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Central-Verein-Zeitung · 1932-12-16 · 51 (16.12.1932) · p. Seite 514

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
51 (16.12.1932)
Date
1932-12-16
Page
Seite 514 (sequence 6)
Language
German
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514 Aufgabe, die gut vorberciiet und naekstedisch durchdacht sein muß. Ein gelegenrlic-str Avv-ll an gemeinsame Gefühle mag ÄugcnblicksW-isall erzielen; nachdenklich gemacht, überzeugtvcizb der Gegner oder der mit dem Gegner sympathisierende Volksgenosse erst dann, wenn 'eine Argumente zerstreu: und sein oft nubewuhirs annpathisches Gefühl ihm in seiner manaelu.- den Berechtigung ins Bewußtsein gehoben vi. Ter Landesverband Groß-Berlin des C. V. bekannte sich zur rationalen Methode, als er den Dozenten. der 'Humboldt-Hochschule, den bekannten Kunsthistoriker Tr. Ernst Eohu- Wrcncr um einen Vortrag vor nichtjüdischem Publikuur über „Volk oder Nasse" bat. Ter^ Wissenschaftler sollte zu einem für wissenschaftliche Gedankenführung empfänglichen Publikum sprechen. Obwohl der Lande-verband Groß-Berlin keine laute Propaganda für diesen Abend getrieben hatte, fandensich mehr als -tW christliche Lehrer und Lehrer innen der Groß-Berliner Schulen ein. Thema und Redner übten ihre Zugkraft aus. Als Kunsthistoriker ging der Redner von den Kunstwerken aus. Es bestehen fast in allen Zeiten Geminsamkeiten der Kunst, Etilarten, die sich über die Grenzender Länder erstrecken. Und doch sind große Unterschiede in den Kunstwerken einer Zeit bei den verschiedenen Völkern zu sindeu. In den Werken zeigt sich etwas vom Schöpfer. — Tie nördlichen Länder haben besondere seelische Eigenschaften in ihrer Kunst, ebenso die Länder südlich der Alpen. Können diese Verschiedenheiten nun auf „rassische Ursachen" zurückgeführt werden? Aus den Gemeinsamkeiten läßt sich nicht auf eine Rasse schließen, denn nahverwandte sächsische Stämme weisen, etwa im Kirchenbau des früheren Mittelalters, oft große Verschieuerljeiien auf. Die sehr feinen Stamme-disserenzierimgen in der deutschen Kunst verlieren sich im Lause der Entwicklung und eine einheitliche deutsche Kunst entsteht. Tie Rassen können dabei nicht maßgebende Faktoren sein. In der Geschichte sind sie nie geschlossen als^ solche ausgetreten. Am Beginnt stehen die Stamme, oft sogar feindlich, nebeneinander. Ueberall ist starke Raffcnmischung vorhanden. „Reine Raffen" gibt es heute nicht. „So stellt der Begriff der reinen Rasse gewissermaßen eine ideale Forderung dar." - Ja das Schlagwort von der „Aufnordung" zeigt schon dielen fordernden Charakter, der erst erwas Nichtvorhandenes schaffen will. Forschungen und Messungen bei den sogenannten „nordischen" Völkern ergaben einen sehr geringen Bestandteil ..germanischer" Elemente (bei den Schweden haben 30 vom Hundert Langschädel und nur / vom Hundert blondes Haar; bei den Friesen und die Ergebnisse noch geringer). Tie Rassenwrschung hat dort, wo sie Kunst heran ziehen wollte, große Mißgriffe getan. Man kann sich nicht auf die gemalten Porträts stützen, um daraus irgendwelche Raffen.zugehvrigkeiten abzuleiten, wie Tr. Eohn-Wiener an vielen Bildern zeigte. Tie geistige Bedeutung der rassischen Komponente ist nicht entscheidend. Ter scheinbar so geschlossene, geistig einheitliche spanische Adel in ungeheuer grün sch!, wie das spanische Volk lüberhaupt. Man findet n i r g e n d s reine Rassen. Wenn die „Raffe" von Wichtigkeit sein würde.,, so müßte sich doch in den Bildern der drei großen jüdischen Maler der Neuzeit irgendeine Gemeinsamkeit zeigen. Aber Israels frei}! in der holländischen Malerei. Pi s s a r r o in