Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 5 (2.2.1933)
- Date
- 1933-02-02
- Page
- Seite 33 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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-ß 2 T.r33 Serlkn, 2. §eöruar IH?Z XU. Jahrgang * Nr» 8 Einzelnummer 20 Pfennig n c, .. ü c v-*s> <y AMK 11^ a. a H", •*%* a '^V\zt U; *n/vv?^V/</ v v\> V^-A JAfM ('. ' i'lHU, ■ /s.- iw"-«/ W >>3< ©UrieXiaöeSG^onr.ement - L,L5 UZU Lö--2Zr. DeftellZrid). t^*?&fWfcOfp f|flftr^r?;*f^lOfTT siücksDME^TstiT) rj )ui ' ', /». A y*A H /? / O n *! i® i j s. -: >;Iv;,-'i ], : i •' M *.: y;, .’’ ,* a> . </ v.» v^v <✓ jfJ k^ks-Jsj \j <?>*><?'‘jr* * Allgemeine Zeifung des Dudenlums I Derlaa und Cchriktlektu-Z: D.'Mn ^15, emfer C^.L ^e^sprrcher: ^2 Oliva 5074. .: P:^HeÄ2nLo: DerNn AN 72. .:. Dav.?konrs: Dresdner Bank, Dsposibenraffe U% , Drrlin-DUrnersdsrf I, Hshenr-üer-nLamm ISS. - uneinig« Anreiger.annLhinr: Tnnsneen.Crprdltion Sh±3l? Dr-ffe. Berlin WIC"), und d-rrsn Filialen. Anze!öenprrrfe: VL0 für die 7gesp2lienr Zelle nach RuLsn Moffe, DorDs!zettenmei7sr Nr. 4, FLnririenanzeiZerr und Sttürnseluchr (nicht StellsnÄNZebste) für LLirglieder des CenUalvereins 0,45 «-?-«, die 62 mm breite ReLlLnrrZeile 3/30 '-- *T\5^ M 9 yf ■- C*jJ ^m^ßfus Das Präsidium des Lenkralverems har cm 30. Januar nach der Ernennung des Kabinetts Hitler folgende Erklärung der Oeffenllichkell übergeben: Dir stehen einem Ministerium» in dem RakionalfoziaWen maßgebendste Stellungen einnehmen» selbstverständlich mit größtem Mißtrauen gegenüber, wenn uns auch bei der gegebenen Lage nichts anderes übrig bleibt, als seine Taten abzuwarten. Wir sehen als den ruhenden Pol in der Erscheinungen Aluchl den Herrn Reichspräsidenten an, zu dessen Gerechtigkeitssinn und Verfassungstreue wir Vertrauen haben. Aber auch abgesehen davon sind wir überzeugt, daß niemand es wagen wird, unsere verfasiungsmäßigen Rechte anzutasten. Jeder nachteilige Versuch wird uns in entschiedener Abwehr auf dem Posten finden. Im übrigen gilt heute ganz besonders dis Parole: Ruhig abwarlen! , Adolf Hitler ist Kanzler des Deutschen Reiches geworden. Die politischen Geschicke Deutschlands und die Führung einer Partei liegen jetzt in der Hand des^ Mannes, tei liegen jetzt in der Hcnrd des^ Mannes, unter dessen Führung die N^TAP. in schärfstem Kampf gegen die deutsche Republik und ihre Derfanung von Weimar gestanden hat. Am 30. Januar 1933 hat Adolf Hitler den Gid auf die Weimarer Verfassung geleistet. Mag dem einen oder dem anderen die Bildung der neuen Regierung unter der Führung Hitlers überraschend gekommen sein, — sie wird niemand verwundern, der die Enüwicktung der innerdeutschen Derhältni;re in den letzten Jahren beobachtet hat. I Daß die Betrauung Hitlers in den Reihen seiner Anhänger Befriedigung erweckt hat, ist nur allzu verständlich. Die Massen haben lange genug auf dieses große Ereignis, das man ihnen immer wieder bersprochen hat, warten müssen. Aber die Furcht, die Bestürzung bei den Gegnerrr. bie man ln den Rechen derNationalsozialisten Wohl envartet hatte, sind ausgeblieben. Tie Chance, die der Nationalsozialismus verlangt hat, ist ihm mm gegeben. Seine Gegner verlieren die Nerven nicht: sie haben keine der Versprechungen vergessen, die der Nationalsozialismus dem deutschen Volke für eine bessere Zukunft unter seiner Führung gemacht hat, und sie werden über ihre Erfüllung wachen: auch das deutsche Volk kann ja nicht auf die Dauer darüber d unklaren gehalten werden, ob d^er Nationalsozialismus wirklich die Rettung» der