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Central-Verein-Zeitung · 1932-11-04 · 45 (4.11.1932) · p. Seite 457

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
45 (4.11.1932)
Date
1932-11-04
Page
Seite 457 (sequence 9)
Language
German
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457 MsLrrch lüsirn Zum sreözrgsttn Grbnrt.rtng des grsßnr Hysterikers Zn Friedrich sticincctc. c-cmn 'WWcknr <>>'- fcirtstög soeben ron der dnnstHn Tllllnmüstcn gefeiert wurde, riecht die ■ 'k:vlr ::::id)ak einen ihrer größer:: llicillen 2:1:': .mo — wie der Lchreiber dieser Zstlen — iri : ::::n engeren Lchülerkreise Memcckes gehör?, wird dcnnren die Anregungen seiner Lehre zu den :oeo:rellswn Bereicherungen stirer geistigen En-rial:mg zählen. Wer auch immer mir dicllm st.irnen Gelehrten in Berührung kam, kann den Rstz stirer Persönlichkeit niemals vergeben. dar? gegen sich selbst, stellt er cn seine Bchückr strenge Anforderungen; er duldet Jiin? Nderstart und Halbheit und zwingzur ^elbstand iast.it de- Urteils. Sein eigenes Denken ist den üri.rllrr Verantwortung gegenüber Volk und nwmamei: getragen. Obwohl er mit vollem stürzen bei von den /Vätern ererbst:: dem'chcn Wckmo zugetan ist, hat er sich dennoch zu der ststst: des politischen und gestll'chastuchen Foromri::s steudig bekannt. Ursprünglich kon'ervmio w-ard er zu einen' übermuamn ck deutschen denwkrcst'chon Tmaeso.B seinen Haupb.verken '-pricht er als st licheii Berrapung der Nation, dikalismus abhold, hat er die stiel entschieden abgelchnt. Eindrm-alich warnt cmr stndend, ,:hänzer des arllens. Zn mm o-er sitt- A^e:n Razr-Bemegung der der Uebnnachznng seiner ,Zd ee die Deutschen stör einer reinen Machtmoral. Zn Staats rüson" schreibt er: ^Jedenfalls aber liegt es aich im eigensten Znterepe des Dtaaies, den? Ucchre, das er gibt, selber zu gehorchen und' die bürgerliche Moralität im Innern durch sein estgerres Beispiel AU Pflegen. Litte. Rech: und Mastst können so rm Inner:! des Liaates harnmncsth für rinander arbeitend Meineckes Weltanschauung ist cn der §u» manitatsidce des deutschen Idealismus orientiert. Erhaben über jedes Vorurteil, bearrrst er den jüdischen Dollsgenosten stets gerecho, unvoreingenommen und wohlwollend. "In 'einen Werken hat er dem Genius Lpinozas chwürcheig gehuldigt, und namentlich Friedrich Julius' Dtahl, den Lchvpser der konserstatioen Dtaatü lehre, rn seiner Bedeutung umvinem Lein mrnemchaft- Liches Interesse an der Iudenfrege har er dadurch bekundet, daß er eine wichiige Untersuchung von No'a D u! a § über dir Motive der preußischen Z ud e ncm anz ip a - tion veranlaßt?. Manche seiner Schüler, die heute im alademischen Lehramt wir::??, und ursprünglich jüdischer' Abkunft. Von jüdstckm. Zeitgenossen ist ihm bcwnders Franz Roien- Aweig, der vedrurende Phllochpst und lstberretzer. nahegetreten. Bosenzwoigs grundlegendes Wer! über Hegel und den stacht ist Meinecke in dankbarer Verehrung gewidmet und not stinorfttts die Forschung des Lehrers br'uuhiet. Bekanntlich siechte Vostnureig an einen: qualvollen Nervenleiden dabin; unvergeßlich Il-stst mir die tief menschliche Besorg nis und ll'uue .n Mnw. mit der Meinecke — während ei ms perst'wlichrn. Gesprächs — jenes traurigen TWckstW Fd ollste. Dem großen Historiür mumm nch-iinun Elücktvunsch darzubrin zerr, ist uns dcustchen Zuden eine uns ehrende stslicht. Dt. Fritz Fried,!aender. . Düs SshrfshrisaAt Uz EäststWrr GsksSs»*, Vrr- I3s, warnt vor einer: Huu: 'jeit.M :enic:, LvouTuöu^r cira'e 17, der für eine ficmcinfdjrft Mststcr Eroecrwustr, «lrbt. Er sammelt hVchftDLörfür ftüre eigrv.