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Central-Verein-Zeitung · 1932-11-25 · 48 (25.11.1932) · p. Seite 486

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
48 (25.11.1932)
Date
1932-11-25
Page
Seite 486 (sequence 6)
Language
German
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4$ 6 A rony mus. die Gesch^rch Le meines Vaters^. Wiederum d:e Schleier des be'on- .deren Stils, in dem Else Laster-Schüler ihre Gedanken und Gefühle und ihre an sich höchst scharfen Beobachtungen mehr hinzuhauchen scheint, mehr hinzuträumen als zu ordnen. Es ist kein wohlzugcschmttener Ziergarten, aber ein Garten bleibt es, der sich dem Leser eröffnet. Tie Menschen, denen die Dichterin hier nach Jahrzehnten Liebe bezeugt, die Männer. Frauen und Kinder ihrer Sippe schreiten uns emgegen. altvaterisch und doch mit allen Zügen, die von Geschlecht zu Geschlecht d:e gleichen bleiben. Eine ganze Zeit wird lebendig. Welch eine gute Zeit, da noch der junge katholische Priester den Judenknaben Arthur Aronymus zu Weihnachten im Psarrhause beschenkt! Welch eine Zeit, da der Bischof von Paderborn sich bei Else Laster- Schülers Großvater zum Passah abend ein lädt, im Kreise der zahlreichen Familie und neben den Armen, die diesen Abend mitfeiern dürfen! Frrrlich. auch über diesem Jdrjll hängt -in? Wolke. Erinnerung an Pogrome, an die Beschuldigung des Mordes an Ehristenkindern. .Mer das Unheil verweht vor der Dernunft und vor der Güte.. Als ein milderes und heiteres Seitenstück tritt diese Geschichte neben Heines gespenstigen „Nabbr von Buchara ch". Während der Ostertafel kommen der katholische Kirchenfürst und sein jüdischer Gastgeber überein: ,.Mit einem bißchen Liebe geht's schon, daß Jude und Christ ihr Brot gemeinsam in Eintracht brechen V Und das fei ein Segens'pruch. der aus dem kleinen Buche der Else Laster-Schüler weit hinausdringen möge! Ernst- Liffauer Irrst... ' Am 12. Dezember feiert Ernst Lisiauer seinen 50. Geburtstag. Es wird sich hoffentlich an diesen! Tage erweisen, daß die Wirkung, die dieser starke und reine Geist durch die verantwortungsvolle künstlerische Leistung von Jahrzehnten ousübte, eine große Gemeinde in Anhänglichkeit vereint. Tie deutschen Juden, die im Centralverein nicht nur ihren politischen, sondern auch ihren geistigen Beweaungsraunr sehen, muffen zur Lichterpersönlichkeit des jüdischen Teutschsn Ernst Litauer besonders starke ^dankbare Beziehungen haben. Tie schönen weiten Raume, die RechtsanwaltDr.Georg Fontheim und seine Gattin dem Eentralverem am 16. November in erprobter Gastfreundschaft zur Verfügung stellten, um Ernst Lipauer die Gelegenheft zu einer Vorlesung aus eigenen Werken dem Krebse von Gesinnungsfreunden zu geben, sichen darum auch ein zahlreiches aufnahmewilliges Publikum, das den Lichter herzlich begrünte und ihm ebenso herzlich Beifall zollte. Lisiauer las zunächst einige Szenen aus seinem Mosesdrama „Ter Weg des Gewaltigen" und trug dann nach einer kurzen Pause gedankenstarke sprachlich mcisierlichft Gedichte vor so auch das in der Goethe-Nummer der ..C. V.-Zeitung" veröffentlichte „Besuch bei Goethe* —, 'und beendete seine Vorlesung mit den von politischer und dramatischer Spannung durchzitterten Szenen ans dem 3. Akt seines Dramas ..Luther und Thomas Münzer". Vor Ernst Lisiauer hatte Syndikus Tr. Alfred Wiener in Worten, die von V.rständnis für den Dichter zeugten und um Verständnis - für ihn warben, zürn Ausdruck gebracht, weshalb das deutsche Judentum Ernst Lipaner mit Stotz als deutschen Sichter jüdischen Stammes empfinden und an seinem Geburtstage feiern dürfe. Tie Leiterin der Groß-Berliner Fmuengruppen, Margarete Fried, beendete den cff'iziellen Teft des Abends mit einer Ansprache, in der sie die Verbindung der Well des Dichters mit der Gegenwart herstellte und zur Mitarbeit im Eentralverem aufforderte. A. H. E. v.