Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 36 (20.9.1933)
- Date
- 1933-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Sr- \ -W /^r';,7! O Vi/LJüJ nnr Nr« 36 iiQDQdS, Von Leo BaeÄ Alles >^chte Glauben ist ein seelischer Mut, ein Mut, der Welt und dem, was sie Ergebnisse und Tatsachen nennt, zu widersprechen, um Gottes willen zu so manchem Ja, das in ihr herrscht. Nein zu sagen, so manchem Nein, das in ihr gilt, das Ja entgegenzusetzen. So ist das Judentum, seit es ist, der große Glaube auf Erden. ES ist dieser große Mut der Seele, um des einen Gottes Witten dem Drängenden und Schweifenden, dem Erfolg und dem Glanz ZU widerstehen und scstzusteyen. Ein Jude, der dem einen. Gotte nicht glaubt, — und das ist noch ein anderes, als nur an ihn glauben —, ihm nicht glaubt mehr als den Menschen, hat seine jüdische Seele verloren. Aller Menschen Leben ist eine Auseinandersetzung zwischen Sehnsucht und Sattheit, Sattheit des Denkens und Wollcns, zwischen Glauben und Feigheit, Feigheit im Begreifen und Beginnen, zwischen dem Mut der Seele und der Bequemlichkeit des Seins, dieser Bequemlichkeit, die noch in dem, was gestern war, sich bergen und noch, wenn es entschwunden ist, sich an ihm festhalten will. Das Gegensätzliche gegen den Glauben ist die Illusion, ist die Angst des Menschen, der dein Wirklichen und seinem Ernst ausweicht und mit sich spielt und sich verführt, um nidjt das eigene Leben zu führen. Und führen bedeutet immer: sehen; bedeutet: wissen, was werden soll. In leichten Tagen versteht sich alles von selbst, in ihnen können Sattheit unb Gewohnheit so rasch zur Weisheit werden, kann sich der Unglaube dehnen und weiten. In schweren Tagen wird alles, alles Denken und Wollen und Tun zum Gebote des Mutes, zur Aufgabe, die zu lösen ist, und der Mensch ohne Glauben ist in ihnen ohne Boden und ohne Ziel, ohne Erde und ohne Himmel. Auch darum kann der Jude nie ohne den Glauben sein, denn er ist, seit er ist, der Mensch der schweren Tage, der Mensch der Entscheidungen. Er vermag nicht, wenn er Jude sein will, ohne Rosch Haschana, ohne sein jüdisches Neujahr zu sein. Es ist ein ganz anderes um unseren Nofch Haschana als um Neujahr sonst. In ihm will nicht nnr ein Jahr anfangen, sondern ein Neues, eine Welt beginnen. Ter Schofar, der Klang der Weltenwende ist sein Ton. Wenn der Schofar ruft, beten wir: „Heute ward eine Welt geboren, heute wird eine Welt geschaffen/ In der Welt des Leichten kann der Rosch Haschana ein Selbstverständliches werden, gleichsam ohne den Schofar sein; in der Zeit des Schweren, Schicksalsvollen tritt er vor uns als das, was er ist, als Tag des Mutes, des Glaubens, der Tag, der von der Schöpfung zu uns spricht, von der Welt, die neu werden will in unserem Leben. Wieder glauben, es wagen, neu zu werden, das ist Gebot und Sinn des Nosch Haschana. Immer wieder beginnen, immer wieder erneuern können, so ist es ja die Kraft deS Juden. „Für alle Tage der Feier", so sprach einer der alten Lehrer aus einer Zeitenwende, Rabbi Jose den Kezarta, „ist von der Feiergabe gesagt: ihr sollt darbringen. Vom Nosch Haschana ist gesprochen: ihr sollt machen, ihr sollt erschaffen. So soll der Nosch Haschana euch segnen, daß ihr euch selbst machet, euch schaffet in neuer Schöpfung" — um Gottes willen neu