Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 4 (26.1.1933)
- Date
- 1933-01-26
- Page
- Seite 30 (sequence 6)
- Language
- German
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30 schmidt der vertieften Erkenntnis der^ Kunst seines Vaterlandes gewiduiet. Leine Eistkmgsarbcit handelte von der Lübecker Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts, die dem geborenen Hamburger von jrkcher Jugend an vertraut war. Als ein monuinenrales Werk wird das Kompendium über die mittelalterliche Elsenbeinplastik für alle Zukunft Geltung erhalten, indem der großartig gelungene Versuch unternommen wurde, das gesamte erhaltene Material dieser bildnerischen Kleinwerke zu sammeln und nach allen Richtungen kritisch zu betrachten; was hier vorbildlich durchgeführt wurde, ist um so wertvoller, als die Elfenbeinarbeiten für lange Strecken der romanischen Epoche überhaupt die fast einzigen Dokumente deutscher plastischer Bemühung bilden. Die ersten beiden Bände, die 1914 erschienen, beschäftigen sich mit der Zeit der karolingischen und sächsischen Kaiser; die Anerkennung, die sie fanden, drückesich darin aus, daß Goldschmidt zum Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften gewählt 'wurde. Der sechste Band des Elfenveinwerkes, der den Abschluß bringen soll, wird noch im Lause dieses Jahres die Truckerpresie verlassen. Andere Untersuchungen galten der sächsischen Skulptur in der Uebergangszeit vom romanischen zum gotischen ^tich galten mittelalterlichen Handschriften und den wundervollen Schöpfungen bronzener Kirchentüreu. Als Heinrich Wölfflin 1912 die Berliner Universität verließ, gab es nur eine Stimme, daß Soldschmidt, der einst (1S93) als Privatdozent in der Hauptstadt seine akademische Laufbahn begonnen und nach einigen Jahren in Berlin Extraordinarius geworden war, inzwischen die Hauptproieour in Halle innehatte, auf den Berliner Lehrstuhl berufen werden sollte. Neben seiner wi-enfchaftlichen Bedeutung war es nicht minder die vornehme, zurückhaltende, würdige und gütige, von den edelsten Interessen ersüllte Persönlichkeit und Wesensart Goldschnüdts, die ihm Dank und Liebe bei ganzen Generationen jüngerer Kunstgelehrter erworben hat. Man soll es kaum für möglich halten, daß auch einem solchen Manne gegenüber der nationalsozialistische Haß zu seinem 70. Geburtstage nicht schweigen konnte. Im „Völkischen Beobachter" bekam es der Landtagsabgeordnete H. Richter fertig, Goldschmidt als einen .cher Hauptschuldigen für die Mißstände in der preußischen Kunstverwaltung und insbesondere der Leitung der staatlichen Museen" — wo mögen nur diese „Mißstaude" stecken? — zu bezeichnen, von „seinem „verhängnisvollen Wirken im staatlichen Kirnstbetrieb" zu sprechen. Allein die selbstverständliche Tatsache, daß sich unter den Jüngern eines Lehrers der Kunstgeschichte an der ersten deutscheu Hochschule auch zahlreiche Personen befanden,^ die nach Abschluß ihrer Studien in den Museumsdienst übertraten, muß herhalten, um über die angeblichen verderblichen Folgen des Goldschmid pichen „Einflusses" zu zetern, nach „unterirdisch verbundenen Fäden" im Kunstgetriobe zu suchen. In wohltuendem Gegensatz zu dieser planmäßig gepflegten Unfähigkeit. die Lebensarbeit eines jüdischen Wipenschaftlers aberkennen, steht die Ehrung, die dem Siebzigjährigen durch die Kunstgeschichrliche Gesellschaft dargebracht wurde, und bei der durch dm früheren Kultusminister Dr. Schmidt-Dtt, durch Generaldirektor Tr. Waetzoldt. durch den Mtzigen Ordinarius, Professor $L E. Vrinckmaun, den Nachfolger Goldschmidts auf dem Berliner Lehrstuhl, dem Jubilar als Ergebnis einer Sammlung der sür heutige Verhältnisse ansehnliche Stistungsbetrag von 11000 Mark überreicht wurde, über den Goldschmidt nach eignem Erme"en im Dienst der Wissenschaft oder der Museen verfügen soll. Namentlich die inuner wiederholten Rufe nach Spanien und nach den Vereinigten Stocken während der letzten Jahre legten Zeugnis dafür ab, welchen Ansehens sich^ Goldschmidt als Vertreter deutscher Wigenschaft weit über die Grenzen unseres Landes hinaus erfreut. Max Osborn. NWÄLÄsErZsÄ «Mrs Bei Nedakrwnsfchluß erhalten wir dis erschütternde Trauerbotschaft, daß unser allverehrtes Hauptvorstandsmitglied, einer unser treuesten und bewährtesten Vorkämpfer, Justizrat Cohn (Dessau), einem langen Leiden erlegen ist. Wir werden unseres lieben Justizrats Cohn, dieses echten Patrioten, in der nächsten Nummer der „C. B.