-Herm-Sti'ftungsstft Eine Ping-Pong-Platte als Podium, ein von Freunden. geliehenes Klavier, ein von einem Besucher besorgtes Scheinwerserlicht: das waren die sichtbarsten Zeichen des äußeren Rahmens der schlichten Feier, die aus Anlaß des einjährigen Bestehens des C. B.-Klubheims für jüdische itoerklüLlge in Äcrlin in Anwesenheit des Vorsitzenden des C. B., Justizrat Tr. B r o d - nitz. am 19. November d. I. stattsand. Ter Eememschastsgeist, der in diesem ersten Angesteütenheim des C. V. herrscht, kam an diesem festlichen Abend deullich zürn Ausdruck. Er zeigte sich in der Vorbereitung und der Gestaltung des im Mittelpunkt stehenden bunten Kabaretts und klang aus den Ansprachen, die gehalten wurden, immer wieder heraus. Ter Heimleiter, Amandus L. A b r a h a m, ging in seinem Bericht auf die Kerngedanken ein, die zur Gründung dieses Heims durch den C. V. geführt hatten, teilte Einzelheiten über die erfolgreiche Wirksamkeit der nun nicht mehr neuen Stätte jüdischen Lebens in Berlin mit und hob die Notwendigkeit der Schaffung weiterer ähnlicher Einrichtungen hervor. Nach ihm sprach für den Kreis der eigentlichen und ursprünglichen „Autoren" des Heims Tr. Alfred Hirschberg. Während für einen gewissen Menschenbezirk des deutschen Judentums zweifellos das Gemeinschaftsbedürfnis vorhanden. die Gemeinschaftsform aber noch ungewiß war, sei mit diesem Heim Form und Gemeinschastsinhalt geschasstn worden, die sich bestens bewährt habe; und bei aller Unter'chiedlichkeit der Besucherschaft in mannigfachster Hinsicht sei das Gemeinschaftsbewttßtsein in letztem und tiefstem religiös fundiert. Tie zahlreichen künstlerischen Vorträge ernste: und heilerer Art. wie immer von tzeimmitgliedern geboten, wurden mit großem Beifall ausgenommen. ebenso die Darbietung des erst vor kurzem gebildeten Heimchors, der gum erstenmal nütwirkte. Justizrat Tr. B r v d n i tz gab in herzlichen Dorten seiner besonderen Freude darüber Ausdruck. daß er in diesem Heim ein für das jüdische Leben wichtiges Wert geschaffen sehe, desicn Entstehung vor einem Jahr er aufs lebhafteste begrüßt habe und für dopen Weiterentwicklung er sich persönlich nach Kräften einsetzcn werde. Annähernd 150 Menschen, darunter einige Vertreter des Landesverbandes Groß-Berl i u, waren an diesem Abend in dem C.B.-Heim — dichtgedrängt —versammelt. Sie alle werden sich der Tatsache bewußt geworden sein, daß der C. V. mit der Errichtung dieses Heims, das — Achtung! Mitglieder der Rhön! Am Sonntag, dein 27. November, nachm. 3 Uhr, BEZIRKSTAGUNG DES LANDESVER¬ BANDES MITTELDEUTSCHLAND in Vach a. Leo Karanitzer spricht über: „Stadt und Land, Hand in Hand!“ Artur Schweriner, stellvertr. Syndikus des C. V., wird au3 der Arbeit des C. V. berichten. DELEGIERTENTAGUNG DES LINKS¬ RHEINISCHEN LANDESVERBANDES. Sonntag, den 4. Dezember d. ch in Köln, Klubzimmer der Rheinlandloge, Cäcilienstrasse 18—22. Tagesordnung: Vormittags 11 Uhr: 1. Vertraulicher Bericht zur Lage! (Kikkblick und Ausblick). Referent: Dr. Alfred Wiener (Berlin), Syndikus des C. V. Nachmittags 3 Uhr: 2. Unsere Mitglieder und wir! Referent: Rechts-?n»*U Nr Kurt Alexander (Krefeld). 9L Aussprache über die Festlegung elnheitncser Richtlinien für unsere Aufklärungsarbeit! Kurze Einführung: E. Jacob! (Köln). 4. Verschiedenes. Rechtsanwalt Dr. Rudolf Call mann, Vors. trotz mancher Schwierigkeiten im Anfang — schon nach einjährigem Bestehen ein erfolgreiches Werk darstelll, einen schritt getan hat, der. wenn er nicht der einzige bleibt, letzten Endes für die Verwurzelung des C. V.-Gedankens im deutschen Judentum und für die Erhaltung des deutschen Judentums selbst von beachtlicher Bedeutung ist. E. G. L. Kleine Chronik Kürzlich vollendete unser langjähriges Mitalied Salo Freund, früher Landsberg (O.