Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 42 (2.11.1933)
- Date
- 1933-11-02
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Ni-. 42 Beilage 71 fl r:f Lo u mm mmm Um rrTl pn pn rm UXj> Ly^ 0®I!Ik@m mh@n* $@eeb JLmuad ],’ X'm (yvicl)üttcvuiifl, Mc die lebten (ntignilic 111 P'Aästiaa auötöfcn, empfindet nudj der i" nicht geringerem Maße, der mit 'Hnu^'u seit Mmm teil Sturmzeichen auf Surinzeielien folgen sah. Gedanken, um die man siel, selbst betrug, Befürchtungen, die man nicht zu formen wagte, Einsichten, deren Ä!»d,t man abznwehren trachtete, um nicht von ihr erdrückt zu werden, sind mit einern St,lag in-> taggetle Bewußtsein getreten. Sie Men sich dem. der van ihnen nicht überrascht wurde, nur nach klarer und nnheilschwercr dar. weil er, durch ihre äußeren Umriiio hilidurch, tiefstes Jndenschicksal bangend erat,nt. Vas ist geschehen? Arabische Demvnfimti'oiu'ii, die sich gegen die Einwandernligs- ^litil der englifeilen Negierung und gegen Ihmi Vanbfaii, durch Jndeii richteten, führten gierst in gassa, später auch in Haifa und Jerusalem in Zusammenstößen mit der 'Polizei, bei denen es aus seiten der Angreifer und der Angegriffenen Tate und Berlvundete qad. Tem scharfen Dnrchgreifen der R'egicruug gelang es. ein Uebergreifen des Aufrugrs ans lveilere Landesteile, Var allem auf die jüdischen Siedlungen zu verhindern. Es vtied -- bis heute — bei örtlich begrenzten 'Jlftiom'u, durch die Juden nicht betroffen find. Trotzdem lväre es äußerst leichtfertig, den Ernst der Lage Zlr verkennen, der im wesentlichen unabhängig davon ist, ob die Eeivaltalie ziir Ruhe Lammen oder fartgeseüt werden, Kommen sie ziir Ruhe, so werten die Juden nicht nur in Palästina der englischen Regierung Dank wissen für die energische Meisterung der Lage. Aber die Inden müßten ihr bestes jüdisches Erbe preisgegeben haben und die Gefahr einer Nations- Werbung in Palästina würde sich — jenseits vom hin und Her der Parteien — in geradezu sehreckenerregender Form enthüllen, wenn sie sich damit znfriedengeben würden, das; sic nun nüeder im Schlitze der englischen Aajanette beruhigt lchlasen dürfen. Es darf md)t dazu t'olnmen, daß in der nie erloschenen und mm wieder ausgeflackerten Flamme des jüdisch-arabischen Kampfes in Palästina nur eine Machtfrage gesehen wird. Ganz abgesehen davon, daß gerade der Ausgang einer machtpolitischeli Auseinandersetzung bei dem tlmsailg und dem Eiuslllß der zur Untersiülnnlg der Araber entschlossenen Pauislaini!isä,en Völkerfront vom jüdischen Stalid- Punkt aus äußerst zweifelhaft ist, hieße es, den in fch,verster Zeit ailch der deutschen Jlldenhcit näher gerückte Palästinaaufbau unter ein ihm fremdes und verderbliches Gesetz stellen, wenn man ihn dem Kampf der Nationalismen auslieferte. In diesem Sinne betrachtet, bedeuten die palästinensischen Ereignisse ein über den Tag hinalis wirksames Warnungssignal, das nicht übersehen werden darf, wenn nicht Hoffen und Wirken in, die Irre gehen sollen. Es handelt sich bei dem jüdisch-arabischen Gegensatz in Palästina nicht um eine politische Frage, die irgendeiner der in enropäisehen Gefahrenzonen allftailchenden zu vergleichen lväre. Es handelt sich auch nicht um ein Kolanisationsproblem üblicher Art. Nock) viel weniger darf allerdings der Konflikt als eine Erschcinnilgsfarln des „Antisemitismus" gedeutet werden. Ter „V ö l k i s ch e Beobachter" spricht davon, daß die Juden sich in Palästina „wie