Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 43 (21.10.1932)
- Date
- 1932-10-21
- Page
- Seite 434 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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434 Ter Vorsitzende der Ortsgruppe Groß-Gerau des Centralvereins, der Fabrikant Heinrich Hirsch, Wurde kürzlich durch Neberreichung der Goethe- Plakette besonders geehrt. Bei der feierlichen Uebergabe hielt Heinrich Hirsch eine Ansprache, in der er u. a. aussührte: „Nach dem Schillerschen Wort: ,Cin offenes Herz zeigt auch eine offene Stirn', will ich die Gelegenheit nicht vorübergehen lasien, um einmal vor der Oeffentlichkeit zu erklären, warum. ich fo viele Aemter übernommen habe. Ich bin in Wallerstädten geboren und bis zu meinem 12. Lebensjahre dort ausgewachsen. Die Schule habe ich in Groß-Gerau, später in Darmstadt, besucht. Grundsätze meines Lebens waren die Worte: ,Tuch recht und scheue niemand' sowie Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, die von alters her Grundsätze meiner Familie waren. Lange Jahre habe ich mit Menschen ohne Unterschied der Konzession verkehrt und nicht gewußt, daß man einen Menschen wegen seiner Konfession ansehen würde. In den Jahren 1882 bis 1885 habe ich in Henen-Kassel eine Lehrzeit durchgemacht. Tort kam im Jahre 1883 eine Welle von Antisemitismus auf, und damals habe ich zum ersten Male kennengelernt, was das ist. Als junger Mensch von 17 Jahren habe ich darunter gelitten, nach meiner Rückkehr in die Heimat im Jahre 1885 hat diese Welle nicht ausgehört. besonders in Trebur und im Odenwald, wohin mich das Geschäft führte. Das hat mich immer mehr betrübt, erniedrigt und gequält. Und damals Habe ich mir dann vorgenommen zu zeigen, daß auch die Juden ihre Pflichten als deutsche Staatsbürger zu erfüllen wußten. Deutsche Staatsbürger sind schon meine Vorfahren gewesen; auch meine Urgroßeltern haben in Wallerstödten gewohnt. Das ist das Schlimmste, wenn ein Mensch feine PflichtersülliundwegenseinerKonfession verachtet wird. Mancher wird fragen, ob diese Ausführungen hierher gehörten. Ich habe, was schon lange das Herz bewegt, nicht mit ins Grab nehmen mögen; da ich es ausgesprochen habe, wird mir leichter. Seit Jahrzehnten stehe ich im öffentlichen Leben. Seit 1£-Ö2 gehöre ich dem Vorstand des Militärvereins an, im Jahre 1903 wurde ich Vorstandsmitglied der Hassia, dann sind mir noch viele Aemter und Ehren zugesallen, u. a. die Mitgliedschaft in der Jndustrie- und Handelskammer, im Eemeinderat, im Aussichtsrar der Volksbank sowie in nieinen Berussvcrbanden. Ich habe stets meine Pflicht erfüllt, und ein Men'ch, der Pflichtgefühl hat. wird auch seinen Mann stellen. So ist es auch mir ergangen: ich habe nur noch den einen Wunsch, daß es uns bald wieder bester gehen möge, zum Segen des deutschen Vaterlandes." Antworten Nach Berlin und München. Die Behauptung, die die Zeitung „Der Stahlhelm" ausstellte, wonach Hitler vor dem 13. August verlangt habe, tm Falle der Uebernahme der Macht durch ihn der Freigabe der Straße für seine SA. zuzustimmen, ist von der gesamten Presse lebhaft kommentiert worden. Allgemein wurde der Wunsch ausgesprochen, eine Stellungnahme der beteiligten ossiziellen Kreise zu erhalten. Es ist keinerlei Dementi erfolgt, aber auch keinerlei Erklärung. Wir glauben jedoch, aus Grund sehr zuverlässiger Unterrichtung feststellen zu können, daß die zitierte Aeußerung Ostlers zwar nicht in der Unterredung mit dem Herrn Reichspräsidenten aber unmittelbar zuvor gefallen ist. Interessierter Wühler. Uns ist selbstverständlich sowohl die Deutsche Präsidialpartei als auch die Sozialrevublika nische Partei bekannt. Die politische Bedeutung von A:ugründargen im gegenwärtigen Zeitpunkt kann nur fear 'chwer richtig eingeschätzt werden. Beide Parteien aber nehmen aufs entschiedenste gegen den Ann'eminsmuZ Stellung. Aus einem politistchm Emp-ang der Deutschen Präsidialpartei hat der Haaonedner^ Kaunn-ergerichtsrat von Bonin (Potsdam), nch aufs schärfste von den Nat-onal'ozialiston und den Deutschnationalen ihres progranemati'chen Anti'-einitismeis wegen distanziert. Die Sozialrevublikannche Partei, die unter Führung des früheren Reichsbanner-Vorsitzenden Otto H ö r s i n g