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Central-Verein-Zeitung · 1933-12-07 · 47 (7.12.1933) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
47 (7.12.1933)
Date
1933-12-07
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Die Ungunst der ^>it zwang zu ihrer Schließung, ohne daß dnnit die Idee, von der man ausgegangeu nur, ausgegedeu oder eine Weiterführuug zu ^ncm späteren Zeitpunkt für aussichtslos sgiart wurde. Was praktisch im Augenblick „icht möglich war, blieb gedanklich und tcheoläiich inntf) -- bei den Mitarbeitern, der Lci- ,,»,g de« CB. den Mitgliedern des Heimauschlisse«, und besonders bei den Heimjir.niLH'n, deren Zahl im Laufe jener vier-;r()it Rtouate in die .Luuderte ging. Kein Gelinderer hatte die vorübergehende Aufgabe dieses beimes mehr bedauert als der eigentliche geistige Baker. der tatkräftige Förderer Hilf» menschliche Helfer: Ludwig Tietz.?as; das Band der Heimgemeinschaft dennoch festgeknüpst blieb, zeigte eine BefinTdimiQ, zu der sich kürzlich erfreulich zahlreiche Dtitglicder und Freunde des ehemali- >ien CB-Heims zusammengesunden hatten. Ü>!an gewann unwillkürlich den Eindruck, ü!>z hätte jeder einzelne auf eine solche Zusammenkunft, auf eine solche Ausspceche im vertraut gewordenen Kreis geartet. Alles bekannte Gesichter, nicht eine fremde Erscheinung. Und deshalb setzte chleich eine lebhafte Unterhaltung ein. sicherlich hatte sich in der Zwischenzeit meches Freundes Schicksal umgestaltet. Das keinträchtigte jedoch keineswegs die Stimuumfl. Aus ihr und dem ganzen zwanglosen Gepräge des Abends heraus, das in seiner >lrt au das Zusammensein im Heim selbst erinnerte, wurde allseitig der Wunsch laut, ein neues Heim zu schaffen, d. h. eine Fortichingsmöglichkeit des alten ausfindig zu »mhen. In temperamentvoll eindringlicher Weise wurde erklärt, es gebe keinen Ersatz für ein solches Heim, leere und geeignete Wohnungen seien in Hülle und Fülle vorhanden, rrnd dem GV als große, verantwortungsbewußte Organisation der deutschen Juden falle die zwingende Ausgabe zu, dieses begonnene Werk fortzuführen. Ja, es wurden sogar unverzüglich Einzelvorschläge für die Einrichtung und Allsgestaltung vorgebracht, was und wie man es besser und einfacher machen könne, als früher. . Dw Heimgemeinschaft hält zusammen. Sie will bei dem Aufbau eines neuen Heims tüchtig Mitarbeiten.^ Der CB ist sich der Not- Wendigkeit bewußt, daß er auf diesem erfolgreich beschrittenem Wege irgendwie sortsahren nrnß — im Dienst an der Gesamtheit. Der Gedanke ist wacher denn je. Daß er seinerzeit richtig erkannt und in seiner Bedeutung' nicht überschätzt wurde, beweist allein schon die Tatsache des erhalten gebliebenen Kerns des Kreises der Heimfreunde. Der alte Gedanke wird in die Tat wieder umgesetzt werden können, wenn die nächstliegendsten, anspruchsvollen großen Aufgaben, die der CD jetzt in erster Reihe zu bewältigen hat, in ihrem Umsang etwas eingeschränkt werden können, und die Mittel es nur eben gestatten. Wir rechnen — jetzt erst recht — auf die Hilfe und Mitwirkung aller derer, die nur irgendwie in der Lage sind, eine solche Stätte jüdischer Gemeinschaftsbildung zu fördern. Ein Heim, das — ganz bescheiden ausgedrückt — dem Zusammensein jüdischer, zum Teil heimatloser Menschen und der Pflege jüdischer Werte in unserem Sinne dient, ist heute für diese Werktätigen ein weitaus größeres Bedürfnis als vor ein oder zwei Jahren. Das war deutlich der Eindruck, den man aus jenem fast stürmischen Verlangen, „Schafft uns wieder ein Heini!", nach Hause mitnahm. Selbstverständlich schloß der Abend nicht ohne ein ehrendes und dankbares Gedenken an den eifrigen Verfechter der jüdischen Heimidee, Ludwig Tietz. E. G. L. ÄL S§NZTiÄ-- Vorlröge und Versammlungen H§ MMelüeEchlsnd Die ausgedehnte BersammlniigStätigleit deS LandcSverbandeS