geworden, wahrhaft Menschen des Glaubens. des Mtzres ♦.. Von Or. Alfred Hirschberg An der Schwelle des Jahres verweilen wir sinnend einen Augenblick. Hinter uns spüren wir das nachdrängende Zeitgeschehen. Vor uns liegt die Ungewißheit des Ungeschauten. Sollen wir vergessen was geschah, weil die Last der Erinnerungen uns zu Boden drückt, unsere .Kraft aufbrauchen könnte? Dürfen wir auslöschen, was brennt, weil wir ganz unversehrt Arbeit und Denken neu beginnen wollen? Auch schweres Schicksal tvill verdient sein, wenn es ans sich die Kräfte hervorbringen soll, die eS ertragen Helsen. Wem die drängende Fülle des Erlebens nicht Seele und Herz bis in die letzten Tiefen erschüttert hat, wem es nicht Sperrungen und Spannungen anfbrach und löste, damit in breitem Strome Erleben eiudringen kann, der hat allenfalls Kalenderblatt um Kalenderblatt gewendet und in unregelmäßigen Abständen seine Uhr aufgezogen. Aber gelebt hat er nicht, nicht als Mensch, nicht als Jude, nicht als Deutscher. Stehen wir noch auf ben alten Fundamenten? Täuscht uns nicht etwa das Trugbild eines festen Bodens über ihre Zerstörung hinweg? Wartet unser jenseits der Schwelle das Nichts? Jeder Mensch hat die Sicherheit des Standpunktes, die er verdient: der in sich ruhende, in sich gesammelte, wie der zerflatternde, der unruhig umherschaut, nach fremden Stützen sucht und nach Armen, die ihn halten sollen. Uns deutsche Juden haben die Erschütterungen des deutschen Volkes seit dem 30. Januar zu Beginn in jagend heftigen Stößen durchgeschüttelt. Mit dem Gesunden der Welt um uns ist das Erschüttern von außen geringer geworden, aber unser Durchschüttertsein ist geblieben. Wir fragen nach dem Sinn des Geschehens um uns. Die deutsche Deutung, die wir um uns sehen, nähme uns jeden Lebensmut. Die deutsche Deutung, die wir aus uns finden, kann unsere gegenwärtige Wirklichkeit nicht formen. Sie kann nur Erinnerungsstoff der Aoltereu und Ueberlieferung an die Jüngeren sein, die den Sinn unserer Idee Deutschland und unsere unzerstörbare Verknüpfung mit dieser Heimat aus dem Mangel eigenen Erlebens nicht verstünden, wenn sie ihnen nicht durch Denken und Darstellung immer wieder nachgezeichnet und vorgelebt würde. Wir warten auf den Tag, wo die Stärke der vollendeten deutschen Erneuerung dem deutschen Geist seine Weite wicdergibt, in die auch wir empfangend und mitwirkend einbezogen werden. Aber auch bis dahin müssen wir leben und wollen es nicht nur im Schatten der Nebenlvege, während aus den deutschen Straßen der Glanz der Erneuerung ruht. Wir müssen versuchen, eine starke eigene Wertempsindung zu fassen und damit auch die Fundamente, aus denen wir stehen, aus eigenem Schassen zu stärken. Und so fragen wir nach der jüdischen Deutung des Geschehens. Es gab einmal ein Judentum, das Einheit von Volk und Gott und Boden, das Ideal des totalen Staates war. Das ist seit fast zweitausend Jahren vorbei. Seit zweitausend Jahren gibt es Juden in der Welt, die jeweilig zu allen Zeiten und in'allen Landen gleichberechtigte Staatsbürger gewesen sind, denen die Gesetze ihres Landes wie Rcligionsgesetz galten und dessen Wohl sie in ihre Gebete einschlossen. Und immer und überall vollzogen sich Synthesen zun scheu Judentum und Umwelt. Es gab Juden und große jüdische Gemeinschaften, die