swsttz hat als Kandidaten, teilweise als Spitzenkandidaten, jüdische Persönlichkeiten ausgestellt, so den. Berliner Rechtsanwalt Tr. Hamburger und den Syndikus Dr. Felix Hermann. Drr Weltkongreß. In zwei großen öffentlichen Kundgebungen in Prag und Wien nahm tür-Iich, wie die „Ita"' vom 7. Oktober meldet, Dr. N o hum Goldmann zu dem geplanten großen iüb'tfdjen Weltkongreß Stellung. Dieser Weltkongreß sei keine 5don. kurrenz für den Zionismus, vielmehr eine Erg anjung des Zienillenkongreges und seiner großen Auf- §aben für tit Errichtung des jüdischen Nationalhrims ui Palästina. Diese Aeutzerungen kennzeichnen deutlich Zweck und Ziel des jüdischen Weltkongresses. Die SPD. nicht Gegner der Religion. Don .der Dnrbrabrei'.unA der Sozialdemokratischen Partei gebt uns ein Schreiben zu, das auf den Artikel von Heinz Cobn in per Iugendbeilage cer „C. V..Zeitung" vom 16. September d. I. über „Judentum und Sczialismus" Bezug nimmt. Das Schreiben wendet sich gegen dir ^ehauprung, daß die SPD. prinzipiell Segncr rer Religion mir der Lstrche sei. Es heißt in ihm: „Denn die Sozialdemokratie für alle öffentlichen Einrichtungen auf dem Gebiete des Kultes den Grundsatz der Wirklichkeit aufstellt, so nimmt sie tz~it nicht Stellung gegen die Religion. Sie überlläßr die Pflegr der Religion und der Weltanschuu- KMWZMWt £siäa. Dum Ihre Erscheinung bestimmt Ihr Leben Sie sollten einen so wichtigen Faktor Ihres Schicksals nicht außer acht lassen, daher kommen Sie zu uns, wir beraten Sie, wir helfen Ihnen! Verjüngung des Gesichts, Beseitigung jeglicher Falten, Ohren-, Lippen- und Nasenfehlery Hebung gesunkener Wangen, Brüstebencht'gung usw. schmerzlos und narbenunsichtbar. Aerztliche Mitarbeit * Zahlungserleichteru-r.g. * Drucksache frei. » Brlefanfragen Rückporto. Broschüre mit etwa 60 Doppelbildern gegen 50 Pfennig In Marken. BIHLMAIER’s INSTITUT FÜR KÜNSTLERISCHE CHIRURGIE BERLIN W 15. KURFÜRSTENDAMM 28/59 ECKE KNESEBECKSTRASSE SPRECHZEIT 17-18 UHR / FERNSPRECHER J 1, BiSMARCK 960 Freie IML2MLMM8 * Verein für MLs ßssdöta eM LHsrslar Sonnabend, den 29. Oktober, abends S Uhr, irn Bach-Saal, Lüizo«rsirasse 76 ALTE UND NEUE JÜDISCHE M U S J SC Erläuterung: AmoNadeL Müwirkende: Maria Re pp-J*nowskaja, Rau Nathan, Magnus Davidsahn, Leo GoHenin. Hanns John. Max Janowski. Gad Shelaso. Chor un:er Leirung von Alexander Weinbaum. Bene-SirUd.Tiio. Hörergebühr: RM. 0,50 u. RM. 1,— (numerierte Fl Lue) an den Theaterkassen KdW, lisis, Leipziger Sir esse, Alexanderplatz, Frankfurter Allee, u. im Sekretariat. Oranienburger Sir. 29. Tel.: Weidendamm D2 3921. i i . i frei k, i? - r f r u / w J Vs3 y fcJ kiJ LJ La LJ t\ \ ]? | ..? i kl * \ ' : •? i-:-l PINK, Midi banger 1, M. 233. MORGENSTERN, Gnläenlieder, M. 3,50. STEHR, Der Heill*enlicf, M. 4M. MADELUNG, Das Gui aaf dem Mond, M. 2,85. WELLS, Die Geschichte unserer Well, Illustrierte Volksausgabe M. 3.75, WELLS, DI« Well des William Clissold, 2 Bande, jeder Band M. 2^5. MEIER-GRAEFE, Vincent vaa Gc^h, Volksausgabe M. 2,S5. MICHAELIS, $ anders, Sorten und Gefahren, Volksausgabe M. 2J&5» BRQD, Tycha Brakes Vc^ zu Gofi, Volksausgabe M. 2,La. HAMSUN, Der Wanderer (Romantrilogle: Unter Herbstsiemen / Gedämpftes 5a[ier.-<p:el . Die letzte Freude), Volksausgabe M. 4M. STAHL» Weg rar Kernst, früher M. 23,—, jetzt gebunden M. 9.— Ch^lh^^Am^ (Angebot frei bleibend, da nur wenige Exemplare) ÄL£CHE?;f, Sicmpenfn, (holzhaltiges Papier) statt M. 4»— M. 1,25. ALECHEM, Dl« Geschichte Tcw’zs des Mildhhu77dlers, {bolzhaltiges Papier) statt M. 4,— M. 1^5. BLOCH, Die Gemeinde der Ch&ssidiua, (holzh. Pap.) statt M 6,50 M. 1,75. BLOCH, Ostjüdbcber Humor, (holrhaltlges Papier) statt M. 3,50 M. 1F0. BLOCH, Prager Golem, (hobhalriges Papier) statt M. 3,50 M. lbO. OPATöSCHEH, Der Aufstand, steif M. S,- M. 1,40. QPATOSCHER, Der letzte Weldjnde, statt M. 6,— M. 3.-. PEREZ, Die Nacht äu! dein alten Markt, bi. statt M. t£0 M.—SO* PEREZ, Die Nacht anf dem alten Markt, gbd. statt M. 2.— M. 1,15. PEREZ, Die goldene Keife, br. statt M. 1,50 M. — ,90. PEREZ, Die goldene Kette, gbd, statt M. 2.— M. 1,15, POUAKOPF, S&hhikijsl 2ew%, gbd. stad M. 6.— M. 3,—. ZabeidfS Philo Verlag und Budihandlun^ G* m* B* H» * Berlin W15^ Emscr Str* 42 » Tel: Oliva SO 74