Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 49 (21.12.1933)
- Date
- 1933-12-21
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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bim des seinem Tin'genten Rvseusivck mit der Serenade D-dur und der Ouvertüre zu „Figa rvs Hochzeit". die zur grössten Freude aller wieder-- »mir wurde. Ter Werbeabend verlies panz sv, w.ic ci im Tienste der guten Luche erhesst worden ist. Tissr-nierend gegenüber bicfcm Werbeabend in Berlin ist folgende Zeitungsnotiz. die das „Fränsisciie Volk" (Wüizburg) am 1. Dezember ncrösscnllicht: ^Volksgenossen!;.\n seiner gestrigen Ausgabe bringt der „Fränkische Kurier" eine Notiz unter dein Motto: „Als deutsche Volksgenossen staden geopfert", eine Ausstellung von Lüstern für die Winlerlsilse. In dieser Ausstellung befinden sich die Namen cineal ganzen Reibe Iirden. Wir protestieren dagegen. ^>0f; du, Juden unsere deutschen Volksgenossen sein sollen und berufen uns dabei auf lmnderlfnche Ansspräche führender Männer der Partei, das; cm Jude niemals Volksgenosse sein kann. Wir verweisen dabei auch auf den Arierparagrapsten, der klipp und klar dasselbe ausspricht. Wenn ein Judewirklich etwas gibt, vielleicht ans einem gewissen Reuegcsnlsi heraus ilver das voii seinen Rassegenosien uns getane Unrecht in den langen Jahren, da das 'Judentum bei uns doniiiiicrend toar. oder aus der Ursache, daß er meint, es würden ihm dann vielleicht gewisse Tinge nicht so arg gemessen, dann ist das eine Lacl)0 für sich, und es steht uns nicht zu, darüber zu urteilen. das bleibt zuständigen stellen überlassen. Aber wenn mnn uns die ' chideu als deiitsche cholksgenassen vorscpt, danii in das eine Gemeinheit, nnb mir können darauf nur sagen, da st wir unsere Meinung nicht geändert lzaben iind lischt ändern, auch )vemr. der Jude noch so viele Ladenhüter stiftet. Und hom 'Bersasser der Hütte tonnen wir nur sageii. dast >iur. weim er die Juden als seine Volksgenossen betrachtet, mit ihm nichts zu tun chrben wollen, iliid dast er sich beinust! von der Ansicht der über' loältigenden Mehrheit des deutschen Volkes abkehrt. Und deshalb dürfte er, wohl kaum geeignet sein, in Zukunft solch' Veröffentlichungen zu verfasselr." 'Wie die Leitung der NL-Vokkswohlsahri über solche Ausbruche denkt, ist nach den Berliner Ein» brücken erfreulicherweise, nicht zweifelhaft. Der LSerdcabcird der Jüdischen <Hc- Oacindc %n Berlin für Die Winterhilfe des Dorrtschcrr Voltes wird unter Miilvirtmrg Des Orchesters Des KrrLtrrr- DunDes u:sl> erster KürrstLcr am Donnerstag, 21. Dezember t 0 8 8 , 20 1Ujr 80 Minuten, im SaaZbau 7y v i c D v s ch s ha t u , UND am Don - •ii c r s Lag, 2 0. D c z c rn ü c r k 0 888 . 