Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 10 (9.3.1933)
- Date
- 1933-03-09
- Page
- Seite 86 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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OH Kl vatssbasia* Helft! Stadt £e-a> XläB^cr ctt B:oS«Adaa Uüen ss-S «rares o« V/rrrsr. ßs!cJsttel e pi«* VotrCsU t«nsa tm Mart 2.52 «2. — KaS® towangigtfa«»» -7 «liKkaa - ßfl*ls3CT»aa Rassenkunöe und Rassenwahn Zu Profcfssr Hcdters gleichnamiger Schrift Ei::e ruhigere Zeit als die uuwrigc wird es jfttmal niest begreifen, daß eine ganze ©enc* jatton gläubig und begeistert vwles van dem gufgenommen hat, was unter dem?!amen ^Rasiemneorie" jetzt manche Benrirrnng anrichtet und in kaum adgesckwächtcr Form sogar in Unterricht und ^CruU,ichor Eingang gesunden hat. Lchriststellcr^,denen ^die Bewuherheit biologischer Gesergn'.äßigkeit völlig fremd jst. baden "aus mißverstandenen Tatsuwen. vnd Ergebnisten der neuen Vererbungslehre Weitgehende Folgerungen historischer, politischer, soziologischer und welran'chanlicher Art gezogen, bei denen bald die Voraussetzung, bald dre Methode des Folgerns, bald beides falsch ist. Unvollständige Induktion und falsche^ Analogien. Verwechslung von Elnaloaie und Homologie. find noch die harmlosesten, weil besonders Kusfalligen. Fehler. Der ^Rai'.eutheoretiker" selbst^ hat es nicht ttöftg. alle die verschiedenen Wineusgebiete zn heherrscken. in die seine „Forschung" ansstrahlt. (üri beherrscht er überhaupt keines davon.) Er predigt ja Gläubigen. Ter ernsthafte Kritiker der Rassenlehre aber steht ratlos vor dem ungeheuren Material, das er allein nicht bewältigen kann; denn bei ihm muß a^les stünmen. ihm glaubt niemand gutwillig, selbst dann wird er nicht gehört, wenn er unumstößlich Richtiges mit Engelszungen Predigt, jcü kommt es, daß fast alle gegen die „Ranenjcheorie' gerichteten Schriften nur Teilgebiete Umfassen und sich an Urnsang mit den großartig tzusgestatieten „Rassenkunt^n' nicht messen können. , Hehlers Broschüre ist der erste brauchbare Der such, die Rassenlehre in ihrer Totalität zu widerlegen. Hehler sucht zunächst die Fehler der ersten Schlüsse aus dem nalurwisienschasb lichen Material auf, verfolgt dann die Jrrlünrer. die sich aus der allgemeinen Unkenntnis der wirklichen Ergebnisanthropologischer Forschung ergeben und kritisiert die Politischen Kasseutheorien von Gobineau bis Günther. . Auf 66 Leiten können natürlich nur Umrisse gegeben werden. L)ir erwarten den Ausbau. Tenn die richtige Beachtung wird Hedlers Arbeit erst dann finden, wenn sie in ähnlicher Gestalt. in ähnlichem Umfange, mit ähnlichem 'Anspruch austritt wie die Lehren, die sie fce* Kwpft. Bei einer zweiten, „vermehrten und jderbefserten" Auflage werden sich auch ein paar Schwächen und Nusicherheiten der rein naturwissenschaftlichen Teile ausbessern lasiert. In einem Punkte aber wird die Schrift hoffentlich nicht geändert werden: in der ruhigen. vornehm sachlichen Gesamthaltung, die nicht mit leeren Behauptungen arbeitet, sondern mit gewichtigen, bewiesenen oder beweisbaren Argumenten. Dr. K. L. Spnagogenkonzerk Unter dem Protektorat des Vorsitzenden des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Berlin, Herrn Dr. Wilhelm Kleemann, veranstaltete am L8. Februar d. I. der Synagogenverein Prinzregentenstraße an seiner Wirkungsstätte ein Konzert mit synagogaler Musik, dessen pekuniärer Erfolg leider ni&t den gestellten Erwartungen entsprach. Dies ist um so bedauerlicher, da es dem Verein gelang, namhafte Künstler, wie Alerander K i p n i s und Tvssv Sviwak 0 w s k y und die Oberkantoren F r i e d m a n n und John, zur Mit* - Wirkung zu gewinnen. Nach einleitendem Orgelprälud-ium von Hugo L e i ch t e n t t i 11, offenbar einer Gelegenheitsarbeit. begrüßte Scmitütsrüt Dr. E aro Hörer und Mitwirkende. Nachdem der Kultusrestrem. der Iüdistüen Gemeinde, Herr 6. E h r e n r e i ch , in einem vielleicht allzu lehrhaften Vortrag der Geschichte der «hnagegalmunk gedacht batte, sollten die nachfolgenden Darbietungen dieselbe verdeutlichen. Es muß leider gesagt werden, do'z die Gegenwart nur in einem einzigen Stück. dem Predigtlied für den 9. Ab von Oscar G u i t * m a n n . charakteristisch vertreten war. Diests eine Stück genügte nicht, das schassen der jungen jüdischen Musiker ins rechte Licht zu rücken. Von hier au? muß abschließend einiges Erund'ätzliche bemerkt werden: Fast alle Konzerte svnagogaler Musik kranken an der einseitigen Herausstellung des dekorativen Elements. Die Darbietungen bleiben leider so oft hinter den Möglichkeiten zurück, die durch die meistens sehr guten Ehöre und Solisten geboten sind. Auch