Dechnil' und Bravour. ^Ernst T'mtcr erntete mit dem schönen „Baal '^hem" ^Ihguni von Eruest Bloch und dem spanischen Tanz galla-Kreisür viel Applaus. Ter junge •''‘iu'tU'i: neben virtuoser Technik einen großen lliitienden Ton, der mir hier und hi im Forte —- ri. »>ag am Instrument liegen — etwas zu scharf Beide Künstler vereinigten sich im ab- Mvegenen Zusammenspiel im Vortrag von Hühevens erster Sonate in v-äur, die schon ganz st» Püister der „Kreutzcrsonate" vorahnen laßt und Dochs Sonate op.' -ch, die ein wertvoller Gewinn ]"x eie bammermnsik ist. Ter Höhepunkt des Abends Hn das s>lten gehörte Strctchterzell op. 7-1 von Mir» Dvorak. Ernst Drucker, Toro Loeb und Jda V'l'-mheimer boteu eine sein abgestuftr- Leistung. Die wnbgg,ib den warmen Baß zu den ausgeglichen u'agnüen Geigen. kla. Ätiml a. M. llmee den Komponisten der jüngeren Generaa'u. die ,,»r die Erneuerung der Syuagogeinnunk s'um.hg sind, besindet sich als der vielt eicht Fähigste beachtenswerteste Heinrich Sehalit in Allinchen. ztz» ihm liegt eine ßgesehlossene Freitag-AbeudeUargie vor. Alte dein Brauch gemäß für deir Geur Anspruch genommenen Gebetabschniitc biltzi einen rveitgehend geglückten, melodisch an- Hühendeu Versuch, dein Gottesdienst liberaler Gefinden »msitmlisch Auftrieb zu geben. Die von 'Umn A o t i) \ ch i l d stilsicher und vokalabgerundet .si'stRsili>rte Wiedergabe, au Wer mit vollem Gev'A>st die Kantoren Scheuermann und ' ° 1 ch in a n n, außerdem - der durch einen! ergänzte gemischte Ehor der Synagoge Ww", brachte das Werk zu angemessener Wrr- "1- Die Uraustührung des dritten Teiles emc^ OraioriumZ „Mose" richtete wiederum die Aufmerksamkeit aus das vielsi"rtige Schassen von Aosy G e i g c r ■- K u L l ui a u u. Ter dargebotcne Abschnitt bcbindr'.te Erfindungsgabe. Klangstnu und geschiLte formale Vegabung. Bettina Zeitler krönte mit schönem Sopran das Soloquartett, nnihrend Benno Z ieg l c rs edler, voluminöser Bariton der Titels->artie das Aelief gab. Getreue Helfer am Werk waren ferner Helene Jsenburger und Rolf Sander. Soli und dhöre ans -Händels „Josua", in denen Hans A s s c n h e i m klangschön assistierte, und die von Siegfried Würzburger vorgetragcue Orgel-Tokkata und Fuge IV.UiolI von Bach ergänzten das Programm. Rabbiner Dr. Sa lzber ge r sprach über den Sinn des Sabbats. Das Jüdische LehrhanS hat das reiche Programm, das für die ersten WockHn seines Bestehens ausgestellt worden voar und eine Vorschau über die Berimstaltuugcn der kommenden Trimester geben sollte, zu Ende geführt. Zn dem Kreis der alten Freunde haben sich zahlreiche neue Hörer gefunden. Wahrnehmbar ist das Interesse an den Veranstaltungen geivachsen. Die Feier, zu der sich Dozenten und Hörer des Lehrhauses cingefunden hatten, vermied es. auf das bisher Geleistete zurückznblicken. Al,istkalisäie Vorträge umrahmten die Vorlesungen Professor Atariin B u ber s. der mit Jehnda Halevis Versen in Rosenpveigs Ncbersetzung. die Vcziehung zu Ehanulka schuf und in zwei Szenen ans Beer- Hofmanns „Der sunge David" eine neue Smngebmig uralter jüdischer Werte erstehen ließ. In der ernsten, losenden Feierstunde erlebte der Lehryausgedanke eine künstlerische Formung. Dr.1L 6. stm Nahmen einer Ehannlkafeier führte die li-ljckpr d-S Philmithropins m Frmikjurt M. „i MMtet» siudc ans. „T-r B-I .,» Babcl ld Fomck. Wir haben uns an dieser Stelle >ou "einmal mit der Bedeutung des Schnltheaters lseinandergesitzt. die lveniger un Künstlerischen z im Pädagogischen liegt; denn das Ziel dreser An- bis Dreizehmährlgen, vor allem das Ziel res Leiters, Dr. Han8 Epstein, ist: jüdische inae sollen nicht nur zur Kenntnis genomnicn erden sic sollen die Kinder m zeder Weise bilden rd formen helfen und somit zmn Erziehungsfaktor erden. Ihr Thcaterspielcn ist demnach nur die nkvprt ans die Frage: W,o erleben Hugendl-.ckrs efer Altersstufe z. B. die vielseitige Problematik 4 Jona.StosftS, wie stehen sie zu diesen jüdischen Dingen überhaupt? Und die Antwort ist: Wir erleben sic so, wie wir selbst sind, unproblematisch, iittlststorisch, afivt-clf, oft komisch-drastisch. Die