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Central-Verein-Zeitung · 1933-11-16 · 44 (16.11.1933) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
44 (16.11.1933)
Date
1933-11-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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18.1-1.Vj33 m cn, 'OCf MOlt 'ca'a iH'U l j!> Berlin, IG. Novcrnacr 193G XII.Jahrgang Jßv<44 Preis 20'Ffennig XDWOZ 1111111 Hl üEUIg£MTIIK U0 iü;f?ßi __j )\ \; i | n!})\! I.r H. Tn--- Ergebnis bc.§ 12. November ist bii' immnftviUrno innen» nnb fiiincnpo(iti|c[jc ^fuji'uiu} Lentslstlaiids durch Adolf Hitler. §ie nalioimle Bewegung, nach dem Willen ihn» Führers fei! Monaten der revolutiorianw Epoche entwuchsen, luun ihre evolutionäre Neugestaltung Deutschlands in dem Bewußneur soctsetzen. das; teine wesentlichen £i1)h:i)!i'ii mehr ,zn überwinden sind, sondern allenfalls durch Leistung zu überzeugen und dlnnii auch iuiierlich au die neue Staatsidee gebunden zu werden brauchen. sin einer Reihe von Verlautbarungen, die rem Reich-Kanzler Adolf Hitler selbst oder seinem engsten Kreise stammen, wurde vor dem 12. November aus die Bereitschaft der Regierung lungewiesen, im Gefolge eines den brmarlnngen der Führung gemäßen Ergebnisses dieses Tages den ihr bisher gcgneri- NlTH tzSM 12« NsVSMSer scheu oder sie ablehnenden Bevölkerungsgruppen eine Art Generalabsolution zu erteilen. llud mm. nach dem Ergebnis, wird dieser Gedanke fortgesetzt. Eine Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront beispielsweise fordert. daß nun auch die Vergangenheit liquidiert werden müsse, und das; alte Wunden nicht wieder ausgerissen werden sollten. Am lapidarsten, aber auch geschichtlich und poli-, tisch schicksalvollsten zieht der .Völkische Beobachter" am 13. November das Fazit des Vortages. „Das deutsche Volk ist nationalsozialistisch. und die nationalsozialistische Bewc-- gnng ist Deutschland." Wir deutschen Juden haben die Kundgebungen vor dem Wahltage auch auf uns bezogen. Wir betrachten auch die Erklärungennach dem Tage als bedeutungsvoll. Wir waren und find der festen Zuversicht, das; sich. Uv'■ lr~ rr ha \jJ W Viw*» ü Ü Lj L. n nrrir v-V Li Ü Vi?ü ylndieo y aCj [Ü q .Die (urSsSfeefo - wirtschaftlichen Berat« BigsstslSen dos Central Vereins SSG ßGrJire Büro der Haup'geschäffssieüe des G -V. Büro des Landesverbandes Gro:$-Ber!in Büro des Landesverbandes Brandenburg V-/ 15, Emscr Str. 42, IV. Tel.: J 2 Oliva 6654—57. Montag—Freitag. 12 bis 14 Uhr Königsberg Büro des Landesverbandes Ostpreussen Junkerstr. 18, II.Tel.: 32922. Tel. Anmcidg. erwünscht SvGsiin Büro des Landesverbandes Pommern- Gren?mark Kohenzollernstr. 10. Tel.: 36288. Montag—Freitag 9—13 Uhr; vorherige Anmeldung empfohlen Bsuthen (O.-S.) Büro desLandesverbandes Obersch.esien Kalidestr. 5. Tel.: 3527. Tel. oder briefliche Anmeldung Breslau Büro des Landesverbandes Niederschiesien Junkernstr. 16, II. Tel.: 50322. Montag—Freitag 9—11 Uhr, sonst nach fei. Anmeldung Leipzig Büro des Landesverbandes Mitteldeutschland König-Jchann-Str. 17, I. Tel.: 12038. Montag bis Freitag 10—14 Uhr, sonst nach tei. Vereinbarung Bcmr.pver Büro des Landesverbandes Hannover Georgstrasse 15, 1. Tel.: 31015. Montag—Freitag 11—13 Uhr, sonst nach tei. Vereinbarung (Tel.: 62750) Hamburg Beratungsstelle für jüdische Wirtschaftshilfe inVerbindung mit dem Büro des Landesverbandes Norddeutschiand desC-V. Beneckeslrasse 2. -Tel.: 442632, 445071. Montag, Dienstag, Donnerstag u. Freitag 10—13 Uhr, juristische Beratung nach Vereinbarung Essen Büro des Landesverbandes Rheinland- Westialen Dreilindenstr. 