Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 42 (2.11.1933)
- Date
- 1933-11-02
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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lüfeF i3(SuBPQ5[o)(Mm WCDSCBIP0 Om Oswald Spengler „ohrle Schrift leitungl di\* Sehr g Ihror Nunmu'r vp>" •* utl01’1' , c 1"S »««»•»» . Jahr« dor Kntwh«- ^•ndtr. •. .j Deutschland .Hnuf; .J'ii.M.M'lnVhllifno iüi>- 1|,ul . , \ ,i7». von drin neuen Mil'kl,'1!!:"i m uns und in unsem U'T! v" - unbeeinflusst ist Ä WKlorspruoh heraus- (il.mbl nm'i -mnmg> il,f yorjJotragoiU'ii S;i .Juden ’ von selbst so wir«l man gegen ^,’ijiK’S cranz anderen bei"’,‘ Dr. Maybaum sieht die l,"!^ immer ‘noch vom Stand- L-i ,W Abwehr des Anti* LU- ».,1 - *;> nhwarten. was du., gliche Thf.iloyiP m d.-m mit s,e- ,l"1’ w'rt,‘" Ai I Was aber dann, wenn du ‘inlwort’eb-nso lautet wie die ■f! S.rnlso/ialistisrlien siu-, i Jimend? Diese "vpi'bt in der Zeitschrift ..Der;/l!N.l10 Student“. Oktober- J.ii- ,.!•> hat keinen Sinn den mit Spengler ans- .'|inn'lo,7iiselren. Der Gegen- M,z nNischen der von ihm Mond aus) ..geschauten" W'irklidikeit und den Virklir'ikeiten des völkischen Le- ),,„s ist so grotesk, dass man ,.s mir bedauern kann, dass ,h; Ausland sich in starkem .>*(> an das l'rleil Spenglers liiili, Die Studentenschaft je- .Pniiills kann Spengler der Pier der kapitalistischen Kaub- 11 *;»ft1 überlassen.“ Kerbt deutüdi. und selbst Dr. Maybaum aird aus diesen Worten kaum ,hvas für die „Verteidigung ije> .ludei'iHims‘‘ heraiislesou L.imu'ii, und wir müssen noch i) 111-i i irayeii: Was aber Nun. wir jungen Juden -iie.i der Ansicht, dass Judeniiin MMiie Verteidigung in sich vl!iM trägt, und dass wir auf ■de Dinge ihm Well von uns aus antworten können. Wir haben ■ 'iideiitum in der letzten Zeit 'oii aussen her schmerzlich er- '!>!, aller dadurch ist es auch -> uns lebendig geworden, ml stolz und selbstbewusst willen wir Juden sein, nicht Dow Abwehranfisrmiten. So •leiion wir auch zu Spengler. Wir brauchen ihn nicht als l.idcslmlfer gegen den Anti- ■ eniitisimis von seinem Begriff ■i'T lbsse her. „die man hat", --T näher dem Begriff der tko.'C, ,,zu der man gehört". Vir hrauchen Summier eben- ^vcinig als Vorwand, um den •oideren sagen zu können, leite, btzt verteidigt euch gegen ihn '.i’id ilir werdet wohl oder übel rom..v j mtr^ y; a etzsxttiv uns gegen euch selbst Verteidigern. Nein, wir erklären uns klar und offen gegen ilm. Uns hat er mit seinem Wort „Der Mensch ist ein Kaubtier" beleidigt. Wir jungen deutschen Juden fühlen zu stark in uns die Verpflichtung, die uns jüdische und deutsche Kultur auferlegen, als dass wir uns iiiiiiiiiiiiminuimiiiimi mit noch so „edlen T i e r e u" (!) auf eine Stufe stellen liessen. Wir gestehen zu, dass man „Spenglers Diktion mit Bewunderung folgen“, seine „Sicht genialisch" finden kann, aber wir wehren uns dagegen, dass „die Gerechtigkeit des Heidentums" nichts Geringeres sein soll als die Gerechtigkeit, um die der Jude weiss". Denn wir wollen uns nicht selbst aufgeben. Der Entlarliiiiiimiiimiiimmmiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiimiimimmiiiiiimmiiii vung als Kaubtiere setzen wir die Verantwortung entgegen, zu der uns die hohe Gabe des Verstandes verpflichtet, unseren Willen zum Menschentum und unser Bekenntnis zu Gott, der uns in seinem Ebenbilde schuf. Ueberhaupt kann und darf Grösse, Fleiss und Begabung des Gegners uns nur Ansporn sein, unsere eigenen Kräfte