wich, tigste Boraussepimg eines freien und natürliüpu Spiels ist die Freude der Spieler an ihrer Darstellung und Wirkung; und ihre Freude fand Untersit'chllng bei einem interessierten und Verständnis' vollen Pilbltknm. Die Gesellschaft für jüdisaH- Bolksbitdimg e. B.. Frantsnrt a. At., veranstaltete am 16. und'lb. Dezember Ansflihrungen des Kasperle-Theaters von Liesel Simon. „David und Goliath" fand hauptsächlich bei den Erwachsenen, die sieh an den vortrefflich gelungenen Thpen freuten, viel blnltang. Eine lustige und abwechslungsreiche Lvndlling und Szenerie bot „Tie einsame Insel", die' Zcuge neuer Abenteuer aus dem Leben Kasperls und Sepplü wurde. Herzlicher Beifall belohnte die Künstler, Mimchcn Ein von der Israelitischen Kultusgemeinde Alünchcn i-.r der Hanptfynagoge veranstalteter Kammermusikabend des Hebräikon - Quartetts lKroyt-Ouartett) war seit dem Frühjahr die erste Beranstaliung in der Alünchcner Gemeinde. Diestti Wiederbeginn jüdisch-kulturellen Lebens begrüßten die Atünchcner Gemeindelnitglieder freudig. In den Berliner Künstlern lernte man ein Quartett von schönen Qualitäten kennen. Tie Künstler Boris K r o y t (1. Violine), Dr. Rudolf R n h m a n n (2. Violine), Heinz Weiden (Viola) und Gregor P e k e r (Violoncello) brachten Beet- Hovens i;-c!ur-Quartett op. 18, Rr. 6, Atozarts berühmtes Werk in v-moll (K.-V. 421) und Haydns ebenso köstliches Qnartett-in 6-ckur (op. 77. Rr. 1). Vrogramm und Spiel bewiesen den kultivierten Geschmack der Künstler. L-m Manichrim Ter große Erfolg, den die yiestge C.-V.-Jngead jüngst mit der Schlußszene ans „Jaakoüs Trauin" von Beer-Hofmann hatte, veranlaßte sie den gesamten ersten Akt des Werkes wiederzugeben. Neben' Ruth H e i l b r u n n ' als Rebekka hatten Siegfried Rosenberger als Edom und Ilse Jacob als Basmath wesentlichen Anteil am Gesamteindruck. Bei der zweiten Wiedermibe nahm der Vorsitzende der Ortsgruppe Mannheim des C.-V.. Rechtsanwalt Dr. Elbert das Wort, um der C.-V.-Jugend für ihre Initiative und ihren Idealismus zu danken. Die Auffühi-migen werden in LndwigShafcn und Wein- Heim wiederholt. .'6,». Landau Einem Rezitationsnbend von Meinyart Maur in der hicngen Shnagvge folgte dein Ausgang den Ststabbos Ehauuüali ' cm Konzert des Trios des Kapellmeisters Sinzheimer stOlannheim) nur den eiut>clmischen Sängerinnen Hednng K a st kbaudan'j und Aimi Blum (Bergzabern). Beide Tuebielurigen fanden ivohiverdienten, ungeteilten Beifall. Karlsrube '.Zu der Konzer:almllnng des Vereins für jiidhä^ Geschichte und Literatur spielw Pro'essor Lc-onid K r e n tz c r (Berlin) am M. Dezember mit virtnosee Technik und großer Geslaltungstrafk Handels Orgelkonzert cc-moil. Schumanns große e-cluc-Jantasic und eine Ansivah! von Werken von v'hopin. Tic Wirkungwurts durch den Klang des Blülli-acr-Flügels etwas beeinträchtigt. Die vom Künstler bevorzugten plötzlichen llebergünge vom stärksten Fortifnma zum hallchirtigert Pianissimo gelangen daher nicht immer restlos. Professor Kreutzer wurde lebhafter Beifall Ksm'lan) Die „Jüdische- Künsü'erhrlfo Freiburg" hat steh durch ihr .Konzert in der Koustanzer Lhuagoge das Verdienst erworben, die Verbindung mit jüdischen: l’cbcn auirechtzuerhalten. Das Trio, bestehend au? Frcya W v . f s b r u ck (Gesang), lstabh G r o s lKlavier) und Dr. Heinz Edelstein (EcllG in vorzüglich eingespielt. Das kam in der „Irin con variutionß” von 2. Rosst tmd in der ,Ari« mit obligatem Eello nnd Klavier" von T. Gabriel!i deutlich^ zmn Ausdruck. Freha Wolssbruck. eine fein gestaltende Künstlerin, lvsttzl eine wohlausgebildete Stimme. Die schweren Mahler-Lieder ..Ich atme einen linden Dust" und „Ich bin der Welt abhanden gekommen" lvurden zu einem Erlebnis. Gaby Gros wirkte als berständuisvolt-,- Begleiterin und. erfreute als Solistin die Höu'r in „8u melodie bebraiche“ von Eastelnuovo Tcdesco durch ihr nuirincs und klares Spiel. Dr. Heinz Edelstein geriet durch seine gediegenen Eello- Darbietungen. Dr.Kap gab eine kurze Einführung in die Werke alter und neuer Ateister. Das Konzs-F war eine Feststunde für die Gemeinde Konstanz,