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Central-Verein-Zeitung · 1933-07-27 · 30 (27.7.1933) · p. Seite 293

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
30 (27.7.1933)
Date
1933-07-27
Page
Seite 293 (sequence 1)
Language
German
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23. 7.1S33 Serlkn, 27.?ull 1$S3 XII. Jahrgang ♦ Nr. 59 Einzelnummre L0 Pfennig OG-OÜO f ^'i t? "- />»» j\ rty . co'! f\v/r3^ Wft sj y'^o':ri;^, C^VV/V/v'V U S.^ V^V^fVVVi^C'v'Vw.J r’S'S fitCC^is’^C V’V^Vv'Ü (. rn 5 Z B 1* *> f./;’>»r» 'i' ■ - V?» « J v-4> i> c-vv V tyy <&■(*<?>rJ * ■ q» »-» <r> C* . Ss>’ Mm-« MMSVUlTMIW-«jssMZ3Z giMMZMG S.M Dicrtcljahrsavonncmcnt 2,25 Si'Dl. lzuzügl. 23eftenQs[b). Allgemeine Zeifun$ des judeafume Derlag urL Schrütleitung: Berlin W15, Lmser Str. 42. Fernsprecher: J 2 Oliva 5sZ4—57 .:. Postschecklrnrv: Berlin 50472 .r. Bank^nto: Tresdner Dank. Depo siten.ka sie 15, _ Berlin-Wilmersdorf t, Hohenzollerndanun 1ö3. .StUeiruge Dnzelgsnannahnre: Annoncen-E^pediNon Rudolf iRosse, Berlin SWlOD, und deren Filialen. ^n::ig:np:eise: für dis 7rr!>2ltrne Zeile nach Rudolf Mo"LI -tormL.zenenmesser Nr. 4, Familieaanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebolr) für Mitglieder des Centraloereins 0.45 die 62ziin breite Reklame-eile 3,50 «a'JC* f^fcofcito ßffp'^'nufe (Ppnife^soi 'V&jf Wir meldeten die Aufhebung der durch Lord Mel chett nach London einberusenen sogenannten Jüdischen Weltwirtschastskonfcrenz auf Grund von Protesten der wirklichen Führer des englischen Judentums. Einer der Konferenzteilnehmer sollte der bekannte New-Zorker Rechtsanwalt - U n i e r m e y e r sein. Da er nun einmal seine Europareise angetreten hatte, lud er als Protest gegen die englische Absage die Konferenzteilnehmer nach Amsterdam, und so wurde die „Weltkonserenz" eine Zusammenkunft von noch nicht zwei Dutzend Menschen, deren Beschlüsse und Ansichten für das Judentum sowohl als auch für jeden nichtjüdischen ernsten Wirtschastspolitiker belanglos sind. Wir können uns bei dieser Beurteilung die Ansichten zueigen machen, die einer der führenden holländischen Juden, Professor Dr. Cohen, im „Atgemeen Handelsblad" veröffentlicht, wobei . wir den Text verwerten, den die „Deutsche Zeitung' (22. Juli 1933, Morgenausgabe) bringt. In seinem Aussatz stellt er auf Grund ausdrücklicher Ermächtigung fest, daß weder der „American Jewish Eongreß" noch das „American Jewish Committee* (die fast alle amerikanischen Juden umfaßten) irgend etwas mit den Besprechungen des Herrn Untermeyer zu tun hätten, ebensowenig auch die offiziellen Organisationen in Holland, England oder irgendeinem anderen Land. Es handele sich hierbei um ein privates Unternehmen von Untermeyer, für das er allein die Verantwortung zu tragen habe und an dem nur einige Journalisten und Privatleute ohne offizielle Funktion teitnehmen würden. An und für sich sei eine solche Besprechung von keinerlei Wert, es sei nur zu bedauern, daß Untermeyer ein privates Zusammensein mit einigen Personen. zu einer. ,Fonferenz^ aufgeblasen Etwa um die gleiche Zeit tagte in London der „Board ol Depulies“, um sich gleichfalls mit Anträgen zu beschäftigen, die einen Boykott gegen Deutschland bezweckten. Bei dieser Sitzung, an