Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 21 (26.5.1933)
- Date
- 1933-05-26
- Page
- Seite 185 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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3Q 5.1233 Serlk», LS. Elci 1023 XU. Ichr§28g . Ar. LZ «Inzelvurncrrr r» Vfrssig y y <* wi> </v v Vi Mfte MWpf schä öss { H H H p/!\H! - *1 [•/ : 4? «*> v y Cy 0 v v Der Vrasiösnt ösr ^elchsanftalt für ^röerLsvermrttlung an öen CenLralvsrem - Die „E. V.-ZeiLung" hat in Nr. 19 vom 11. Mai einen Hinweis darüber gebracht, daß entlassene jüdische Arbeitnehmer nicht deshalb den Anspruch aus die Arbeitslosenunterstützung verlieren, weil sie Juden sind und daß die Verhängung einer Sperrfrist nicht zulässig sei. Ter Präsident vtx ^eerchsanstalt für AröeiLslosenvermittlung hat diese Auffassung in einem Schreiben an den Centralverein dom 11. Mai in vollem Umfange bestätigt. Dieses Schreiben hat folgenden Wortlaut: Berlin NW 40, den 11. Mai 1933. Scharnhorststraße 35. ' (Fernruf Dl Norden 0011.) . Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Eeschäftszeichen: III 7225f5. An den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Berlin W~15, Cmser Straße 42. Betrifft: Verhängung einer Sperrfrist gemäß Z vö vuyvims. (Zugehörigfeit zur jüdischen Glaubensgemeinschaft). Zum Schreiben vom 3. Mai 19-33. Vorbehaltlich einer Entscheidung im Nechtszuge stehe ich auf dem Standpunkt, daß in der Zugehörigkeit zur jüdischen Glaubensgemeinschaft oder zu einer nichtarischen "casse nicht ein Verhalten inr Sinne des Z 93 AVAVG. zu erblicken ist. Eine Sperrfrist ist sonach m. E. nicht verwirkt, wenn ein Arbeitsverhältni's lediglich aus diesem Grunde gelöst wird. Ter Lerr Neichsarbeitsminister teilt diese Anffasiung. gez.: Dr. Syrup. L. S. beglaubigt gez.: Lehmann, Kanzleiangestellter. In einem Schreiben des Reichsarbeitsministers an den Eentralverein vom 8. Mai wird die in dem Erlaß des Preußischen Innenministers vom 28. April vertretene Auffapungbestätigt.daß eineKündigung. die lediglich mit der uichtarischen Abstammung eines Arbeitnehmers begrün- Ter Kampf ums Dasein zwingt uns, auf dem Trümmerfeld, unter dem unsere Hoffnungen und Gefühle als deutsche Juden wohl für lange Zeit klaftertief verschüttet worden sind, mit mutiger Entschlossenheit ein neues Bauwerk zu errichten. Es geht nicht an, uns länger der Liefen seelischen Depression hinzugeben, in die wir durch die furchtbaren Schicksalsschläge der letzten Wochen hineingestoßen wurden. Handeln, retten, stützen, helfen. Es muß für unendlich viele von uns, man könnte vielleicht sagen: für die meisten, eine neue Lebensgrundlage geschaffen werden; und hierfür die Bahn frei zu machen, den richtigen Weg zu finden und zu weisen, ist Aufgabe des gesamten Judentums . Deutschlands. Es könnte nichts Verhängnisvolleres geben, als wenn aus der augenblicklichen Not heraus der einzelne Entschlüße faßt und Pläne aussührt, die ihn vielleicht nur tiefer ins seelische und wirtschaftliche Elend hineinsühren. Deshalb muß jeder wissen, daß sein Schicksal unlöslich mit dem aller deutschen Juden verbunden ist. daß er nicht allein und verlassen sich selbst überlasten bleibt, daß er einen festen Halt an der Gesamtheit haben wird, und daß er daraus vielleicht wieder neuen Lebensmut und Hosjnung schöpfen darf. Das sind natürlich Gedankengänge, die sich jedem von uns aufdrängen, und von unseren Führern ist sicher Uebermenschliches in diesen wenigen Wochen geleistet det wird, nicht nach den Vorschriften des neuen Betriebsrategesetzes vom 4. April zu behandeln ist, sondern daß hier nach den allgemeinen Kündigungsschuhbestimmungen zu verfahren und der Einspruch an die Be-riebsoertretuug nach K 84 des Betriebsrätegeüch zulässig ist, Das gleiche gelte für Lehrlinge. Beide Schreiben sind in den lausenden Mitteilungen des Eentralvereins über Wirtschaftesragen, die aus Anwrdern zur Verfügung gestellt werden, veröffentlicht. Don Dr. S. M ilipp (Lüneburg) worden, um dem Sturm von außen und dem Ansturm von innen in zweckmäßiger und nmsastender Weise zu begegnen. Ich habe aber die Empfindung, als ob diele Maßnahmen noch wirkmm nach verschiedenen Seiten hin ergänzt werden könnten. Eines hat sich wohl unauslöschlich jedem in Deutschland lebenden Juden, ganz gleich, ob er religiös, völkisch oder indifferent zum Judentum eingestellt war, tief ins Herz eingegraben, daß er heute inr deutschen Vaterland sein Leben nur schicksalsverbunden mit der Gemmtheit führen kann. Es gibt keinen Weg für ihn außerhalb dieses Kreises. Jeder von uns hat deshalb aber auch die mcralische Pflicht, sich dieser Gesamtheit auf das engste anzuschließen. Es kann in diesem Augenblick nur den einen kategorischen Imperativ für jeden von uns geben, und der heißt: ' „Anschluß an das Ganze/ Es darf heute keinen Juden in Deutschland geben, der nicht einer zentralen Organisation angehört, und zwar derjenigen, der er innerlich nahe'teht. Also weltan'chaulich gesehen: entweder E. V. oder Zionistische Organisation. Ander- Aus dem Inhalt: , Sterilisierung der Juden usw. Seite 186 Hermann Vogelstein, Breslau: Leo Baeck zum 60. Geburtstage Seite 189 Felix Pinczower: Juden in der deutschen Sportgeschichte Seite 192