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Central-Verein-Zeitung · 1932-10-21 · 43 (21.10.1932) · p. Seite 429

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
43 (21.10.1932)
Date
1932-10-21
Page
Seite 429 (sequence 1)
Language
German
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SerNn, 21. Oktober 1H3L 1 ■J' J J ' J '<? / J> Allgemeine Zeifung des DudentumB BieTtelfafcrsaboMnetnent LU25 mZi. (aujagL Lsstellg-ld). Brrlüg unö Schriftleiümg: Berlin W 15, Cmfer 6tt. 42. Fernsprecher: J 2 Olba 5074. Postscheckkonto: Berlin 304 72. Bankkonto: Dresdner Ban?, Dspositrnkaffr H2, Berlin-Dilrnersdorf 1, LohsnZollrrnüamnr 196. Alleinige Dnzeioenannahnre: Annoncen-E§pedition Rudolf Moste, Berlin 8',V 100, und deren Filialen. AnZLigenprsifs: 0,60 &JC für die 7gespa!!ene Zeile nach Rudolf Mostes RorrN2lzei!rnmestrr Nr. 4, Familiensnzeigen und Stellengesuche (nichr «stellenangedote) für Mitglieder des Centralvereins 0,45 v%JC, die 62 mm breite Aeklanrezeile 3,50 r.. vpP s.:,s\pp ■ ■: -t Vvvv»-/y ) Es-) 9 Bor allem eins auch bei dieser Wahl: „Jeder muß seine Stimmen n.b e - dingt ab geben!" Ausreden, es bleibe ja doch alles beim Alten, der Reichstag habe keine Bedeutung mehr, die Regierung gehe auch ohne Reichstag und ohne parlamentarische Unter* stützung ihren Weg — diese und ähnliche Ausreden gelten keinen roten Heller. Ein klares Exempel, das keines Beweises bedarf: Jede Stimme, die nicht abgegeben wird, wird für die Hitler-Bewegung abgegeben. Don ihren Anhängern fehlt keiner. Tie Bedeutung der Nationalsozialisten im neuen Reichstage wird zahlenmäßig um so größer, je weniger Stimmen für andere Parteien abgegeben werden, d. h. je kleiner die Zahl der Reichstagssitze schlechthin ist. Tas will gewiß kein Jude. Darum hat niemand das Recht, am 6. November der Urne fernzuöleiöen. Dutzends von Briefen erhalten wir täglich, Lutzende telephonische und mündliche Anfragen: Rat' uns, C. V.! Wen sollen wir wählen? " Tie ungewöhnliche Fülle der Anfragen, der Ratschläge, der Mahnungen, ja Drohungen darf über eines nicht hinwegtäuschen: Der größte Teil unserer Mitglieder, überhaupt der deutschen Joden ist parteimäßig versorgt. Er hält seit Jahren zu einer bestimmten Partei äh ne, stehe aus ihr Bayerische Volkspartei, Deutsche Volkspartei, Sozialdemokratie, Staats-Partei, Wirtschaftspartei oder Zentrum. Unter seiner Parteifahne kämpft dieser Teil wacker wie jeder andere Deutsche; und alle politischen Erschütterungen oder Umgruppierungen werden von Parteitreue und -anhänglichkeit überdauert. Tiese stattliche Zahl unserer Freunde und Freundinnen kommt durch diese Wahl oder durch die neue Verteilung der Staatsgewalten Ln keinerlei Cewissensbedrängnis; sie weiß, was sie zu tun hat. Daß die politischen Ereignisse seit der letzten Reichstagswahl und seit dem Rücktritt Brünings an Millionen von Wählern nicht spurlos vorübergegangen sind, weiß jeder. Die Popen- Regierung hat sich in weiten bürgerlichen Kreisen Freunde erworben: unter alten Anhängern von Parteien, die heute mit der Regierung auf Hieb und Stich stehen, unter den bürgerlichen Wählern, die durch die Zertrümmerung der bürgerlichen Mittelparteien politisch heimatlos geworden sind. Es widerspräche allen Erfahrungen, würden nicht auch deutsche jüdische Wähler in diesen Ablauf hineingezogen; ein Beweis mehr, wie unlösbar sie mit dem deutschen Geschick Verbunden sind. Solche Wähler und Wählerinnen, die in ihrer politischen Entscheidung schwankend wurden, etwa als ..Treibholz" oder als „Fahnenflüchtige" zu schelten, ist so ungerecht wie falsch. Diese Wähler bestimmen nicht eigensüchtige Interessen oder kleinliche Derärgerung oder mangelnde Standhaftigkeit. Für sie lautet die Fragestellung: Wirtschaftlicher Aufstieg, Garantie von Leben und Eigentum, deutsche Geltung oder Opposition dagegen? Es würde unsere Neutralität überschreiten, wollten wir etwa hier ftststellen, ob diese Fragestellung im ganzen oder in ihren Teilen richtig ist. Aber daß viele der Wähler, ob jüdisch, ob nichtjüdisch, so die Sachlage ansehen,.wird zugegeben werden müssen. Daß bei manchen ein privatkapitalistisches Interesse innerhalb solcher Fragestellung vorwiegt, ist zu einer Zeit, in der das Wirtschaftliche den Ton angibt, verständlich. Die nicht jüdischen Wähler und Wählerinnen, die mit der Stellungnahme derer, denen sie bisher die Stimme gaben, nicht einverstanden sind, werden sich zwar auch zuvorderst zu überlegen haben, ob die Gründe stark genug sind, ihre Stimmabgabe dieses Mal zu ändern. Ist diese Aenderuug ihnen unausweichlich, so werden sie wahrscheinlich Deuts chrrationale Volkspartei oder eine der kleinen Parteien, die noch hinter der Regierung stehen, wählen. Anders aber liegt der Tatbestand für die deutsch-jüdischen Wähler. Ter Absatz Il desProgramms der Deutsch nationalen Volkspartei lautet: „Volkstum. Nur ein starkes deutsches Volkstum, das Art und Wesen bewußt wahrt und sich von fremdem Einfluß frei hält, kann die zuverlässige Grundlage eines starken deutschen Staates sein. Deshalb kämpfen wir gegen, jeden zersetzenden, undeutschen Geist, mag er von jüdischen oder anderen Kreisen ausgehen. Wir wenden uns nachdrücklich gegen dis seit der Revolution immer verhängnisvoller hervortretende Vorherrschaft des Judentums in Regierung und Oefsentlichkeit. Der Zustrom Fremdstämmiger über unsere Grenzen ist zu unterbinden/ Und der Absatz LZ der Satzung (II. Erwerb der Mitgliedschaft) lautet: „Parteimitglied kann jeder Deutsche nach vollendetem 18. Lebensjahr werden, dar sich mit den Zielen der Partei einverstanden erklärt und zum Zahlen des Parteiöeitrages verpflichtet. Juden sind von der Mitgliedschaft ausgeschlossen." (Von uns gesperrt. Die Fl 11 LJ fl/?P\ &yj flp I'/;IM ff fl PpP^pj?h,O& n fl Die Zeit ist reif — Sie fordert von uns f-/?(]nf) fp f)/*7 r-yj n -> /07 (J 4/ ks \s v/ r y u der Massen! Deshalb ff fl es r)n /1 / ^s, P p Pp Pp) Pp- Pp ** P J , /; ' f'i fP; 'P: ’ 1 prl M © b . /fl/) # f! p <' fl/fln Pp^ Pp Ifl >f ’.JP>!j l / {] // ' i-' v';-' Jt/iy p y 4/ sd/ L-ä-A

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