ist stete in bezug auf die Programm- Wahl ein reichliches Maß an Ziellosigkeit zu verspüren, so wenn man wie in diesem Konzert K i rf ch n e r und K 0 r n i tz e r mit ihren schwächsten Arbeiten vorstellte und das Konzert im Pianifsimr» mit einer Arie aus Mendelssohns Elias verschweben ließ, anstatt dem Chor, gleichem als Schlußbestätigung. das letzte Wort zu geben. Es wäre begrüßenswert, wenn bei derartigen Gelegenheiten einmal geschlossene Werke jüdi'cher Komponisten zur Aunübrung gelangten, um diesen Veranstaltungen so vielleicht die nötige entschiedene Zielrichtung zu geben. Fosepb Levi. Patentanwalt Hugo §erzseld gestorben Patentanwalt Hugo Herzfeld (Berlin) ist einer tückischen Krankheit in verhältnismäßig jugendlichem Alter Zum Opfer gefallen. Hugo Herzfeld, ein alter, bewährter Frontsoldat, erfüllt von inniger Liebe zum Vaterlande und zum Bäterglaubcn, war ein Beweis für den von uns zu allen Zeiten vertretenen Gedanken der Synthese von deutsch und jüdisch zu einer Einheit, die Werte für die Allgemeinheit schafft. Darum stand er dein Eentralverein so sehr nahe. Er hat lauge als Mitarbeiter in unserer Hauptgeschäftsstelle gewirkt und war ständig im Vorstand einer unserer Berliner Ortsgruppen. Nicht nur um der Berliner, sondern um der ganzen deutschen Judeuheit Ergehen war er bemüht. Sein scharfer Verstand, sein kluger Rat, seine Ln unsere Freun de Wir bitten, bei allen Zuschriften an den Centralverein die genaue Adresse Centralverein, Berlin \Y 15, Emser Strasse 42, aozugeben. Mit dein C. V. Sekretariat, Berlin, Kronenstrasse, an das für uns bestimmt© Sendungen sehr häufig geschickt werden, sind wir nicht identisch. Infolge der ausserordentilchen Inanspruchnahme der Hauptgeschäftsstelle des Centralvereins in den letzten Tagen konnten manche Anfragen aus Mitgliederkreisen nicht mit der gewohnten Schnelligkeit beantwortet werden. Wir hoffen, dass unsere Freunde Verständnis dafür haben und da- . mit einverstanden sind, dass jetzt nur dis dringendsten Anfragen beantwortet werden. Energie und fein Tatbewußtsein sind unserer Bewegung, namentlich in unserer praktischen Arbeit. zugute gekommen. Schmerzerfüllt gedenken wir dieses vorzüglichen Mannes. Rechtsanwalt Dr. Heinrich Wolf in Slutt» gart, der 1913 bis ItzlZ Vorsitzender der Ortsgruppe Stuttgart de? E. V. war und der dem württembergischeu Laufesaus'chuß des E. V. seit denen Gründung im Fahre 1106 angehört, ist am 8. Mär) 60 Jahre alt geworden. Heinrich Wels, hat bei ausgesprochen deutscher Gesinnung und einer sisit langen Jahren l>ewährten Hingabe an alle deut'chen Belange, das Judentum immer im Auge bcbao.cn und ist stets den jüdischen Znteresstn gerecht geworden. Er hat die Verbindung mit seinem Heimatboden in Schwäbisch Mall nie verloren, er ist im Krieg« mit dem schwäöucpen Landsturm bis weit hinein nach Südosten gekommen, und er gilt bei allen, dir ibn kennen, als ein Mann, der schwäbische Bedächtigkeit und Rübe in allen Lagen des Lebens zu bewahren weiß. Und der gleiche Mann bat seit Jahrzehnten in den jüdischen Organisationen Stuttgarts führend mitgewirkl. er bat die Verfassung der Israelitischen Äeligionsgemeinschast Württembergs mitgestalteu bellen, und seine Stimme wird in der Israelitischen Landesversammlung gehört wie überall, wo man einen am Erfahrung und klarer L-e* urterlung gegründeten Rat zu würdigen weiß. Möge er noch lange Jahre dem Eentralverein und seiner engeren Heimat ein treuer Helfer sein, wie er es bisher gewesen ist! G. F. RrrderlaffLLgsrrröglichkelten Nr. 456. Sn mittlerer 6icbi in Ostpreußen für Zahnarzt. Nur schriftliche Ansraaen von Mitaliederrr des C. V. an das Bü:t>, Berlin Yv 15, (seifet Sw. 42. Kleine Chronik Der langsährige Ka^ierer der Ortsgruppe S-chmelm des Centralvcreins, Emmanuel G fc : I i i, wird am 13. März GO Jahre dt. — Das Fest der Goldenen Hochzeit feiern Hugo Schlesinger und Frau, Frankfurt a. M.. am II. März in voller geistig?r unkörperlicher Frische. Lir gratulieren unseren^ Freunden herzlichst uad wünschen ihnen einen gesrgrrten Lebensabend. — Nach 4'siähriger, segercsrclcher "Tätig, fett trat Lehrer und Kantor'A. Stern in Alzc^z in den Ruhestand. Seine Verdienste um Schule und Gemeinde fanden ihrr Aneckennung in seiner Dr» rufung in den Vorstand des Hessischen Landes-Lehrrrverbandes urw in den Oberrat des Hefsi'chen Lantus» Verbandes. Dir wünschen Lehrer Storn. der frit vielen Iahven die On-gruppe Alzey des C. V. Wittib daß ex sich noch viele i>2hre in Gesundheit und Frische rn der Seite seiner treuen Lebensgesährrin der woh!» verdienten Ruhe erfreuen möge. Neu aalgenomment Neu ausgenommen! Alleinvertrieb durch die Firma