überall in der Welt als Parasiten unbeliebt" machen unb der „A n - griff" schreibt; „Es ist hier loie überall tu der Welt: die Jaden verstehen es lvohl, zu provozieren und bis aufs Blut zu reizen, aber nicht, innerlich zu verpflichten und zu versöhnen — nur fallen in Palästina die Hemmungen weg, die sich die Inden in anderen Ländern notgedrungen und mit immer geringerem Erfolge anserlegen. Wir haben an sich nichts dagegen einznlvenden, wenn möglichst viele Juden in Palästina das Land ihrer Hoffnungen erblicken und prattische Folgerungen daraus ziehen, glauben aber nicht, daß cs den jüdß selzen Einwanderern gelingen wird, mit den Arabern zu einem guten Einvernehmen und einem friedlichen Nebeneinanderleben zu kommen. Sie müßten anfhören, sich so zn benehmen, wie wir sie kennen — und dem widersprechen die Erfahrungen von Jahrhunderten und Jahrtausenden." Wie auch uns Nichtzionisten eine derartige Kritik in diesem Augenblick bedeutet, brauchen, wir nicht auszusprechen. Aber auch fachlich wird diese Betrachtung der eigentlichen Problematik deshalb nicht gerecht, weil sie die Maßstäbe der europäischen Judenfrage auf Palästina überträgt, wo gerade die in Europa völlig uncharakteristische Tatsache der massenweisen Abkehr von den sogenannten „Parasitären" Berusszweigen. wo die Besitznahme und Bebauung des Bodens die Spannung erzeugt hat. Hier handelt eS sich nicht mehr um „Provokation" und schlechtes „Benehmen", hier sind es gerade die in ihrer menschlichen Wertigkeit auch von nationalsozialistischer Seite oft anerkannten Pioniere der Arbeit, die wieder der Erde zugewandten jungen jüdischen Landarbeiter, die den Boden roden und dewässern, die gerade, durch diese Pionierarbeit Konflikten mit den Arabern ausgesetzt sind. Gerade wer wie wir die Distanz und Objel-. tivität dem jüdischen Palästina gegenüber gewahrt hat, empfindet die Tragik solchen Geschehens in seiner vollen Schwere. Er kennt die Folgerichtigkeit und scheinbare Umvider-- legbarkeit der wirtschaftlichen Beweisführung, die von Konjunktur und Aufschwung 511 künden weiß, die nachweislich in dieser Weise auch den Arabern zugute gekommen sind. Aber alle Logik und alle Deutlichkeit bringt das Gefügt nicht zum Schweigen, daß es auch heute im Trient — und so gewiß ist Palästina Trient, wie es diesem Gesetze des Kampfes der Geister unterliegt! — Mächte gibt, die unabhängig von, die sogar gegen die wirtschaftliche Kausalität entscheiden. Das arabische Lebensgefühl, dicht durchdrungen mit religiösen und nationalen Inhalten, lveigert sich, die zweifelhaften, von Jahr zu Jahr stärker kompromittierten europäischen Mirtschastssegmmgcn als dankbar zu empfangende Heilslehren in sich aufzuuehmeu. Es setzt ihnen den Widerstand seines Andersseins und Andersbleibenwolleus entgegen. Und der Jude, eben noch als „Trieutale" seiner geliebtesten Heimat verioieseu, ist nunmehr als Europäer Erleider gleichen Schicksals. Aber es wäre verkehrt und unjüdisch, das Geschehene mit falscher, billiger Resignation hinzunehmen. So gewiß wir Palästina als Lösungsversuch der Judenfrage nie überschätzt JErsd® MiaM&B'iävhä» rcl-Auiv, H. CUober. Eine Reise nach Palästina hat heute ihr eigenes Gesicht. Cie ist nie eine reine Vergnügungsreise getvesen, wie man sie nach fremden Ländern Inacht. Immer war sie schon ein Ereignis im Leben des Reisenden, ein Eindruck, der zur Stellungnahme zwang. Mit noch ganz anderen Gefühlen tritt man heute diese