als Juden aus der Geschichte verschwanden, weil ihre Verbindung und Einordnung in die Umwelt unaufhörlich und verstärkt möglich war. Meist aber folgten aus Epochen enger Verbindung Zeitabschnitte der Trennung. Dann wehte die Geschichte vom Baum des Judentums herab, was welk und morsch und unjüdifch geworden, und in der erzwungenen Abschließnng vollzog sich die Wicdercrstarkung des oft bis zur Unkenntlichkeit verdünnten Judentums zu neuem Eigenwert. In dieser Zähigkeit der Wic^ermncnening des Judentums liegt das Geheimnis unseres Daseins nach und trotz und gerade wegen unserer zweitausendjährigen Geschichte. In ihr sind die Epochen der Freiheit von gleicher Wichtigkeit im Lebensplan unserer Gemeinschaft wie die des Abschlusses. Aus welchen Zeitläuften mehr Sonne, aus welchen mehr Schatten lag? Tic Männer unseres Glaubens und aus unserem Stamme, die die Well zu ihren Großen zählt, erwuchsen meist in den FrciheitSepochen —, die Menschen, von denen das Judentum Stärke und Erneuerung empfing, gab cs in den Zeiten des Abschlusses. Um immer wieder der Menschheit dienen zu können, müssen wir von Zeit zu Zeit immer von neuem in die Vermischung unseres Seins mit der Umwelt einen starken Zustrom des jüdischen Ewigkeitswertes cinsließeu lassen. Weder das eine — die Vermischung — noch das andere — der Abschluß — kann vor den: „Ende der Tage" in der Welt für sich bestehen, und welche Erscheinung die wichtigere ist — darüber entscheidet der höhere Richter. So cingcvrdnet in die Geschichte der Menschheit wie unseres Stammes fühlen uür festen Grund unter den Füßen, und der Nauru, in dem sich für die Menschen unserer Zeit dies Schicksal vollzieht, ist Tentschland. Vor vielen Jahrhunderten, als erstmalig Juden auf deutscher Erde lebten und wirkten, war ein Zufall, daß es deutsche Erde war. Viele Jahrhunderte immer erneuerter! Taseins ans deutscher Erde machten aus Zufall Schicksal. Sv erleben mir diese Epoche, in der das Deutschtum uns von sich ausschließt, ans deutscher Erde, in deutscher Umwelt, schicJmhast als deutsche Inden. Und so rvisscn rvrr, daß der Schlußstrich einer Entwicklung, die 130 Jahre anhielt, zugleich der Ausstrich zu dein ersten Worte ist, mit dein wir in cmS Buch unserer derrtschen Geschichte ein neues Kapitel zu schreiben beginnen. Mit dieser Gervißheit treten wir über die Schwelle, in den neuen Jahresranm. Enger die Wände, niedriger die Fenster, ärmlicher die Ausstattung, kärglicher die Kost. Aber u'r tragen alles, weil wir wissen, warum es ist. Ans der Verwirrung und Berstimmrmg des einzelnen über sein schweres Schick..A ivächst die melancholische und doch gleichzeitig aufrichtende Erlenntnis, Mitlebender einer Epoche und Mitträger unseres Gemeinschaft-?- schicksals zu sein, in dem sich wieder die Ewigkeit unserer Geineinschaft und ihre Unvcr-- gänglichkeit in dieser Welt erweist. So gehen mir an die Arbeit für unsere und unserer Kinder Zukunft: den deutschen Himmel über uns und das ewige Gesetz unserer jüdischen Sendung in die Welt in uns. Aon Rabbiner Dr. Eschclbacher-Dttsseldorf ..Was sangen Sie an?" fragte ich kürzlich einen Mann in den Fünfzigern, den das Schicksal des deutschen Juden mit seiner ganzen Gewalt betroffen hat. Er gab zur Antwort: „Ich warte auf mein Ende." Ratlos, betäubt, oft fassungslos haben