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Central-Verein-Zeitung · 1933-07-06 · 27 (6.7.1933) · p. Seite 257

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
27 (6.7.1933)
Date
1933-07-06
Page
Seite 257 (sequence 1)
Language
German
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-& 7.1S33 rA; AO -A Serlirr, k. 5 a li 1933-' XIL Jahrgang . Nr. M fStminntnmer 10 ps-vntZ i; Pi j u | \ f " p ***,4 , , ,, - . _ /\ V*-' V V *V s>* s> P C:' 5 <? <>/ v*l? v* y v |i V*-' w vi*3 ^aA Ö 44&& «kri5'hv L>viS4/ 4j-;Jv V4/O 4^444/2^ 4/4^wv4y<?0^bky'''J^/ MRtzhÄWMIMWLZU MWLZWG S.U Wicrtcljahröabonncmcnt 2,25 NM. (zuzügl. Stftenge3). SerlLZ unb Schriftleitung: Berlin VT15, Smser Str. 42. Fernsnre^er: ^2 Oliva 6554-57 .:. Post-checkkonto: Berlin 30472 .:. MrT . . _ . - Derlin-DitnrersLorf i, Ho^cnrollernLamm lßö. dUeinrg. Anzeigenannahme: Annonrrn-Cxredition Rudolf Mssi>, Berlin SW IW, und deren Filialen. Anzeigenpreise: für die 7grspaliene Zeile nach Rudolf Moffes §t0rinac:-:lenmeffer Nr. 4, Familienanzrigen und SteÜensefu2)L (nicht Str^enangebote) für Mitglieder des Lentralvereins 0,45 JlJt., die 62 mm breite Rellarnezeile 3,50 PP44. Allgemeine Zei/un$ desDudenfums Bankkonto: Dresdner Dank, DspofUenkasse 18, „T&dm Grganffatisn öse internationalen InöenheiL^ Der „Manchester Guardian" hatte in Zusaminenhang mit der Ankündigung der vom englisch-jüdischen Nat für Handel und Industrie einbernsenen Wirischasiskonserenz auf angebliche Bestrebungen hingenüesen, die von der „international organisierten JudenheiL" ausgingen. Demgegenüber stellen die beiden Borsthenden des Joint Foreign Committee Neville L a s £ i und Leonard Montefiore in einem Brief an den „Mancheller Guardian" fest, daß es ein solches „international organisiertes Judentum" nicht gibt. Was die bevorstehende Konferenz anlange, so sei das Joint Foreign Committee des Board o[ Teputies vj British Jews und der Anglo-Jewish Asiociation bezüglich ihrer Einberufung nicht befragt worden. Ta aus der Bezeichnung der Konferenz durch den „Manchester Guardian" als „Tagung der internationalen Judenheit" der Schluß gezogen werden könnte, es bestehe irgendeine für eine geschloffene politische Aktion verantwortliche Organisation aller Iudenheiten der Welt, stellten die Unterzeichner des Briefes klar, daß eine solche Organisation weder besteht, noch daß ihre Bildung beabsichtigt ist. Auch die deutsche Proffr hatte sich mit der geplanten Konferenz befaßt. So schrieb u. a. das Nürnberger „Z-Uhr-Abendblatt": . . denn schon die Möglichkeit einer solchen Konferenz würde eindeutig beweisen, daß es kein nationales Judentum, sondern ' eben ein Weltjudenkum gibt. Unsere deutschen - Juden betonen immer wieder, wie sehr sie nur deutsche Interessen, nauonale Belange ' zu vertreten gewillt sind. Wenn sie nicht ' eindeutig und einmütig gegen die geplante ' Konferenz protestieren, idenüfizieren sie sich - mit den Weltjuden, die . . . nichts unversucht . kaffen wollen, um Deutschland zu schädigen." - Tie Avisierungen der bellen Führer der Maßgebenden englischen Organisationen, denen wir uns vollinhaltlich anschließen, dürsten eine ausreichende Beantwortung sein. Aus dem Inhalt; Neuordnung des Becmfenrechts . ..Seite 259 Fortsetzung der Aussprache „Für Deutschtum und Judentum" . . . . . Seite 260 Dr. M.O.Max f. Friedländer Seite 262 ■ 377/3 E. R.