Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 12 (23.3.1933)
- Date
- 1933-03-23
- Page
- Seite 97 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2277379-2277993-2278005--07837-2288780- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Serlkn, 2Z. MakZ 1HZZ X!!. 7«hrosns . Nr. 12 Einzelnurr-mer 5S Pfennig > •* / *a *♦ J\? c* *? y SJ SS %S V ’«/ V V'^/ "> i'i ..! ij ii . . >! •iT» ii >\ >WYf i? , ^>VVW V <? v'V'Ja ‘ INl)2WMM< BiertLljadrsabonrrcment 2,25 S>m. (zuzugl. Befrage»). Verlag und EchrifLleitun-: Berlin 15, L^.fer C - * c .-*.ä!« r^-,-vs i •'' I \ i •. 1 5* | « "1 l; . -J! >I ' V th.V v-5 V CVv1^ *v*s.*'Vv <*?> *{ s'd *7 Yf ' ■■*> < , 7 . JOO» \j < * <»=» /v e O V» /! <rrs^s7 /Ahre^yö ' Allgemeine Zei/un$ des 3udenfums .42. ^tmfp-cecf;cr: J2 C'ir-i 5774. .:. Posi'checkkonLo: Drrlin K4 72. .:. Bankkonto: Drrodncr Dank, Derlin--Diln:::67orf L H.-rrnzoK-rndainm 195. exositenkaffe H % Alleinige Anzeigenannab—e: Ännoncen-Err:dit'on MoYr, Berlin V»'17), und ittrrn. FMalen. Anzeigenpreise: 070 «#*<£ filr die 7gespalten; ZnlneK Nudolf MosseZ Konnalzeilenrnesser Är. 4, Fainilienanzeigen u;nd Lnllennfsnche (nicht StellLnangLtote) f7r Mitglieder des Centralrereins 0,45 3LV., dir 62 mm fcieife Reklanrezeile 3,50 «7?Jk 4 f *4 H t{ j| n> u |J li i Ü V I!? hti i: « '1 l' :? i\ i*V^ V fr* #• Sy 4V*y 4?^Ä V F Ä. H. Noch immer gibt es Nutznießer der nationalen Revolution, die historische (ri> eignisse 5^r Grundlage kleinlich-persönlicher Rachegelüste machen oder sogar unter Mißbrauch nunmehr staatlich geschützter Parteiabzeichen Verbrechen begehen. Die Führer der Bewegung haken kn Wort und Schritt venrrtei'lt, was nch am Rande der großen Revolution vollzog und vollzieht. Wo sich also Vorgänge der von ihnen mißbilligten Art noch vollziehen, wird unverkennbar, daß es sich um Menschen handelt, die Rechtsbrecher sind, für die weder Gesetzesnoch Führerbefehl verbindlich ist, weil es sich um asoziale, gesell''chasisfeindliche Glemente handelt. Man kennt vom Kriege her jene verabscheuungswürdigen Gestalten, die man Hyänen des Schlachtfeldes nennt, ks gibt in Deutschland Hyänen der Revolution, die sich keine Regierung gefallen lassen kann. Tenn gerade im Sinne des herrschenden Staatsgrinzips ist Staat vor allem Drbnun g. Es ist ein unbedingter Grundsatz, der sich innerhalb des Machtbereiches des Staates allgemein durchsetzen muß, »venu der Senat nicht Schaden nehmen sott. Jene Rechtsbrecher glaubten, bei ihrem Vorgehen gegen die Juden einer gewissen allgemeinen Volksstimmung entgegenzukommen — was sicherlich bk weitesten Bolkskreise entrüstet verneinen. Aber es muß ausgesprochen werden, daß derartige Elemente ganz zwangsläufig ihr Handwerk auch fortsetzen würden, wenn sie keine jüdischen Objekte mehr fänden. Sie müssen also energisch bekämpft werden, weil sich sonst eine allgemeine öffentliche Gefahr ungehemmt entwickeln würde. Wir wiederholen: Wir wissen, daß die verantwortlichen Stellen, vom.siailzler bis Zn den Polizeipräsidenten oder Parteigausührern, ungesetzliche Gewalttaten aufs' schärfste verdammen. Was hinzukommen muß, ist die Isolierung der Rechtsbrecher durch die öffentliche Meinung aller Kreise und aller Menschen, die — nach des Reichskanzlers Potsdamer Wort — guten Willens sind. f\Af^ r4 S'T^4^7Y,,<V‘'1r'~7 