Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 48 (25.11.1932)
- Date
- 1932-11-25
- Page
- Seite 481 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Noch steh: nicht fest, oö Hi.ler oder einige seiner Getreuen im künfligen Kabinett vertreuen sein werden- Aber ichon die Möglichkeit, dost die neue Regierung maßgeblich von der NSDAP. cho- Liu.slußt sein könnte, und die Ansprüche, die Hirler wiederum, aus die Führung dieser Negierung erhoben hat, haöem in? eilen verfassungstreuen Kreisen des Leut- ' scheu Volkes, also auch im Lager der deutl scheu Juden, Zu ernster Diskussion geführt, i Man hat das Zurückgeiretewe Kabinett von Rapen als den 8Letter Teuuchlands vor der Uoberslutung durch den 2üasti onal sozial i§- mus gepriesen. Tie historische Wahrheit gebietet die Feststellung, daß- Herr von Lupen und sein *v.:eL’;ii Zunächst ihre “• Aufgabe, im Eegonsan Zu früheren Negierungen, in der Eimchauuug des NationalloZialismus in die Negierungssührung sauen. Tie Regierung von Puren bekam, als ne Hitlers Anspruch auf Alleinherrschaft ad lehnte, den Tunk vorn Hause Hitler Zu wären, und sie hat sich im Cassenkampf, > in den sie gezerrt wurde, gewehrt. Tiefe r a k ti s ch e Norwerrdigkeir aber ist etwas ganz anderes als die grundsätzliche wegnerAbaft gegen den Nalioualsozialismus. Tie Pflllot Zur gerechten Wertung gebielet aeer auch uns d.e Feästellung. daß die Regierung von Puren antiseminsche Gmrecbcungsansprücoe der Rationalwziai ürte mrllcogcwiesen hat. Mögen die i ar'llosrati'chen Kreise, deuien dieses Kabine ei cmsuuunre, Berlländnis für die lsusm'ä'ug des sogenammn luwurollou Antillollllonms haben und Zu gllellstoallücher - mumm m der deutschen Juden rreigem , 2 uda verrecke" klinge in ihren Ohren als s;I.le Ts'n::r11Z, nI.r du".: a11geiu.:. dic seemonie des dcullmcn irchcoa'mlclens, das o.nlloeu Tcursallands un Auelande Zu oemmdeu und die überzahlrcichen inneren Arui.ueegwch um einen rnn-öügen zu ver- > ii:.. uren. Ruch rat fragen manche Freunde, ob ein wlcher Widcrüund neu auch dann ernseunlwn wird, wenn tue neue Regierung sü.lerrche Vertreter in m-ustgebendcr Tletlunu a von bi gru-, .. Imionl scheu d Traats uswei'en sollte. Tie Tiskivüeu säurt .r aus auch Zur (erwägung des aiio.i ssulichen Oweits, ob man der rcooi r du rchs e h i eii a n 1 i pur ln nw n tar icZT'u.L. üeerhuuvt einen Teil der macht ausliefern dürfe. Tie Gefahr eines Staatsstreichs, eines kühnen Hinausdrängens von nicht nationalsostulistifchen Miniuirkollegen, eine Nachahmung des faschistischen Vorbilds, scheint gegenwärtig gebannt. Seit dem Sommer dieses Jahres ist der fanatische Elauör an Hitlers magische Rewertraft erschüttert. T:e „unüberwindliche Bewegung" hat sich am 6. November als durchaus verwundbar g-r- Zeigt, gleichzeitig aber hat ein Kabinett, das sehr energisch und mit grasten Ltachtansprachen seine Regierungsdauer auf mindestens vier Jahre geschätzt hatte, binnen fünf Ltonaten dem Trüugen der Voltskräfw weichen müssen. Derartige Entwicklungen müssen den Trägern der staatlichen Machtfunütonen zu denken geben.. Deshalb ist nicht mit einem allzu bereiten Hinüberwechseln und Festleaen auf ein