und Fähigkeiten um so stärker einzusetzen. E. Itawak. iiaiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiimiiiiimiimmiiiiii Prof. Leonid Kreutzer wirkte als Solist an den vom Kulturbund veranstalteten Mozart-Abenden Generalmusikdirektor V orfcra gskünstler Josef Rosenstock, der viclgcfcierte Dirigent, bereitet die Aufführung von „Figaros Hochzeit" im Kulturbund vor Ludwig Hardt macht eine Tournee durch Deutschland umuimmmiiiiiii imnMitiiiim)m:itnn;;ii;nttiinmimismmiimi;!mi;iuni::!ii Bilanz der Haltung Sohr geehrte Schriftleitung! Inmitten des Neuen, Geschlossenen, was um uns entsteht, ist der Zwang, untätig zu bleiben, das Schwerste und Bitterste. Aber eine Haltung, die das Fegefeuer dieser Monate Überstunden hat, wird nie mehr erschüttert werden. Und wenn wir auch auf der einen Seite ein Uebermass von Hilflosigkeit und Resignation sehen, so berührt es uns mit ■stolzer Ueb er rasch ung, mit welcher Treue gerade die aus allen Sätteln geworfene deutsche jüdische Jugend auf den brüchigen Fundamenten ihrer Existenz zu ihrer Ueberzeugung steht. Ich habe gerade in diesen Tagen — auf einen Aufsatz hin — eine grosse Zahl von Briefen junger Menschen bekommen, Briefe von Deutschland, Briefe von einer Hingabe, für die Goethe das Wort gesagt hat: „Wenn ich Dich liebe, was geht es Dich an!.. Es haben schon andere die Heimat gegen sie selber geliebt. Vieles ist verwunderlich: dass man mit der grossen Umwälzung, dass mail mit dem Steinhagel fertig wird, und sich von den Mückenstichen quälen lässt. Dass man aus Beruf und Amt vertrieben wird und das ganze Schicksal erst wirklich und zu innerst empfindet, weil inan nicht mehr Segelfliegen darf. Hier, an den Grenzflächen der Lebensinhalte zeigt sich, was in den Menschen steckt, üb wir als Kasse zusammongehüren oder nicht: Helles und. Dunkles wächst in jedem von uns anders zur nie begriffenen Einheit alles Lebendigen. Wer die ewige Ruhelosigkeit im Blute trägt, Jude und Nichtjude, muss wandern, wenn ihm auch noch so stark die Sicherheit des Verweilens geboten ist. Wer seit Jahrhunderten in Deutschland als Deutscher gewachsen ist, den können acht Monate nicht innerlich zum Wurzellosen machen. Den schönsten aller in dieser Gesinnung geschriebenen Brief erhielt ich an dem Tage, an dem das Ministerium die Juden von der aktiven Teilnahme am Luftschutz ausgeschlossen hatte, ihnen aber den Schutz durch seine Einrichtungen gewährte: „Wir kämpfen zwar um unser Recht. Aber nichts erschüttert uns mehr, als wenn man uns Rechte gibt, ohne uns Pflichten zu geben. Für Deutschland zu sterben erscheint die geringere Aufgabe, da wir für Deutschland leben wollen ..." Wir sind keine Optimisten. Wenn es auch unter uns Zweifler gibt, die uns fragen, ob wir eigentlich nicht sehen, was heute geschieht, so fällt uns die Antwort nicht schwer. Gerade diesen, die uns vor werfen, wir seien die reinen Nationalsozialisten, müssen wir sagen, dass wir gar keine Nationalsozialisten sein können, solange die Bewegung gegen uns kämpft. Aber wir sind Deutsche, und Deutschland ist uns nicht Partei und äussere Form. Gerade denen, die sagen, wir hätten keinen Stolz, müssen wir sagen, dass Stolz, dass überhaupt alles Bewusste in diesem Augenblick, freilich nur in diesem, unwichtig und ohne Bedeutung ist. Wir erleiden ein Schicksal, und wir werden nicht gefragt, ob wir es erleiden w olle n. Was mit uns geschieht, das können wir nicht überlegen. Wer die Gewissheit seiner