Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 12 (23.3.1933)
- Date
- 1933-03-23
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Weiße Zähne n nmepßrs r\ die sparsame •& £\ ff* e*^/l «/s »pr/tetf u/eftf Reiner Atem: LsLÜ h^i^X rein deutsche £*£z±k'gä diflrQ^ und wird nie horte SetfdjjTtt&uncen ober Bürgen verlangtetp aber keine Pfänder nähmen. Aü der lange angefammelte Groll fani 311:11 Ausbruch, als im Jahre 1510 gegen die märkischen Juden der Borwurf des Hostieuckrcrrts und des Kindermordes erhoben wurde. Heise betont, ^daß kaum an einer von allen damals gegen die Juden vorgebrachten Beschuldigungen elrvas rbstktio wahres gewesen sein kann', daß aber die gesamte Bevölkerung von ihrer schuld überzeugt war. Das Verfahren hqbe «etwas unheimlich Elementares und zugleich etwas sehr Brutales" an sich gehabt, die Katastrophe habe sich „zwangsläufig und mit innerer TlüU Wendigkeit" '-nüzogen — wie etwa die Ketzer¬ oder die Herenprozesse, dürfen wir hinznfügen. Es ist bekannt, daß nach der Hinrichtung zahlreicher Inden und Vertreibung der übrigen im Jahre 1510 noch einmal Kurfürst Joachim II. Juden ausgenommen bat, und daß zwei von ihnen, Michael und Lippold. ihm persönlich uahegeftanden haben. Heue bringt darüber aus Fianlsnrter Akten neue Ausfchtüsie. Dus Ende Lippolds und die erneute Vertreibung neu 1571, die der Kursürü Johann Eeorg herbei'ührte,. werden von He iw nicht wesentlich anders als von Ackermann in wiuem 1910 erschienenen Luche über Lippold beurteilt. Auch Heise spricht von den erpreßten Eeständnissen Lippolds als von einem „schauerlichen Dokument für den starrgläubigen chanati-nnes". Aus dem zweiten, im wesentlichen alphabetisch nach den einzelnen Städten oeordnelen Teile seien die interessanten Anssührungen über Judenstraßen, -dörser, -Höfe und Kiemer oder Friedhöfe hervorgehoben. Heise kommt zu dem Resultat, daß nirgends ein Ghetto im strengen Sinne des Wortes nachweisbar ist. und daß in den Judenstraßen oder den mit ihnen offenbar identischen „Judendörfern" wohl stets auch Christen gewohnt haben. Natürlich haben die Juden gern „mehr oder weniger beisammen gewohnt', wie das ja noch heute die Deutschen oder Engländer in überseeischen Städten zu tim pflegen. So wögen sicher die sechs Olten Juden- Höfe entstanden sein, in denen übrigens schon im Mittelalter auch mehrfach christliche Einwohner uns begegnen. Eigene Häuser bab-en die Inden bis in dis erste Halste des 14. Jahrhunderts besesten. spater nur noch eusnabmsweise. Eine Synagoge oder Schule, die äußerlich gewiß stets ein einfaches Hau? war, dürste in jeder Gemeinde bestanden haben. Begräbnis- Plätze gab es dagegen nur in einer beschränkten Zahl von Städten; so mußten die Juden Berlins ihre Toten in Spandau begraben. Diese Andeutungen mögen genügen, um eine Vorstellung von dem reichen und vielseitigen Inhalt des Heisuchen Werkes zu geben, dem wir zahlreich? und aufmerksame Leier wünschen. Was es darüber hinaus zu einer besonders erfreulichen Erscheinung macht, ist der Geist echter Wissenschaftlichkeit bei der Behandlung eines Stoffes, der so viel Verlockung zur Tendenz in dem einen oder dem anderen Sinne bietet. „Die Haggadah des Kindes." Hcrausgencbcn von Dr. A. M. Silücrruauu, Hebräischer Verlag „Mcnorah" G.rn.v.H., Verlin 