Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 47 (7.12.1933)
- Date
- 1933-12-07
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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VW1, ftSsv 47 BoSSca© P./7; MM p.rg Cs Cu ^pni UüUÜ <7p'7o;^ | fsnnpfi'n'npl 3qafammen?tmff jüdischer ^t'aDcmiCecinncn Ms her GiNsSMZSiZ -tiif)Icriicfcn. Stimmengeschwirr. Die Bejnvfüiuiiq ift uiii]C|i1][ojji'.n. iUtan steht noch „ onm'ppcH zusammen, tauscht Namen, 'iiM'ci'cn, IeIepI)onnummcm aus, stellt. W” "nö a'bt Auskunft. Nur Frauen ^h-il in dem schönen Saal des jüdischen Pomus-Heims" iit Berliln-Grunewald bcr» jUninat. Frauen. denen man es ansah, das; Rstzplinierte Arbeit kennen. Die weibi-sjii' chigend fehlte in dein Kreise. Der südisaie'Frauenbund hatte lediglich Frauen chizeladeil. die im Beruf sind oder waren, u,iiti' unter diesen ans bestimmten Grün- 5,-ii zunächst nur die Angehörigen einiger Vmissgriippen ausgesucht: Lehrerinnen, HHidcEle.hrennuen, Acrztinnen, Iuristinncn, gHtioinüölönouännen, Angehörige der soziale und pflegerischen Berufe. Ans bat di ge Zusammenkunft bezweckt? 7er hüdische Frauenbund war von der Tatsarl/ansgegaugen. das; fast alle jüdischen Bcruststalien die Verbindung mit ihren Be° rrssvrq.uiisatiouen und mit den Verbänden iw Fraueiilnnoegciag aufgeben mußten. 7urä> Dtellnngsverlnst und bitrrfj die Ausii^unmg aus den Verbänden sind die chanieu in Vereinzelung und Vereinsamung geraten, halirelauge Bindungen sind aufgr-vsl. Tie beständige Fühlungnahme mit >Tril1iges!eiUen und Gleichstrebenden ist abgebrael'.en. Tas Bedürfnis nach einem GcdlMüin und Erfahrungsaustausch mit Kollegen und Kolleginnen kann uiaü mehr in gctrohuter Weise befriedigt werden. Man sieht Dunsten" und kann kaum noch die Weitereiinvilllung seines Arbeitsgebietes verfolgen, iaiin schon gar nicht aktiv daran Mitarbeiten. Von dieser praktischen und seelischen TUnation ist der JFB ansgegangen. Sern Vi.nc bezweckt, ohne Schaffung einer neuer; LiMnisation, eine neue überberufliche Gemcinsamkect der jüdischen Bernssfrauen herzüNetlen. Pion darf diesen Versuch weder zu hoch noch zu gering bewerten. Ueberschätzen tviiede man ihn, wenn inan erhebliche pra l t i s ch e Erfolge erhoffen wollte. Tr. Hildegard B ö h m e . die Neferentin der chrsammcnknnft. wies nachdrücklich darauf hm, daß die Frauen von ihrer neiren Verbindung keine unmittelbare wirtschaftliche Ätse erwarten dürsten. Es sei ztvar beabsichiigi, allmählich in einen stärkeren Kontakt ch! dem jüdischen Arbeitsamt und der Wirtichastslsilfe der Gemeinde zu kommen; aber dies sei eben vorläufig nur ein Fiel. Soll man deshalb das Unternehmen des MB für bcdeiltnngslos halten? Das hieße, die Werte ch:> Zmannnenfindens erheblich unterschätzen. Vilse lut not und wird von fast allen verl^ngt,^ aber nicht nur praktische Hilfe. Die ch'chlichcn und allgemeinen Franenorganihnionen sind seit jeher erst in zweiter oder mller Linie Intercssenverbände gewesen. In k'uler Linie stand eine ideelle Gemeinsamkeit, chnch das Bestreben, für die Allgemeinheit Gcr^fiir eineil bestimmten Berns den Beitrag bstsiranen zu leisten. Das weibliche Prinzip leie es Helene Lange einmal ans- Bdciiclj hat. vollwertig neben das männliche chlV!! werden. In Hans und Berns sollte chr lpczifische Knlturnnlle der Frauen wirken lverdeiu Bon diesen lebendigeil Bestrel'ungeiichänd die jüdischen Frauen nun ans-!W'hloffen. Dadurch ist eure Leere ciitstanp. eine tragisc!;e Entbehrung. von vielen schmerzlicher fast eanpfnuden als der Verlust ocr praktischen Berufsbasis. Ter neue lose Zusammenschluß der jüdilchcu Vernfssraneu kann selbstverständlich khm'n vollivertigeu Ersaß für die verlorenen Icudungell vielen. Doch bis zu einem ge- ''orUcu Grade wird es möglich sein, in der A'mnMezrehuug geistigen 'Halt rmd Anstoß 1J1 geistiger Tätigkeit zu finden. Durch Ans- Eb-cbe^ imd gegenseitige Anregung, durch Mlstarrsch von Büchern imd Fachzeitschriften, un'rh Mitteilung von praktischen Erfahrun- D>i und geistigen Erlebnissen wird eine Lücke u>> Leben der früher ch tätigen Frauen aus- Auäit. Es nürd viel besser möglich sein, den I'mwlk mit feinem Berussgebiet aufrechto'-lcrhalten, wenn man mit Berufskolleginnen lJh<>L A. hikc.cr, r>cr!