Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 46 (30.11.1933)
- Date
- 1933-11-30
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2277379-2277993-2278039--08246-2289224- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Carl Lacaer, Berlin;-;cU hatten if)iu der Ncichsprästdenk und der Mini ft er des Innern eine Adresse überreicht. Mit Recht tonnte der 'Vorsitzende des Landesverbandes Groß-Berlin des Eeirtralvereins, Dr. Bruno Glascrfeld, in seiner Glticktvnnschcntsprache darauf verweisen, daß das vorbildliche Leben unserem Borsämpsers Carl Loeser uns ein Ansporn und eine Bestärkung in unserer Haltung ist. cl'tvk Vcraustaltct bom Reichöausschus; der jüdischen Jugcudverbärrde Ter Neichsansschuß der jüdischen Jugendverbände ries die jüdische Jugend Berlins zu einer Trauerte ier für ihren toten Führer Ludwig Tietz. Tie ioust in Parteien und Gruppen Gespaltenen fanden üch in eineur Geiste, denn ihnen allen war za Ludwig Tietz nicht nur ein Vwrbandsvorsitzender. sondern ein tvirtlicher Führer, Mensch unter Menschen. An der Wand sein Bild: die schlanke, vornehmc Gestalt bei der Grundsteinlegung eines Hauses, lleberall, wo er zu tun hatte, wohin man il)ii rief, legte er einen Grundstein, auf dem er dann ausbaute. uutcrstüht von der Jugend — oft auch bekämpft. Aber er baute trotz altem. Gilt Streichquartett von Brahms erössnete die Feier. Tann sprachen Tr. Georg Lubinski und Lr. Friedrich Brodnitz, Ludwig Tictz durch Freundschaft und lange gemeinsame Arbeit verwinden. Das Bild — in den letzten Wochet: schon io oft gezeichnet — stand liier im richtigen Nahmen: :m greise der Jugend, der Ludwig Tieß' Arbeit galt. In ihr wollte er jüdische Zukunft gestalten, sie sah er als die Kommenden, denen zit Helsen edelste Ausgabe uuö größte Pflicht ist. In seiner Jrtgendnvbeit zeigte sich als hervorstechende Seite seines Wesens: der soziale Draitg. Er sah Leiden und er musste helfeiu Er hatte selbst Leiden erlebt: int Kriege sah er Furchtbares, das für sein Leben liestimntend wurde uttb seine Gedanken prägte. Und irt seiner Arbeit kam er mit Menschen zusantnten. die in schwerer Not lebten. Hier mußte er atisgleichetid wirken. Die Wcltordnnng, die an diesent einen Punkt, bei jenen einzelnen Ätcuschen, an? den Angeln gehoben zu sein, schien, mußte er um seinen Teil wieder einrenken. Und nllc -Weit- Gien, denen er hals, lohulen ihm mit ihrer Liebe. Be ui ge gibt es, die von so vielen roahrhasb geliebt wurden, — und doch war Lndwig Tieß fein glücklicher Mensch. Er konnte nicht mt 'sich denken, nicht in der Liebe der anderen eigene Erfüllung sttchen, weil es um ihn herum doch immer noch Leiden und Ungerechtigkeit gab — so verzehrte er sich in rastloser Arbeit, die alles überstrahlende Flainme erlosch plötzlich — und brennt doch weiter. Worte tonnen ihn nicht erfassen, Reden ihn nicht begreifeit. Aber die jüdische Jugend, die sein Werk fortsetzt, die ihn zum Maßstab ihres Handelns macht und der Größe dieser Gestalt nach, strebt, — sie ist sein Erbe, und sie kann sein Wollen weitersühren. Fritz Aronstein. Ost 0 |( o MSVMMZMW AN O 7-' Sm CxEw j ' c:3 TöÄchLsxEZ- Der Reichssportsührer v u n T s ch a m m c r uu b Q ste n hat über die Besetzung von Führerpostcn in Sportvereinen und Ausnahme nichtarischcr Mitglieder folgende Anordnung erlassen: „Bei der Besetzung von Vorstands- und sonstigen Vereinsposten müssen die Anforderungeit des Gesetzes zur Wiederherstellung des BerussbeattstetsttunS vom 7. 