1003. Diese Haggadah vereint alle Vorzüge, um sie für Kinder geeignet zu machen. Tie Verdeutschung ron Tr. A. M. S i l b e r m a u n, unter Mitwirkung von Emil Bernhard- Cohn, zeichnet stch durch Acinhei- und Einfachheit der Sprache aus, die durch üoersichtliche Anordnung, Wahl der Typen und zum Teil farbigen Druck an Einprägsamkeit gewinnt. Tie Illustrationen von Erwin Singer sind kindlicher Anssau-u.ng angepaßt und doch nicht ohne Phantasie, na menst ichin der Tarnellimg von Landschaftern Der siieiz dieser Bilder beste au ^da rin, daß sie zum Teil nouch Art neuer Bild-erbücher durch Ziehen und Drehen auswuchst Var sind. Besonders zu begrüßen ist die Ergänznna der Haggadah durch die bekannten Pesiach-Lieder, denm der Notcnrrrt -in Bearbeitung von Arno Nadel, Josua S a p h i r st c j n und Buna N ire n ste i n bei gegeben ist. »L W. S. Schachnowitz: „Zwischen Ruinen und Ausbau in Erez-Jsrael." (Eindrücke einer Erez-Ifracl-Neise mit -er Pala, strna-Zcntrale der 2lgudaS-Jiöroel. Her- «nsgegcben von rer Palästina-Zentrale rer Agrrdas-JiSroel, Franksurt a» M. 1932. S. Schachnowitz ist als verantwortliä er Herausgeber des „Israelit" in Franksiurt a:n Main, des Eentralorgaus für das orthodrre Judentum, in weiten indischen Kreisen bekannt und ebenso durch eine Reihe jüdistster Erzählungen wie anderer Schriften. Wenn eine solche Persönlickueit von hoher jüdistner Religiosität das Land der Väter bereist, so wird erg erfüllt von der traditionellen Lieds zu Palästina, übermannt von den gewaltigen Eindrücken, die das Land und die ein st.gartigen religiösen Heiligtümer auf ihn ananben, me.ncües Schöne und Tresstistw n'e?r seine Erlobuius anszumgon haben. So stu) die Berichte, die Schachnowitz über seinen Aust enthalt auf heiliger Erde schlicht und mit warme:n Empstuden schreibt, nicht als grunderschütternde Acnigkcitcn oder gar als p-e'itische Wertungen und vollswirtschastlstue Prognosen aufzufapen. sondern eben als der lebendige Ansdruck der Erlebnisse eines Mannes, dev, iiue er selbst schreibt, „einen fünszigsährigen Traum plötzlich als reale Wirklichkeit erleben darf". In diesem schönen Sinne wollen die Ausführungen dos Verfassers verstanden sein, die weder für noch gegen ein Nationaljudentum, sondern für ein religiöses Palästina im gesetzostreuen Sinne geschrieben sind. Daß sie daher' die Einrichtungen der gesetzestreuen Iudenheit. insbesondere da? Lchulwerk, anerkennen, ist selbstverständlich und auch berechtigt. Die Beurteilung des Arabertums ist, wie so oft. einseitig. A. W.!F!M rann?M7P ae bÄ insiäiM tsruxs Freier Ausblick auf die Alpenkette, Für Innere u. Nervenkrankheiten sowie Erholungsbedürftige. Psnsionspr. V.U.1Ü,— u. Panschalkarpru* (Zimmer, 5 Mahizeiten, normale ärztliche Behandl 11 n g) iren IL 12,—» Sanatorium LlcWerfelite ÄÄSÄ Be&aodicn*. D'ü-,neoaragsEntziehungskuren,K.paörsa.£rsi:c:r'3px.ne. Leitend.Arzt: Dr. Kuritj$en£;!, Eertb-üchteneliie'QskJurrgferr.stiei 14 / Irl.: 63 Lichter! 2023 WENDT & REDLICH U.tf. Linden 291 BERLIfi W Flora A2 5374 Herrenschneider Herrenwäsche nach Maasö - Herren-Artikel MffH n, MWarm . §2 KochLirst, iccujLQect.LPfd. .'^.0.55 n I.TteifLhaanl, x-ranchert.LPfd.M.0.95 la Lauchck. krrnchrnfr., o. mag. LP's. 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