-Sch!.), jetzt in - Berlin, sein 79. Lebensjahr. Ealo Freund hat sich um Deutschtum und Judentum vielfach verdient gsmacht. Für sein unermüdliches Wirken für seine vberschlesische Heimat wurden ihm von der Prorinz Schlesien die schlesischen Adlerordrn II. und I. Klasse verliehen. Den in Landsberg seßhaften wie den aus allen Landesteilen damals dorthin geströmten jüdi'chen Freunden wird die o^'ervolle Tätigkeit dieses ed'.en Landsmannes unvergeßlich bleiben. Möge es ihm vergönnt sein, an der'SAts seiner Cattin noch recht lange bei vollster Eesundbeit für seine Heimatstadt, aber auch für die Allgemeinheit zu Dirken. — Das langjährige Mitglied des C. V. Dernbard R o s e n b e r g, Sonneberg i. Thür., feierte am 22. Novembec seinen 60. Geburtstag. Roscnberg ist seit vielen Jahren ein besonders tüchtiger und eifriger Leiter der C. B-'Ardeit in Sonneberg. — Äm 20. Sioues:ber begeht der Vorsitzende der Ortsgrurre Köthen des E. V. Zsidor Schönfeld feinen 60. Eeburtsmg. Der Jubilar bekleidet viele Ehrenämter. Er gehört u. a. feit 12 Jahren dem Vorstand der Kultusgemeinde an und ist stellvertretender Vorsitzender des anhaltifchen Landesverbandes Israelitilmer Kulmsgemeinden. — Theodor Zu st, Cro^en an der Oder, beging am 5. November mit feiner Cattin das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Dir gratulieren allen unseren Freunden herzlichst. — Prediger Erich Lohn, Leobschütz (O.’S.), verläßt 3um 1. Januar 1903 die Gemeinde in Leobschütz, um einer Berufung nach Kreuznach zu folgen. Verlag: Eentralvrrein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V., Terlin V/ i.5, Emfer Sir. 42. Tel.» Adr.: „Eentralglauden Berlin". Postscheck: Berlin 30472. Hauptsch.riftleiter: Dr. Ludwig Holländer. Lerantmortli-ch: Dr. Margarete Edelheim. Leide Berlin W15. — Unverlangte Manusllivtr werden nur zurückgesandt, wenn Freiumfchlag bciliezt. — Uet» antwortlich, für Len Anzeigenteil: Friedrich Satten, LerNn-Halenste. Druck: R it D o 11 SM o f f e, Berlin SW 100. H&raslarc und andere Ahbaustoffe sind die Ursachen der meisten Krankheiten und führen leicht zu schwerer Arterienverkalkung Magen-, Leher-, Gallen- Nieren- und schworen Nervenleiden, vorzeitigem Altem o.einem frühctLoi: quilvDllenTod. 'Bi*. Senders Lsh>Qns-Ecr2^2 (geschmacklich angenehmk ein Produkt aus naturreinen P:l:inzen.ruhs2!ten und Extrakten nach Professor Bftrgi’scheni Gesetz, scheidet die Krsnkfoeiasarreger rssSTos aus und macht einen neuen Menschen aus Ihnen! Einmal erpreß-teraa? gelebt Grosse Flasche M.2,Sö zuzügl Porto. Kurpackung 3 Flaschen M. 8,50 franko. In Apotheken erhält!. Probefiilsehchen and das Bach: Die Ksnst, des Leben zu verlängern, gegen C~< Pf. in Briefmarken durch die Schmelzer ßpetaeks, E-erkfi W 8. Friedrkhstr. 173 Ä 2. Alleinhersteller: Pcrsaua- . PräDarate-Fsbrik, Berlin W Für das Anslwid ist der Alleinvertrieb an solvent« Firmen zu vergeben | |, Tiiüüüiiiüüüi;!:;;;:;:,;;:; rc: 7 b'- -- xncV-:^ u n ü b e r t r o f f e ji bei niieuEtiti Qich^ 11© q v' csiime f z e n Ischias, Hexsns-chuB a Erkältungskranliheitea Stark harnsäurel5send, bakterientötendI Absolut unsciädlidil Ein Versuch überzeugt) if» .n>. Weaa Sio aber »elhii M »chlank waren, kSanica Sio Ruch fiiaker und bcwc^’.'chec sein. Trinken Sso deshalb Dr. Ernst Lichters i i FrühstQcksurautcrtcc \s er sorgt für jugeziL ScLl^nh- { «eit und Korperlrisdie. Wi* Irisch u. wohl Sic sich fühle», welch herrliche Spannkraft Auch in späteren Jahren! Pack5. >1.1.60, Kurp.>L2.-extrastark* M.2.25 und >L 1123 In alle» Apotheken und Drcgtcica. »BOBSTßCM-PEUUTeSTSS g.HernaeB*'* Fabrik pharmaseuL Präparat* GvlKtraUl

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