Ä Tasche. f* u -U ' r W r ,v^4 4 Marrrrr B'stwr: chust-uraustw^ Lchockcnm o r i w n, ür-1 i i ■; -;•» stl-u: f?:::: Z-k Meristhen rou st her in zwei Grrmweu rstlen: de: den einen ist „der Du:chbruch" ge'cheben, bei den cwZcxn nicht. Man nennt stnc a:::u die feeli'ch'.g.'istigtn, die „wissenden", diese die nnio-unbewustten, körperlichmaterirlististun. dicsseitigen stllcuschen. Man kann den Unterschied zwi'uwn den beiden Grupven eigenstich nur denen, die den Durchbruch schon erfuhren, llarmechon, und ihnen brauch? man ihn nicht mehr klar zu machen. Man muß vielru.chr ständig daran m.deiterr, ihn denen, die noch nicht zu'den ,Wi'"w:den" gehören, zu zeigen, vielleicht daß drum bei dem einen oder andern der Durchbruch geschieht. Denn er kam? bei jedem Menstchen geschehen. Martin Bnlwrs Lebensardeir ist nun darauf gerichtet, das Wasen dieses Dlwchöruchs zu enthüllen, anschanl'ch zu machen, zur Wirkung zu bringen, den IstewiHuden zu beweisen, damit sie , vielleicht von '^ch aus zu den um das Lcbcnsgeheimnis Wo"enden werden. Aber auch den schon Wiswo.dnr dient erst weil, sie durch sein Luchen und Flüren. Finden und Temen die Bestätigung und Berrichermrg ihres ZnnLnleöenZ erfahren. 2k leben mit Marti:: Bub er wie mit stich selbst im Verhältnis von „Ich imh Tu", wie er einmal IW ein Buch genannt hat. oder iu ständiger Zwiesprache", wie ec jetzt die Ergänzung zu ,chch und Du" nennt. Zn dieser Z:Wesorache erinnert Bnber an den Traum vom Dovrelruf: aller Rist sehnt sich nach dorn Gegen ruf, alles Ich nach dem Du. Und beschreibt dann das Wesen des Gesprächs, das kein Aufnuanderzrrredsn ist, das ein xnütdlen* Los BchrWastn ist. eben jene inn.ere dialogische Mckhaltlosigkeir zwischen Menschen, die sakramental ist, dis herlig ist und heiligt. 2:z führt über Mcinnncen hin 'zu dem Faktischen, dom Brudersein der rückhaltlos einander zeig-HSrigerr wefLNhcrften Men'chen, zur Einheit des Ich und Tu, zur ,Dnalogikch die niemals das Dialchrische ist, weil kie ja nicht intellektuell oder monologisch, sondern allumfassend, weseichast. religiös ist, weil sie Wm Verhalten der Men'chen zueinander ist, das sich in ihre::? Derrsthr nur eben darstellrch weil sie „die EegenseitigkeiL der inneren Handlung" ist. Allan wird ibrer inne. und indem man ihrer imie wird, erkennt man ihre Mögllchkeirs^rrrnzen. An welche?? Zestchnr erkennt, erlebt man nun das In:?cwerden t „Leben heißt angeredet )verden/ heißt emr'üuglich werden 'ür, die Anrede der Dchör'unist Ik jedem Bstnschen mwertraut ist. Wer Liehe B:iruu:e in seinem Innern hört, ist im Besitz von „Anspruch" und „Verantwortung", ist ein religiöser Mensch, zu dem Gott spricht. Wen aber Gorr anspricht, der trägt Vorannvor.nng: „Echte Veran-worLung gibt es nur, wo es wirkliche Antworten gibt". Es ist an Bnbers neuern Buche nun das wundervoll Bewnnstmde, daß über des Beschreibe!? dos Gostchehens des- Wirlens- oder Jnncuoerdens vrrdri::-?: Lcm Wien im Dialogischen. zum dialogischen Dasein. Gr tni» hüllt, wie man uA jicl> sein muß, um zum andern zu gehen, den ander:? lieben zu. Linnen. Er offenbart die Grundbcwegung des dialogischen Beins, die Da „dne Wescrwüandwmg des Menschen ist, um die sich eine Westnchaitnng ausbaut". solche Wrstnshandluug ist die „Hinwendung", ist