Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 18 (4.5.1933)
- Date
- 1933-05-04
- Page
- Seite 153 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Bnzeigrnvrei'e: 0,S0 &A für die 7ge!pMene .^eile nach Rudolf Nasses - Kormalzeilenmesser Nr. 4, Familienanzrigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für LMgli-der des Centrolvrreins 0.45 &At die 62 nm Lrenr Nerlaine;eilr 3& JlA. 6>/^ V,‘ ' VÜU!!!f /o,: p **;•*/.!: niv :iyi j MUfj iH-ir! | hüm o/ ^s/ vV n/ v" ijvvvs^ k/vVU’ .nrt w\*C O ^' i . ^, 6v'^r-: jaaaa \^/ Wv V ri'Miiu v wvr v A. H. Der Jungen (Esnetaficn des deutschen 3ufecöfums gelten wichtige Aufsatze in dieser Kummer unserer Zeitung. I Was sie an inneren Empfindungen beweg!, was sie an seelisch-geistigen Kräften feskstellen und in die Tal umsetzen will, wie sie ihren Zukunfksweg ungebeugt und eigengeprägl zu gehen sich Lnfchröt, wird hier ausgesprochen. Noch vermag niemand Endgülkiges, Abschließendes zu sagen. Aber Wille, Aufgabe und Menschenmakerial dürfen hervorlrelen und sich und ihr Bild der jüdischen und der gesamten Amwelk darbreken. Was aus diesen Aufsätzen an Gedanken und Vorschlägen gefolgert, was an sammelnden und aufbauenden Kräften » durch sie geweckt wird, soll an dieser Stelle Ausdrucksmöglichkeik finden und im Cenkralverem Förderung, j Anteil am Wer? und Heranziehung zur Mitverantwortung erleben. Der Druck der AußengesHehnisse hat manches | zerbrechen, was an angeblichen Pfeilern und Trägern des Judentums nur noch ein fafsadenhaftes Dasein führte. Der . übermächtige Druck soll auch die überlebte Vorstellung der Eenerationsunkerschrede zerbrechen und das deutsche Judentum mit der Anbedingkheik seiner Eigenbefahung, dem zähen Lebenswillen der Existenzerrichtung und dem ehrfürchtigen Erleben eines historischen Augenblicks und seines Inhalts erfüllen, die die jüdische Jugend in Deutschland in ihren besten Vertretern fühlt. In des Daseins ewige kette jüdischer Geschichte fügt sich bewußt als neues Glied die junge jüdische Generation; sie weiß, daß jede Kette so stark ist wie ihr schwächsles Glied; sie will und sie wird erreichen, | daß sie an ihr nicht zerbrechen wird. Don Werner Rofensiock j Wir jungen Juden werden von den Ereignissen auf eine besondere Art bekrossen: es trifft uns härter, weil sich die gesetzgeberischen Maßnahmen in besonderem Ausmaße gegen die jüngere Generation auswirken — aber es vermag anderseits auf uns nicht den gleichen Druck auszuüben wie auf die ältere Generation, weil die Bereitschaft und die;; innere Möglichkeit, nach Zerbrechen des : Alton einen neuen Anfang zu machen, bei i Uns größer sind. |; Tie Nachkriegsgeneration ist gewohnt, in Gruppenbegrissen zu denken und das Persönliche Sein des einzelnen dem Leben ' i der Gesamtheit einzuordnen. Weite Greife * der jüdischen Jugend nehmen aktiv Anteil üm sozialen Ringen der Zeit. Sie taten dies, vielfach unter Loslösung vom Judentum, in dem falschen Glauben, nur da- $ h dmch der Idee, der sie sich verbunden < .■ suhlten, vorbehaltlos dienen zu können.?! z { Sie alle werden heute, ob sie es wahr- * | vuben wollen oder nicht, auf tragische, |; j!^Fjüwillige Weife wieder zu Gliedern der ]; ' jüdischen Gemeinschaft. . Geformt aber wurde das geistige Gesicht der jüdischen Jugend durch die Bünde und Gruppen der jüdischen Jugendbewegung. Hier fanden sich die Menschen Zusammen, die die jüdische Zukunft als ihre Zukunft ansahen. Hier wurde ein Lebensraum geschaffen, in dem der junge Jude zu einem innerlich freien, der jüdischen Gemeinschaft verpflichteten Menschen erzogen werden tonnte. Man hatte vielfach — heute klingt dieser Vorwurf fast vorsintflutlich — die Bildung jüdischer Jugendgruppen als „Ghetloisierung" abzutun versucht. Wer aber ist denn mehr ghettoisiert, der, irritiert durch sein Judesein, mit noch größerem Nachdruck bei jeder Gelegenheit seine Verbundenheit mit der Gesamtheit betont als seine nichtjüdischen Mitbürger, oder der im Bewußtsein der Eigenwertigkeit sich als Gruppe in die Gesamtheit einordnet? Galt es somit, die naive Selbstverständlichkeit des Judeseins dem einzelnen wiederzugeben, die der Großvater auf seine Art gehabt hatte, die aber, dem Zuge der Zeit folgend, dem Vater vielfach nicht -mehr anerzogen worden war, so ergab -sich, von hier ans, eine Fülle von Möglichkeiten und Notwendigkeiten des Zusammenlebens mit der nichtjüdischen Um- Welt. Das soll nun an'hören. Juden und Nichtjuden sollen nicht mehr miteinander schassen, sollen nicht mehr miteinander lernen, sollen nicht mehr miteinander feiern. Wir sehen dicken Tatsachen frei von Resientiments ins Auge. Wir willen, daß wir als anmaßen) gerügt werden, wenn wir uns aus unser Recht stützen, und daß Appellieren an Gesühlsmomente als Winseln verspottet wird. Wir wollen nicht Juden, die trotz ihres I u d e s e i n s anerkannt werden^ und noch wichtiger als die materielle Sicherheit ist uns die innere Ungeb r o ch e n h e i t u n s e r e r Menschen. Als junge Dienschen sin) ailch wir frei von liberalistischer im) raüonalistischer Betrachtungsweise und erkennen, daß die jüdische Frage nicht dadurch getöü werden kann, daß man das Bestehen einer jüdischen Gemeinschasr als organisch ge- ÄÜ3 DEM IN HÄLT: Ehrliches Bekenntnis zu unserem Sein.Seife 154 Centralverein und Kommunismus Seit© 159