der französischen und Lieb er mann ist in seiner Kunst deutsch. Tas zeigen die Bilder dieser Künstler ganz deutlich. Und Dürer, der typisch deutsche Maler, stammt t>on u n - g a r i s ch e n Eltern ab. Es ergibt sich also, daß nicht die Rasse, sondern die K u l t u t ft arte maßgebend ist, daß .die Kultur die Rasse ü b e r l a g e r t. Viele freunde Einflüsse werden ausgenommen, aber sie werden verarbeitet, so daß eine, kulturelle T::s:Vz entsteht. Deutsch i st uns heute ein cst u l t u r b e g r i f ß Alle Großen, die in Tunsalland gelebt haben, an deutscher Kulrur n'wzllaäa'stn habe-n Maler und Musiker, Ticheer und Gekehrte, gleichviel welcher Rasse un.d Ralle irn, und Glieder der deutschen. Kulrureinh.llr. aus w ucham Eta nun. oder ' sie auch Herkommen mögen. Eie - bilden die Einheit des deutschen Volles. Tie hochinteressanten A'.rsftchrungeu des bceuuueen Kunsthistorikers. die er an Bildern der Künstler und an Mmirstücken lEchallplallenl erlämerte. wurden mit arohcnr Bestall auigef?h ■TP-- S3 Fi st ■ J 23 y Lr j~ i-J? y.j ^y^yjy Tcr oacrschleusche Landesverband des Eeutralverems harte 'eine Delegierten und Mitglieder zu einer Reihe von Veranstaltungen aufgerustn. nm nach einem Jahr der Wahlen, d. st. allo ständiger Unterbrechung auf lange Eicht gestellter Arbeiten, eine Ueberprüsnng der Menschen, Mittel und Maßnahmen vorzunehmen, die für die Weiterarbeit zur Versüguug stehen: zugleich Gllre aber auch der innere Zusammenhalt verstärkt werden, der eine der wichtigsten Faktoren jeglicher Gemeinschaftsarbeit ist. L87/ä2ZV2rdrrZ§;3LL8^ In Olslv/Ifz Tie Rüche der Veranstaltungen wurde durch eine L a n d e s v e r b a n d s ra g u n g aru 4. Tczemö er in Gleiwitz unter Leitung des Landesreroandsvorsitzendenst Justizrat Tr. Skalier (Beuthenst eingeleitet. Vertreter aus allen Teilen Oberschlesiens, aber auch zahlreiche Gäste blieben in aufmerksamer und aktiver Anteilnahme au der Veranstaltung von 10 Uhr vormittags bis in den Aberd hinein zusammen. Jusüzrat Tr. Skalier und der Syndikus des Laudesoeroandrs, Tr. Iakobowitz, erstatteten die Berichte über die Arbeit ihres Gebietes. Auch wer ständig die Möglichkeit hat zu beobachten, was in den einzelnen Gruppen des' C. V. geschieht, ist überrascht,, wenn bei solcher Gelegenheit Geschehnisse längerer Zeitläufte in ihren Anlage und in ihrem Verkauf deutlich werden, _un5 wenn sich dabei eine Fülle von Erge buchen herausstellt, die jedem einzelnen Menschen, Familien, Gemeinden, der Gesamtheit zum Guten gereicht haben. Ter Finanzbericht des Schatzmeisters Wol?- s o h n -euaste von der echt obcrschlesischeu Wirtschaftlichkeit der Leitung, ein gründliches Referat über die oberschlesischo Jugendarbeit, erstattet von Medizinalrat Äe. I m m e r w a h r, bewies den Umrang, den dieser wichtige Zweig der E. V.-Tätigkeit angenonunen hat. Als Vertreter der Dereinsleitung nahm der stellvertretende Syndikus Tr. Alsted Hirschberg (Berlin) an der Tagung teil; um sein 4wwrat „Vertrauliche Dtitteilungen über die politische Lage und die Arbeit des Eentralvereins" gruppierten sich im wesentlichen die Diskussion. Ter Referent gliederte in zweckmäßiger Auswahl wichtigste Geschehnisse der letzuen Zoie, die er aus der Fülle des vorhandenen Materials entnahm, in die große Linie der ge'amten Politik und der Vereinsaufgaben und — Möglichkeiten ein und hellte die gedanklichen Hintergründe ans. vor denen sich die Wandlungen in Inhalt und Methoden der Arbeit in nützlicher Anpassung vollziehen. . Tie Tagung hinter!ieß bei allen Teiküdji.LCi;: einen starken Eindruck' von der Geschlv'Rmsteit der G. V. - Organisation. der Verwurzelung der Menschen mit ihr und der Gefolgschall? die sie der Organisation, ihrer Idee und ihrer Arbeit leisten. Mtt?LZ3 in Ksnösnfeuro, Gpjssln uni Gcnlnsn Tiefe Empfindung wurde durch die Beobachtung der Veranstaltungen verstärkt, die die Orwgruvpen H i n d e n b u r g, Benthe n und O r che I n am 4., ss. und 6. Dezember, teils als Blltglieder-. reiU als Gemeiudeocrsannnlu>ng mll Tr. Allred H i r s ch b e r g als Redner über das Thema ..Bis hierher und nüc voeiter.