Mitteldeutschland wird nach wie Var fortgesetzt. lleberall iß der starke Besuch der beste Betveis für die Ansnahinebercitschaft unserer Mitglieder. Am Dienstag, dem 28. November, fand eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung in Göthen unter Vorsitz deS Herrn I. Schöiiseld statt. Nach einem Referat deS stellvertretenden Borsitzenden unserer Ortsgruppe Magdeburg, Julius Petz on, über die allgemeine Lage der deutsche!: Juden sprach der ShndiknS deS Landes« Verbandes Mitteldeutschland, Kurt Sabatzkh, Leipzig, über „Tie E-B-Arbeit in der heutigen Situation". Die Aussprache zeigte von dem großen Interesse der Erschienenen. Am Mittwoch. dein 29. v. M., fand im großen Saal der MvftL-MendelSsohn-Logc in Magdeburg eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung statt, die von dem stellvertretenden Vorsitzenden Julius Petzon geleitet wurde. Zunächst gaü Shndikus Kurt Sabatzky, Leipzig, eineu Ueberblick über die Lage der Juden in Mitteldeutschland und die Tätigkeit de8 C. V. in diesen: Bezirk. Sodann sprach der Syndikus des E. V., Dr. N.e ich mann. Berlin, der in eingehender Darstellung die jüdische GegenwartLsituation mnfassend zeichnete und aus der tatkräftigen Arbeit der Centrale eine Reihe von instruktiven Beispielen gab. Tie Auswirkung der Versammlung zeigte sich am besten an der Gewinnung einer Reihe neuer Mitglieder. LattDeoverbarrÄoLagnug Am Sonntag, dein 8. Dezember, hielt in Leipzig der Landesverband Mitteldeutschland in den Räumen der Leipzig-Loge eine antz allen Teilei: deS Bezirkes gut besuchte erweiterte VorstandSsitznng ab, die in der eindrucksvollsten Weise verlief, und bei allen Teilnehniern nachhaltige Wirkung erzielte. Der LlUweSoerbandsvorsitzende, Rabbiner Dr. Felix Gold mann, erössnete die Tagm:g mit einen: Gedenkwort auf Ludivig D i c tz. 211* erster Redner sprach Joe de H aas, Dresden, der Jugend, reftrent dcö Landesverbandes über die Notwendiglcit dentschstüdischer Jugendarbeit. Danach sprach der LandesverbandS-Shndilns Kurt Sabatzky über die Arbeit des C. B. in Mitteldeutschland. Er zeigte ai: einer Reihe von Beispielen die vielseitige Tätigkeit des Landesverbandes auf den verschiedensten Gebieten. Ei>: großzügiges Referat über die gesamte Lage der Inden und die Tätigkeit des E. B. im Reich erstattete der Borsitzende deS BerwaltnngsanS'chnsscS des C. B.. Direktor Friedrich B o r ch a r d t, Berlin. Der Reftrent vernüttelte über die ebenso umfangreiche wie scgenSvollc Tätigkeit der Zentrale ein überaus eindrucksvolles Bild und nahn: zum Schluß noch zur Situation in Päästina Stellung. lieber die Ausgaben unserer inneren Propaganda sprach Rabbiner Dr. Gold m a n n. Er rief birjfnwesenden zur tatkräftigen Mitarbeit im CB auf und seifte sich eingehend, insbesondere mit den Splitter« gruppen, auseinander. Es gelte eine klare Abgren. zung des Aufgabengebietes der einzelnen Organisationen zu treffen imb ein Gegeneinander und ein Durcheinander zu verhüten. In der eingehenden Aussprache kam die Anerkennung der Arbeit des C. A. im Reiche wie in Aiitteldcutschland zum Ausdruck. Zwei AchSzigjähfige Am 28. November feierte das Niitglied des C. D. Gustav Silberberg (Tvrtmund) in voller geistiger und körperlieber illlisüateit seinen Kl. Gelnntstog. Am 1,i. Tez.anber teiert der Mllbeglünder des G. B., Elias Jtzig. im Lvgenhcim. Vcrbnwiäiterfeldc. seinen 60. Gelmristag. _ In Dresden starb kürzlich in: 77. Lebrnsjabr Julius Jacob £> i r f d). Er gebürte m den Begründern der Dresdener Orlsgruvve des Eentralvcreinü. Um 2 IrdeZüug« 7frau weih, cz^:—^wie sehr in lallen Tagen die Hände durch die tägliche Hausarbeit leiden. Durch regelmäßige Hautpstcac mit Lcolrem wird das 2kusspr':ngcn und die Nöte der Hände verhindert. Leokrem, der sich besonders leicht in die Haut eiureibt, führt dein Hautgewebe Sonnen-Bitamin