wir das Verhängnis empfangen. Wir verstehen nicht, wie alles gekommen ist, und wir sehen nicht den Weg in die Zukunft. Unser Glaube an den Sinn alles Geschehens ist bedroht. Verlieren wir ihn aber, dann naht unvermeidlich die Verzweiflung. „Es kennt der Mensch nicht seine Zeit. Wie die Fische im bösen Netz gefangen und wie die Vögel von der Schlinge erfaßt werden, so werden die Menschen verstrickt zur Zeit des Unglücks, wenn cs plötzlich über sie hereinstürzt," sagt Koheleth. Diese Verzweiflung ist menschlich und natürlich. Aber sie darf nicht bleiben, denn sie ist der Tod. Rettung und Ausrichtung sollen unsere „erhabenen Tage" bringen. Am Ende der Lebensgeschichte Abrahams sagt die Schrift: „Es geschah nach diesen Belleoenheiten^ da versuchte Gott den Abraham." Sie erzählt, wie der Stammvater bereit war, sein Liebstes hinzugeben, den einzigen Sohn. „Nach diesen Begebenheiten." Er war schon vielfach geprüft worden, neunmal, sagen unsere Alten, und er hatte immer bestanden. Da nahte eine neue Versuchung, größer, schwerer, als alle früheren zusammen. Diese Wahrheit bildet den Anfang der Thorahvorlesung am zweiten Tage Rosch Haschonoh. Gerade in ihrer Ratlosigkeit und in dem niederdrückenden Gefühl ihrer Ohnmacht soll die Gemeinde diese Verkündigung vernehmen als die Deutung ihres Schicksals und als den Wegweiser in dre Zukunst. * . Es ist dem Menschen kein Gut gewährleistet, und jedes kann verloren gehen. Das Prädikat, das die'Prüfungskommission im Examen verleiht, gilt dauernd.. Aber die Prüfungen des Lebens und der Geschichte verleihen ihre Berechtigungen nnr aus Widerruf. Wer viele schon bestanden hat, muß trotzdem aus neue gefaßt sein. „Alles ist aus Borg gegeben," sagt Rabbi Akiba. Die Ereignisse der Weltgeschichte sind göttliche Prüfungen. Wie nur sie bestehen, danach fällt Gott sein Urteil im Weltgericht. An Abraham erinnert die Thvrahvorlcsung an den beiden Tagen des Rosch Haschonoh. In dem Stammvater sollen die späten Enkel ihr eigenes Bild sehen und in seinem Schicksal ihr eigenes deuten. Die Verkündigung aber, die sein Leben und das seiner Kinder beherrschen sollte, lautete: „Wissen, wissen sollst du, daß fremd sein wird dein Same in einem Lande, das ihnen nicht gehört." Das war die Situation von Israel in Mizrajim, auf das diese Worte zunächst deuten, und sie blieb es nachher in vielen Zeiten und in vielen Ländern. Die innere Bewegung unserer Geschichte ist Fremdheit, dann Kampf gegen sie, darauf Gewinnung der Heimat da, wo wir zuerst fremd waren, dann der drohende Verlust der Heimat, Gefahr neuer Fremde und damit der erneute Kampf um die Heimat. Die Ereignisse des jüngsten Jahres haben enthüllt, daß dieses Gesetz auch über uns waltet, unbekümmert darum, ob wir es anerkennen oder uns ihm entziehen wollen, ja, ob wir darum wissen oder nicht. Die frühen Vorfahren, die vor sechzehnhundert Jahren als die ersten Juden in Deutschland erwähnt werden, werden wohl au5 der Ferne im Gefolge der römischen Legionen hierhergekommen sein. Aber in den folgenden fünfzig Generationen ist uns Deutschland zur Heimat geworden. Die Sprache, die wir seitdem sprechen, ist für uns nicht Volapük oder Esperanto. Hilfsmittel zur Verständigung, sondern der Leib, in dem unsere Gedanken und unsere Empfindungen sich verkörpern, ein