-" stattsinden ließen. Tie Ort^gruppeuvorsipendeu. Rechtsanwalt Tr. Le n t s ch ü tz (Hinde uburg), Etadwerordueter B ehrend (BenthonZ und -ltechrsauwaLt Tr. Harry Wolf «Tppeln), konnten stark bestwhie Vrrsam-.nlungcn. eröfmcn, die einen erheblichen Teil jugendlicher Telluehmer aufwiesen. Einen besonderen Hinweis verdient' die Tiskussion, die sich in Tppeln dem Oke fe rat anfchloß. Tcr Führer der Tppelner Zionisten, der mit einer Reibe von bluhüngern er'schienen war, grill das Referat, den G. V. und dessen Arbeit sehr scharf an. Ihm wurde zunächst aus den Kreisen der Trtsgruppen, insbestndere auch durch das Hauptvorstandsunitglied dos E. V Tr. Erich ch i r s ch b e r g wie durch Tr. Brauer und Rabbiner Tr. Psiugst geannvortot. In seinem ausführlichen Echlußwort setzte sich T r. rl l f r e d H i r s ch b e r g in wirkungsvoller m;d die Problenne in ihrer Bedeutung an'-' zeigenden Form auseinander und erzielte damit, abgesehen von der - starken Zustimmung der E. B.-Freunde, auch einen augenscheinlich tiestn Eindruck auf die anwesenden Zionisten. Jugön&iandösSyno ia ßlsiwilz Ten Abschluß der Vortragsreihe von Trä Alfred Hirschberg bildete eine Jugendrund geöung der ol>erschlesischen G. V.- - Jugend in G l e i w i tz am 8. Dezember. Nachdem am Nachmittag in einer guibesuchten Führeraussprache, atlf der etwa vierzig jugendliche C. V.cr anwesend waren, hauptsächlich über organisatorische und Arbeirsprogrammsrageu verhandelt wurde, vollzog sich die Kundgebung in eindrucksvollem Rahmen. Weit über zweihunderundfünszig junge deutsche Juden vom neunten Jahre au waren aus den Städten des oberschlesischen Industriegebietes. teilweise in ^onderautobuyen, in „zünftiger" Tracht mit ihren Wimpeln erschienen. Mi: Sprochchöreu und Psalmenacfang nahm die Beranstalrung ihren Beginn, um die sich neben ihre:n Leiter, Tr. Erich ö: r s ch ö e r g, die Herren Medizinalrat Tr. I m m e r w a l) x und' Tr. I a k o b o w i tz von fcitcit des Landesvorbaudsvorstartdes sowie die jungen E. V.er Referendar Ko sack. Rosent h a l. O r g l o r und H e r z k o, um nur einige von den vielen zu nennen, in unermüdlicher Arbeit verdient gemacht hatten. Nach Begrüßungsworten des Ortsgruppen- Vorsitzenden von' Gleiwitz, Sanitütsrat E ch l e s i n g e r, auch namens des Genieinde- Vorstandes und der Repräsentanz, weihte Referendar Ko sack die Wimpel zweier neuer C.V. - Jugendgruppen. Tie Festansprache hielt Tr. Alfred Hirschberg über das Thenia „Zeitrv ende i n u n?, 'Z e i t w e n den m u n s". Tie Versammlung lang im Anschluß daran stchcnd die dritte Strophe des Deutschlandliedes. Astrch einer knrzen Pause richtete der geistige Führer der G. V. - Jugend Lberschleneus, Rabbiner Tr. O ch s (Glei'.vitz), zündende Worte an die chm vertrauten jungen Menschen. Mir einen: Schlußwort des Referenten des Abends nahm die Veranstaltung ihren Abschluß, die iür die älteren Teilnehmer, eine Stunde hossnungs-roher Betrachtung, für die Jüngeren ein rieies Erleben für ihr Weiterwirken in und für den G. V. bedeuten wird. Wehet die Vcranstaltuugett in vcn L a n *> c E v c t b ä n V c u Link srf)cin nnv H a nr b u - g berichten wir in Vor nächsten Woche.

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