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Central-Verein-Zeitung · 1933-04-13 · 15 (13.4.1933) · p. Seite 129

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
15 (13.4.1933)
Date
1933-04-13
Page
Seite 129 (sequence 1)
Language
German
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-erlkn, 13. April 1WZ XII. Jahrgang * Nr. 1§ ErnzelnllVmer ro NWS INöSMlWW. Vicrtcljaliröabonncuicnt 2,25 RA!, (zllzüzi. B-slcÜgeld). Of-VT!^ ^KlsM-GIxsWZLZL: V v V VV V «kirr^ >f V VW V Vv V V V v v» v v '•. 'Z a GMMHKWSN'MöLMM MmLZW s.N /^Utzsmeins 3sj/unZ clsLOuderdums Vrr'^rg und Schriftlrr^ng: Drrlin V15, Emfer Str. 42. Fernsprecher: J 2 Oliva 5074. .:. PaOscheckkonto: Berlin 30472. Daukkonio: Dresdner Da-?, Depo fiten fasse II2, Berlin-Wilmersdorf I, Hohen-eüerndamm 190. V2ein:ge Anzsigenannahmr: Ännoncen-ExpediLian Ru^rlf Moste, Berlin SV.' 100, nnd deren Filialen, ^lnzeigenrre-ise: 0,90 Ji-M für die Tgjjpalierte Zeile nach Nndalf Mosses Ror-alzsilenmeffer Nr. 4, Fanriliencrnzcigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebotefür Mitglieder des Lentralvereins 0,45 JlAt die 62 tarn, drei:; NeNaniezeiie 0,00 ^inlL. zSj S V^gpi N A. H* Zwei nationale Erhebungen hat unsere Eeilerativn erlebt. Tie nationale Erhebung im August 1914 schmolz mit ungeheurer Kraft das Volk zu eiuerEiuheit zusammen.die den Stößen und Schlägen einer Welt bis zum Ende standstiett. Auch die junge blühende Mann-- schaft des deutschen Judentums war dabei. Die Wehrpflicht war vornehmster Ausdruck des Staatsbürgerrechts. Das Blust das die Schlachtfelder Europas, Asiens und Afrikas tränkte, floß ohne Arierparagraph. Der nationale Aufschwung von 1903. die Welle der Begeisterung und des Jubels, den die Geschehnisse der letzten Wochen auslösten, vollzieht sich bewußt .ohne uns, gegen uns. Es ist für deutsche Juden keine Zeit für Pathos, für Proteste, für Erklärungen. Nüchterne Betrachtung allein ist am Platze. Wenn ein Schiff im Sinken isst mag es richtig sein, den letzten Augenblick durch gemeinsamen Gesang zu erleichtern. Solange aber das Schiss noch schwimmt und die Möglichkeit einer Rettung bestehst kommandiert man nicht zum Gelang, sondern zur kühlen Tat. Die Geschehnisse der letzten Tage machen mit der Gleichberechtigung der deutschen Juden Schluß. Es gibt jetzt kein Hinüber und Herüber mehr. Kein Verzicht und keine Hingabe kann noch wirken. Vor jedes Wollen legt sich der Arierparagraph. Das'Blust dem die Weisheit Salomos und die religiöse Inbrunst eines Jesaia entsprang, das einen gesetzgeberischen Genius wie Moses, das den Gründer und Künder des Christentums gebar, das Maünonides und Spinoza aus' seiner Quelle tränkte — die endlose Reihe jüdischer Bahnbrecher menschlicher Gesinnung und Gesittung, der Schöpfer kultureller Werte. wissenschaftlichen Fortschritts, ftaatsschöpserischer Fähigkeit der letzten hundert Jahre übergehen wir —, dieses Vlnt soll nicht mehr wert sein, dem deutschen Volke - Beamte zu stellen! Tie Weltanschauung vom Rassenwert des Ariers und von der llngeeignetbeit des Semiten für staatliches Wderl ist Staatsgesttz geworden. Das. j»«a 4& Dr. Ludwig Tieh, Stellvertreter des Vorsitzenden des Eenkralvereins. und Dr. Marlin Bofenblülh, Mitglied des Eeschcifkssührenden Ausschusses der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, die im Ausicage ihrer Organisalionen gemeinsam einige Wochen in London tätig waren, wurden am 11. April von dem Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Herrn von Bülow. empfangen, dem sie ausführlichen Bericht über ihre Wirksamkeit und die dortige Situation erstatteten. An dem Empfang nahmen ferner Dr. Alfred hirfchberg (E. V.) und Dr. Georg Landauer (Z. V. f. D.) keil. Dr. Alfred hirschberg berichtete anschließend unter Aeberreichung von Dokumenten über die Wirksamkeit, die Ernst Wallach. Stellvertreter des Vorsitzenden des Centralvereins, in Amerika, insbesondere in Vew-Dork, enkfalkel hakte. Der Herr Staatssekretär nahm die eingehenden Darstellungen mit Interesse entgegen und sprach sich über die Tätigkeit der Herren in anerkennender Weise aus. . . Dr. Ludwig Tieh faßte in einer Unterhaltung mit der Schriftleitung der ,C. V.-Zeitung" seine Londoner Eindrücke folgendermaßen zusammen: England verfolgt mit großer Aufmerksamkeit die nationalsozialistische Presse. Die scharfen judenfeindlichen Aufsätze der Parteipresse hatten in England sowohl bei Nichtjudenwie bei Juden die Befürchtung erweckt, daß die Regierung mit der gleichen Schärfe wie die Parteipropaganda an die Lösung der Judenfrage Herangehen könnte. England ist gewohnt, die Juden als gleichberechtigte Staatsbürger seines Landes aufzufassen, die mit der gleichen Selbstverständlichkeit für ihr Land eintreten wie die Nichtjnden. England kennt die kulturellen Leistungen deutscher Juden, es kennt mich die im Kriege bewiesene Vaterlandsliebe und Opfermilligkeit der deutschen Juden. Deshalb versteht es die Auffassung nicht, daß die Juden in Deutschland nicht mehr gleichberechtigt sein sollen. ' Ich konnte aber mir Genugtuung feststellen, daß die übertriebenen Nachrichten über die Ereignisse in Deutschland aus der englischen Presse iinmer mehr verschwanden. Es gelang, die maßgebenden jüdischen Stellen davon zu überzeugen, daß ein Anlaß zu einem Boykott der deutschen Waren oder zu antideutscher Stimmung unter den englischen Juden nicht gegeben sei und auch nicht im Interesse der deutschen Juden liegen würde. Dis führenden englisch-jüdischen Organisationen gaben vielmehr eine Erklärung ab, daß sie einen Boykott gegen deutsche Waren nicht gulheißen könnten. In christlichen englischen Kreisen, die sich aus der demokratischen Grundstimmung des Engländers heraus gegen jede Entrechtung wenden, besteht im wesentlichen die Ansicht, daß man sich das Recht zur Kritik, ohne damit in innerdeutsche Angelegenheiten einzugreifen, nicht nehmen lasse. deutsche Judentum bestreitet die Richtigletzten Woche gekennzeichnet. Nur Menkeit, aber es muß sich der Macht beugen, scheu, die die Höhe des Lebens bereits Eine neue Gpoche jüdischer Geschichte in überschritten haben, sollen — wenigstens Deutschland hat damit begonnen. in der Regel — ihrem StaatSamte uori - .Sie ist - durch die Gesetzgebung der nachgehen können, nur Menschen, die für

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