Reise an. Man will nicht nur seine eigene Stellungnahme, die seit langem feftstand, an den Tatsachen überprüfen. Bedrückt von den Sorgen und Nöten des deutschen Judentums zieht man aus, um eine haben, so gewiß wir heute wie je die Meinung vertreten, daß der großen Masse der deutschere Juden. Deutschland die Aufgabe, Deutschland die Heimat, Deutschland das Land ihrer Zukuust bleiben muß, so gewiß sehen wir heute das eine: daß Palästina solche Auffassung braucht, wenn anders es den Juden, für die es werden muß, nicht verlorengehen soll. Noch ruhen die Waffen nicht, noch hat die englische Regierung nicht gesprochen. Aber wie auch das diplomatische Fazit aussehcn wird, das aus. dem Für und Wider der Mächte hervorgehen wird, cs wird das Tempo der jüdischen. Einwanderung nicht beschleunigen. Dennwenn dieses Warnungssignal, das aus Palästina zu uns dringt, einen Sinn hat, so ist es der, das Zueiuaudertommeu des jüdischen und des arabischen Elements, ihr Jncinanderwachsen und ihr Miteinanoerauskormueu so organisch wie möglich zu gestalten. Aufreizung zu vermeiden, aus Gewaltlösnngen nicht hinznarbeiten. Eine Verständigung wird unb muß möglich sein, aber nur daun, wenn die. jüdische Besiedelung des Landes sich vor im« organischen Experimenten hütet, wenn sie selbst ihre in Rausch lmö Pauil folgende Nachhut zurückhält und mit Ernst und Verantwortung die Gefahr vermeidet in bezug auf Tempo und Umfang der Palästinawanderung, die datz Merk in Frage steilen könnten, Hoffnungen zn wecken. reale Antwort aus diese Probleme zu suchen: Wird Palästina die ganz nüchternen Hoffnungen, die heute viele deutsche Inden'auf es setzen, erfüllen oder wird cs sie enttäuschend Und werden alle die, die mit ehrlichem Willen Zur Nenverwurzelung hinausziehen, dort eine neue Heimat finden könnend Das sind die Fragen, die den Reisenden so sehr bedrängen, daß er die Antwort kaum erwarten, daß er den Zauber der Reise nicht mit gewohnter Ruhe Auf sich einwirten lassen kann. Bevor er das Schiff betritt, wird er noch im Hafen an die fast trostlose Situation der Einigrauten^ gen,ahnt. Wir sprechen den Leiter des Hilfskomitees in Marseille, einen engli- Wirimffcs mms Zwei Mitarbeiter unseres Blattes, die sich gegenwärtig auf einer Informationsreise durch Palästina befinden, haben von uns den Auftrag erhalten, an dieser Stelle zu berichten, was sie sahen und erlebten. Wir beginnen heute mit dem Abdruck der ersten Briese. Sie stammen aus den Tagen vor den Unruhen. Darstellungen der jüngsten Ereignisse werden folgen. Eine abschließend kritische Würdigung der palästinensischen Gesamlfragen wird nach Rückkehr unserer Mitarbeiter folgen. |$üi£jU WM Erzählung u\m Diesen Lagen von Roger de CmmMg nolls Tncch die lange Allee, durch den April- Ilurm auf überschwemmter Straße glitt eine -luiodroUhle rauschend zum Bahnhof. Tie Nideu bleichen Insassen, ein znrückgesnnkener ^lav.n Ende der Dreißig mit gelblicher StudierlU'lmersarbe, über der Brille noch eine Schntzvrüle, au der seine Hände immerfort rückten; nck'eu ihm ansrechtsitzeud eine sieben Jahre äiugere Tarne mit hellblickenden ruhigen Mmen Augen — jedesmal, wenn sich -ein H'Uch Hagelschauer klirrend nüder die Scheibe warf, gleichsam ihrer Flucht cntgegenivars, wurden sie nach eine Tonung bleicher. Aber!