einzige Weg aus dem wirtschaftlichen > Elend und zu einem besseren Dasein für!.das ganze deutsche Volk ist oder nicht. ] So sehr wir ans einen baldigen W i e d e r a u s st i e g Terrtschlands, aus Ane Besserung der politischen und wirtrchastlichen Zustände hoffen, so sehr fürchten wir, daß der Glaube, wir seien am Endpunkt des Leidensweges des deutschen .Volkes, trügerisch ist. Tenn in der neuen Aeichsregierung sind Elemente vertreten, ,die auf weltanschaulichem. Politischem und lvirtschastlichem Gebiete unvereinbare Gegensätze darstellen. In dieser Mit der Richtungslosigkeit und Uneinigkeit haben nur Ideen und Bestrebungen Aussicht auf Bestehen, die nicht schon in sich widersprechend sind. Wer aber könnte sich größere Gegensätze^ denken als den Führer einer Mauenpartei, die sich sogar Arbeiterpartei nennt, a l s Kanzler und den konsequentesten Erponenten kapitalistischer Jnterepen in Decrischland als W i r t s ch a f t s - minister. Ginge es nicht um Deutschlands Gedeihen und unser aller Zukunft, man könnte neugierig sein aus'die Lösungen und den Weg, die jetzt gefunden werden, sicherlich wird eine spätere Zeit die Ereigniup unserer Tage vom Standpunkt der Staats- und Cesellschaftswissenschaft ans mit besonderem Interesse behandeln; für die heutige Zeit, für ihre Menschen und ihre Not bedeutet die Ernennung dieser Regierung ein Erperiment, desien Mißlingen wahrscheinlich ist und das deshalb um so bedauerlicher bleibt» weil wir nicht Erperimente, sondern Stetigkeit der Politik, nicht neue Gegensätze, sondern Einigung gebraucht hätten. IL Wir deutschen Juden könnten, wenn wir den Cedaukengängen nationalsozialistischer Schriften und Austätze der letzten Zeit folgen wollten, mit dem Ergebnis der Regierungsbildung ganz zufrieden fein. Kat man dock) noch in allerletzter Zeit Herrn von Papen, mit dem man jetzt in einer Negierung sitzt, als den Jan^ l e r d e s I ud e n t u m s" bezeichnet. Auch der Herr 3t e i ch s p r ä s i d e n t wurde vor seiner Wahl als I u d e n k a n d i d a t bezeichnet, und gar Herw Hugenberg und seine Partei wurden der Lefseutlichkeit als ausgesprochene Iudenpartei vorgestellt. Soll man aus einen Wandel in der Gesinnung den Juden gegenüber schließen, wenn bic gleichen Politiker des dkarionalsozialismus, die in ihrer Presse Papen und Hugenberg als verjudet bezeichnet haben, pch nun mit ihnen in einer Regierung zusammensinden? In der allgemeinen Pre;w der letzten Tage ist diese Frage nicht unerortert geblieben. Man hat aber gesagt,' daß alle derartigen Vorwürfe Vorgänge der Wahlzeit gewesen seien» die heute'schon vergeben und vergeben sind. In diesem Zusammenhang gewinnt eine Schrift von nationalsozialistischer Seite ,.Judas Macht, Deutschlands Tod", die in den letzten Tagen erschienen ist, besonderes Jnteresw. Das Titelbild zeigt auf der einen Seite eines Schachbretts Nationalsozialisten. aus der anderen Seite als ihre Gegner Juden, Deutschnationale» Zentrumsleute, den Stahlhelm und Herrn Hugenberg — Nationalsozialistische SA. und Berliner Stahlhelm sind im Fackelzug vor dem Herrn Reichspräsidenten und dem neuen Reichskanzler vorbeimarschiert. Hoffen wir, daß die Einheitsfront zwischen dem größten Teile der genannten ^chachbrettstguren auch eine gesinnungsmäßige Ueberbrückung der Gegensätze "symbolisieren soll. Die Anhänger Adolf Hitlers sehen nur den Kanzler, das Volk in seiner Gesamtheit sieht auch den ^Reichs- Präs identen. Tie deutschen Juden haben das tiefe Vertrauen, daß die Versassungstreue, das Gerechtigkeitsgefühl und