-Jgm. Hat man als deutscher Jude und zumal als solcher, dem diese Bezeichnung mehr ist als eine schematische Einordnung, über die Inden in Deutschland zu sprechen, so befindet man sich in einer schwierigen Lage. Als einzelner, als Träger der auszusagenden Auffassung ist man häufig genug unberührt von dem eigentlich schmerzhaften Gehalt der Fragen, die um das Thema kreisen. Nie hat man vielleicht Deutschtum und Judentum in den Aeußerungen, die das eigene Leben erfüllten/als gegensätzlich, geschweige denn als einander ausschließend empfunden; nie ist man sich selbst als von den Kraftströmen beider Welten getragene. Persönlichkeit fragwürdig erschienen. Man war Deutscher in jenem durch das Judesein, Jude in dem durch das Deutschsein fruchtbar gesteigerten Sinne, der das Bekenntnis zu beiden zur Einheit zusammengewachsenen Wesensarten als eine leidenschaftliche Beglückung empfinden ließ. Aber immer gab es neben dieser subjektiven Harmonie ein Objektives, das sich mehr und mehr zur D i s Harmonie entwickelte. Es war dies das Verhältnis der deutsch-jüdischen Gruppe, der man zugohörte, zur deutschen Mitwelt. Immer fühlbarer wurden die Reibungen, die da in Erscheinung traten, und auch dem oberflächlichsten Beobachter mußte sich allmählich die Tatsache bemerkbar machen, daß das zwischen den Gruppen bestehende Mißverhältnis sich nach und nach in die Erlebnissphäre jedes einzelnen Gruppenangehörigen hineinzudrängen und die ursprüngliche geistig-seelische Harmonie zu vernichten drohte. Cs ist somit sestzustellen. daß die im Laufe der Entwicklung mehr und mehr hervorstechende Eigenschaft des Antisemitismus als einer Gruppenerscheinung den jeweiligen Sprecher der Gruppe häufig in die Lage versetzte, entweder von seinem persönlichen festgefügten deutsch-jüdischen Standpunkt her, und damit, von den sich befehdenden Gruppen her gesehen, sinnlos, zu argumentieren oder aber sich nur als Sachwalter der Gruppe zu sehen und damit für sich selbst nahezu Ungültiges auszusagen. Ein großer fölföiMM Teil de? verderblichen Aneinandervorbeiredensin der Judenfrage hat in diesem Widerspruch seine Wurzel. Fragt man nun, wie es zu dieser Zweiheit zwischen der Gruppe als Ganzem und der Summe ihrer Teile kam. so müßte man zu. tief in bie Gesetze der Gesellschaftswissenschaft eindringen. um eine wirklich gründliche Antwort zu nnden. Nur soviel: Im einzelnen großstädtischen Juden, im einzelnen Angehörigen eines akademischen oder kaufmännischen Berufes mochte die obenerwähnte Harmonie in bezug auf Deutschtum und Judentum ungestört' bestehen — an seiner Zugehörigkeit zur anteilsmäßig übergroßen Anzahl der jüdischen Großstadtmenschen, der jüdischen Akademiker oder Kausleute brachen die Gruppen fragen in voller Heftigkeit auf. Tie heute zu offenem Austrag gelangle Gegensätzlichkeit zwischen Individuum und Kollektiv gab der deutschen Judensrage einen oft genug als tragisch erlebten Charakter. Geht man von dieser eigentümlichen Zweiheit der Blickpunkte gleichsam wie von einer Persönlichen Verwahrung aus, so hat man das Recht, der Judensrage so ins Auge zu sehen, wie sie uns von den Besonnenen unter unfern Gegnern gestellt wird. Das bedeutet zunächst, daß man auf manches altbewährte Mittel der Apologetik von vornherein verzichten muß. Es nutzt nichts mehr, durch noch so ehrlich gemeinte Heranziehung von Einzelbeispielen zu beweisen, daß es auch jüdische Landwirte, auch jüdische Handarbeiter gegeben habe. Solche Beweisführung kann wichtig sein, aber nur dann, wenn sie dazu dient, zu zeigen, daß Juden fähig sind, körperliche Berufe anszuüben, nicht, wenn sie dazu verwendet wird, die Tatsache zu verschleiern, daß die beruftiche Schichtung der Juden in Deutschland der handwerklichen und agrarischen Basis in normaler Brene entbehrte. An Beweiskrast verliert gleuvfalls das nur allzu häufig berechtigte, entrüstete Aufbegehren gegen das Vera l l g e m e i n c r n von unerfreulichen Einzelfallen. So nachdrücklich vielmehr verlangt werden muß, daß das Bild der deutschen Judenheit von den Flecken

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