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Central-Verein-Zeitung · 1933-03-02 · 9 (2.3.1933) · p. Seite 69

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
9 (2.3.1933)
Date
1933-03-02
Page
Seite 69 (sequence 1)
Language
German
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-I 3.1S33 Bretts, L. NZeZ 1HZL ' ErszeLKQMQsr LH pseKNh .ZMMS aB Allgemeine Zeifung desDudentuma BierteLiadrSQvorrner^.Lut 2,25 MM. Ö«3üal. SdÄfttUgelb). Verlas un- Schriftleitirng: Trrlirr W 15, CrnfecGtr. 42. Frrus^rrcher: J2 Oliva 5974. .?. ^ofr^trffonto: Berlin 304 72. .:» Darrttsn^: Drrsdner Bank, Depsfltenksffe LZ» Derlin-Dilrn-ersdorf I, Hrl:en;rlrr^damm IW. Alleinige Anzel genau nähme: Dnuonttn-ExpeLition Rndslf Mo^r, Berlin 100/ und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0L0 £ JL für die 7gespaltene Zeile nach Rudolf MssseA KormalZeilenmesser Ne. 4, Familienanzeisrn und Stellengesuch- (nicht ELellenangrbote) für Mitglieder des Lenlraloereins 0,4Z 2Ui, die 62 mm breite Nerlamezeile 3^0 ZKdZ» r> j Dl x AlfT D'-'S v/VWs/Wvvi < AA Zu den poKzeMchsn Durchsuchungen in den Räumen des Cenkral-Verelus deusicher SlaaksSörgsr jüdischen Glaubens E. V. erklärt der Cenkrak-Verein: «Der Cenlral-Verem ist dis Vereinigung der deutschen Juden, deren Aufgabe die Bekämpfung des Antisemitismus ist. Diesen Kampf führt der Central-Verein im vollen Lichte der Oeffenllichkeik und ausschließlich auf legalem Wege. Die Druckschriften des Cenkral-Dereins find in vielen tausend Exemplaren der deutschen Oefsenklichkeit immer zugänglich gewesen. Aus der grundsätzlichen Einstellung des Cenkral-Dereins, die ihm die unbeirrke Pflege der deutsch - vaterländischen Gesinnung und die kraftvolle Verteidigung der jüdischen Religion gegen jegliche Angriffe zur Pflicht macht, ergibt sich die Ilmnöglichkeik jeder Verbindung mit kommunistischen Zielen. Wir weisen jede Behauptung eines wie immer gearteten_ Zusammenhangs mit jeder. staats- und religionsfeiudlichen Bewegung voll Entrüstung zurück." fti MKZLB! Das Vaterland durchlebt Tage heftigster Erregung. Frevlerhände haben das deutsche Reichstagsgebäude in Brand gesteckt. Wir sind aufs tiefste erschüttert. Verbrecherische Gesinnung, Wahnwitz und gewissenlose Hetze haben Mensck>en zu solcher Schandtat verleitet. Sott Deutschland nicht zugrunde gehen, so muß den Hetzern, die Deutsche gegen Deutsche aufwiegeln, unterschiedslos das Handwerk gelegt werden. Tiefe Erschütterung packt uns ob der blutigen Opfer, die die politischen Leidenschaften täglich verschulden. Junge, blühende Menschenleben werden zu Dutzenden dahingerafft. Eine schmerzerfültte, erbitterte Zuschrift eines jüdischen Frontkämpfers an uns fragt mit Recht: „Ist es der Sinn der vierjährigen Hetdenteistungen des deutschen Soldaten, daß jetzt -Kämpfer von einst, die ihr Leben für Deutschlands Rettung im Felde einsetzten, sich gegenseitig mit Revolver und Dolch bekämpfen, zerfleischen und töten?" Möge vor allem die Staatsgewalt die Kraft ansbringen, dem unseligen Bürgerkrieg mit eiserner Faust ein Ende zu bereiten. Sie wird, wie wir erwarten, dabei alle, die Blut vergießen oder zu Blutvergießen ausreizen, zu welcher Parteifahne sie auch zählen, mit gleicher Gerechtigkeit die Machtmittel des Staates spüren lauen. Auch die Aufreizung muß besonders in .diesen Tagen ungezügelter Leidenschaft scharf angepackt werden. Tie Judenfeinde haben nichts gelernt und wollen nichts lernen. In Versammlungen und in gewissen Zeitungen (voran der Nürnberger „Srürmer") wird 31t Gewalttätigkeit gegen uns deutsche Juden verhüllt und unverhüllt aufgewiegelt. Wir glauben, daß die Verantwortlichen Reichs- und Staatsbehörden diesen gefährlichen Tatbestand irn vollen Umfange nicht kennen. Wir haben sie pflichtgemäß darüber unterrichtet und auf die Gefahren diese- Tatbestandes hin- . gewiesen. Tie Haßgesinnnng. die sich heute gegen die Juden richtet, macht bei diesen nicht halt. Sie frißt weiter. Sie vergiftet die deutsche Botteseele. Wir glauben auch nicht, daß sich deutsche Votksgenosien zu Ausschreitungen gegen Juden hinreißcn lassen. Geschieht das trotzdem, so werden .die Machtmittel der Behörden die Juden mit . gleicher Energie schützen. Dieser Schutz ist ein Gebot sittlicher und staatlicher Pflicht. Wird dieses Gebot nicht beachtet, so wird das Feuer, das entzündet ist, weiter fressen und überall seine Verheerungen anrichten. Flammen, die nicht rechtzeitig und kräftig ausgetreten werden, werden zum Brande. Was er mit sich reißt, wo er endet, weiß dann niemand mehr. Um Deutschlands willen müssen Regierung und Behörden also beizeiten eingreisen. Und nun ein Letztes. Tie Erregung gegen die, die uns unsere Rechte in unserem Vaterlande, für das wir genau so gearbeitet, gekämpft und gelitten haben wie alle anderen Deutschen, streitig machen wollen, ist begreiflich. Wir Juden sind gewohnt zu leiden. Wir werden den Kampf um Misere Gleichberechtigung mit allen erlaubten Mitteln unbeirrt weiterführen. Wir werden in unseren eigenen Reihen das Gebot nach Sauberkeit und Verantwortungsbewußtsein doppelt stark erheben, weit in solchen Zeiten eine vielfältige Verantwortung aus jedem einzelnen ruht. Wir warnen aber eindringlich, die sittliche Größe unseres Kampfes durch Schimpfereien, durch eine Verächt- Rabbiner Dr, Leo Baedt: Recht und Pflicht! ..... Seite 71

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