die gelebte Einheit, fordert vom Denken ein Wrauswachsen aus dom Tiakelllchen, vorn Eros, Last ffn::r wer den andern ö. stnschen selber meint und sich ihm zürnt, in ihm die Welt empfängt" und von der Gemeinschach dnß sie von: Ich zum Du geschieh? und kein Gebündeltchiü ist. Wer dies „Ich und Tu", diestm Anspruch und Beranlloorlunz in sich und sich lebt, in dom ist der Durchbruch geschehen, der bewährt sich nun int Persönlichen »vre Allaw meinen. Es gibt nur sehr wenige religiöse Menschen, die mit solcher Ktarhett an die demen Tiefen unslwes seelischen und religiösen Lebens gelangen wie Martin Buber. ckllan hält durum auch durch dies narre Buch sein veran.le.ht, immer wieder und wieder „Zwiesprache" mit ihm, und jede Zwiesprache bereichert, klärt, erhebt, Wjeitgi, beruhigt. Weine Religiosität offenbart sich hier rein. Kanirs älania Lll^Ler. Dr. Ludwig Freund: ,,PhAsfoph:c^ ein unlösbares Broblrm. Abrcchrunnz mit der IllustonW Verlag Ernst Rcinchrdt irr Minrchcn. Der Geschäftssührer des NeichWundes jüdischer Frontsoldaten, der frühere ^yn.diöns des E.B. in München, Dr. Ludwig Freund, hat ein kleines Werk verfasst, das auf den ersten Blick lediglich rein philosophischen ZrchalL hach bei genauer Lektüre zeigt sich aber, daß diele cchrist für die Lösung der uns ä.'rühreaden Probleme von ungemem praktischer Bedeutung ist. Ter Laie wird das Buch nicht ohne weiteres verstehen. Es enthält auch nicht, wie m seinem Titel gesagt wird, den Bene As dafür, daß Philosophie ein unlösbares Problem ist, aber der Untertitel ist richtig, nämlich „Abrechntmg mit dev Illusion". Freund hat sich schon in einer früheren Lchrist ,.Am Erüle der PhilLfophie" mit' len Problemen, die er jetzt zürn Teil eindring-' H^rrL» srrS E'nrÄiLe-r?::«? De! j O '' llW ^.strsrns, f'-Br-L. f " \ ' "; C&cpaztz, Sport.; j 1 f Ä3rmenf«r^’.'t CJr.trf y 'Wü-st __J b «Sea ClpvrhekBr unö Druckes, i licher behandelt, auseinandcrgesetzt und gezeigt, daß jede wissenschaftliche Betrachtung der großen Mensckßeitsfrageu, sei es auf dem Cedi Ae - der Pol'itik, dev Gesellschaft, der Wirtschaft oder der Philosophie, von der -lllarhcit der zugrunde gelegten Begriffe abhängig ist. Slam sollte meinen, daß die Lätze, die Freund immer wieder eindringlich lehrst: Grimdwge echten PhilosovhierenZ sind klare Begriffe rmd Ziel der Philosophie ist die kritische stlärnng ungeklärter und unklarer Begriffe, eine Gellstverftändlichkeit bedeuten. Aber dem ist nicht so. Wir haben heute eine ganze Reihe sogenannter Philosophien. Es braucht nur an die Rasionphilosophie, überhaupt an alles, was heute rnit dem Begriff Rasse, Rlasse, organischer Gemeinschaft usiv. zu tun hat, ennnert zu werden, uru zu beweisen, wie sehr die Umiarhcit der Begriffe dB teidenschasLslom ällärung lebensroichtiger Probleme außerordentlich ersckpoert. Bchon darum allein ist es gut, daß Freund mit diesen Illusionen einmal ab rechne r. Im einzelnen wird seine Arbeit natürlich Widers.prrrch erregen. Im großen und ganzen aber hat er reckst, gotdreckst. Das n:uß man selbst aus die Gefahr hin sagen, daß vie.e Anhänger einer Reihe sich modern u.enmud. e Weltanschauungen mit ' einem ver-mnstckun Amrelzuckcr? von allen Len.en ab-".: rücken pflegen die mit Freund unter allen Umstünden den Boden der Tatsache n zu beschreiten wünschen. l, h. Die Zahnpaste von []\] '!n ■yjTSnni rm verennnm, ch

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