-Zeitung" ausführlich gedenken. Die Steriler für Georg dmm Hunderte erwiesen ' Freunde und Hauptvorstarrdsmitglied, Rechtsanwalt Dr. Georg Bau m, über denen frühen Tod wir in der letzten Nummer der „E. V.-Zeiwng* berichteten. die leiste Ehre. Die Jüdische Gemeinde Berlin, dieZentralwohlsahrtsstelle, die Berliner Anwälte, die Freimaurerloge Harmonia, der A. W. V. (Akademisch-Wiuenschastlicher Verein) trauerten um den Führer und Freund, den Anwalt und Dozenten des Arbeitsrechts, den stillen und gütigen Menschen. Dem Empfinden des Centralvercins gab sein Vorsitzender, Justizrat Dr. I. Brodnitz, mit den folgenden Abschied-Worten Ausdruck: „Wenn ich im Rückblick aus das Leben unseres Freundes Georg Daum ein Motto sür dieses Leben finden will, so weiß ich nichts Besseres und nichts Zutreffenderes, als die Worte von Friedrich Theodor Bischer: „Das Moralische versteht sich immer von selbst/ Tücke Selbstverständlichkeit gibt dem Leben unseres Freundes seine Größe. Es entwickelte sich alles in seinem Leben mit Selbstverständlichkeit, weil sein Leben von festen Prinzipien getragen war. Ein Mann wie Baum mußte mit innerer Notivendigkoit in die vordere Reihe derer treten, wetck)e im Eentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens für das deutsche Judentum kämpfen. Georg Daum gehörte zu den Stillen im Lande, aber er kannte kein Paktieren. D-er Kamps ums Recht war ihm eine heilige Ausgabe. In Der heutigen Zeit der Not, die so schwer auf uns allen lastet, ist man leicht geneigt, im Anblick der Sorge um das tägliche Brot, gcringschätzend die Männer zu' betrachten, die Prinzipien Marga Burin Heinz Klestadt Verlobte Soest Rathausstr. 13 Dortmund HoherwaJ14 Montag. 16. Januar, verstarb nach kurzen schweren Leiden unsere innigstgelieVte Mutter, Grossmatter, Schwiegermutter, Schwester und Tante, Frau Ei* Jfl T\f -N f? «1 iM LiD Lji i geb. Kieemann tm A.lter von 74 Jahren. Schwcinfart, Frankfurt a. M., FErih 1. B., den 16. Januar 1233. Siegfried und Lothar Wordschüd Sophie Lövsenhaar, geh. Kordsckiid Paula Brandis, geb. bordschilcL Unsere liebe Mutter, Schvrcster, Tante, Fnu EDSüI'2 EflüZ^Sf, ted. ScuSömra i Ist am 14. Januar von ihrem langen, schvreren. mit grosser Geduld ertragenenLeidea erlöst worden. — Ihrem Wunsche entprecher.d ‘ fand Feuerbestattung in aller Stille statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebeneu: der Sohn: Dr. mzü. Pau! ErScnssr. \ Clta &. 0.. Ixidnlgsiafsn *. Th., Kr:!* : Promenade 7. fceia, Kiüir/Eracäs. i Stall Jeder besonderen Anzeige. Unsere helssgelidbte Ist am 14. Januar im 35.Lebensjahr durch einen sanften Tod von ihrem langen schweren Leiden erlöst worden. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dr. Viktor ElQn?&urg$ra Karlsruhe Blelcheroda 17■ ^ooar I&33- Am 17. Januar 1933 verstarb plötzlich und unerwartet unser helssgeliebler Sohn und Bruder, der Rechtsanwalt!©d@5i)ü3sra im 83. Lebensjahre. Kölzmfnden, den 18. Januar 1933. In tiefer Trauer: Fsmilfa Ksroisiia Koiiordisfo. ^ossc Verwandten- und Freundeskreis liest, wie Sie, die „C-Y. Zeitung'*. — Famllienanzelgen, Ankündigungen von \erlobu.ogen, Vermählungen, Gehurten werden deshalb zweckmässig tri der „C.V.-Zcitunu“, der verbreitetsten jüdischen Wochenschrift Deutschlands, %'eröflfcntllcht. Famllienanzelgen berechnen sieh zu einem crmSssigtcn Preis von nur AS Pfennig pro NonpaxelUezelle. Anzeigenschluss für die Donnerstag erscheinende Kammer Jeweils au Montag, Ich hin bei dem Amts- und Landgericht In Hagen als iSeclitsanoali sugelassen. Mein Büro befindet sich in Kosdü, KIscIODDarsstr. 25* Ecke Bahnhofs! r., im Hause der Com merz- und Privat-Bank. Frifz Leeser, EesSlssasralt, Hansa Tel.27331. Postscheckkonto Dortmund31024 Habe meine Praxis von Bad H2ucna.hr nach EX^wüssa f/lotzstrassa 72 tSSäi iiifi tJj (Ecke Eisenacher Sfr.) verlegt. Ich übo die Praxis gemeinsam mit Herrn Zahnarzt Dr. Schüller aus. Er. iuülos ©ressl. Zahnarzt. Fernruf: Barbarossa 4409. Altcmgesehrns rheinische, seit 70 Jahren bestehende von tzrolzer Leistungssähigteit, bekannt durch über ragende Bedrenungsart, V w zum Besuch von PrwatkundsHaft gegen hohe, sckort auszahlbare Proviüon. Zuschriften unter d. 0. 75S4 befördert Rudolf Mofte, Berlin 8^/100. - £ - Hiidcshala 1 t/srstfehrik? Gegr.1535 Zerrelat-* fiainmi*, Koch- und S-3 Gänse viturst ia cauoertrofieacr Sütel fj“ Ich suche für meinen Lohn für Ostern 1933 oder vorher, nach 4fäk-ri2rr gediegener Ausbildung in obiger Vrauche. eine Stellung in einem Engros- oder DetQU-^ekchäst, auch Darenhaus. Zuschriften erbeten an Alirev OoachlvtöLÄal, Chemnitz, Hrinrich'Peck^StraLe 47.