4. 10:53 (RGBl. I S. 175) und der dazu ergangenen Aussührungsvorschriftcn sinngentäß erfüllt werden. Soweit weibliche Mitglieder für derartige Stellen vorgesehen sind, tuüsseu im Falle des Z 3 dieses Gesetzes die entsprechenden Anforderungen auch von Vätern oder Brüdern bzw. Ehemännern oder Söhnen erfüllt sein. Diese Anordnung findet aitf alle deutschen Staatsbürger gleichmäßige Aiuvendung. Auslättder können ztvar Rtitglieder anerkannter Sportvereiite fein. Dürfen jedoch Bercinsämter irgendwelcher Art nicht innchaben. Auf vielfache Anfragen stelle ich in diesem Zusammenhang nochmals fest, daß der Erlaß von Borschristen über die Aufnahme nichtarischer Mitglieder in auerkanitten Sportvereinen den Fachverbänden nnD, soweit von diesen keine bindenden Aorschristeit ergehen, den einzelnen Vereinen überlassen bleibt." Danach werden die Grundsätze des Berussbeamtentums allerdings in einer etwas erweiterten Form auch für die Besetzung von Vorstandsposten sür Sportvereine angewandt werden. Nicht uwvesentlich ist der Absatz 3 der Anordnung, aus der sich ergibt, daß die Sportverbände und -vereine über die Attfttahme nichtarischer Mitglieder eigene Regelungen treffen können. Ein großer Teil der in Frage kommenden Vereine und Verbände hat hier bereits zmn Test sehr stark voneinander abweichende Regelungen getroffen. Es bleibt Vorbehalten, hierüber einmal im Zusammen-- hang zu berichten. Am AeMMM desisHerWes bei Ser» ÄNWisHLN ÖpäSlOK 1333 Die amerikanische Amateur-Athlctie-Umon, in der die meisten großen amerikanischen Sportvereinigungen zusammengefaßt sind, hat aus ihrer Tagung in Pittsburg vor wenigen Tagen den Beschluß gefaßt, das amerikanische olympische Komitee aufzufordern, der Olympiade 1936 in Berlin seruzubleiben, wenn nicht der Boykott der jüdischen Sportler in Deutschland ailfgehoben wird. Der deutsche olympische Ausschuß hat daraus au die amerikanischen Mitglieder des internationalen olympischen Komitees folgendes Telegramm gerichtet: „Mit Bezug auf den gestrigen Beschluß der Amntenr-Athletic-Ilnioit erklären wir feierlich, daß die von der deutschen Regierung tntd Vvnt deutscljeu Olympischen Ausschuß in Wien eiugegaugeue Verpflichtung hiusichtlich der Teilnahme deutscher Juden au den Olympischen Spielen, wie sie von Garlane und Sherill als geitügend aiterkannt wurde, strikt eingchalten wurde und daß seit der Sitzung in Wien weder von der deutschen Negierttug noch vom Olympischen Ausschuß irgendeine Auwcisting oder Verordnung zutu Nachteil jüdischer Athleten in Deutschland heratisgegeben wurde. Wir vertrauen darauf, daß unsere' amerikanischen Kollegen im JOE ihren in Wien eingenornntenen Standpunkt, beibehalten. gez. Lewald, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, Tr. Ritter von Halt." Rach amcrikaiüschen Mitteilungen ist dieses Telegramm Gegenstand eingehender Tiskussioneu sowohl beim internationalen, olympischen Komitee als auch bei der amerikanischen Amateur-Athletic-llnion. Keine Betetet gegen fuorüitfje Sstfitioang Wischer Vereine Der Reichssportsührer hat an