24. Tel.: 31212. Montag—Freitag 11—13 Uhr, sonst nach vorheriger' Vereinbarung Köln Büro des Landesverbandes Linksrhein Moltkestr.31. Te!.:218414. Montag bis Donnerstag 17-19 Uhr Eranitfurf a. Ni. Büro des Landesverbandes Hessen- Nassau und Hessen Steinweg 9, Zimmer 22. Tel.*. 25403. Montag bis Freitag 11—13 Uhr, sonst nach vorheriger Vereinbarung Jederci' deutschen Juden/ Mifsjjiü©1 mitfllied.wird mündSich und s^^ unser derrtsches Schicksal um so Positiver entscheiden kann, je weniger sich der neue Staat kämpferisch durchzusehen und zu behaupten braucht. Denn so wenig wir als Juden V v r - kämpfer eines aus dein Nassegruudsah errichteten Dritten Reiches sein können, so sehr können und wollen wir, da auch nach der Feststellung des „Völkischen Beobachters" die nationalsozialistische Bewegung seht Deutschland ist. in Deutschland, diesem unserem Vaterlande, anerkannt sein, tmd nach uns» reu Kräften und Können Mitarbeiten dürfen. In einem Deutschland, datz sich in einer sulchen Geschlossenheit einheitlich fügt und' fühlt, ist die Frage nach dem Rechte der dcutscheu Juden keine politische Frage mehr. Wir wollen — und wiederholen damit die Ergebnisse unserer lehtcu Betrachtung vor dem 12. November — sic auch nicht wieder zu einem Politikum werden lassen. Unsere Bindung an Deutschland ist an diesen Boden geknüpft und nicht an die Idee, die das Land beherrscht. Und unser Anspruch auf Gleichberechtigung ist nicht an Regierungen oder Parteien gerichtet, sondern an die deutsche Geschichte ans Grund unserer Geschichte als deutsche Juw.ü. Unabhängig und jenseits ' alles Politischen gilt dieser Anspruch: selbst die „totale Politik" mit ihrer Freund—Feind- Fragestellung erschwert unseren Standpunkt nicht. Denn deutsche Juden waren niemals' Deutschlands Feind und sind cs nicht geworden. Die Gestaltwerdung der nationalsozialistischen Bewegung zu Deutschland schließt damit auch die Gegebenheit einer deutschen. parteimäßig-politischen Erwägungen entrückten Gestaltung unseres Schicksals in sich, das nicht Sonderschicksal innerhalb der deutschen- Grenzen, sondern gemeinsame Geschichte mit Deutschland sein will/ Es kann kein Zweifel bestehen, daß die deutschen Juden deutsches Eeschichtsdewußtsein, deutsche geschichtliche Verantwortung besitzen. Sie bewiesen es an den beiden Tagen deutscher Geschichte, an denen die Frage: Wie stehst du zu Deutschlands eindeutig, ausweglos an uns mit allen anderen gerichtet wurde: Im August 1914.. als die deutschen Juden, die wahrlich genug Bitterkeit im kaiserlichen Deutschland hatten empfinden müssen, einmütig zu Deutschland standen. Und jetzt, bei der Volksabstimmung am 12. November, als sie für Deutschland an die Welt gerade diejenigen Ansprüche mitstellten, die l n Deutschland ihnen selbst gegenüber bestritten, werden. Daß die Anhänger des Nationalsozialismus, ja alle dem Rasseanspruch genügenden Deutschen mit .La" stimmten, war im Grunde genommen selbstverständlich. Daß das deutsche Judentum, das die Entwicklung des neuen Deutschlands gegen sich gewendet fühlt, von den Juden für die außenpolitische Entscheidung das „Ja" verlangte, zeugt von deutschem Geschichtsbewußtsein. Erst dann, wenn das right or wrong, my country aus dem Munde derer klingt, die wrong fühlen, kann wahrhaft von eountry gesprochen werden. Wir präsentieren unsere Stellungnahme für Deutschland am 12. November 1933 genau so ungern, wie die blutige Ernte der Begeisterungssaat vom August 1914, Die 12 000 Gefallenen. Aber es genügt heute nicht. Selbstverständlichkeitenselbst zu fühlen und zu wissen, wenn. andere Selbstverständlichkeiten, wie unsere Wertigkeit für die staatsbürgerliche Gleichberechtigung, bestritten werden. Wo bestritten wird. mE Beweis - angetreten werden,! Der bestrettende Teil nenntimmer wieder, dieselben Einzelvorgänge, nennt immer - dieselben-wenig Dutzend Namen.