der die führenden Juden des englischen Imperium? teilnahmen, teilte der Präsident des Board, Noville Laski, mit, daß 110 Stimmen sich gegen und 27 für den Bokott ausgesprochen hätten. Damit feien alle Anträge abgelehnt und ein organifatorischer Boykott unter Führung der jüdischen Organisationen ausgeschlosien. Das deutsche Judentunr kann die Stellungnahme der englischen Juden nur begrüßen M V V*'^ Lch V"V V* jjf *v W £47 V sr ^2$/ 'W V V *>^7 ’bj> V V NMsrlA cul öer Mstttlr^r; ÜLWjÄMN Die Mitgliedschaft zu den Organisationen der Deutschen Arbeitsfront ist nur Ariern gestattet. Jeder Bewerber hat eine Erklärung abzugeben, die nach dem „Berliner Börsen kurier" vom 14. Juli, Nr. 323, folgenden Wortlaut Hai: „Ich erkläre, arischer Abstammung zu sein. Weder meine Eltern noch meine Großeltern sind nichtarischer Herkunft." Dabei soll als nichtarische Abstammung auch angesehen werden, wenn lediglich ein Elternterl oder ein Großeltermeil der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat. Weiter heißt es in der Pressemeldung: „Es ist anzuuehnren, daß in einer gleichen, dem Berufsbeamtmgesetz analogen Art und Weise auch in den übrigen Gliederungen der Deutschen Arbeitsfront die Arierbesrinmmngen durchgesührt werden. Tabei dürsten sich noch einige technische Fragen ergeben. Zo haben in den nun aufgelösten bisherigen Organisationen, abgesehen von dem früheren Teutschnatiooalen Dandlungsgehilfenverband, der schon seit 1593 den Arier Paragraphen batte, nichtari'che i'Ht» glichet immer Zutritt gehabt.. Sie baben aus ihrer Beitragsleistung in diese alten Verbände gewisse Berechtigungen erreorben. die aus der Liquidation-Masse voraussichtlich im Wege des Härteausgleiches in den ^Fällen eines nachweisbaren Bedürfnisses befriedigt werden können. Im übrigen dürfte den nichtarischen . Arbeitnehniern Gelegenheit gegeben werden, sich in einer besonderen, der Deutschen . Arbeitsfront nicht ein gegliederten Organisation mit Woblfahrtsangelegenheiten zu beschäftigend Wie uns mitgeteift wird, ist ferner einer größeren 7lnzahl von früheren Mitgliedern des G. d. A. (Gewerkschastsbundes der Angestellten) ein Schreiben des Deutschen Handttmgsgehilsen-Verbandes (D. H. D.) zugegangen, welches folgenden Wortlaut hat: Juden und Fremdrasfige können nicht Mitglied der neuen Angestelltenberussverbände werden. Soweit sie den alten Derbändon bisher angehörten, findet ihre Aeberführung in den neuen Berussverb-aud nicht statt. Bestehen Au'prüche an Stelleulosenunterstützung oder ergeben sich solche aus einer vor dem 1. Juli eingctreteuen Stelleulosiateit. dann werden sie für die männlichen 5taufmannsgehilfen und Lehrlinge durch uns nach Bestimmungen dos alteix Verbandes erfüllt. Besteht eine P.rankenkasienmitgliedschaft, so wird sie zunächsi in der neuen Krankenkasie des Berufsverbandes fortgesetzt zu den satzungsgemäßen Bedingungen (VerbaudsabtrümügmzuschlQg'). Einem sofortigen Austritt steh: jedoch nichts im Wege. Etlva gestellte Leistungsansprüche von nicht übernommenen Dütgliedern des alwn Ber- Rabbiner Dr.IgnazMaybaum (Frankfurt a. d. Oder) und Dr. Friedrich ßrodnitz (Berlin): Deutsches Judentum und Palästinawanderung, Seite 297 ff.

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