den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten und an den deutschen Makkabi kreis folgendes Schreiben gerichtet: „Auf die Eingaben vom 2. und 20. Oktober 1933, betreffs Sportbetätignng jüdischer Vereine. Gegen sportliche Bctäkignttg selbständiger jüdischer Vereine, gegen die keine polizeilichen Bedenken bestehen, habe ich nichts euzzuwenden. Ich bin auch Damit einverstanden, daß sich diese Vereine zu Verbänden zusammenschließen. Bezüglich ettoaiger Lergütisligungen würdet: sür jüdische Vereine sinngemäß die gleichet: Vorschriften gelten, die für sonstige Sportvereine und Verbände, die dem Ncichssport-- führcrring nicht angeschlossen sind. Ter Reichssportsührer. . gez. von Tschanuner." Wir begrüßen diese Erklärung, obwohl sie Praktisch nicht so große Bedeutung hat; denn leider wird den jüdischen Sportvereinen häufig nicht die Vergünstigung zuteil, städtische Turnhallen und Sportplätze zu benutzen. Dieser Brief ist zwar an die beiden größten jüdischen Sportvereinigungen gerichtet, soll aber offenbar sinngemäß auch für die anderen gelten. Berliner Sport-Gemeinschaft 1933. Am 2. Dezember findet auf dem Sportplatz am Schäfersee, Lerlin- Reiuictendarf, Restdenzslraße 6ct'e Panlawer AsH Freundschaftsspiel. der 1. «seniorenmaimfriiajt geflen v'! „Arilish Football Elub" statt. Spietbegiiul 11 tzh, Handurrb Fustballsport in Berlin \ Bei beit H a u d ballern gab es aur U-nicn Sunnb ’ ein mir mageres Vrogramm. Bemertenstvett ivarcn säiüueu Siege des ILSE 0.'», desfeu Vtannscbaßen Fl i Üch idiim tu den vorigen Spieliageu gezeigt hat. sZichll in gan; ansaezeickneter Forat ihre Spiele absvIvG'-n' Die 1. Jtigeudmattttschast des JD^(5 05 schlug, vbm.h sic nur unvollständig und mit llrsatz autrai, die HP Kvwba-Jugend mit 2 : 1 Doreu. Die fluten WUKüustl hmutm fielt Jttiulfle ganc, ausfle;ächiieter Vlbiuc[;r kralligen JT^E-Deckuug nie eullalten und miint’n s,'. sehen, wie der Gegner in Giutetvorsloßen die .nah sjF. bringenden Tore markierte. Vinci) die „Tritte" befe cuF, Utat erfolgreich und gewann gegei: die „Tritte" deshsF Kochba nach harlenr ^viel übrrtegetr mit ~: l ,'FH Toren. Fm dritten und letzleii Spiel des Tagedurch besseren und ktarcreu ^turman'öatl verdient 'ch ll-Bianuschaft des Bar Kochba gegen die .üaineraden c-l der -V-Glf. Ter Schlußstand lautete ö: nachdcin lx'j Halbzeit A noch mit 3:2 vorn gelegen halte. Bei den F u ß balliv'ielen überrascht Vau Sonntag Sonntag der gewaltige Fvrmaitüieg der BSG,e.l.G.,F schasleu. Was noch vor drei Wochen sür eine llnmF lichteil galt, trat diesmal ein: mit 2 : (I Toren gelcmg'ch Nordelf der BSG ein dem Spielverlans nach vcrdici'.F Sieg über Hakoah ln. Beide Alannschafteu inbrim G überaus hartes und verbissenes Btintlewiel vor, da- Crit drei Blltuiten vor Schluß eutschiedeu war. — Sie nchc-jn Ergebuissc: BSG II>—BES In 1 :2 i(): 1), BSiv i;'a_ Hakoah Vllte Herren 6:1 (!:ch, BSE V—Bo-chs, 1:1-1. "x. Der jüdische Turrn und Sportverein Bar Zlochba e. B.,!i)türnbcrg, teilt mit, daß seine Tischtennj-. a b t e i l n n g in der Zeit vom 23. bis 27. T.-gunber ciix Turnicrreise veranstaltet, nm Wettspiele mit erntlrisig:,, Gegnern ansuilragen. Vereine, die gewillt sind, sicistcin diesen Wettspielen zu beteiligen, werden gebeten iiai nnverzüglich au den Geschästsiührer des Verein«, Pe.iu Aaruch. Nürnberg. Webervlatz 1l. zu wenden. ftf/C' ‘Tp \.J 11)- W' «</<' V w s.