20 Nhr 80 Minirteu, im Lehrer- L» crcinsha rr s wicDerhoit. Gs sprechen wieDer Direktor Heinrich Stahl pk nv Gernci ndersb 0i rree. tt'«* Greift 'rsttsn" ■vVv t** ff*«'*»«^w 4v Tie IHaclitischc (öemcindebibliojh."k in Nürnberg hatte für Lonntag, Pen 17. Tczeinber. zu einer Thanukkah-st-eier in die Hauptspiiagoge geladene. die so gilt besucht war. dast ilicht alle Intercjicntcn mehr Zutritt erlangen konnten. Mit Johann Lebastian Bachs Präludium und Fuge in ll-meü! crosfnete Ludwig (örünbauin festlich ch'n iveihevvllen Akc. Im Mittelpunkt der Feier stand die Ansprache des Präsidenten der Reichsvertretung. R'abbiner Tr. Leo Bacek. „Tage und Zeilen" patte Tr. Baeä — die in, unserer, insbesondere der Liturgie der GhanukkalstTage.so häufigen Worte ausgreifend — feine Ansprache genannt, und an diesen Begrisscu erläuterte er scinsiuuig das Wesen der leiden Arten der Geschichtsschreibung des Altertmus: der tfvaelilischeu iind der griechisthen. Tie Griechen — genial als leidenschaftslose Gbronistcn — singen in ihren Büchern rein veschreilvnd das. was ivar irnd. was stst. Tage und Greignisie werden festgehalten: der Grsolg ist bestimmend; der Lieger hat „recht" und „macht die Geschichte". Grundverschieden davon ist Ausgangspunkt iiiid Ziel der israelitischen Geschichtsschreibung: sie ist mw allzu oft die des Vc- ■ siegten, ihr Ziel ist einkommender Tag des Friederis und der Grlösuiig, der wahren Gerechtigkeit: die Bibel und die Propheten schreiben nicht vom und für den Tag, sie künden die Zeiten. Geschichte wird ihnen znr Linngebnng des Leiiis: nicht der Lieg entscheidet, chiisschtaggebend ist. ob der Mensch ans Den Wegen des brn-it rvandelt. Lo treibt tmabläßlich das Wirken für die „Zeiten" imd fern vorn „Tag" den Iiideir rurablästlich in heißenr ^eibstverzehreu: nie selösizusrieden und sieggläiibig überlvindet er die irdische Pot. In nreistcrhafter Weise bot die Jüdische Orchestergenreirischast anschließend Vachs Konzert in B-dur für 2 Flöten, >ü lavier imd Ltreichorchester rmd endlich die Jüdische ch'hvrgeineinschast die Kantate für sünsstimmigen gemischteii Chor von Joseph Inas, dein die Worte der Verse 2 und 3 des -12. Psalrns ziigrundcliegeu. H. L. eSiri* lÄÄ KSAL2A Air den Folgen sehiverer KriegsvcrleßilNgen starb in Breslau. 2!l Jahre alt. Joses Z i'p p e §. Gr Halle stell inr vierlen Kriegsjahre rn Konstantinopel, seiner Lcimaistadi, Dem dentscherr Heer am gescl)lossen. Tamals ivar er 13 % I a h r e alt iind Dürfte wohl als j ü n g st e r F r e i w i l! i - ger des bentfd^en Heeres gelten. Infolge seiner besonderen Lprachkeii>Unisse leistelc er dein Tetachcmeiit auch als Tolinetscher grite Tieiiste. Trirch einen Unfall im Dienst verlor der Knabe beide Bciiie. Gr rvnrde durch Verleihung des Gifernen KreuzeS, des Giserireri Haldniviides, und des AerioiludetenabzeichenS ausgezeichnet.?U's anerkannt hnndertprozentiger Kriegsbeschädigter lehrte Josef Zippes ans dem Feldzug heim, nur in Teiitschla-nd sein Leben neu auszubanen, Gr inachte sein Abitiir, bestand das Gxamen als Goldschmiedemeister, wiirde Gerverbeoberlehrer in Bresbul und studierte später Kunstgeschichte. Gr ioar ein tücl;tiger Iugend-, erzichcr. Wer ihn keiinenlernte. war gefesselt von der Kraft seiner Grstcheimuig, von der ■htciii!)cit seiiies Gharakters, non seiner Vaterlandsliebe, ceiner lörperlicheii Leiden — nur auf Ltöclen oder im