{~ Kinder, euch macht Chanukkah doppelte Freude, wenn ihr selbst mitarbeitet, anderen Freude zu bereiten. Schenkt euren Angehörigen eine Menorah! Selbstverständlich eigene Fabrikation. Natürlich arrs Holz. Nicht das Material bedeutet den Wert der Sache, sondern die eigene Arbeit. Und wieviel Spaß allein schon die Arbeit macht; trotz Mühe und kleinerer Schwierigleiten. Also hört zu: Eine Laubsäge ist irr eurem Besitz? Selbstverständlich! und ein Hammer auch! Wir erwerben vom Tischler ein Stück Sperrholz, aber ein breiteres Brettchen einer Tomorkifte genügt auch. Betrachtet die obige Photographie. Das Ganze ein Mogen-Towid: Ein Dreieck, etwas größer als das andere, das größere auch wohl etwas breiter. Ta das Holz nur dünn ist, legen wir oben ein Brettchen auf. Jetzt haben mir mehr Platz für die Lichtchen. Aber unten geht die Spitze gleich in ein Dreieck über, das das Mittelbrett des Fußes ist. Das Ganze muß doch stehen! Nach vorn und hinten werden immer kleinere Dreiecke genagelt. Der Fuß nürd breit und doch nicht massig. Er harmoniert auch schön mit dem oberen Dreieck. Nun der Schammes! Ja. auch an den müssen Nur denken. Im Leuchter haben wir eine Strebe stehen lassem Der leere Platz wird dadurch schön aiisgeteUO Hier bringen wir den kleinen Erker an: Ein Lichtbrettchen aus einem Dreieck schafft Plast für das nennte Lichtlcin. Für die Kerzen können Klötzchen als Füßchen und fe ein eingeschlagener Nagel als Lichthalter angebracht werden. Wohlgcmcrkt: Können, müssen nicht. Und Kinder, ändert die Vorlage. Ihr werdet ans immer andere Formen kommen. und desto mehr Spas; macht die 'Arbeit. Ja. uub Maße habe ich absichtlich nicht verraten, die Mcnorah mutz ja nicht gerade eine bestimmte Größe haben. Freudig ans Werk, dann ge° lingt's. 8. Barucli. regelmäßig znsammenkmnmt, die auch den Wunsch haben, neue Gesetze und Bestimmungen, neue Ideen und Ordnungen zu verstehen. Und es wird ferner möglich sein, immer wieder über die Grenzen des eigenen Berufssektors hinansznblicken; denn es ist geplant, fachliche Grnppensitznngen mit überberuflichen Besprechungen abwechseln zu lassen. Frau Berta Falkenberg vom Jüdischen Frauenbund erklärte iit unserer Zusammenkunft, der JFB habe es imuier als seine 'Ausgabe angesehen, den Frauen das Wissen um ihr Judentum zu vermitteln. Durch diese Worte!vurde den Zuhöreriimen eine weitere positive Alöglichkcit eröffnet. Biele suchen heute mit neuem Verlangen den Weg oder die Rückkehr zcc einein jüdischen Bewutztsein, zu einem Leben im Geiste des Iudenticms. Im „Haitfe" des Jüdischen Fraueubrmdes wird ihnen dieses Suchen leichter gemacht. Der Plan des Jüdischen Frauenbundes hat lebhafte Aiistintmung gesunden. Er kann deshalb sofort in das Stadium der Dnrchsnhrnng eintreten. Eine äußerlich lose, mit keinem'Namen bezeichnete Beziehung der beziehungslos Gewordenen ist geschaffen. Sie steht „iuüer dem Matriarchat' des JFB, der seit dreißig Jahren für Frauen- und Kinderschutz aus "allen Lebensgebieten eintritt. Da im Frauenbund hauptsächlich Hausfrauen organisiert sind, werden die Bernssfrauen in eine nähere Verbindung mit Familienmüttern kommen können, was ihnen heute besonders erwünscht ist. Da vorläufig erst der „Grundstein" zur Bildung der neuen Gemeinschaft gelegt ist, kann man von der weiteren Entwicklung nur in der Wunschform sprechen. Wir wünschen mit Dr. Hildegard Böhme, daß es den Frauen gelingen nürd, „das zu verteidigen, was sie als höchsten Besitz in sich tragen". Die einzelne tvird leicht ermüden und den Mut verlieren, wenn sie um eine neue geistige Heimat ringt. Im Kreise der Gleichgesinnten helfen alle der einzelnen, und die einzelne kann vielen Helsen. Es ist nie vergeblich, wenn Menschen ans