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Central-Verein-Zeitung · 1933-05-11 · 19 (11.5.1933) · p. Seite 168

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
19 (11.5.1933)
Date
1933-05-11
Page
Seite 168 (sequence 4)
Language
German
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16« WMA.L'MWÄ 1882 in Hamburg geboren. Er habilitierte sich 1911 in Berlin nnd lehrte seit 1920 als ordentlicher Professor an der Universirät Cbttingen. Seine Forschungen gelten besonderdem Dan der Atome und der Moleküle. Er erhielt 1925 zusammen mit Professor Tr. Gustav Hertz den Nobel-Preis für Physik. Tie NobelpreWiftung stellte Professor Franck alle Mittel für den Ausbau seines JnstiKüs an der Göttinger Universität zur Beifügung. M» ti m. W WS? geb. 1884 in Hannover, arbeitet besonders über die Dynamik der Lebenserschmmngen. Meycrhof wurde 1922 zusamm.en mit A. B. Hill (London) mit dem Nobel-Preis für seine Untersuchungen über die Energieumwandlung des Muskels ausgezeichnet. 1924 wurde er zur Leitung: der Physiologischen Forschungsanstalt am Kaiser-Wilhelm-Jnsntut in Berlin-Tahlem, 1929 üU ordentlicher Professor an die Universität Heidelberg berufen. Schluss des Aufsatzes: „Blick In die Zeiif,t „Entrecbillett zur deutschen Kultur": der künftige Beamte oder Hochschullehrer hatte zwischen Charakter und Karriere zu wählen. Und da der soziale und gesellschaftliche Druck noch stärker auf Entpersönlichung oder gegebenenfalls Mimikry hinwirkte, ist es da nicht mehr zu verwundern, daß eine solche Fülle von Persönlichkeiten sich ausrecht hielt, als daß ein erzwungener Eharakterbruch sich gelegentlich „zersetzend" äußerre, was man nun oberflächlich als Eigenschaft des jüdischen Charakters überhaupt ansehen will? Im Gegensatz zu der deutschen Verwaltungspraxis, die die scheinbar assimilierten Typen bevorzugte, hat England z.B. in Tisraeli einen selbstbewußten Juden an die Spitze seines Staates gestellt und es nicht zu bereuen brauchen. Kolbenh eh er hat in einem Vortrag unterschieden zwischen Anpassung als aktiver und positiver Einstellung ohne Ausgabe der Eigenart, und Assimilation als Anpassung unter Aufgabe der Eigenart, und hat dem „deutschen Prinzip der Freiheit kmd des getrosten Geltenlasscns auch des Fremdartigen" das „mediterrane Prinzip der Unterdrückung des Fremden" entgegengesetzt. Daß es eine charaktervolle Anpassmrg dieser Art gibt, ist nicht nur selbstverständlich nach jahrhundertelangen: Einteöen der deutschen Juden in Landschaft, Sprache und Kultur ihrer Heimat; die landschaftlichen Unterschiede sogar sind einem so ruhigen Beobachter wir Eugen Diesel ausgefallen, der in der „Deutschen Wandlung" schreibt: „Ebensowenig wie es den Deutschen gibt, gibt es den deutschen Juden. Man erkennt beinahe so viele jüdische deutsche wie deutsche Typen. Schwaben, Bayern, Franken, Niedersachsen, Ostelbier:, Polen und Böhmen werfen ihre lebhaften Lichter über Juden des Tierlandes, des Mittelgebirges und der Alpentänder. Frankfurt, Fürth, Hamburg, Wien, Leipzig haben ihre jüdischen Einzelkulturen, die den deutschen an diesen Plätzen verwandt sind; und vor dem Berliner Judentum ergibt sich eine ähnliche seelische Haltung der südunb mitteldeutschen Juden, wie die nichtberliner Deutschen sie vor' ihrer Reichshauptstadt haben." Sind aber nicht manche der getroffenen Maßnahmen überhaupt nur von Berliner Berhältnissen aus zu erklären? Die jüdische Nachkriegsgeneration z. B. hat, von jenem sozialen. Truck befreit, in den Bünden der Jugendbewegung einen deutschen Stil gefunden, der Zwischen selbstverständlicher Gemeinsamkeit und selbstbewußter Distanz die rechte Mitte hielt; gerade sie wird nun mit besonderer Schärfe ausgeschlosien. Hat es aber einen Sinn, Minoritäten zu schassen, die es weder wirklich sind noch sein wollen, die weder eine von der Umwelt abweichende Eigenkultur haben, noch haben wollen, — ist es nicht vielmehr Aufgabe staatsmännischcr Weisheit, Andersartigkeit fruchtbar zu verwenden, statt sie auszuschließen? Kann eine Bewegung, die Gemeinnutz vor Eigennutz setzt, es der- I!P l geb. 1883 in Straßburg, beschäftigt sich vor allen: mit bcr Chemie und Physik der lebenden Zelle und send neue gasaualytische Methoden, mit deren Hilse^ihm die Aufklärung dos Stoffwechsels des Karzinoms gelang. Hierdurch wurde ein tieferer Einblick in die Biologie und 1 Entstehung des Karzinoms gewonnen. Professor § Marburg lebt als Mitglied der Kaiser-Wilhelm- | Gesellschaft in Berlin und wurde 1931 mit dem § Nobel-Preis mAgezeichnet. j| antworten, auf eigennützig privates Da-- 1 sein eine große Gruppe von Menschen zu ' beschränken, die selbst nichts lieber will,; als wie bisher von der Idee des Ganzen | aus ihre Entscheidungen zu treffen? Kann f man ohne Ressentiment eine halbe Million Menschen zu Feinden des deutschen Volkes j erklären, deren Elite in Politik, Wirtschast und Literatur, in Theater, Film! und Sport zur Weltgeltung des deutschen I Namens weit mehr als ihre Prozcntnorm f beigetragen hat? Die wahre Aufgabe der | nationalen Revolution liegt darin, dem f deutschen Geist die alte Sicherheit, Viel- 1 falt und Spannung zurückzuerobern, die ß ihn befähigt hat, als Europas Herz aus 1 fremdem Gut sein Eigenstes zu schöpfen I und sich fruchtbarer Spannung nicht zu! entziehen, sondern aus ihr die eigene j; formlose Tiefe zu geprägter Form zu ent-;• wickeln. Gelingt ihr das, so wird damit )\ auch die deutsche Judensrage zu der einzig ) organischen Lösung gelangen. Mch örr öLMfthe Huchhcmösl J Das „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel" gibt in seiner Nummer 101 vom 3. Mai d. I. ein „Sofortprogramm des deutschen Buchhandels" heraus. In den: Z 10 dieses Programms heißt es: „In der Judenfrage vertraut sich der Vorstand der Führung der Reichsregierung an. Ihre Anordnungen wird er sür seinen Einflußbereich ohne Vorbehalt durchführen." .

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