7;;; Kr kv./.kk i.v ■/w c-ä; vvv^/ if y §rr lös e rs'4 i> W4 V üv& fei A. W. In der Potsdamer Garnisonkirche ist am 21. März unter der Teilnahme ganz Deutschlands der feierliche Staatsakt, der die Eröffnung des Reichstages einteitete, vollzogen worden. Reichspräsident und Reichskanzler riesen alle Gutwilligen zur Mitarbeit am Neuaufbau des Reiches auf. Die Rede des Reichskanzlers schloß mit Worten des Dankes und der Verehrung für den Reichspräsidenten von Hiudenburg, dem die Geschichte gewiß einmal den Titel „Vater des Vaterlandes^ zuerkennen wird. Die Wünsche der deutschen Juden klingen am Tage von Potsdam mit denen der vaterlandsliebenden Deutschen alter Parteien zusammen: Möge es der neuen Regierung beschieden sein, durch Ordnung und Zucht im Innern und durch friedliebende Kraft nach außen die Grundlagen für ein neues Deutschland zu legen! Möge sie geeignete Maßnahmen erfolgreich durchführen können, die Arbeitslosigkeit zu beheben? Mögen ihr fester Wille und alle ihre Taten zum Segen des Vaterlandes ausschtagen! Wir schreiben solche Wünsche in Wahrhaftigkeit nieder, nicht - um uns anzubiedern, sondern toeil sie der Gesinnung entsprechen, die immer der Leitstern unseres Ecntraloerein? gewesen ist. Unsere vaterländische Gesinnung, die aus letzten unwägbaren und unmeßbaren heiligen Gefühlen fließt, brauchte weder am 30. Januar noch anr -5. März neu aufpvliert zu werden. - Sie war stets da ohne große Worte und Gebärden. Sie ist ebenso echt wie unser Stolz auf unsere Geschichte und Vergangenheit und unser Festhalten an der alten Religion, die uns die Achtung vor jeder staatlichen Obrigkeit gebietet. Solche Gesinnung einmal auszusprechen, sei in der Woche des Nationalfeiertages gestatte!- Wichtiger aber als sie zu bekennen, ist, nach ihr stillschweigend zu handeln. Nichts kann uns in dieser Sretlung zu unserem deutschen Volke erschüttern. Noch immer werden wir abscheulicher Taten bezichtigt. Das Ausland sollen wir gegen Deutschland aufwiegeln, ja die Juden sollen sogar „die Ermordung Hitlers" betreiben. Wir sind sicher, die Regierung will diesen unwahrhastigon Kamps gegen das deutsche Judentum nicht. Der Kanzler hat in deutlichen Worten seinen Anhängern verboten, unberechtigte Einzelhandtnngen auf eigene Faust durchzuführen. Diese Worte waren keinesfalls vergeblich gesprochen. Es wäre aber angezeigt, von führender Seite gewissen nationalsozialistischen Zeitungen die Vorantwoxtunq zu verdeutlichen, die sie mit der Veröffentlichung gefährlicher Halbwahrheiten und vor allem gewisser gegen das Judentum aufpeitschender Aussätze tragen. Kritik und Auspeitschung der Leidenschaften sind zwei verschiedene Dmge. Wir wissen, daß die NSDAP, ebenso wie die Regierung Ruhe und Ordnung aufrechterhalten will. Dann muß sie aber auch auf ihre Parieipresse einwirken tmd sie — selbst wenn sie ihre grundsätzliche Haltung uns gegenüber nicht ändern will — veranlassen, viel verantwortungsbelonß-- ter zu schreiben. „Vom sichern Port laßt sich's gemächlich raten." In den Tagen des Umschwungs im Auslande weilen und dann Reden gegen die deutsche Negierung halten, ist kein besonderer Beweis von Mut und Veranlloortung. Die deutsche Regierung darf nicht durch Deutsche vor dem Au.sland herabgesetzk werden. Wer sein Vaterland beschimpft.