-die mit .Menschen jüdischer Abstammung.in ^Verbindung sttzhen.-'^-Lderey.Verhalten Meist,gerade-von- Heinz Condclip der BUhncn-Bildnct des „Figaro" Zur Erstaufführung im Berliner Kulturbund Phot. Lrust M'aller Sürvbertj BnanannanacEEinnacianEnanaanncna ihrer jüdischen Urwerbundenheit unb Vera nt-- wortungslosigkeit zeugt, um unsere uns angeborene Minderrvertigkeit für das Gemeinschaftsleben als erwiesen zu betrachten. Wir, der bestrittene Teil, wir könnten auch Namen neunen, zahllose Namen von deutschen Juden, die die große Welt als Mehrer deutschen Wertes in der Welt kennt, oder die die grandiose Stille der deutschen Kricger» sricdhöfe in aller Welt als .Hüter deum scher Heimaterde auswcist. Namen von deutschen Inden, die für Deutschland zu leben und zu sterben wußten. Aber wir wollen nicht dieses Auswägen mit Hirnen und Herzen und Leibern. Wir verzichten daraus. Wir haben die namenlose Masse deutscher Juden, die in Helle und Tuntet ihres eigenen Seins nur deshalb so mstinttsicher den deutschen Weg gehen tonnten und tonnen, weil ihre ge-, schichtliche Verknüpfung mit Deutschland ihn Gefühl zu diesem Lande zum Instinkt gemacht hatte. Hierin liegt der Nachweis. Und er ist erbracht. Ter unbekannte deutsche Jude gibt uns deutschen Inden unser Recht auf Deutschland. ftücrchriehtan der W©dh<s Jüdische IVohliahrtsärsSe Im „Ministerialblatt für die Preußische innere Verwaltung" (Nr. bl vom 1“>. 11. 1933, Sp. 13-35) ist ein Nunderlaß des Preußischen Ministers des Innern vom 1. 11. 1933 (IV W 3202/24.8.) über die ..Ausschließung nichtarischer Acrzte von der ärztlichen Versorgung Hilfsbedürftiger" veröffentlicht worden. In Uebereinstimmung mit dem Reichsminister des Innern und dem Reichsarbeitsminister hat der P r e u ß i j ch e M l n i st e r des Innern keine Bedenken dagegen. daß bei der Ausschließung nicht» arischer Acrzte von der Behandlung Hilfsbedürftiger durch die Bezirkssürsorgeverbände nach denselben Grundsätzen verfahren wird, die für die Zulassung bei den Krankenkassen gelten. Danach sollen also die bei. den Kranken-- kaffen zugelassencn jüdischen Aerzte auch bei. der wohlsahrtsärztlichcn Versorgung mitheran» gezogen werden. Sonderpreise lür Gas und Strom ungesetzlich Am 19. April hatten die städtischen Körperschaften einer ostpreiißischen Stadt beschlossen, von Filialbetriebcn und jüdischen Geschäftsinhabern mit Wirkung vom I. April zu den Gas- und Strvmgebühren einen Zuschlag von 100 Prozent zu erheben. In der Mitteilung an die indischen Geschäftsleute war ausdrücklich ' daraus hingewiesen. daß diese Beschlüsse „zuiv Ausgleich des Haushalts" gefaßt worden waren. Die Betrossenen erhoben unter Bezugnahme auf das Kommimatabgabengesetz bet dem Magistrat der Stadt Einspruch und erhielten den Bescheid, daß der Magistrat aus. den eingegangenen Antrag von der Erhebung des Z'.n'chlages vom!. Sktober 1933 ab verzichte. dagegen eine, Rückzahlung der bis zum Oktober 1933 erhobenen Zuschläge ablehne. Eine daraus an den -zuständigen Landrat gerichtete Beschwerde hatte den Erfolg, daß die bereits gezahlten Zuschläge den jüdischen Ge- ' schaffstnhabern wieder zurückerffattet werden. .- ' -- ' - . FcrUcizung umscitifl -

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