zu, denselben wichtigen Ausbaustoff, den sonst in der Haut nur die Com:e erzeugt. Lcolrcn: ist ein Erzeugnis der Chlorodont-Fabrik. Dosen zu 90, 50, 22, 15 Pfg. in allen Fachgeschäften erhältlich. UDMeh ina eM& TLßitseBairMtGn EmeüÄlevlsHeZcHschÄtiÜisrüeu Wand In einer der heftet: italienischen Zeitschriften ..Ruooa Antologia" von: 16. September 1988 veröffentlicht Guiseppe Piazza einen Aussatz unter der lieberfdjvift „R a t i o i: a l s o c i a l: s in o - R a z z i s m o", der eine eingehende Würdigung der Grunotatsachen der nationalsozialistischen Revolu' tioi: enthält. Piazza sielst im Hiationalsozialismus die letzte Erscheinungsform einer großen revolutionären Bewegung, die 18-18 beginnt und über die Versuche Bismarcks und des Weimarer Staates hinaus nunmehr die Eiilyeit der Ration ihrer Vollcndung entgegenführen will. Daß diese These der natioimlcn E:nheit für den Ausländer ein ivenig antiguicrt (an po' come Tuori tomno) klingt, führt er darauf zurück, daß ii: Deutschland alle Dinge spät zur Uieise gelangen. >oeil die zentrifugalen -Uraste von Ratur aus stärker find als diejenige!: Kräfte, die zur Einheit drängen. Solche zentrifugale!: Kräfte sind ivirlsam in der geographische!: Rtittellage Deutschlands, die allen Einflüssen offen bleibt, in der Aufteilung der staatlichen Wnd'it auf die einzelnen Lander, in der religiösen Zersplitterung und schließlich nach den: Kriege in den: ilebernmcheri: des .Ulajsen'ampjgedanlens und der Erscheimingssorincil des PArteienstaates. Die Lazialdemotralie. der er einen ..sprichioörtlichen Biaugel an geschichtlichem Berstäudiüs" nach- - sagt. habe, obwohl sie prograuunatisch den Ein-- beitsftaat forderte, tatsächlich diese zentrifugalen Kräfte bis anfs äußerste gestarlt. Der Rationalsvzialisnuis dagegen habe verinittels der Ausschaltung der Parlamenle und der l^iusetzung der Reicli-:-- statthalter eine eiserne Klammer um das ganze Deutschland gelegt: aber auch er werde wohl kaum darum herumkonunen. in: iibrigen die Besonderheiten de.A deutschen Lebens zu bewahren. Der deutsche Ratioualcharaltcr sei auf Mannigsaltigleit und deshatb auf ftüderalisnuiS angelegt, was, abgesehen von der Geschichte des Reichs — immer nach Pingza — die beiden anderen deutschen Staaten, nämllich die Schweiz und Oesterreich, beweisen. Piazza glaubt nicht, daß das aus vielen Rassen znsaminengesctzto deutsche Volk an dem vorübergehen kann, was alle anderen modernen Rationen erkannt hätten, daß nämlich bei höherer geschichtlicher Entwicklung ein geistiges Moment in: Völker« leben auftrete, welches die verschiedenen rassenmäßigen Bestandteile erst mit einheitlichem nationalen Geist erfülle.- Er beruft sich auf Moellcr van den Brirct. den Verkünder des Dritten Reichs, der insbesondere unter Hinweis auf das Italien vor und nach der Bölkerwandernngszeit davon gesprochen habe, daß die „Rassen des Geistes" die „Rassen des Blutes" überwinden. In diesem Zusammenhang spricht er auch von dem in Deutschland eingeführten Arierparagraphen, der die Verschiedenheit zwisäzen deutschem und italicniscl)etn FoschisiimS in der Gegenwart deutlich mache. Er räumt dabei ein, daß besondere geschichtliche Voraussetzlingeu in Deutschland Vorgelegen hätten, die cs hätten angezeigt erscheinen lassen, das Eindringen von Juden in bestimmende Teilgebiete des bffenilichen Lebens zurückzudrängen, weil cs darum | Bevorzugen Sie | bei Ihren Einkäufen das führende KAUFHAUS Pros, für prfissoro Inunobillen-Finna für Hypotbokon, Alter ca. 30—10 Jahre. Kur Herren mit langen Ia Zeugnissen werden berücksichtigt. Off. mit genauen Angaben unt. Jf. 270 bof.die. C:V -Zeitung. BorlinV/.15 n ' Berlin-Sdioneberg, L&upisiraße "163 N fy l'lir .joiEon soJir wfctJÜpr.1 Wir U!cl«5cn Slo richtig;! toiSs W., FalsElamsr SSsr. 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