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Central-Verein-Zeitung · 1932-12-23 · 52 (23.12.1932) · p. Seite 521

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
52 (23.12.1932)
Date
1932-12-23
Page
Seite 521 (sequence 1)
Language
German
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Rudolf Blosses ReklameZeile 3B-) fNSlSS i^SV UN Chü-rLu /Vor. MiÄ L.r-L Heldentum, psychologisch gesehen, bedeutet: die Ueberwindung aller äußeren und inneren Hindernisse, die Niederkampsung aller egoistischen Triebe und individuellen Rücksichten, die Stellung der ganzen Persönlichkeit in den dienst einer Idee, die Opferung des Lebens für eine Sache, die man als groß und gut erkannt hat. Im Willen und nicht erst in der Tat ruht das Heldentum. Ja, der Wille ist es, der die Tat heiligt, die Absicht ist es. die den Menschen seelisch groß macht. Die Ausführung, das Gelingen ^hängt nicht von rym allein aö. vsin Witte ohne ^ai kann tragisch, aber groß sein, eine Tat ohne Willen bedeutet sittlich sehr wenig. Ein Draufgängertum ist kein Heldentum, ja ist innerlich das Gegenteil vom Heldentum. Beim Heldentum ist der Kampf Mittel, das Ziel ist die Verwirklichung eines hohen Ideals. Beim Trausgängertum ist das Kämpfen, die Freude an der Vernichtung, das Austoben wilder Leidenschaften Selbstzweck. uUsg^j^pt, iji dus Hrldc:llr.nti. tili Gut aller menschlich strebenden Raüonen, aller .Kulturvölker. Alle Theorien, die die Menschheit in Herrenmenschen und Untermenschen unterscheiden, tapfere und feige Völker klassifizieren, zeigen nur, wie wenig der Begriff Menschlichkeit verstanden wird und wie sehr die verwirrenden Rassentheorien uns von der ethischen Bahn ablenken. Ja, jedes Volk hat seine Helden. AUS D0r.1 I N HALTs Dr. Kurf Zielenziger: Rückkehr zur Zunft? .... Seite 523 Professor Franz Boas, New York: Resse und Ku&ur.. Seife 52S C.V.-Arbeit im Reich .. Seite 527 0 . Eva Reichmann-Jungmann: Zu Eduard Bernsteins Tod. . Seite 529 Josef Levi, Mannheim: Gibt es ein© jüdische iViusik? Seite 529 L. H. Eine neue Norvseordnung ist unkerzeichnsk worden. Sie dient ^der „Eryüuiiriy v£5 inneren Friedens". Daw.i! schlägt die ReichsreZierung eine Lahn ein, die von allen denen, die eine ruhige Entwicklung Deutschlands ersehnen, nur begrüß! werden kann. Die Tageszeitungen haben den Inhalt der Verordnung im einzelnen gebracht. Was unsererseits geschehen kann, um den inneren Frieden in jeder Deise und auf jedem Eebiete neu zu begründen und durchzuführen, wird in unverminderter Weise weiter geleistet werden, llns beseelt das Destreben, die Wahrheit durchznsehen und auf religiösem, p o! i! i s ch e m und wirkschafilick)em Eebleke gegen jede Verhetzung in vornehmer und durchaus nachdrücklicher Weise auszutceken. Eine solche Arbeit wird auch in Zukunft Leitstern für unsere Taten fein. So sollen die kommenden Feiertags nicht nur Tage des Gedenkens und der Erhebung, sondern auch Tage der inneren Stärkung und der Dereitschaft sein. Das ist eine triviale Wahrheit, erlangt aber eine große psychologische Bedeutung, wenn man die Betonung auf das Wort „seine" legt. Tenn der Held ist bei aller ausgeprägten Individualität Kristallisation der Bolksidee, und er trägt die Merkmale seines Volkes an sich. Es gibt kein Kulturvolk ohne Helden, und in den großen Momenten des Volkslevens erstehen ihm immer — die 2eschichte zeigt es ja — Männer großer Ideen und großer Taten. Tie Helden unterscheiden sich nur in der Idee, der sie dienen, und in der Art, wie sie ihr Heldentum betätigen. Während das Heldentuni der asiatischen Völker f a t a l i st i s ch. das der Griechen rein patriotisch, das der Röiner — um modern zu sprechen — f a s ch i st i s ch ist, ist das Heldentum Alt- Israels rein religiös. Daher ist cs fast imnwr naiv, voller Demut, und tragt häufig einen tragischen Zug. Der jüdische Held ist naiv, seiner Tat sich gar nicht bewußt, er ist Bote einer höheren Macht. Er ist demütig, weil er von einer tiefen Religiosität getragen ist. Und er ist härifig tragisch, weil die Distanz zwischen Idee und Wirklichkeit um so größer wird, je gewaltiger das Wollen, je höher das Streben zielt. Schon bei Simson können wir das studieren. Er ist ein kindlich-naiver, gutmütiger Urmensch, fromm und schlicht. Er vollbringt seine Taten spielend, ohne sich 4 j-Jf> y* * * £ —!UU4 l^^M* — ist der an Rechenschaft abzulegen. Groß wird er erst bei seinem tragischen Ende, wo er sich opfert, um seine Feinde zu vernichten. Am klarsten aber finden wir das jüdische -velbentum bei den Makkabäern. Wer sind die Makkabäer? Schlichte Männer, aus edler Abstammung zwar, aber verarmt und vergessen. Die Not des Volkes ruft sie aus der Dunkelheit hervor, und re.— —^rii__ cruri^ itjvc yc.ivtiL*.i^c yvs-vtvj bentum. Was sie empört, Wahnsinn grenzende Frevelmut der Feinde Gottes, was ihnen als Ziel vorschwebt, ist die Rettung der Religion, in der sie das Leben und die Zukunft ihrer Gemeinschaft erdlickeu. Sie opfern sich für Gott. Sie sind ein kleines Häuslein gegenüber einen: mächtigen Feinde, aber was liegt daran? Lieber sterben für Colt als leben ohne Gott. Und in diesem Zeichen vollbringen sie unerhörte Heldentaten und siegen gegen den mächtigen Feind. Die Makkabäer bilden so den Typus des religiösen aktiven Heldentums — des jüdischen Helden- . tums. D!an hat in jüngster Zeit versucht, die Makkabäer zu nationalen Helden zu machen. Nun, Helden, die ihrer Eenieinschaft Hilfe in der Not bringen, sind immer nationale Helden. Modern gefaßt aber, als Träger des nationalen Geistes, losgelöst von Religion, sind sie sicherlickreicht. Ter alte Matathias, der „Eiferer für den Herrn Zebbaoih", und seine Söhne kennen

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