Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1933-06-08 · 23 (8.6.1933) · p. Seite 217

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
23 (8.6.1933)
Date
1933-06-08
Page
Seite 217 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2277379-2277993-2278016--07968-2288923
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

217 dc§ Progrannns. Den .zircUen Teil füllte NLozarts herrliche O-u-cll-Liusonie ni’5, ccn Taube mit seiusteu; 2z\l w'ühL interpretier:. Die Leisiungssä'izwst des Taubwchen Orchesters und des Singewchen Ehorschww sich nunmehr überzeugend er-owstu. Ein großzüg-.ger Lusbau der Mustkpskge durch jüdische Zünsler für ein jüdisches Pub!:lum ist geplant, und man darf sich davon crstwllchstche Ergebnis'? versprechen und allen beteiligten ein herzliches Glücke ns zuruseu. Förderung' einer für das ganze deutsche Judentum wichtigen kulturellen Aufgabe wird hier verknüost mit der Bsticht wirtschastlichcr Stützung jüdischer Künstlet Dr. Hugo Leielitentrict. Berufoumschrchtung CFiu Vortrag von 3* Adler-Ni;dt! S. Adler-Nudel, der seit vielen Jahren die Fragen jüdischer Berufsnn;schichtung theoretisch wie praktisch eindringlich behandelt, hielt auf Einladung des Berliner H (L in dessen Dein; einen Vortrag über dieses Thema. Er beschränkte sich bewußt darauf, die allgemeinen inneren Probleme zu erörtern. Tiese Berallmg. soweit sie sich überhaupt für den einzelnen als dienlich erweisen soll, bleibt der besonderen, persönlichen Besprechung Vorbehalten, die jedoch auch immer nur Auskunft über Voraussetzungen und Möglichkeiten des besonderen Faches geben kann, dem Fragesteller aber nicht die eigentliche Entscheidung abninunt. Ten Berns Zn wechseln und ihn zwar so völlig Zn wechseln, wie es gegenwärtig in größerem Ausmaße notwendig ist, stellt den jungen Inden ja nicht nur vor eine wirtschaftliche, sondern in vielleicht noch höherem Grade vor eine geistig seelische Frage. So wenig bei der Wahl eines Studiums die BVrdieustaussichken das allein Ausschlaggebende Zn sein haben, so wenig darf auch derjenige, der jetzt, einem äußeren Zwang nachgebend, ein Handwerk oder der; Beruf des Landwirts erwählt. sich damit begnügen, nur eine Rechnung Lnfzunrachen. Dem äußeren Z;vang soll eine innere Freiwilligkeit heitreren; schwierig gewiß für alle die, die sich schon einen; Beruf aus innerem Bedürfnis zu gewandt batten. Besonders gilt es, die soziale Einstellung zum Berus einer Nachprüfung zu unterziehen. Das für die jüdischen Eltern Typische ist, daß sie immer wieder für die größere Lwhlfahrt des Lohnes besorgt sind, ihm, wenn irgend angängig, die akademische Bildung und damit den Ausstieg in Schichten, die dem Baker noch verschlossen waren. Zu ermöglichen. In diesen; Betracht mag es vielleicht ein Kapitulieren vor deck; Geiste einer Vergangenheit bedeuten, deren über 100 Jahre währende Tendenz der sozialen Höherschichtung nun eine plötzliche Unterbrechung, ja einen .Rückschlag erfährt. Jetzt aber gilt es. die von jüdischer Seite nicht erst heute erkannte Notwendigkeit einer vernünftigen, mehr harmonischen Eesttzon entsprechende Verteilung der Juden auf alle Berufe-zwcige durchzusührcn. Hierzu sind in erster Linie diejenigen Berin'saruppen zu berücksichtigen, die nicht zuletzt aus sozialen Erwägungen heraus und von einer verfehlten geistigen Einstellung her allznsthr vernachlässigt worden sind. Leas uns wie eine Et rase zu treffen scheint, könne!; und sollen wir -in einen; Positiven Sinne verstehen und leben. Es heißt daher nicht nur. sich einer nun einmal nicht Zu leugnenden Wirtschaft! iahe.; Zwangslage zu beugen, sich aus Erwerlwnw.l und Notwendigkeit auf neue Verdienstquellen zu stürzen, sondern einen wirtschaftlich sinnvoll ge» gliederten Aufbau vorznnehmen, der. für eine spätere Z u k tt n f t gesehen, vielleicht eine bessere F u n d a m e u t i e r u n 3 bedeuten kann als die von uns bisher errungene. Aus dieser Zulttuftsmrfaa.be heraus erwächst für Jeden0 SfeatgMmmer o ©00 11 © 7j T*n -7; -a /n /rV /r>v ... . 1;! t : * . ■ <>r\ : 1 r £ k T V\ TT l I; *• ~ ,-1-- _•«_S.JL _L_ Ji muss die grundlegende Erörterung des Themas \ J_ A 71 ®o Via*'' v . 1 ( ——■>. €Z> J. emdl Volkstein IffjV/Q Jfufhffi/'&Wb TfT/7t JTpg# lh U/ft 7J-^ /?$ gelesen haben, die am Sonntag, den 4. Juni 1933 n ©C VPrf ' s»s / / j i / / fi / V pß DES BERLINER TAGEBLATTS veröffentlicht hat. Sonderdrucke dieses Beiblattes sind kostenlos erhältlich durch ff ff fl fl .v tz) rfuPG ThffiVifif f! Jm~S\ ' 1 H M 1 /1 ■ UM;! M u U VER1 RIEBSABTEILUNG BERLIN SWiOO o>^ <y ou^cye* ü' 0 Das Berliner Aageblal! unterstützt, fussend auf nationaldemokratisdier Grundlage, die Regierung bei ihrer schwierigen Aufbauarbeit, ohne darüber das Interesse derjenigen Gruppen im vergessen, die sich ausgeschaltet fühlen und in ihrem guten Willen für die allgemeine Sadie des deutschen Volkes nicht verkannt werden wollen. n

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.