Lelbstfahrer konute sich Zippes fortbewcgeu — schien er zu spotten. Am .14. Tczeinber unterzog er sich nach zahlreichen vorangegangeneli einer lebten Tperatioii, die über Leveii oder Tng entscheiden sollte. Gr giiig von znis. ain Id. Tezeniber gaberr ihm seine vielen Freunde aus dem Ghrensrredhvs in Gosel-das lebte Geleit. Sclnv. Heinrich Lcvy (Hamburg) Ter Bvrsiste.ndo des I f r a e I i t i [ d] e n T c in p e t » V c v b a n d c s in Hamburg, H e i n r i ch L e b y, ist am 17. Dezember im gesegneten Alter von 80 Jahren gestorben. Gine eindrneksbolle Personliälkcit von nnüber-- sehbarer Prägung scheidet mit ihm aus dem südischen Leben der Gegenwart. Ter Neubau des.Hamburger Tempels ist niicht zimbwenigsteu seiner Initiative zu danken. Seit 1928 au die Spitze seines Verbandes berufen, hat er in bewegter und schwerer Zeit Unvergcstbarcs geleistet. RcchttuirgSrat Isurar Hirschel, Brcölan, 70 $at)?c alt. Am 26. Dezember vollendet ein altes Mitglied des Geiitralvoreins. Oberpoftinspektor a. D. Äechniingsrat Ismar Hirscliel sein 70. Lebensjahr. Aechmiiigsrat Hirsche! wiirde im Februar 1883 bei der Kaiserlichen Aeichspost angestellt. Tie mittlere Vemiitenlaiisbrhn — Postassi,tcnt. Lckretar, Oberselretär, Inspektor, Oberinspektor — führte ihn rüber Kohlfurt, Glogair. Kosten, Posen nach Breslau. In Posen wurde er 5,1m Acchnungsrat ernannt. Während des Krieges erhielt er das Zivildimstkreiiz. Rechnungsrat Hirsche! war also über 40 Jahre inr Postdienst. L©©p©id kLöTaÄ mechanische Tasahenfuchv/eberei Lauban S. SchScs. Aiu 26. -Tcv'iuber IMb, wird, Frau Rosa W c istmann cGiciwiill <!V Jahre alt. Frau 2bciswiann ist seit zehn Jahren als Vereine-- und Kasscnl'vtku dcs bcutrawereiiis in Gleiwih iaiig. Der lanatäln-ige Vorsihcndc de? SV in Barleiistciii iTstvi-eiistcii). Z Meyer, der in weitesten Kreisen seiner Aliibürger das gröstlc Ansehen gcnictzt, beging kürzlich seinen 70. Gebiu-lötag. FgütrZ ßsEZ 89 Ql! Au, 2!. Tezeniber Uvllendel Iustizral Ignaz Holz (Berlin) sein 80. rcbensjahr. Gr - wurde am 21. T cze'nber 18.'ig Zu Posen gehören. Trost seines bvbcn l'illers ist der Jubilar »och von einer critaiinlid’cit Rüstigkeit. Gr l,äst noch täglich seine ^vrceiisliindcn ab. Iiislizrai Hol; widmelc siel,, als die Ginsübrimg des Bürgerlichen (äesestbiicbes in Tenlschland bevvrsiand als einer der ersten dem Ltiidinin dieser neucii :i!echtsinaierie. Als die Frucht dieses Lindimns erschien ein epocheinacheiides Werk über das neue Üicichsrech'. >^eine mlisassende bernsliche Tätigkeit und sein ebrenamtliches Allirken sind ihm chflichlersülliing iind .verzensneigiing. >-eit etwa 2.7 Jahren leitet Instizrat Holz den ältesten Bcrein der Berliiier Indischen <<-e»ieindc, dei. Bereu, z>!r tliitcrstüstnng armer Leidtragenden. Nabbinor Dr. Ticncman» in Lchuhhast. Das >V8X-Büro meldet aus Ossenbach: „Der hiesige Rabbiner Tr. Tieneinann, ist in Lchiihhast genomen wordeii. Von dem O-ssenbachcr Pvlizeidirektvr hatte er sich die Genelimigimg zur Abhaltimg von Vorträgen in der jüdischen Kultiisgenieinde geben lassen