Stück von uns selber. Und die Landschajt. in der wir leben, ist nicht nur der unumgängliche Raum, sondern wir spüren es überall, wie Berg und Ebene, Fluß und Wald, Licht und Luft in geheimnisvollem Zusammenwirken unsere Seele bilden und unseren Leib gestalten. Den deutschen Geist, der in Sprache und Bauwerk, im Lied, in der Dichtung, in Gedankensystemen Gestalt gewonnen hat und greifbar geworden ist, haben wir in uns ausgenommen, wie die Nahrung, die auch von draußen kommt und Bestandteil unseres Leibes wird. Wie sehr Deutschland die Heimat der deutschen Juden ist, tritt am stärksten in dem Augenblick zutage, da sie Weggehen und es sich offenbart, daß-sie nur räumlich sich zu trennen vermögen. Wir waren zu Hause und hatten das Schicksal überwunden, das dem Abraham und seinem Samen *x><x>oo<x>o<><><><x><><><>o<^^ Von ERNST LISSAUER Und ob das Weltall ungeheuer kreist Mit abertausend Monden, Sternen, Sonnen. Doch hat Natur erst in des Menschen Geist Die grosse Himmelfahrt begonnen. Durch das Getümmel und Gewimmel Von Stein, Strauch, Tier, von Flut, Luft, Land, Vom Himmel durch die Erde in den Himmel, Es ist dein Weg von Gott zu Gott gespannt. * Gott baute durch die Räume, Sonnen, Erden Das Weltall, Mensch, zu deinem Geist hinan. . Er schaut mit deinem Blick sich selber an. Gott wächst in dir4 um wieder Gott zu .werden»! verkündet worden war. Das ist die Tragik dieses Moments, in dem wir in Gefahr sieben, die seit langem errungene Heimat wieder zu verlieren, um nach so vielen Versuchungen von neuem geprüft zu werden. Dieses Schicksal der nie abgeschlossenen Erprobung aber ist unentrinnbar. Es gibt ein Gebiet, auf denn wir unsere besondere Ar: und unser Sonderleben bewahrt haben, dre Religion und das eng damit verbundene Familienleben. Tie Verbindungen von Eltern und Kindern, Manit und Weib, Brüdern und Schwestern knüpften sich nur im jüdi'cheu Kreise. In Bertennnng des jüdischen Schicm sals, das da eins ist mit der jüdischen Berufung, haben im vergangenen Jahrhundert; viele Inden alles getan, was in ihren Kräften stand, um das Judentum zu verlassen. „Mir war es frühzeitig ein unumstößlicher Glaubenssatz geworden, daß ich nnr durch Heirat mit einer Christin mein Ziel der vollkommenen Eindeutschung erreichen und eine Familie gründen könne, die der Anfang eines neuen, von jüdischen Einflüssen ganz freien Stammes sein sollte," schreibt in seinen von unsäglicher Bitterkeit gegen das Schicksal der jüdischen Geburt überfließendcn Lebenserinnerungen der Pathologe Otto Lubarsch. Lubarsch ist vor einem halben Jahre gestorben. Ter Tod hat ihm eine grausame Enttäuschung erspart. Er braucht nicht mehr darüber nachzudenken, das; der kleine Enkel, dem er sein Buch gewidmet hat, so schlimm dran ist, wie nnr irgend ein jüdisches Kind, dazu seelisch in viel größerer Bedrängnis, weil er nicht vier jüdische Großeltern hat. sondern nur den einzigen jüdischen Großvater. Nichts ist uns gewährleistet. Tie Wogen unseres Schicksals rollen majestätisch hinweg über die Jahrhunderte, und sie ergreifen in einem einzigen Rhythmus die einander folgenden Generationen. Ueberall vollenden wir das Schicksal unserer Väter, überall bereiten wir das unserer Kinder und der noch Ungeborenen vor. Abraham wurde versucht, unsere Väter und wir selber wurden und wer-