Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 14 (6.4.1933)
- Date
- 1933-04-06
- Page
- Seite 126 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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126 steigert. Er fiat einen großen Einfluß, als Präsident von Akademie und Rezession fiat er einen scharfen Kampfs gegen die offizielle Kunst geführt, als Sammler hat er gute französische Malerei nach Teutschland gebracht. Er hat in seinen kunsttheoretischen Schriften eindeutig sestgeiegt, das; der Lllert eines Bildes nicht in seiner Idee liegt, sondern in der Aussufirnng der Idee. Er hat häufig Motive aus dem Amsterdamer Judenvicrtel gemalt und das Milieu überzeugend getroffen, aber er kann ebenso als Gestalter der typisch deutf-r'.en, z. B. der märkischen. Landschaft proklamiert werden, und mit der gleichen Treffsicherheit erfaßt er d:e Physiognomie Hindendnrgs wie irgendeinen Juden. Man "täte L'cebermann bitter Unrecht, faßte man ihn als jüdischen Maler. Nach Wölfs lins Ausspruch wäre Berlin nicht vollständig ohne Liebermann. Man täte ihm aber' auch" Unrecht, faßte man ihn n u r als Berliner Maler. Allerdings knüpft er künstlerisch an die Berliner Tradition Cfiodowrecki, Krüger.. Menzel an. aber er hat die provinzielle Errge gesprengt, indem er den Impressionismus zu einer deutschen Angelegenheit gemacht hat. Aus den Impressionismus folgt der Erpremonismus, der wieder dem Inhalt eines Bildes verstärkte Bedeutung beimißt und sich bemüht, Gefühle in bildhafte Symbole zu fan:;i. Ta ungefähr glcickzeir'.a sich ein bewußteres und betonteres Judentum entwickelt, ergeben sich für die jüdischen Mater neue Möglichkeiten. Lesser Ury. besonders geschält als geistreicher Schulderer der Großstadt, malt einen Moses, der das gelobte Land in der Ferne sucht. Aber liegt hier das Jüdische nickt wieder nur im Thema, könnte es nicht anck ein Odynens fein, der die Heimat nckt? — Wo finden wir das Pathos des heuigen Juden iu der Malerei? Auch nicht einmal bei dem Russen Marc Chagall, trotzdem er seinem Selbstbildnis hebräische Buchstaben beifügt. Seine Phantasie ist östlichjüdisch: aber das östliche Element überwiegt, daher bleibt sie uns fremd. Ueberdies wäre seine Form ohne den französischen Kubismus nickt denkbar. Man kann die jüdischen Maler ans keine Richtung sestlegcn. Namhafte Maler finden sich in allen Lagern: M e i d n e r gehört dazu, der in der Eksratik und Ueberschrvanglickkeit des Ausdrucks viel vom Zeitgeist offenbart, der problembeschwcrte doktrinäre Fei - ninger. Seit den Inden durch die Emanzipation Möglichkeiten gegeben sind, haben sie viel erreicht, lleberall heischt das fruchtbare Verhältnis wechselseitigen Gebens und Nehmens. Als Modezeickmer. Gebrauchsgraphrker, Schaufensterdekorateure stehen sie in erster Reihe. Für die Karikatur bringen sie die rasche Auffassungsgabe mit — ans dein gleichen Grunde sind sie auch gute Journalisten — und den typischen Wip, der sich zur Selbstwehr, im Selbsterhaltungstrieb gebildet hat. Tie jüdischen Maler bevorzugen keine Formelsprache und keine An-drnckoweise. aber prinzipiell kann man scüstellcn. daß sie immer mehr zum Fortschritt als zur Reaktion neigen, was auch mit ihrer schnellen Auffassungsgabe und geistigen Regsamkeit zusammenhüngt. Zusammenfassend kann man sagen, das; das Weser-Hafte der jüdischen Malerei in formaler Beziehung iiicfit zu faren in. daß nur Psychische und geistige Eigenschanen ihrer Träger sich in ihr auswirkeu, nicht zum geringsten auch ihre Fähigkeit, sich zu assimilieren, sich in Einklang zu bringen mit ihrer Umgebung. „In diesem Jalii'e nach dem detusäien Süden“ ThermsUiuröF* Im Skhvjsrzivsld 450 ra ü. d. tf. Hallen - Offenes Therma!schw1mmbacS (Familienbad 26,4° C.) / fVIed. 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