In einem dieser Vorträge schilderte er die Gwivalttaten des Königs Herodes und betonte, daß auch während der französischen Lefaßimgszeit derartige Getoalttaten vorgekommen seren. Aber für das Judentum sei es gleichgültig, ob es Vvn einem französischen (General oder von einem Polizeipräsidenten regiert werde. Wegen dieser unverschämten Aeusterung wurde über den Rabbiner die Lchntzhast verhängt unb die liebetsührung ins Konzentrationslager beantragt." iUach V. Sie baben recht, bei Kennlnis der Persönlichleil des Vcrjasscrs hätten wir den 2lussatz nicht gebracht. N. T., Berlin. Tie Friodhossgärliierei der Jüdischen Geineinde in Weistensee inird von der Geincindc in eigener Regie betrieberi. In , der Gärtnerei sind selbstverständlich zablrcichc jndisä-c Gärtner und Arbeiter veschästigk. Leser in Drordschlcsi^n. Ter 2lnssast ..Flieger Boelke siel vor 17 .Ialiren" in der „s5B-Ic>lung" vom Ni. November sollic selbswer.standlich niemals be-denteii. das; der Flieger Boelkc selbst Jude war..- Gr wiirde lediglich gebracht, um Zn zeigen, das; bei der Ghrnng dieses Fliegers vor 17 Jahren der jüdische Lsstzicrssteklvcrtrctcr Baum und der Obcrkanior Lünneiithal ans Köln initgewirkt haben. Soviel Phantasie, ans dieser Tatsache zu entnehmen, das; „Boelkc ein jüdischer Fliegerheld" sei, haben wir selbst nicht gehabt und auch wicht bei iinseren Lesern voransgesestt. Solche „Oleschichlsklilteriing" haben ivir auch nicht nötig, denn , es gib, genug jüdische Flieger, sogar solche, die mit höchsten Kriegsorden ausgezeichnet wurden, die während des Krieges ihre Liebe zu Tcntschland mit dem Opsertvd besiegelt haben. Nach BrcSlatt imd Köln« Die Berhandünigen über die I ü d 1 j ch c B n ch g e m e i n s ch a s t stehen vor den, Abschluß. ^cr "lrbeitSnachrvcis jilvischcr Lrganisationcn -ctstcsicn's. Breslau 2. Sänveidiuster Stadigrade-g ■rc| . wy-;; bittet um Anmahme lolgender Aogz: " mFj. suchen Stellung snr Gärtner. Bäcker, G!ektr>'lechiiiler 'Ansictiänker. Svrecl:s!undenhi!s.». Berka,iserinen. Bnroangestelüc aller Ar, u. a.. besonders Lehrstellen \\\ jedcm Handwerl - og i r s n ch e n Lehrlinge über ü ^lastrc ,nrden Hauöratsvcrwabrullg und 2'KihilttUgsvcrmiltlccng. Ti- Ieutr-alwolilsobrtsbehörde der deutsche,! Iudcn. Beriln-0'barlvitenbnrg 2. Kaulstcaße (Tel.: 1> 1 Bismarek 10ii7) teilt mit: 1 Die OK-ineimiüstige H a n s r a! s v e r io a I, - r ii ii g r*. und -.verwertnngs GnnbH, Berlin. Hot Sveiäicrrämne eingerichlel. in denen ZünriclNunjü-: gegenstände (Alöbel. Hausrat) gegen mäßige Gebühren »nlergebracht werden tönnen. Wird BiiÜeüosigleii durch jüdische Wvhlsahrtsstellcn beschcinigt. so können die G e b ii h r e n ermäßigt oder geslunder ioerden. st,irden Transport znm Lager haben sich indinnc Svedi-ionssirmen unter Gewährung uem Borzug-kxd-.,^ gnngen zur Beriügung gestellt, falls dieür s,ransveri nicht durch die Ginlagerer seth'l criolgl a, ie Ant r a g e zur Ansbeivahrimg lönnen ini Benoollimasgebönde der Iüdisnien Gemeinde. Berlin X 21, Oranienburger Siraße 20. lägli hImn 8 bisPO 11 hr.!owie im Lager. Greiiswalder Straße 1 ist—111, Gc: bäude S, von 11 bis!