Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 35 (14.9.1933)
- Date
- 1933-09-14
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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M feilte Röischs AcheÄetzWeWrgsmAügA. Die Reichsvertretung der jüdischen Landesverbände Deutschlands schreibt uns: „Die Neichsvertretung hat Anfang Juli unter Bezugnahme aus einen Ausruf des Bundes der jüdischen Arbeitnehmer in einer Pressenotiz darauf hingewiesen, daß der Augenblick zur Verwirklichung einer jüdischen Arbeitnehmcrorganisation nicht geeignet erscheine. Zahlreiche Anfragen veranlassen uns, auf folgendes hinzuweisen: Die Schaffung einer jüdischen Arbeitnehmerorganisation, die den jüdischen Arbeitnehmern den notwendigen rechtlichen und wirtschaftlichen Halt gewährt, muß unbedingt angeslrebt werden. Alle jüdischen Stellen sind sich der Wichtigkeit der hier bestehenden Aufgabe voll bewußt und tun das Mögliche, um sie zu fördern. Die Gründung einer großen und zu fruchtbarer Arbeit befähigten Organisation ist jedoch nur im Einverständnis mit der Negierung angebracht und möglich. Im jetzigen Augenblick erscheint das Aufziehen einer derartigen Organisation nach wie vor nicht altgängig, im besonderen kamt eine Förderung des Bundes der jüdischen Arbeitnehmer nicht empfohlen werden." EÄffnmgsabesd 6ec Freien Wischen Volkshochschule Tie Freie Kindische Volkshochschule Berlin bcflnrm ihr Wintersemester mit einem Eröffnungs--- abend im Logenhaus. der zu einem vollen Erfolg wurde. Ter Vorsitzende, Tr. Kurt Z i e l e n z i g e r, umritt dos Progromm der Schule, die in engster Gemeinschaft mit der Jüdischen Gemeinde arbeitet. Sie null der Erbauung und Belehrung dienen, und so einen Mittelpunkt jüdischer Bildungs. und 5mlturarbcit in Berlin darstelleu. Rabbiner Tr. Warschauer sprach über das -rhema „Selbstbesinnung. Spielte bisher die Pro. blematik des Jude-Seins nur bei einer dünnen Schicht eme Nolle, so hat sie jetzt die breite jüdische Masse ersaßt. Es gibt heute kaum einen Menschen. der nicht anerkennt, daß die Lösnng der Judcnfrage durch die Emanzipation zumindest stark in Zweifel gezogen ist. Eminent gewachsen ist daher das Bedürfnis nach Aneignung von Wissensstoff. Selbstbesinnung bedingt auch Selbstkritik. Die Worte Tr. Warschauers fanden großen Beifall. Gerade auf Grund dieser Ausführungen würden wir einen Ausbau der im Hinblick auf ihre Wichtigkeit zu wenig beachteten Geschichtskurse für wünschcnswert halten. Außer diesen Ansprachen trug Edith Herrnstadt-Octtingen Gedichte und eine Erzählung vor, die ans das Auditorium großen Eindruck machten. Tie nmsiknlischcu Darbietungen, ein Violinkonzert von Mendelssohn, das Charlotte Rosen spielte, und ein Trio von Beethoven fanden ebenfalls uneingeschränkten Beifall. Der Abend wird im Oktober wiederholt werden. W. Sch. ©M&fero Sie Lms? Ter jüngste Sohn von Moses Mendelssohlt, Karl Theodor Nathan, geboren am 8. Dezeluber 1782, gestorben am 8. Januar 1852, war seit 1835 Revisor der Hauptstempel- und Jormularverwaltnng in Berlin. * Mcycrbcer, der unsterbliche Komponist der „Hugenotten", „Afrikanerin", „Prophet" usw., wurde 1842 vom König von Preußen zum Gencralmnsikdircktor ernannt. Das Jahresgehalt von 4000 Talern hat er niemals angenommen, sondern sofort den Mitgliedern der königlichen Kapelle angewiesen. Laut Testament errichtete er mit einem Kapital von 30 000 Mark die „Meherbeer-Stistung", deren Zinsen alle zwei Jahre an junge talentvolle Komponisten vergeben werden. ♦ 4 ♦ Es helfen immer noch nicht genug Freunde, die furchtbare Arbeitsnot der Jugend zu lindern. Für eine Berufsumschichtung bedarf es der Mitarbeit aller. Wo öffnen sich Lehrstellen für Köche, Schneider, Friseure u. a.? Warum wird immer noch ein Lehrgeldzuschuß