der Not die Tugend machen, zusammenzuhaltcn und sich gegenseitig zu stützen. Wie alle jüdischen Gemeinden Deutschlands, hat auch Frankfurt a. Nt. neue 'Ausbildungsstätten zur beruflichen Erziehung oder Umschulung ins Leben gericscn. Mit der „Jüdischen Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe" hat die Gemeinde dreifache Ausbildungs- und Fortbildungsstätten geschaffen, die es einer vorerst beschränkten Anzahl junger Inden beider Geschlechter aus der Stadt und Umgegend ermöglichen, sich geistig, jüdisch, landwirtschaftlich und handwerklich zu schulen. Der g e i st i g - p r a k t i s ch e u Ausbildung dienen zunächst die Sprachkurse mit Hunderten von Teilnehmern, die nahezu unentgeltlich für Anfänger und Fortgeschrittene Unterricht im Neu- und Althebräischen, Englischen, Französischen, Italienischen und Spanischen bieten. I ü d i s ch e B i l d u n fl von der alten Geschichte bis zur modernen Soziologie und Palästinalnnde. mit Vertiefung des Bibel- und Talmndunssens verbreitet das wieder erneut ins Leben gerufene, seinerzeit von Franz , N osenz w c i g begründete Freie jüdische Lehrhans unter Leitilng von Vtartin Bnber und unter Mitwirkung von führenden jüdischen Persönlichkeiten jeder jüdisch-politischen . und religiösen Sehatlierung. Sein Zweck ist wahrhafte Bildung ans Grund eines neuen Genreinschaftserlebnisses. In drei Trimestern finden zahlreiche Vorlesungen und Arbeits- ■ gemeinschaften für Jugendliche und wissensyungrige Erwachsene statt. Zur landwirtschaftlichen Schulung sind Zöglinge im jüdischen Erholungsheim in Oberstedten, im Goldschmidtschen Sanatorium Bad Homburg, im Kinderheim , Dietz und bei der Gärtnerei des naiert Gemeindefriedhofs untergebracht. Ans dem Friedhof genießen unter Leitung des Obergärtners Fr o n h a u s en zehn männliche und ^zwei weibliche Volontäre rurd zwei Lehrlinge un Laufe eines Jahres eine gründ- , liehe landwirtschaftliche Schulung, die sie befähigen wird, als gelernte Landarbeiter unter- Zukommen ober im eigenen Betriebe zu arbeiten. Die Zöglinge sind in den verschiedensten Llltcrsllast'en von 15 bis iO Jahre, sie arbeiten ganztägig im Freien und im Gewächshaus, lernen Erdarbeiten, pflügen, düngen, pslanzen und roden und was sonst zmu landwirtschaftlichen Betrieb gehört. Besondere gärtnerische 'Ausbildung ist für die Volontäre nicht vorgesehen, wohl aber für die Lehrlinge, die nur in beschränkter Zahl ausgenommen werden können; sie sind befähigt und berechtigt, nach zwei- bis dreijähriger Ausbildung-?« zeit ihre staatliche Gesellenprüfung als Gärt ner zu machen. Tie Gärtnerei dient mit ihren Erzeugnissen nicht nur den Zwerken des Friedhofs. sondern verkauft das ganze Jahr hindurch Pslanzen und Blumen an die Gemeindcmitglieder. Weiblichen Jugendlichen ist Gelegenheit zur h a u s m i r t} ch aftli ch e n und h a it b* w erkli ch e n Ausbildung im Isenburger H-eiin des Jüdischen Frauenbundes mib im Mädchenheim am Tannusplatz gegeben. Hier finden Schneiderinnen- und Zuschnerdeknrse zur Perfekten Erlernung bei Meisterinnen mit je 20 Teilnehmerinnen statt, acißerdeui sind einzelne weibliche rmd männliche Lehrlinge bei Handtvcrksmeistern zur Ausbildung im Plattenlegen. Photographieren usw. untergebracht." Bor wenigen Wochen wurde ferner eine Schlosserlehrwerkstatt eröffnet. die20Zöglinge im Handwerk vollkommen fachlich ansbildet. Dieser Tage soll eine Schreinerlehr-- stätte eröffnet werden. In der Schlosserei stehen unter Leitung des Bteisters B e l i ng die 20 jungen Leute im Lllter von l0 bis 20 Jahren jeder am eigenen Schraubstock und drehen, seilen, basteln, hämmern, löten, schmieden nach der gegebenen Vorschrift und Anweisung. Tie reine Bauschlosseransbildung soll ein Jahr dauern, dann ist eine Spezialisierung ans besondere. Tätigkeiten, als Elektriker, Motorschlosser, Installateur usw. vorgesehen. Leider ist eine staatliche Gesellenprüfung nicht möglich, da sonst statt des einen Ausbildungsleiiers ein« oh Ll ö U C;J La