■> Uhr ge stell! ioerden. Bei Rach, frage ist beabsichtig!, die Möve, an, 2Limicb auch znm Verkauf zu stellen. ,1ür den An-, und Verlaut von Alöbeln außerhalb des Lagers werden 'Adresten ansgetauscht. Unsaubere Möbel sind von der Berwahrnng ansgeschlvssen. (Gegenstände, deren sBerwahrung nicht mehr lohnt, ioerden am besten der Iicdiicheii^Brockensamiiilnng „Peah", Berlin >' 71. Glioriner Llraße 2H (Tel.: Iil Humboldt (1780) übergeben. 2. Tie ..ich-meiimühige Bö v h n n ngsberatnngZ stelle". Berlin, gib! rinenßgeltlich in allen wo!>- nungswirischaiilichen ßlngelegenheilen Rat und betreibt VermUtlung vvn Wohnungen und Iinnncrn für jüdische Familien und Ginzcipersoncn, auch für Grsast- oder BUrmicter. Iüdist!,e Hansbesister und -Verwalter sollten mehr als bislier fteie Wohnungen anmelden. Sie Listen können täglich von 9 11 hr 70 A!in. bis 12 Ilhr iAlii'.wvchs auch von 17 bis 18 Ilhr tut Gndgeschoß des Verwaltungsgebäudes der Jüdischen (Gemeinde. Berlin X 21, Orairienburger Straße 20, cingesehen werden. Grhotungshcilnc und Vensioncn. Gs besteht, besonders iür die kcnnincnden Feieriagc. rege Nachiragi naä> indischen Pensionen und Holels, vor allem in der Ilmgegend von sherlin. Hingehende B.'iüeilimg veu 'Adressen mit Preisangaben, möglichst untre Beimgl.'!i§ von Proivelien an die Wirn'chast-Aiiiie der Iüdischcn (Gemeinde, Berlin G 21, Tranienburgcr Straße (ZI. Irn Tagesheim für Llruglinge und KlcürustndI der IüdijÄzcrc Kin.dcrhilfL o. P,., DiSrlin?(' 2-« 'Auguststraße 11—17. tönnen am 1. Januar 1071 f«iiÄ Schülerinnen zur Ausbildung in Kinderpflege und Hanswirtsthast für Familie oder Heim ausgenomrnLv Ioerden. Praktische 'Arbeit in der Bchigling^ und Kicintinderpilege, in der Küche für Kindre nn?» Grwachsene. in der Hausarbeit, in Waschküche und bläharbeit unter Leimng einer geprüsicrn Sänglmgrschivester. T h e v r e, t i s ch e Kurse über GniwicLung und Pflege des- Kindes (Anatomie, Kinderkrankheiten, Grnäbrimgslehre) und Grzichimgslehre werden von -Arzt unb I igcndlciterin erteilt. Tauer: fcd;»§ iGiDnaic; Kosten: 20 (),>(>.>( monatlich einschließlich Mittagessen unb Frühsiücksgelränk, '.Anmeldungen an die Leiterin Fräulein Dievocib, Berlin N 21, Auguststraße 14—lö, oder an die Berussberatung der Jüdischen Gemeinde, Berlin G 2, Rosenstraße 2—1. Krankenhaus der Iüdnchcir (Hcmcinvs, Dcrlin, Grerzierstraßc Urt. Ilütersuchuug uird ambulame Bchaiidlung Vvn allergisch Kranken ('.Asthma, Heusicber. Älcjselsncht u. a.) durch Tr. Glse Levh, Leitcriir der bnuF Hinan2 in? UnFennssv, wo ihre Sühne wNliw dm: Gesa hi standen, und hatte es nach nicht erlebt, daß in die urverblindene Kette ihrer Kinder eine Lücke gerissen wurde, sie war voll Vertrauen noch und Glauben. Wie würde sie es ertragen. Tie (bedanken stürzten über mich her . . . Nacht war plötzlich da. Hoch, hin und her Vanteu die Lerrchckeuer. mißtrauisch von beiden Seiten ausgelassen. Ter Horizont fieberte noch vvn dic'em heißen Tag des -Kampfes und des