Bestimmung nicht in sich trägt, wird sie sich heule nicht erwerben. Nur wenn wir zu den letzten Bindungen zurückfinden, können wir diese Zeit bestehen. Dass 60 viele, und dass gerade die jungen Menschen sie in der Selbstverständlich- Jüdische Sehr geehrte SchriftleitungI Man hat in den letzten Monaten wiederholt die Beobachtung machen können, dass jüdische Rechtsuchende für ihre Rechtsallgelegenheiten sich nur deshalb der Hilfe arischer Rechtsanwälte bedienten, weil sie, wie sie offen erklärten, die Befürchtung hegten, hei einer Vertretung durch nichtarische, insbesondere jüdische Anwälte könnten ihnen Nachteile entstehen und das Gericht gegen sie eingenommen sein. Es ist ihnen anscheinend gar nicht zum Bewusstsein gekommen, dass eine solche Befürchtung eine schwere Beleidigung unseres Richterstandes enthält. Kein deutscher Pichler wird sich bei der Beurteilung der Rechtslage von äusserlichen Momenten leiten lassen. Es ist vielmehr selbstverständlich, dass der deutsche Richterstand, an dessen Objektivität kein Zweifel erlaubt ist, sein Urteil nach bestem AVissen fällt und insbesondere keit dieser Haltung bestehen, gibt uns Mut und Hoffnung. Dass diese Jugend sich uirht von den Ereignissen, die das Aeussere treffen, erschüttern liess, lässt uns erst recht an unsere deutsche Zukunft glauben. Dr. M. S. ohne Ansehen der Person, def .Vertreter, der Religionszugehörigkeit der Parteien oder der ihrer Anwälte. Eine gute Sache wird nicht schlechter, wenn sie von einem jüdischen Anwalt vertreten wird, und eine schlechte nicht besser, wenn ein arischer Anwalt für sie auftritt. So wenig an sich gegen die! Zuziehung eines arischen Anwalts zu sagen ist, so wenig ist die Nichtzuziehung eines jüdischen Anwalts aus den oben angeführten Gründen gerechtfertigt. Es sei in diesem Zusarn« inenhang noch auf die Verordnung des Herrn Reichsjustizministers vom 1. 10. MB hingewiesen, in der es heisst: oder Bei-hlsanwalt. der in seinem Beruf verblieben ist, bleibt nicht nur im vollen Genuss seiner Berufsrechte, sondern hat auch Anspruch auf die Achtung, die ihm als Angehörigen seiner Standesgemeinschaft zukommt." ■'H c n_, _ ßab nach längerer 'jkmfc eine erneute het'e seines virtuosen Rönnen?, Gs War weniger A'c ernte, mit Tcbupch eingeleitete Teil, als vielwdie die Rette tiaififäjer Perlen (Chopin, Men»;'-b'iDn. Viip'i. die den Hauptbeisall errang. Ta8 "i'pmnm wurde durch Die Mitwirkung der vor- 'Köchen Perliner Altistin Agnes Le ubach be- •Oi'iyrr, die durch ihre stimme ebenso entzückte, wie durch die beseelte Ar! ihres Vortrages. . Ter Kulturbund dcutschcr Juden, Berlin, chl iceben da2 Berliner Theater für die ganze .I'ckpu gepachtet. Tie Frstanssühruug von „tVifliU'o« Modydt" findet am 1-1 Ao- '>vaun (tritt. iftm-uftuM* iDdüufiCtt bestätigte im ''ötuiininb deutsicher Juden ihren Ruf als -tt'itdtchche Mittlerin dichterischer Werte. So .'•i0 munt auch die Erwartungen einer L'örer-- yii-ut Runen, die bereits mancher Veranstaltung y'che meisterhaften Nezitatorin eine reine jVrcnbc; -0 nutr, Per Vttn'nb im kleinen Saal de-> Berliner chchcmimises wurde durch die innige Versenkung ch-ch-prer!;erin in die Tiefen vorwiegend jüdischer lch.migen u'vhl für einen jeden geradezu erleb- Herrnstadt-Tlettingen gehört zn den wenigen, wahrhaft Berufenen, die das oft chimniirhie Wort: Vortrags f ü n st l c r i 11 wirk-;l'!l t'evDiencn. Tie Fähigkeit leidenschaftlicher, 'FD lelhit wieder schöpserusch wirkender Nachge- ^ürnm