*an;i niemand hielt sie auf — sauten ihre lpedaulen zurück in die brütenden Sorgen, die iw als Ersehlvister, unverheiratet beide imb Jchwr wsannnenlebend. umeinander litten. Wieder iah sie ihren Bruder heimlich von der Iw'-e an, und iiju geängstetes Herz klopfte: er psiin wie vernichtet ans. Wie wenn im Erd- Jcheu ".neu, der Boden plötzlich unter den dwgen weicht... Daß sie selbst ihre Stellung als <e>nilärztin verloren, was besagte das w'gcunöer fernem Verlust, der Dozentenwsiafr an der Hochschule! Dieser stille B len sch, 111111 sich stumm und rrnablässig sragert *‘ni 'W War das was ich fühlte imb schrieb, "Mst Wutsch? Kann für einen Historiker serrtsehlein etrvas anderes heißen, als rricht 1>ur irr berumrdernder Liebe den Wcsens- Wellerr riachzrsichürferr, ans denen Deutschlands Größe, sondern mit Sorge auch jene anfzudeckeu. ans denen Deutschlands Schick- 'a.!- eulhuillt? Und gar heute, wo so viel Ipcklcher reiner und heißer Wille um Deutfchunrds wsi^eranferstehung sich bemüht? hatte ihn fein Schaffen erfüllt! Er loar einer jener Gesegrreterv unter den Arve.nern des Hirns, denen schon in der Frühe ic,j Lebens ein Geheimnis, ein Rätsel, ein Problem sich eines Tages vor die Füße legt, sich zu verwundern darüber und zn grübeln vielleicht ein Leben lang — eine Dauerzehrung der Seele. Dies geschah ihm, als er. ein Student, von einer Trientreise über Rußland rmd Polen heimkehrend, hier in den jüdischen Vierteln glaubte, schon in Deutschland zu sein. Nein, es rvar n i ch t die Sprache, dieser rrnttelaltcr-- lrch-rheinische Dialekt, den sie einst mit in die Fremde genommen und sich bervahrt, nicht die Gesühlsselrgkeit rrnd Innigkeit in der Familie; es war der eifernde Ernst der Lebentzsührirng — eine deutsche Sekte, so kamen ihnr diese Ntenschen vor. Auch das: jeder sah anders Nils und: alle waren einig, und jeder wider jeden. Woher, bei soviel schreiender Aiidersheit an der Oberfläche, diese geheimnisvolle Aehiilichkeit in deii Tiefen? Er versenkte sich in die deutsche Urgeschichte: mit einer Untersuchung über „Römer und Germanen am Rhein", über die Gründe, ivarnm diese im Gegensatz zu den Kelten dem geivaltigen Reiz der römischen Kultur gegenüber ihr Selbst zu behaupten vermochten, habilitierte er sich lind erntete heftiges Für lind Wider, allseitig jedoch Anerkennung seiner Wissensgrundlagen. Er vertiefte sich in die jüdische Geschichte; seine Arbeit „Schale und Kern, Zerrbild und Urbild" trug "ihm scharfe Angriffe einer Gruppe der Seinen ein, aber ein berühmter, ailch äußerlich geadelter Historiker iüdischer Abstammung dankte ihm tröstend: „Ihren Spiegel 311 zertrümmern statt hineinzusehen rst freilich das Einfachere und Angenehmere; aber daß Sie ihn un-' Vorhalten, damit sind Sie ein guter Jude Uebrigens, diese uiisanatische und wägende Gerechtigkeit — ist sie nicht auch gut deutsch?!" Lag darin nicht ein Fingerzeig? Ja, der gemeinsame Urgrund des Innersten beider Völker: als ewige Unruhe des Werdens und EichfuchenS. als bohrendes Gefühl der Verantwortlichkeit, als Gewißheit einer Sendung der Ihren und daß ein Reich kommen werde der Ehre unb Gerechtigkeit, erkannte er ihn. Hier wie dort Menschen „vor Gott gestellt", beide Völker wahrhaftig „anserwählt", aber — Gott weiß es — nicht zu ihrem irdischen Glück und wahrhaftig nicht gur Herrschaft über diese Welt. Aber — was lag dieser Gcmeinsamkcit in der Tiefe zugrunde? Sicherlich liach allem Augenschein iiicht ein ähiiliches Blut; aber vielleicht, so ivollte ihnr scheinen-, ilnd er wandte sich damit sowohl wider die Prediger der reinen Rasse tvie die