Todes. Brandgeruch war in der Lust. Sanitäter kamen. Man brachte uns Essen. Aber niemand wußte etwas Genaues über die Siebente; nur einer meinte, sic liege rechts hinter fremden Truppen, die uns zu Hilfe geschickt seien von der Armeeleitung. Ainmal entdeckte im. daß sie über mich sprachen. Mich mndreheud, sah ich den Striegel in ihrer Mitte stehen. Alle schauten mich an, Kameraden. And als unser Kompagniesührer zu uns kam ans sei nein Äuudgang, da faßte ich mich, и. -zählte' ans sein Geheiß und bat. mich zu bi> nelaubeu, mir ans ciae Stunde, um nach meinem Bruder zu forschen. Gr gab es zu. ot kaume Gruft, hatte uns oft beisammen liehen sehi'n. Ich solle geben, ivenn meine Lvache vorbei sei. Ja, die Siebente liege wohl am rechten Flügel. ützrn. ich hatte die beiden Stunden vor dsNiernacht zu stehen. .Hoffnung überkam iv.iiD wieder; aber nie war mir eine Wache i,erschienen. Wie heiß es war! Ich legte die Pulse auf das kühle Metall des Ee» iv'earmantels. lind als die Wache ihrem Ende к. ugrug, gab es plötzlich noch wüst eine Kesseler. Jäh kläfften Maschinengewehre Alles iuut vergessen. Ich legte die Daumen ans das Truckstück. das Gewehr hämmerte toll die Geschosse hinaus, Gurt um Gurt. Aber es währte nicht lange. So schnell es begonnen hatte, so legte es sich wieder. Sie hatten genug da drüben. Meine Ablösung stand da, alle harrten, bereit, ums Gewehr... Ich ging los, noä) rechts, ich rannte.durch die Stellung, hoch oben einmal, dann wieder im Graben, ich stürzte vorwärts, taumelte wie im Fieber; Balken, Löcher, Bretter. Verhau. Ter Atond stand hell, ruhig und still, sehr friedlich. Leuchtkugeln hin und her, wie Meteore.. Schlafende lagen im Freien umher. Sanitäter immer wieder. Ich trat auf Weiches... Ich fragte die Posten. Immer noch unser Regiment; aber niemals die siebente Kompagnie . . . Dann Soldaten eines fremden lllegimentS, doch von unserer Division. Nun also keine Hoffnung mehr, gar keine. Welche Verluste mußte die Siebente gehabt haben, daß man sie zurückgezogen hattet Bielleicht war überhaupt nichts mehr von ihr da. Aber ich fragte weiter. Stürzte, zerriß die rechte Hand an den Stacheln des Verhaus. Einen fragte ich. er rauchte eine Pfeife quer, ich weiß cs wie heut: „Liegt hier irgeudioo noch eine Kompagnie des grünen Regiments V „Ja", sagte der, „ich glaube, da rechts von unsB Weiter, weiter. Schließlich kam: ich zu einem Posten, einsam, er schien mir der letzte unserer ganzen Front zu sein, da hörte sie aus, hier ging es ins Unendliche; er stand an einer Schulterwehr. . „Gibt's hier noch Leute vom grünen Regiment'S „Ja, da um die Schulterwehr steht ein Posten davon." Ich ging langsam, sehr langsam, schlich geradezu, lehnte mich noch einmal an die Grabemvand, Schweiß im Gesicht, trockenen Halses, gelähmt, fast taumelnd. Rur nicht zu früh die Gewißheit haben! Sollte ich zurück! . . . Da stand einer, schaute in die hohe, blaue Nachtftille friedlich, vor sich das Gervehr auf der Deckung. Da ries er auch schon:-„Wer bal" , „Grünes Regiment", sagte sich, trockenen Mundes, „was seid ihr?" . i; „Siebente,, grüne? - Regiment." . . .. Siebente, grünes Regiment! Jetzt: „Welche Gruppe?" - „Gruppe Holzer." Die Gruppe Grusts, die Gruppe meines Bruders. Mut nun, Mut: „Wo ist der Wangen?" „Der liegt da drin und schläft", sagte er ruhig und deutete nach rückwärts. Gr liegt .da drinnen und schläft, er liegt da drinnen .und schläft. Mensch, Mensch, was hast du mir gesagt! Ich lege ihm den Arm .