und die Unterordnung aller Mittel unter besehe der Verinnerlichung und Geschlossenchu latn ihre Run ft niemals als Selbstzweck, svn- Ich als 2teuft an der Dichtung erscheinen, ^et.r bewährte seine Wirkung in einem Prodas durch die Lyrik von Arthur *2iHier* ('! t. David S ch ö u b erge r und Anton ch > ldga n s. svivie durea einige Kapitel aus den RiNluieu: ..Petersburg" von Cchalom Asch, -.iuvara'^ von Werfel und zuleht aus NothZ ‘üPiiDe: „Hob" den Reiz eines Quartetts erhielt. hr;?t,c ^v.c„rl,ern,immer der „Mom JJC* dch' Kulturbundes" bringt wieder beachteusiverter Aufsätze und Mitteilun ■W»r Ätclfc Hohl kennt Lissaner mit ch ■■Ai v Tch einem geistlichen Buch „Bcsinnu ui cer -cebeutnr.' der '^'ortc .-_•'* setzt sich Hellmuth Falkens"elp auZ ander. Aulählich ihres 75. Geburtstages würdigt Julius Ba b die Verdienste der groheu schivedischeu Dichterin Sekma Lagerlös. Zwischendurch werden wir mit „Drei Sonetten" aus einem unveröfsent-' lichten Roman von Jakob Wasser m a n n bekanutgemacht. sowie mit einem von Franz Oppenheimer aus dem (suglischen übersetzten Gedicht von Rudyard Ripling „Akbar's Brücke". Hans Friede berge r weist die Besucher des Berliner Theaters aus die sich besonders lohnende Kunstausstellung des Kulturbundes hin. E. H. Neues Streichquartett Berlin (Quartett de? ,ffnb tnrbilndes bemfehor Juden). Tne- Sekretariat des Quartel!» — Wiltv sirev (1. Vwlinch, -<?ans Prager (2. Biolinel, tkudolf 10Jener (Viola), -Oermann Weil (Vello) — befindet sich jetzt in der Schtüterstrahe 3? (Weil). Telephon: Bismarck 3ä()8. emeiuschast jüdischer diüusllcr Hamburg. Tie im Gabriel-Rrcsscr-Saal. des Tempels in der erslrahe vcranstalteien Anüühnwgen werden (tut niiag, ocm 6. November, abends S'/j Uhr, mit einer ffnhnmg des Sbakesveareschen Luslspiels „Was Ahr iir' fortgesetzt, put einer Htenbearbeitnug und unter Regie des lrmstterisctien A'eiierö der Gcmeinsciiast, kli .krusiinski, musikalisch nenillustriert von Robert iller-Tarimann und in einem von Iaaiow Wechsler wmfenen szenischen Rahmen wird das Stuck Zur sfubnmg gelangen. Tie Hauvtrollen werden von x’ Tamen Aüiüer, Samse und Wvlsf, sowie den cren Berges, .üvbter, .Nrnszinsti, Walter und Wäctuer egestellt. Wiederholungen der Aufsührung finden 1 Mittwoch, dem 8., und Donnerstag, dem v. Nv- 'üin' Kammerkonzert mit Werken von Beethoven, ahms und Schubert, unter BUttvirknng von Hertha fm (Geigel Ilse Pola (Gefangh Hertha von Son lavier) wird am R>. November die Folge der musiischen Darbietungen ervssnen und am 1-1. und November wiederholt werden. , Aitv alle Vorstellungen und Kvnzene sind Erntiäkarien im Vorverkauf bei Käse, Alsierarladen, in : Buchhandlung thlogau. Bteiciienbrncke. m der lcherstubc Rothenbaumchanhee Ich. sowie nn Tcnwelro zn haben/ Die Eintrittsvreise betragen sur die imeriertcn Plätze IM Reichsmark, sur die unnumerten 1,10 Reichsmark. mn jüdischer Kulturbund in Danzig. In insig wurde nach dem Nlufter deZ Kulturbimdes r'deutschen Juden ein jüdischer Kulturbund , gelassen. In ihm werden die früher in Danziger mstinstituten tätig gewesenen jüdischen Künstlere wegen ihrer Augehörigkeit zum ^ndenrutn etunen wurden, wirken. L§gMdey um König Ilwid Von Arihuc Silbergleik Und es kamen die Zimmermamzc'leute, schleppten Zedernsiämme herbet und bauten .König David eine Stistshütte. Auf den First diesee Friedensheims aber ftventen sie Laub, damit das Siimbild des ewigen Frühlings das Andachtshatts übergrüne. llrtd König