—■ u^ Freunde schöngeistiger Musik, Berlin, geben öi zweites Zlonzert a,n 2. Dezember, 8 Uhr 13 Blln.. Blach, Flotvwstraßo 8 l.Bahnhvs Tiergarten'. Vier trag über die GnNvicklung der hebräischen lUiniil ru: musikalischen Beispielen Hort Joe Elaß. O'hüccmt: von Bach sür Solovioline. Senta P i n e t t e. .Unix Vlbendtasse 0,73 :)!:01, Vorverkauf bei Karl ßic'ni ClDeiibtivan: trage 1!'. III., Bla eh, Flolowsireizc i Pinelle, Halensee, Kronvriuzrudamm 6. Obcrkantor Letvandowski (Berlin) sing: Viricr aus ..Tosea" und ,,Bajazzo" in der Bimagllvi attstaltiiug des Jüdischeir Wolilsahrtsmrd Jugenchra- Berlin. Lezirkoslelle bilden, am Sonntag, 3. Dezcitidn, im Luisentheater, Neichenberger SIraße 34, 1l llht. Im Anschluß daratt wird der Tottfüm .Ntüchittl Bullerslv" vorgesührt. Karlen zu 1 NNl in den Iw agogen der Brüdergemeinde Bamkölln, Jsarslraße8, sc- )o:c Lindenstraße und Koßbuser User und am «.ictstelltingsiage an der Theaterkasse. Ter tlieiiiertreg bt ausschließlich für die Bekletduug bedüvsttger Kinder zu Chanulah bestimmt. Lbcrkarltor Magnlls Tavidsohn beranslaltct gemeinsam mit seiner Tochter Ille I n t r a t o r - T (t ö i l sohn am Sonnabend. 2. Dezember. 20 Uhr 30 ®;i» in: Großeit Laal des Logenhauses, Berlitz W.. Kläii straße 10, einen Umerhalinngsabend- Werke sudischl Vkutoreu, Lieder und Dichtungen heiteren und crnncn Inhaltes kommet: zum Vortrag. Karlen zu 1,50 uitf- ] RM unter L 1, Bavaria 5f<87 und I 7. Hochinei'ter il'.ü, Buchhandlung Wolfs, Prager Platz, sowie Abend'.t'L U-» w E .-st Wv. 3 1 PFevh u v> vechba o *?> ■ m^em As KrlÄ . Daß aus dor Zeit vor dem 18. Jahr- - lumdc'rt . . . kaum irstgudloolche Taschouspielor lüdischor Nasse uachzuloeiseu siud .. Liobor Loser, liebe Leserin, Sie lverden heute stowis; uoch driullcudero Sorgen haben als die um die jüdischen Taschenspieler vor dem 18. Jahrhundert, nicht wahr, und mir geht's auch so, aber vielleicht hat mir die Sache gerade darum so viel Spaß gemacht. Die Sache ist eigentlich ein Buch, nicht so auf den ersten Blick spaßig, sondern eher wissenschaftlich, uicht sehr umfangreich, aber unheimlich fleißig gemacht, mit Anmerkungen, mit Registern, Nachweisen und allem gelehrten Komfort, aber das branü)t Sie nicht abzuschrecken, denn es ist alles andere als langlveilig. und cs heißt: „Die Juden in der Janbertnitst." Das ist doch, werden Sie zugeben, immerl)in etwas Außergewöhnliches, und wenn wir auch so schrecklich aufgeklärt sind, daß wir alle und alles begreifen können, außer uns selbst, so nnrd uns — mir wenigsterts — doch immer ein bißchen aliders zumute, loenn wir das Mort Zallberknnst hören. Wir wissen natürlich ganz genau, daß selbst beim zanbcrisäftesten Zauberkünstler alles mit rechten rDingerl zngeht (aber lvie? aber wie??), aber nur — ich 'wenigstens würde, weiß der Teufel, ivaö darum geben, wenn ich goldene Uhren bei rvildfremden Leuten wiedcrfinden, Eoldskücke ans Pfannkuchen holen, Tauben aus dem Aertnel schütteln und lebende junge Damen, ohne ihrien ein Haar zu krümmen, mitten entzwei sägen könnte, um Sie, liebe Leserin, dann mit naivem Schmunzeln zu fragen: „Aben Sie etlvas bimörkt?" Solche Sachen aber konnten und können