über die Schulter, es rvar ein neuer, er kannte mich nicht: „Wo liegt er?" „Grad hier um die Ecke." Da hörte ich schnarchen, sah eine Zeltbahn vor einem viereckigen Loch in der Wand. Ich hebe sie. Einer schimpft. Noll. „Wo ist Ernst?" „Woher kommst du? Da liegt er." Ja, da lag er, ein langer Soldat in weiß gekalkten Stiefeln, das Müßchen über die Äugen gezogen, ruhig und schlief. Ich nahm seine Hand, er erwachte. Und sah nüch: „Du!" Wir sprachen lange nichts. „Bruder!" fühlten wir beide. Gr rveiß es nicht, was dieser Tag um ihn für mich gewesen war. Dieses also!var der schwerste Tag des Krieges, den ich erlebt habe. Ja, damals an diesem Tage waren wir noch verschont geblieben, damals war noch nicht das geschehen, was das Schicksal nötig hatte, üm. ansglcichend, cs zu rechtfertigen, daß meine anderen beiden Brüder, oder vielmehr der erste von ihnen, fiel, den Tod um die Heimat starb, dem der andere folgen mußte, da die heilige Reihe einmal durchbrochen war. Davon aber kann man nicht sprechen. Wangen schwieg. Zuletzt war seine Stimme ein wenig unsicher, wie heiser geworden. Denn.avie gesagt, es ist noch nicht lange her, daß er uns das erzählt hat: und auch wir müderen, die ihm zugehört hatten, fühlten selbst, wie mehr und mehr im Fortschreiten der ' Erzählung das ' Atmen des . großep Schicksals.über uns war, da wir. bedachten, was heute geschah, und was damals von unserem Kameraden so erlebt worden war. Und wir spürten ergriffen den schweren Gang der Zeiten über uns hin . .» Beutsd .and Die ersten Schritte an meiner Mutter Hand Ging ich auf deinem Boden, du deutsches Land, Du gabst dem Kindermunde den ersten Laut, Den Himmel hab’ ich zuerst ob dir geschaut. Du hast mir Vogel, Blume und Baum gebracht, Mein erstes Lachen hab’ ich dir zugelacht, Und weint’ ich in meinem ersten Kinderschmerz, Sang man mir mit deinen Liedern Trost ins Herz. In deiner Helden Leben und Ströme Lauf, In deiner Dichtung nahm ich dein Heizblut auf, In deiner Forschung Kammern sah ich hinein, Nichts andres wollt’ ich, als dir verbunden sein. In deiner Sprache wuchs mir der Liebe Wort, Um dich zu schützen zog mir der Eine fort. Viel stolze Tage und manche schwere Nacht Hab* ich, an Deutschland denkend und ihn, verbracht. Mit deiner Erde deckt man den Toten zu, Ist Deutschlands Scholle seither nicht er und du, Und wenn man das Lied vom Kameraden singt» Ob cs nicht hin bis in seine Ferne dringt? Die Fahnen sch’ ich ob meinem Haupte wehfl, Soll ausgeschieden in ihrem Rauschen stehn, O Deutschland, Deutschland, gibt es. noch gross’re Pein, Als.dies:, ein Fremder im Vaterland zu sein;?. . J.U