David sas; Tag und Rächt zwischen den Psosleu, hörte im Winde die purpurnen-, safraneuen, waldlaubgrüncn und rehbraunen Riesentücher. welche die gemauerten Wände durch gewebte ersetzten, Legenden flüstern, und nur zunwilen wußte er nicht, ob ihn die rätselhaften S-timmen der Nacht anraunten, ob etwa der Saft in den Zedernstämmen heimliche Sehnsnchtslieder nach dem Libanon oder aus der Ferne der /zordan seine traumhaften Weisen singe, ob vielleicht sein eigenes Herz wieder göttliche Laute dnrchsnmmcn, und er trat geguült von diesen Zweifeln aus dor Stiftshüttd hervor, und die Nacht, die rieseutellerhasten, flachert Ebenen und die kanielrückensörmigen E-iPfel wurden die Gefährten seiner Stille. Plötzlich bannte ein Sternenbild seine Blicke, und er sah mitten aus der Milchstrasie. die von den ausgebreiteten Friedensgen'äudern eutrüetter Pilger attfzugianzeu schien, zur Halbbogeuform einer Lyra gerundet Stern an Stern, und dieser Planetenhalb-> treis dünkte ihm Gottes Harfe, die geliebkost von den unsichtbaren Fingern der Wurde bald zu jubilieren, bald aufzuschluchzen begann. Aber im Glanz der gebeuedeiten Nacht umwölkte sich seine diademte Stirn; denn er wähnte, der Ewige wolle sich durch die Saitenspiele seiner Zephire über die Klagen der Irdischen hinwegtätlschen und durch klingende Wände der Seligkeit sein Gehör vor dem Anfstvhneu irdischer Kreaturen verschliesien. Da aber erblickte er eine silberne Wolke, die sich tanzend auf der Bühne des Aethers wiegte, und ihr Lächeln beschwichtigte ihn, als wollte per Herr; durch seine reigenseliM Dienerin sein Mißtrauen und den Alp seiner Seele scheuchen. Und König David neigte sein Haupt vor dem Welteutaiser, faltete die Hände zum Gebet, bat den Heerführer der Wolkenprozessionen, Adler und Falken, Meereswogen, Lämmer und Löwen. Faller und Immen um Verzeihung und verströmte seine Inbrunst in ciueut Psalm, dem ein Waldvogel und eine Wiesenquelle nachjubilierten. II. Die Gassen Jerusalems nüderhallteu diü Geräusche und Gerüchte, König David wohnten magische Kräfte inne, und er könne sogar Blinde heilen. Und eS tasteten sich die Augenlosen zu seinem Palast, und die Torhüter stießen in die Hörner und kündeten die An-- kuust des Jehova-Lieblings. Und cr trat mitten unter die Menge, und viele Hände umkrarupften den Dakar seines Gewandes, und das Volk lvarf sich aus die Knie: „Gib uns unser Augenlicht tvieder!" Und er, im zeuiefachcn Wortsinn unter allen Blinden der einzige Seher, erkannte die Pflicht seiner Sendung. die Kinder der ewigen Nacht zn erleuciiten, und Hub an: „Eure Augen sind zu Eoit ausgewandert und brennen droben als Sterne und bekehren selbst die Frevler und Leugner seiner ewigen Güte. Beglückt euch nicht das Bewußtsein, daß ihr so hilfreich eurem Vater dient, und fühlt ihr nicht im Anhauch seiner Winde und Sonnen, daß er euch ewig segnet?" Und in den Augeulosen entbrannte ein Trostlicht, und die lange Ar:>- »vimmernden begannen zu jubeln, daß der Herr sie als Tiouer seiner Seeteubelehruug erlös, III. Allnächtlich erslimmerte über dem Palast König Davids dasselbe Gestirn; das Volk nannte es den David-Stern. Als aber Israels Herrscher dem letzten Hoheliede seines Harfenspiels in die Ewigkeit gefolgt war und der Planet noch immer über den Zinnen des Palastes aufblänkerie, deutete der Hohepriester die Treue des Gestirns also: „Aus diesem Stern wohnt jetzt Davids Seele, und sie segnet mit ätherischem Strahlenglanz ganz Israel."