die „Inden in der Zauberkunst". JnZ Neuhochdeutsche übersetzt, heißt das: Dies Büchlein enthcilt die Biographien der bekanntesten Variotökünstler jüdischer Herkunft. Früher nannte man das noch, nicht ohne leise dabei erschauernde Abschätzigkett, Taschenspieler, aber man fand deren Kunst noch lveniger gelsener als heute, und die Variötc'-stars der varibtölosen Epochen erklärten in ihren prahlerischen Ankündigungen immer, das Unmögliche möglich machen und den Naturgesetzen ein Schnippchen schlagen zu können. Gleich dem ersten jüdischen Vertreter dieser Prahl- und Zanbergilde passierte ein Malheur dabei. Er sollte in Göttiitgen öffentlich ein magisches Gastspiel geben, doch in der Nacht zuvor wurden überall in Göttiugeü Zettel angeklebt mit einer tollen und außerordentlich witzigen Persiflage der prahlerischen Annoncen des Magiers, dessen Blamage nun so groß war, daß er, ohne auszntreten, die Stadt verließ. Der Witzbold, der ihn unmöglich gemacht hat, war niemand anders als Lichtenberg, der „beste Kopf der Deutschen", unb obwohl es eine Blamage war. ist die Sache doch kein schlechter Anfang für den ersten jüdischen Variotökünstler . . . eines Buches. Solche Blamagen gab cs dann bei deri späteren Zttnftgenossen des Philadelphns Philadelphia, den Jonas und Breslalv, den Bambergs, Goldkette, dem berühmten „Professor" Evmpars Hermann, den Hertz, Fox. Isola, Goldin, Hondini, Bellachini. Roner und wie sic alle heißen mögen, tticht mehr. Diese Btänner erreichten jeder aus seinem besonderen Gebiet der Zaitberkunst eine Vollkommenheit, die tatsächlich nicht die Ucbertölpelung der Naturgesetze, aber der menschlichen Beschränktheit ist. Sie wurden und Werder: in der ganzen Welt bestaunt, gefeiert und hoch bezahlt, an die Stelle der früheren fürstuchen Erkenntlichkeiten sind ja längst die Starhonorare getreten. Und doch ist auch die Arbeit und das Talent dieser Menschelt als Kunst lvenigstens in dem Sinne zu rechnen, daß sie meist nicht um des Geldes, sondern um ihrer selbst willen getan wird.' Die Inden in der Zauberkunst — das ist ein abseitiges, nicht zu großes, aber keincSlvcgs das schlechteste Kapitel in Gottes großem Buch von den Juden. Und, liebe Leserin, wie sehr wünschte ich selbst, Ihnen zu imponieren, indem ich, anstatt so trockene Worte über die Zauberkünstler zu machen. Ihnen selbst ein Zauberkunststückchen vorsührte ... es muß ja nicht gleich das Zersägen einer Leserin aus offener Bühne sein, nicht lvahr? (Das sehr empfehlenstvertc Werkchcit über „Die Jttdeu in der Zauberktutst" von Günther Damtnann, mit Vvrwort von Dr. W. Philipp, ist in Berltu-Grune>vald, Wtßtnanrtstrctße 17, erschienen.) Jur Plnlü-Vcrlag erschclnt in den rrächstcu Tagen Julius D a b: „Ilctnbraudt und Spinoza. Gin Doppelbildnis im dcutsch-jüdisctzcu Nauru«" Wir cntrrchmcn scirrcn: Schlrrstkapitcl folgende 2'lbschuitte: . . . „Das Leben des Inden Spinoza verlies, an dom Reinbraudts gemessen, in der gleichinäßigsten Ruhe. Zsvar keitut cs auch eilte Katastroptze, aber sie steht, gerade rocit sie fast aus Den Kalendertag mit der des so viel älteren Rtalers ztisatttutetttrisfr, mn Ansattg seines Lebens, lvährend sie bei Retnbrandt das ztveite Drittel beschließt. Spinoza ist im Jahre 10.36 viernndWauzig. Rembrandt fünfzig Jahre