verlangt? Woher sollen die Menschen, die aus ihren Bernsen getvorfen sind, es ausbringen? Wo auch nur die kleinste Möglichkeit besteht, Lehrstellen zu schaffen, muß der Gedanke weit abgelehnt werden, aus der Not der Zeit ein Geschäft zu machen. Hier heißt es. Opfer bringen, hier heißt es, sich um junge Menschen kümmern, die oft nicht einmal das warme Mittagessen haben, so daß Hunger ihre Arbeit lähmt. Wo finden wir diese Mitarbeiter? Praktischer Wegweiser für Auswanderer Im Verlage H. Baumert. Berlin, ist ein praktischcr Wegweiser durch die deutsclien Aiiüwanderungsbestimmungen und die ansländischen Einwanderungsvvrschriften mit dem notwendigen Adrcssenmaterial erschienen, der znm Preis von 50 Pfennig zu beziehen ist. Das Heft will nicht Propaganda für die Auslvanderung machen, denn, so heißt es im Vorwort, jeder, „der answandern will, mnß sich darüber klar sein, das; selbst, wenn cs ihm in der Heimat wirtschaftlich schlecht geht, es ihm immer noch besser geht, als in der Fremde, wo niemand für ihn sorgt". Ter Wegweiser will lediglich den Auswanderungsbereiten unnütze Wege ersparen und die notwendigen Wege erleichtern. %mm ii einen Deutzen Jtiett Ter „Brnchsalcr Bote" gibt einen spaltenlanzenl Bericht über die Beerdigung Jacod Oppenheimers, eines langjährigen und wohlverdienten! Mitgliedes des Central-Lercins. In diesem Bericht heißt es u. a.: . . . Bei der gestrigen Beerdigung unseres jüdischen Mitbürgers Jacob Oppenheimer kam den Leidtragenden und den zahlreichen Tranergästen unter den obwaltenden Umständen gewiß so recht zum Bewußtsein. welch ticfein Empfinden einst die Formung der Worte cnttprang: die letzte Ehre erweisen. Rieht wenigemal in seinem Leben wurde unser lieber alter Freund Oppenheimer, wenn seine Berdienste um das Gemeinwohl oder Vercinswohl mit viel schönen Reden gepriesen wurden, des immerwährenden Tankes versichert. Gestern aber erwiesen die, welche Dankbarkeit und Verehrung gegenüber dem guttätigen Mitmenschen, den; hennatliebenden Mitbürger lind liebenswürdigen Gesellschafter im Hemen trugen, hem Toten in der Tat die letzte Ehre/ lind es ist festznstellen, daß die Tranerversannnlnng, e e sich auf dem israelitischen Friedhof eingesunden hatte, überaus zahlreich war und mit großer Anteilnahme den Worten der Anerkennung und des Tankes lauschte, die hier ari weihevoller Stätte und nur offenen Grabe gesprochenwurden BezirlsrabbinerT^ Grzhmich (BrnchsaN würdigte die persönlichen Eigenschaften und die irdischen Verdienste des Verblichenen. . . seine Hauptarbeit galt den; badischen israeliü. sehen Landeswaisenverein. Ihm tvar Jacob Oppenheiiuer Führer bis zmn letzten Atemzuge. .. . Unter den .Ölungen eines Bläscrqnartetts setzte sich der Lcichenzng von der Leichenhalle znm Grabe hin in Betvcgnng. voraus die Sanitätskolonne und der Veteranenverein mit umflorten Fahnen. Am Grabe sprach der Bezirksrabbiner Gebete in der Sprache des Gebets (hebräisch) und in der Sprache der Heimat (deutsch). Tann trat Rabbiner Tr. Schiff vor. mir dem Heimgegangenen namens des Oberrates der badischen Israeliten und der Landesshnagoge wie des israelitischen Landcswaisenvereins zu danken. Für den Veteranen- und Urieger-Unterstüpunasverein, dem der Verstorbene bald 50 Jahre in ein prächtiger Junge angekommenl Jcso Goldschmidf geb. Molling PcuS Goldschmidf Hannover, 5. September 1933 RühmkorPfslr. li Statt Kartenl Lisa Wertheimer Arthur Neuhaus Vorlobte Nonnonwolor Wlntorthur b. Lahr (Badon) (Schweiz) 10, September 1933. fP Zu äm freist ( Ilessr.rt-Wcltx- und Hotte ine (tötete Llfetire und Frucht»Ufte etc. elf/ener 11 eabrlkation *u teil kl. Hngraa-l'rcAoon (ibxiniebrtt, lianfsvo'/t - DceWlcrle. Berlin V )V. 19. Merkur A 6, 206'.' 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