des Mischriiaschs, eine beiderseits ähnliche Kainpflage und Bedrohung des Bluts iind der Erbinasse; er gelangte 311 einer Theorie des „spiegelnden Tropfens", des fremden Blutstropfens, der riötlg sei, das eigene Wesen zn kontrastieren und feiner bewußt zn werden. Er fühlte, er schrieb fein Lebenswerk, als er sein Bilch „Jüdisches und deirtsches Schicksal" begann, mit dem er sich nicht nur an die Gelehrtenwelt, sondern das Volk selbst 311 wenden gedachte, und der Widerhall, den schon die ersten Kapitel errveckten, der lvachsende Bestich seiner Vorlesung, dazii das Beivilßtseiu, ein Friedenswerk 31t schaffen, waren ihm eine beseligende ErmiiügiNig. Und dann brach der Tag an . . . Wieder warf sie einen scheuen Seitenblick ans ihn; mit neiiem Schrecken sah sie ihn an jenem Abend an seinem Schreibtisch sitzen, wie er wortlos aus seine Arbeiten deutete, die vor ihm lagen, und dann auf die dunkle Schutzbrille, die er sich gekaiist. Austvandern! Umsonst hatte sie diesem keinem Eiitschluß, der mehr als instinktive Reaktion anfsprang, als daß er ihn faßte, immer neue Gründe entgegengesetzt: er verschloß sich ihnen in dumpfer Unzulänglichkeit, mit schweigendem Kopsschütteln. Aber eines Morgens gab sie allen Widerstand auf: sie fand den Bruder ohnmächtig' im Armsessel, vor sich zwei Briese. Einer enthielt einen Zeitungsansschnitt. ans dem rotangestrichen stand, daß seinesgleichen lüge, tvenn er dercksch schriebe, und all solch Schrifttum im tiefsten überflüssig sei; der andere die Absage seines Verlegers. Da, noch bevor er. ohre sich übrigens des Anfalls betvußt zn fein, wieder zu sich kam, war sie entschlossen, ihn zu begleiten. Wie krankhaft gelb er heute aicssah! Hub w 0 hin begleiten? W a s hatte er einmal an Gnndols geschrieben? „Unsere Heimat" sageic sie, unsere Nationalisten. Ja, wenn uns Mutter Deutschland einmal zur Stiesmntrer würde und das Unvorstellbare eintrate, daß sie uns verstieße, daß die deutsche Jugend nicht mehr singen dürste „Wer hat dich, du schöner Wald" oder „Es ist bestimmt in Gottes Rat", dann konnte es sein, daß wie in einem Menschei;, dem frlih der Vater curd spät erst die Mutter stirbt — das Bild des Vaters in uns Macht imb Ueüermacht gewänne. Aber Sie kennen ineinen Glauben, daß es Niisere Bestimmung ist. uns als T e n t s ch e Zii erfüllen, die Höhe des Menschtuins als Deutsche, mit Deutschen zn erringen, und daß gerade vom Sinai, der iw allen Landen ragt, nicht von Kosrnopolis ans unserer Blick sich ewig^richten wird — an den Rhein." Aber — und Sclbstvorwürse schlugen wie der Hagel draußen hart in ihre Seele — hatten denn meine Einwände und Vorstellungen auch Kraft gehabt, die richtige Formel und Fassung, um in sein Thr zii dringen?'. Er aber in seiner Ecke dachte: Wariim hat sie nur so plötzlich eingewilliqt? Tie sich dieser Flucht so widersetzte? Sie opfert sich nur. sie, die mit ihrem Hellen Blick nie ange° feindet wurde! Bin ich ihr ein Bruder? Ich reiße sie weg von ihren Kindern, ihrem Herzcnsberus. . . Ta fuhren sie am Bahnhof vor. Rasch, da alles vorherbesorgt war, durcheilten sie die Halle, um am Bahnsteig jäh vor einer Tafel stillzustehn: „O-Zug nach Basel 40 Minuten Verspätung". Heiß wallte es in beiden auf: nervöse Ungeduld in ihm. in ihr eine seltsame Freude. Wie diese Arist verbringen? Da gewahrten sie wie mit einem Blick jenseits der Gleise den neuen Funkturm; und schon stiegen sie die Stufen hinunter zum zugüberrvllteu