von Oirler Zum Teil abhängiges Regime 'Zu rechnen. Man weiß in den Lerufsgruppen, die für eine Stabilisierung Hitlerfcher Macht ausschlaggebend waren, um die Zeitbedingtheit der uationalloZialinischen Bewegung, und man unterfchäht nicht jene anderen zwei Drittel des deuisthen Volkes, die sich am 6. November sehr deutlich gegen Hitler gestellt haben. Tiefe Grwä-uugcn worden auch bei den Nationalsozialisten eine Rolle spielen, wenn sie etwa, an der Regierungsverantwortnna beteiligt, ihre billigen anti'emitischen Forderungen zu Temonürarionsanträgeu erheben sollten. Uelur diue La.all.he Rueläelu hinaus aber werden Koalitiousgonollen der NM'TelP. aus grund sä'sicher vlo.ehunng uud Prakn uher Gruoägung sich von Lsünschen distanzieren, die anstatt der notuoeuwigen Beruhigung neue Nuspeir'chnng der Von sgegenssuoe Zur Folge hüllen. Tie'e realoolin'stne und uisn dura) die Brille des umuuwegten Ovtimnmus gewoene GaewiLl'.n.g säure Zwingend zur elllehnung jener l... erneu es. iz, in der Gwnehtemacher und Verelendungrcheoretieee die Bimation der deutseueu Jukeu smwarz in schwarz malen. - ■> . ^.aa. r - <^y -v ■- '■ - - - - " aa v v ,• y <y; _ ■> v ■>* -A •** £>l? ' " oll e Be ll euch - ug des /*> ~ •- *■' '» » 'J- ■* T-. ,■» -4 '■ •, ■* A« . verr i no — Deuljwun..e A.tts Dent-c:; gegen rratie-vallvZi.eliswss-eu . Terror Die schweren Ausüchreitungen, die sich ein kleiner Teil der Breslauer Smdensteuschaft gegeistden jüoifehen Ordinarius Professor Tr. Grn-L Gönn hat Zuschnlkew kommen lasten, müssen in diesen Blä.werichuud vom Geutralrerein weniger vom polizeilichen Cesichtspunü als von dem muwer verfassungsmäßigen Cleichrerechngnng betrachtet werden. Wir Zweifeln uich: daran, daß Rektor und Fakultät und ebenso die Polizei den guten Willen haben, die teilweise brutalen Ausschreitungen abzuwehren und das Abhalten der Vorlesnugen Professor Cohns Zu sichern, mag mau -auch im einzelnen an Nlastnahmen oder deren Durchführung Kritik üben. Für uns deutsche Juden geht es um weit Höheres- Es steht in Bresian zur Entschei- Dung, ob die verfass ungsmüiKgr Gleichbercchrrgung im akaärmRllwn Lehramt für nrrs gilt oder nicht. Nichts kann gegen Professor Gogn vorgebracht werden als sein Judowin. Deshalb soll er guralu-am an seinen Vonesungm verhindert werden. Siegt solche brutale Handgrcifächkeill so ist damit ein für uns entscheidender Absatz der Verfastung außer Kraft gescbt. ° Lei der grundsätzlichen Bedeutung dieser Angclegeuhut hat der Svnd'.kus dys Geutraloereins Tr. Alfred W i e n e r den Kurator der Universität,' Rl-e o:t. m Zs nräsident cn a. T. v. B a h r e n M :l d , io. Breulau aus' wsuchc. nachdem in ai Ul-g'.I uuoer Rück stnab w mit müereu B rew oseeuuden Kweec und Fiel der Zu u: Mm ohm enden Mhe 1 ttc Kllgeüelit waren. Zu er Bor- AM :Mr 7'0 -2 aus- D'-i: I’7r uw all e s Ne cllerschl. Kwu -p. 2lo N, uwd : e u c •* bcsiu hu en Vr u Overpro , : £ e I Kcir - Vor Pror Ü'0 -Z g "stau. Ov.;j 2 c a e n felD. 2 tru ' m Run Die uiMFRZliche Ls ll' Zl eit Des yy leb t mr. Dar Ollem ermt Halte sür e Dn'llegnugcn wch: aus Vorm Am Montag. 21. November, ballen der Direktor des Gcntralvereins, Tr- Ludrvig