alt. Als Spinoza der Bann trifft, und er bald darauf auch seine Vaterstadt Amsterdam verlassen hat. äitdert sich seine ätißerc Lebenssorm nicht sehr; war sie vorher begueincr. so war sie doch immer bescheiden und sie bleibt iinmer erträglich. Wenn er nun auch Gläser schleift, um leben zu können, er wird me ein Vcttler, wie er nie ein Kröstls war; sein kleiner Nachtgß ist doch sehr viel bedeutender als der des Rembrandt. Ter Philosoph, dessen ganze Arbeit sich im betrachtenden Geiste vollzieht, ntuß eine größere Freiheit von Dci: Erscheinungen der sinnlichen Welt erreichen als ein Ataler, der nur aus dein Sichtbaren seine Nah. rung zieht. Sicherlickst eny'prichtz diese ganz andere Forrn des äußeren Daseitts bei Spinoza vollkomtttcrt den: nllbcherrschenden Willen zntn Werk — unb in dem dicht gleichen der große Pchilosoph und der große Maler einander vollkommen. ^Der Jttde Spittoza, früh voit den Seineit verstoßen, braucht, mu das geistige Gerüst sür sein Werk zn schassen, die Bildung der Zeit: und so wer er überhaupt ntehr als gattz äußerlichen Bec'cL mit Zeitgenosseu Pflegt, sucht er ihn fortan in den Kreisen der christlichett Bildung. In Holland, adet auch in Deulschlattd, Frankreich und Englücksvohueu seine Korrespoudettten und Gesährtett.Fck in diesen Kreisen bildet sic!) nuci) allein seineJu:'' gerschast, die den Ruhm seines Geistes und setwr Seele dtirch die Zuluttik tragen wird. — brandt, der Holländer, der Riederdeut'che. inmtiicn einer großen Hafenstadt, die von 'Menschen nnntii.f fachster Art wimmelt, erspäht, als Träger vo» Zügen und Gebärden, die ihitt ganz besonders at:>- fchlttßrcich erscheinen, die Inden. Er uralt sie uck zeichnet sie, er freundet sich mit manchen vonsHcr persönlich an, er wählt sein Haus in ihrem viertel, wohnt 18 Jahre in ihrer Mitte und bciuitz ihre Gesichter bis zuletzt als Ätotive sür seine gro? artigsten Bildlompositioueu. — Und so, die ircind Art im Tiefsten erfühlend, sind Rentbrandl Spinoza zur höchsten Bollenduug ihrer eiootpi %ü, zum schöpferischen Werk höchsten Aar.zagelangt..." _ Taschenwörterbuch Deutsch-Hebräisch, Verlag Kevcm, Berlin-EharloLtenbUtg. Dich Kenntnis der int Laude Palä'-vrnt gesprochetten lebendigen, alltäglichett hebratsW" Sprache, ist sür einen großen Teil dcc deutschen Jt.den zum Bedürfnis gctvordeu. Ltz rvohl es an Lehrbüchern stir Reugebräisch ^a)* mehr mangelt, machte sich eilt Bedürftnc- R'UHtz das bjshcr nur schwerlich befriedigt wurde: ctz Bcdürsuis nach einem turzcit Tascl;ctncörlet-Z! des modernen Hebräisch für den prainschen w brauch. Der Jüdische Verlag „Kcdem" tu Lcr-m hat ein solches Wörterbuch hcrausgeörachl Astk Autor Tr Georg Hertitz ist, der türzllich von Berlin nach Palästina gegangen iß. ti'3 ot c>< handliches Werk, in gutem Leiuenbaud. mit vorzüglichem Truck, zu verhältnismäßig gvrtE Preis. Wenitgleich es wegen seiner betvu!üe> Kürze und Kleinheit noch manche Unvollkoinmctz Herten anftveist. kann man dieses Werk doch.mn Fug dem deutschen Schüler der hebrahap Sprache empfehlen Denn die Vorzüge, dt-'redieses Büchlein.sich rühmen darf, wiegen Mängel bei weitern auf Es ist zu wütrschett, oad die erste?lnslage bald ausverkauft ist st" nächste Artflage in verbesserter Form die ictz^ Mängel ansgtctcht. vr. Ü. 13: